Bleiburg bauen?

Begonnen von Floppyk, 11. Oktober 2019, 12:01

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Z. Erfall

Wenn man Holzleim nehmen wollte, dann sollte man bei der Löslichkeit nach der entsprechenden D-Klasse gehen, nicht nach Hersteller. D2 ist nicht Wasserfest, D3 schon ganz ordentlich und D4 komplett. Ob es D1 gibt, weiß ich nicht. Ein Problem gibt es aber grundsätzlich dabei - diese Leime müssen alle trocknen, also ablüftem, weil sie auf Lösemitteln basieren, auch wenn das meist Wasser sein kann. Es wird also in einem geschlossenen Gehäuse nicht wie gewünscht funktionieren.

Bei der genannten Variante von aufzulösenden Schuppen könnte es sich um einen klassischen Leim in Form von Knochenleim oder Fischleim handeln.

Vergussmassen sind im Gegensatz dazu meist zweikomponentig, was bedeutet, dass die Erhärtung aus der Reaktion der beiden Komponenten kommt und nichts verdunsten muss.

Eine anderer Ansatz, wenn es denn unbedingt vergossen sein soll, aber reversibel und der Verguss vor allem den Staub verhindern oder binden - wie wäre es einfach mit Paraffin? Wenn man den ganzen Behälter mit Kugeln auf ca. 50^C vorheizt und dann geschmolzenes Paraffin einfüllt, sollte sich das sehr gut verteilen. Alternativ kann man auch schauen, ob man ein anderes Wachs findet, welches beim Schmelzpunkt über den zu erwartenden Betriebstemperaturen, aber deutlich genug unter dem Schmelzpunkt des Filaments liegt...

VG

ZE

DL3HRT

Zum Thema Kupfer: Das schirmt die Röntgenfluoreszenz des Bleis aus der Bleiburg im Bereich um die 80 keV ab (K-Linien). Es sollten aber schon 2-3 mm Kupfer sein, eine dünne Folie reicht nicht. Man nimmt Kupfer, weil dessen K-Linien bei 8 keV liegen und damit vom unseren Detektoren in der Regel nicht registriert werden. Bei den Profis kommen dann noch ein paar Millimeter Kunststoff, der die 8 keV Photonen des Kupfers absorbiert.

Was das Kupfer nicht abschirmen kann ist das Blei in der Probe selbst. Wenn man Uranmineralien vor dem Detektor hat, so kommt ein ordentlicher Anteil der 80 keV aus der Probe (Blei-214).

Haben wir hier einen Mathematiker der einmal berechnet, welcher Dicke Massivblei eine Schüttung aus Bleikugeln entspricht? Das hängt sicher stark vom Durchmesser der Kugeln ab. Die geplante Dicke der Bleiabschirmung erscheint mir etwas gering. Unter 2 cm Massivblei würde ich nicht gehen. Bei Kugeln ist das dann entsprechend mehr.

Ich würde bei der gedruckten Bleiburg ganz auf das Kupfer verzichten und stattdessen den Raum für die Bleikugeln entsprechend vergrößern. Ja, es wird dann viel schwerer und auch teurer, aber es lohnt sich. Es steht dann natürlich auch die Frage, ob ein 3D-Druckteil der Belastung gewachsen ist.

Mein 63 mm x 63 mm NaI(Tl)-Detektor steckt in einer Bleiburg mit folgender Abfolge:
- 60 mm  Blei
- 3 mm Kupfer
- 3 mm Acryl

Für den KC761 wäre das natürlich der Overkill  ;).

Es sind mehr als 130 kg Walzblei verbaut. Das Walzblei wurde ordentlich aufgerollt und die Rolle danach mit schwarzem Panzertape umwickelt. Damit ist es sicher eingeschlossen.

Ohne Bleiburg liegt der Hintergrund des Detektors bei ca. 300 cps. In der Bleiburg sind es 14,5 cps. Die Bleiburg hat die Zählrate also um 95% reduziert. Packe ich den RadiaCode in die Bleiburg, so liefert der nur noch 0,2 cps. Ich packe heute Abend den KC761 rein und schaue, was der als Hintergrund liefert.