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#1
Sachsen / Aw: Wettinquelle in Bad Bramba...
Letzter Beitrag von DG0MG - Heute um 18:19
Zitat von: Radiohörer am Heute um 14:37Wurden mehrere Messungen gemacht oder nur eine jedes Jahr und zu welcher Jahreszeit?

"Von .. bis .. " beinhaltet schon im Wortsinn eine Spanne. Es wird monatlich gemessen und die beiden Werte sind Minimum und Maximum, von vermutlich Anfang 2025 bis jetzt. Diese Messungen haben aber mMn den Sinn der Qualitätssicherung des Medizinproduktes "Wettin-Heilwasser".

Für die Forschung in Bezug auf Seismologie gibt es offenbar seit längerem eine kontinuierliche Messung mittels spektrometrischem Gamma-Szintillationsdetektor durch die "Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig":

https://www.fcwe.de/files/vortraege_kongress03/koch.pdf

Im Dokument steht, dass es einen eindeutigen Zusammenhang zwischen lokalen seismischen Ereignissen und dem Radongehalt des Wassers gibt.

"Durch den Einbau einer Sonde zur Gammaspektrometrie der Radon-Tochterprodukte unmit-
telbar über den Klüften an der Quellsohle entstand zusammen mit der bereits vorhandenen
Sonde im oberen Teil des Quellschachtes eine Gradientenanordnung, die in der Lage sein
sollte, eine aufsteigende anomale "Radonfront" zu verfolgen.
"

"Während die Ergebnisse der Bodenluftmes-
sung eine signifikante Beeinflussung durch meteorologische Parameter aufwies, zeigte die
Interpretation der über 40.000 Messwerte der Gammastrahlung (Registrierintervall 40 min)
aus der Wettinquelle für den Zeitraum von 1989-1992 einen eindeutigen Zusammenhang zur
lokalen Seismizität (Heinicke et al., 1995).
"


#2

Dul Bratrstvi @ Jachymov
#3
Sachsen / Aw: Wettinquelle in Bad Bramba...
Letzter Beitrag von Radiohörer - Heute um 14:37
Zitat von: DG0MG am Heute um 10:14Die Aktivität der Quelle schwankt! In 2025 und 2026 wurden Werte von 17.600 bis 28.700 Bq/l ermittelt.
... hast Du mehr Infos bekommen?
Wurden mehrere Messungen gemacht oder nur eine jedes Jahr und zu welcher Jahreszeit?
Waren es also im Jahr 2025 17.600 Bq/l und heuer 28.700 Bq/l?
Eigentlich wäre der exakte Zeitpunkt der Probennahme interessant: dann könnte man wg. der Schwarmbeben u.U. sehen, ob vor oder nach dem Ereignis.
---> Hr. Kämpf war einer der Entdecker der He3/He4 Verschiebung vor Erdbeben:
https://agupubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/2016JB013408

Ältere Werte hat das Labor nicht oder wird das u.U. immer neu ausgeschrieben und das billigste Labor kommt zum Zug. Vergleichbarkeit der Messwerte wäre dann u.U. für die Katz :o

Ist jemandem in Forum bekannt, ob es Ringvergleiche für Rn im Wasser gibt?

Interessant sind die Ausführungen zur Quelle Břetislav hier:
https://www.estudanky.eu/11000-radonka-pramen-bretislav
aus https://mapy.com/en/zakladni?source=base&id=2081262&x=12.3428299&y=50.2053679&z=16
Da ich öfter im Jahr vorbei komme, kann ich schon eine Änderung der Aktivität mit der austretenden Wassermenge feststellen. Und ja, meine Geräte sind Consumer und nicht kalibriert...
#4
Sachsen / Aw: Wettinquelle in Bad Bramba...
Letzter Beitrag von DG0MG - Heute um 10:14
Vom Labor habe ich noch eine wichtige Zusatzinformation bekommen, die die unterschiedlichen Aktivitätsangaben, die so im Umlauf sind, erklärt:

Die Aktivität der Quelle schwankt! In 2025 und 2026 wurden Werte von 17.600 bis 28.700 Bq/l ermittelt.
#5
Sachsen / Aw: Wettinquelle in Bad Bramba...
Letzter Beitrag von DG0MG - Gestern um 12:49
Tatsächlich ist die Tabelle auf der Webseite jetzt geändert, die Frau Dr. Prüfleiterin hat offenbar den geeigneten Draht an die die richtige Stelle gehabt:
https://www.saechsische-staatsbaeder.de/bad-brambach/radon

Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.

Damit gibt das Labor eine Aktivität von 20.600 Bq/l für das Wasser der Wettinquelle an.

Dass weiter oben im Text weiterhin "circa 24.000 Bq/l" steht, hat bei der Korrektur offenbar niemand gesehen. Aber für mich zählt der Laborwert sowieso mehr, als irgendeine Werbeaussage im Text.



