Wiese zwischen Gauern und Wolfersdorf

Begonnen von DL3HRT, 16. September 2018, 13:25

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DL3HRT

Dieser Ort wurde bereits 2013 von Bern Laquai in nachfolgedem Dokument ab Seite 9 beschrieben. Dort finden sich auch die Koordinaten:
http://opengeiger.de/GeigerCaching/UranabbaugebietRonneburg.pdf

Da sich die Wiese nicht weit von meinem Arbeitsort befindet, war sie bereits Ziel mehrerer Ausflüge.

Parken sollte man immer VOR der Schranke an folgender Position (50°47'08.6"N 12°11'23.9"E). Von dort aus läuft man ca. 100m den Weg entlang und kommt zur Zurfahrt auf die Wiese. Dort haben wir bisher zwei Hotspots lokalisieren können. Diese haben eine Ausdehnung von jeweils 3x3 Meter und sind scharf begrenzt. Man konnte am 08.05.2018 den Hotspot sogar visuell wahrnehmen (siehe Foto). Aufgrund der langen Zeit ohne Niederschläge war das Gras über dem Hotspot zuerst verdorrt. Das hat aber nichts mit der Strahlung zu tun sondern mit der Bodenbeschaffenheit.

Vermutlich handelt es sich bei den beiden Hotspots um Probebohrungen oder Probeschürfungen. Die Erde enthält sehr viele Gesteinsbrocken unterschiedlicher Größe und Zusammensetzung (siehe Foto vom 21.05.2018). Allen gemein sind Bruchkanten. Die grauen Steine strahlen am stärksten. Es handelt sich um Sedimentgestein (Kalkstein, Sandstein etc.), welches offensichtlich Uran enthät. Diese Steine lassen sich verhältnismäßig einfach im Mörser zermahlen.

Die Boden-Dosisleistung direkt über den Hotspots beträgt ca. 7 .. 10µSv/h, ist also schon recht beträchtlich.

Ein Bekannter hat zwei Proben (Erde und Sedimentgestein) im Massespektrometer untersucht und folgende Messwerte erhalten:

Element          Erde     Steine
                 g/kg     g/kg
---------------------------------
Blei (Pb)        6,019   37,866
Cadmium (Cd)     0,0359   0,1603
Chrom (Cr)       0,060    0,072
Nickel (Ni)      0,042    0,027
Kupfer (Cu)      0,10     0,13
Zink (Zn)        4,65    19,10
Arsen (As)       0,097    0,109
Selen (Se)       -----    0,002
Antimon (Sb)     0,007    0,024
Thallium (Tl)    0,002    0,002
Quecksilber (Hg) 0,00017  0,00010
Uran (U)         3,062   10,258
Cobalt (Co)      0,021    0,004

Der Urangehalt in den Steinen liegt über 1%. Das ist eine abbauwürdige Konzentration und unterstreicht die Theorie einer Probebohrung/-schürfung.

Der ehemalige Urantagebau Gauern grenzt an diese Wiese. Vermutlich wurden die Probebohrungen bei der Exploration der Lagerstätte durchgeführt und aus irgendeinem Grund beschlossen, ihn nicht auf diese Wiese auszudehnen.




DG0MG

Zitat von: DL3HRT am 16. September 2018, 13:25
Der ehemalige Urantagebau Gauern grenzt an diese Wiese. Vermutlich wurden die Probebohrungen bei der Exploration der Lagerstätte durchgeführt und aus irgendeinem Grund beschlossen, ihn nicht auf diese Wiese auszudehnen.

Die Theorie der Erkundungsbohrungen als Ursache der Hotspots ist ja nicht unwahrscheinlich und als Arbeitshypothese durchaus tauglich. Dabei wissen wir aber nicht, aus welcher Tiefe das Material herausgebohrt worden ist. Es ist ja durchaus möglich, dass es sich um Erz aus wesentlich tieferen Schichten, als im nebenan liegenden Tagebau abgebaut worden ist, handelt.

