Bleiburg bauen?

Begonnen von Floppyk, 11. Oktober 2019, 12:01

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exicator

Guten Abend in die Runde,

... ja, da tränt einem das Auge. Aber so ist diese Welt, nur am Verkauf wird verdient.
Es sind Abschirmungen für HPGe's und richtig, der neue Det. muss in die Burg und der passende Dewar unter die Burg. An den Dewars hat sich nicht viel geändert, wenn auch in Zukunft mit LN2 gekühlt werden kann und soll, wenn nicht, muss der neue Kühler z.B. mit LN2 Rückgewinnung (Möbius / Ortec) unter die Burg passen ... auch können die neuen Det. (> 130% rel. Eff.) im Endkappendurchmesser etwas knapp in der Burg sein. In den "blauen" Abschirmungen, die im Beitrag zu sehen sind, ist genug Platz ... und im Verhältnis zu einem neuen "großen" Det. ist die neue Burg relativ günstig.
Man muss nur zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle sein, die richtigen Kontkte haben ... und solch ein "Brocken" auch abtransportieren, aufstellen und somit auch nutzen können ... vielleicht waren sie vom "Hintergrund" auch nicht mehr so "sauber" (;-). Vielleicht kommt aber auch an die Stelle ein Proben-Wechsler ... so viele Möglichkeiten.
Zum Glück, wissen wir nicht wo und was gerade irgendwo entsorgt wird ... (;-).
Grüsse aus Berlin an die HPGe Fraktion!
Ralf

Radiohörer

...was die Kombi aus Sn & Cu in einer Bleiburg bewirken: die Profis lassen sich "etwas" in die Karten schauen und liefern den Hintergrund gleich mit -->
 System 777: Abschirmung für ultra-niedrige Hintergrundstrahlung

"Das System 777 von Mirion ist eine Bleiabschirmung für Germanium-Gammastrahlungsdetektoren für extrem niedrige Hintergrundstrahlung. Es besitzt eine 50 % erhöhte Bleidicke als typische Bleiabschirmungen und besteht aus Materialien, die sorgfältig für niedrige Hintergrundstrahlung ausgewählt wurden.
Die Hintergrundstrahlung von Blei wird von 210Pb dominiert, da andere Elemente im Raffinierungsprozess chemisch ziemlich effektiv abgetrennt werden. 210Pb zerfällt unter Emission einer 46,5 keV-Gammastrahlung. Diese Gammastrahlung wird im Allgemeinen von der Zinn-Kupfer-Auskleidung absorbiert und kann unter dem Energiebereich des Detektors liegen, sodass sie wenig bedenklich ist. Um das 210Bi-Tochterisotop von 210Pb jedoch müssen wir uns Sorgen machen. Es ist ein energetischer Beta-Emitter und Bremsstrahlung von dieser Beta verursacht ein Kontinuum von Hintergrund-Zählraten bis 500 keV. Aus diesem Grund ist die Abschirmung 777 aus geschichtetem Bulkblei aufgebaut. Die äußeren fünf Zoll sind gewöhnliches Blei, während für die innerste, einen Zoll starke Bleischicht ein 210Pb-Gehalt von etwa 20 Bq/kg ausgewählt wurde. Diese Bleidicke stoppt die Bremsstrahlung aus der äußeren Bleischicht.

Das System 777 hat eine abgestufte Auskleidung zum Stoppen der K-Schalen-Röntgenstrahlung von Blei im Energiebereich von 75 bis 85 keV. Die Auskleidungsmaterialien bestehen aus Zinn mit niedriger Hintergrundstrahlung und einer Dicke von 1 mm (0,040 in) sowie aus hochreinem Kupfer mit einer Dicke von 1,5 mm (0,060 in).

Das System 777 ist mit einem Gasanschluss für die Zuleitung von Gas (Flaschenluft oder Stickstoff) ausgestattet, um das Innere der Abschirmung zu spülen und den Strahlungshintergrund durch Radon und Radon-Tochterisotope zu reduzieren."