Soeben hat mich dann auch noch - wie ursprünglich gewünscht - ein freundlicher Standortmanager von den Staatsbädern zurückgerufen. Er wollte nicht eher anrufen, als bis der Fehler auf der Webseite wirklich korrigiert ist, das ist sehr löblich. Fehler passieren, aber es ist nicht immer selbstverständlich, dass sie nach einem kurzen Hinweis auch korrigiert werden. Insofern: Alles prima!  :i-m_so_happy:
Ich hab ihm von unserem Forum hier berichtet und die Motivation beschrieben, warum man sich mit Radongehalten in Quellwässern auseinandersetzt, ohne Physiker zu sein oder das Wasser medizinisch zu benötigen.
#6
Der Zähler läuft sehr schnell, so dass er zwischen den Impulsen eine ganze Reihe von "Runden" dreht. Ich hatte damals mehrere GigaByte Zufallszahlen erzeugt und sie durch die gängigen Tests laufen lassen. Es gab dabei keinerlei Beanstandungen.

Wichtig ist, dass das Zählrohr nicht in die Sättigung geht und keine sehr hohe Totzeit hat.

Die von dir vorgeschlagene Methode ist natürlich besser. Allerdings wird der Output damit auf 1/8 reduziert, da jeder Zählrohrimpuls nur ein Bit generiert.

Ich habe damals ein SBM-19 in Verbindung mit einem Glühstrumpf verwendet. Es ergaben sich damit ca. 5000 Impulse pro Minute bzw. ca. 83,3 Impulse pro Sekunde. Der Zähler selbst macht bei 500 kHz 1953,125 Durchläufe pro Sekunde.

Im Binärmodus konnte ich also ca. 5000 Zufalls-Bytes pro Minute erzeugen. Nach der Bit-Methode wären es nur 625 gewesen. Es war also eine rein pragmatische Entscheidung, den Zählerstand zu nehmen. Das Bestehen der verschiedenen Tests war für mich ausreichend.
#7
Ich weiß nicht, ob der Zähler wirklich die beste Methode ist, um eine Zufallszahl zu generieren.
Da sich die Zeit zwischen zwei Zählimpulsen um einen Mittelwert sammelt und der Zähler mit einer festen Frequenz arbeitet lässt sich zwar die individuelle Zahl nicht vorhersagen, aber es sollte sich doch ein Muster bilden, mit genug Statistik.

Die beste Methode, die ich bisher gelesen hab, besteht daraus, dass man die Zeit zwischen zwei Impulsen misst und falls sie höher ist als die zwischen den beiden vorherigen Impulsen ist es eine "1", falls sie kürzer ist eine "0". So pendelt sich nichts um einen Mittelwert ein. Da durch die sinkende Aktivität der Quelle der Abstand statistisch immer größer wird hat dieser Generator einen leichten Bias zur "1", jedoch ist der bei üblichen Halbwertszeiten verschwindend gering und, falls man z.B. auf Cosmics triggert, nicht existent.
Mit Cosmics ist jedoch die Rate so gering, dass man für lange Zahlen wirklich warten muss.
#8
Interessant für die Lottozahlen :D
Und es gibt sowas für einen Musiksythesizer zur Erzeugung von Zufallsnoten.
Hört sich nicht immer harmonisch an :blush:  ;)
#9
Vielleicht noch zur Erklärung, warum ich seinerzeit das Buch erstellt habe. Ich hatte eine Vorlage  ;).
https://en.wikipedia.org/wiki/A_Million_Random_Digits_with_100,000_Normal_Deviates
#10
Paul und Marc vom Cryptomuseum haben mich gebeten, für die Sonderausstellung Secret Communications 5 Ende des Jahres einen Zufallszahlengenerator zur Verfügung zu stellen.
Vor einigen Jahren habe ich dieses Buch mit dem AATiS-Geigerzähler erstellt:
Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.
Genau diesen Geigerzähler bekommen Paul und Marc für ihre Ausstellung.

Die Erzeugung der Zufallszahlen ist wie folgt realisiert:
1. Im Mikrocontroller läuft ein 8 Bit Zähler mit 500 kHz
2. Bei Erkennung eines Zählrohrimpulses wird der Zählerstand ausgelesen und ergibt die Zufallszahl.
3. Im Binärmodus ist damit alles erledigt. Im Textmodus werden Ziffern zwischen 0 und 9 erzeugt. Dazu wird die Zufallszahl modulo 10 gerechnet. Zufallszahlen zwischen 250 und 255 werden ignoriert, damit die Ziffern 0 .. 5 nicht zu oft vorkommen.

Hier könnt ihr den Zufallszahlengenerator in Aktion sehen. Als Quelle habe ich eine Cerberus GR-16 Röhre mit Ra-226 benutzt.