In der Liste aller WISMUT-Schächte ist die Teufe des Schachtes 385 mit 113,60 m angegeben. Er befand sich etwas nördlich des Bahnhofes Gauern, ca. 1.2 km von den Hotspots entfernt:
"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

DL3HRT

Ich habe eine alte Luftbildaufnahme (Quelle) vom Juni 1953 als Google-Maps Overlay verwendet. In der Aufnahme sind eine Reihe von Bohrlöchern erkennbar. Ich habe die Bohrlöcher auf der Wiese markiert. An den Positionen der beiden Hotspots #1 und #2 ist im Luftbild kein Bohrloch erkennbar. Die Position der Hotspots passt aber sehr gut in das Raster.

Der Tagebaubetrieb wurde 1954 aufgenommen, die Erkundung erfolgte 1953. Insofern ist das Aufnahmedatum des Luftbildes ein Glückstreffer.
Wenn es uns gelingen sollte wenigstens noch 2-3 Bohrlöcher nachzuweisen, dann dürfte die "Bohrlochtheorie" bestätigt sein.

Im Anhang zwei Screenshots von Google-Maps als Basis für die Suche.



Cs137

Die Frage ist ,lassen sich alle Verdachtsflächen verallgemeinern ? Eine Gemeinsamkeit mit anderen Auffälligkeiten in Sorge-Settendorf ist eine charakteristische Vegetation, die eine scharfe Abgrenzung der Flächen präzise aufzeigt. Aus meiner Sicht deutet dies auf eine chemisch andere Zusammensetzung des Untergrundes hin. Den letzten Beweis liefert das Spektrum. Es zeigt nicht die natürliche Zerfallsreihe im passenden Verhältnis. Auch gibt es einen  unumstösslichen Beweis den ich Euch bei Gelegenheit gern unter 4 bzw.6 Augen zeigen möchte .

Das Erdreich wurde abgetragen, aufbereitet und wieder abgekippt ;-)   

LG
Marcel

DL3HRT

Vergangenen Donnerstag (26.9.) war ich mit dem Forenmitglied Samarskit auf der Wiese unterwegs. Ich wollte ihm eigentlich nur die beiden Hotspots zeigen. Als wir danach über die Wiese geschlendert sind, haben wir durch Zufall Hotspot #3 entdeckt. Der ist schwächer als die anderen beiden. Die Dosisleistung steigt nur auf ca. 2 µSv/h an. Als ich die Koordinaten in die Karte eingeblendet habe, ergab sich eine schöne Übereinstimmung mit dem Raster der Bohrungen aus der Luftbildaufnahme. Wieder ein Indiz mehr, dass die Theorie mit den Erkundungsbohrungen stimmen könnte.  :)
Koordinaten:  50°47'7.72"N  12°11'26.15"E

DG1ASL

Hallo,
ich war auf dem Schacht 385  eine zeitlang als Elektriker uT tätig.
Es war ein Erkundungsschacht in Polygon-Ausbau.
Für die Bewetterung war auf der westlichen Seite der L2336 ein Wetterüberhau.

DG0MG

Mit einem SAFECAST-Messgerät war auch schonmal jemand dort:


.. hatte aber offenbar nicht so richtig Elan, die ganze Wiese abzulaufen.
"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!


miles_teg

Die straßennähere Wiese (also westlicher) ist recht homogen in ihrer Grundaktivität. Der östlichere Teil zeigt mehrere isoliertere Bereiche, dafür aber gerne mal über 2000 CPS im RAYSID.
Die Frage die sich mir stellt: ist das der Untergrund? Also ist dort Uran natürlich so verteilt oder sind diese Wiese auf Haldenmaterial/Tailings entstanden? Oder hat da irgendwann mal ein Becken geleckt? Denn die IAA Culmitzsch grenzt ja direkt daran, da kommt ja alles in Frage. Weiß da jemand genaueres?
Ich bin übrigens wieder "unabsichtlich" (also zumindest nicht 100% absichtlich) über das Wismutgelände gelaufen, aber der Bereich ist ja wirklich groß, den kann man kaum an einem Tag abdecken.