Lomnický Štít - Hohe Tatra

Begonnen von Lennart, 18. Juni 2023, 12:53

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Lennart

Ich habe mich gestern mal wieder auf der europäischen REM-Karte (https://remap.jrc.ec.europa.eu/Advanced.aspx) umgeschaut. Eigentlich war ich auf Frankreich und die Tatsache fokussiert, dass sich die kerntechnischen Anlagen wie Cattenom oder Flamenville sichtbar vom Hintergrund abheben. Als ich die Karte herausgezoomt und die Anzeige von "Last" zu "Max" umgestellt hatte, fiel mir ein lilafarbener Punkt auf. Nicht in Frankreich, sondern in der Slowakei. Es war die Messstation auf dem "Lomnický štít", einem 2634 m hohen Berg der Hohen Tatra.

4289 nSv/h wurden dort am 14. Juni registriert. Da ich erst im Mai die Hohe Tatra besucht hatte (Štrbské Pleso) und dort keinerlei erhöhte Werte feststellen konnte, war ich neugierig wie derartige Werte zustande kommen.

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Nach kurzer Recherche war der Grund für die kurzzeitig stark ansteigende ODL klar: Thunderstorm Ground Enhancement (TGE). Bei diesem Phänomen steigt während eines Unwetters die Flussdichte von Neutronen, Elektronen und Photonen auf der Erde stark an. Da gleichzeitig durch den Regen ein Wash-out von Rn-222-Zerfallsprodukten erfolgt, war dieser Effekt wohl teilweise schwer nachzuweisen (siehe Quelle: https://acp.copernicus.org/articles/22/7959/2022/)

Hier findet man weitere Infos zum TGE-Effekt auf dem Lomnický Štít: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36005989/



Ich war mir nicht sicher, ob ich dieses Thema zu den radiologisch auffälligen Orten packen soll, oder lieber eine allgemeine Diskussion starte. Auf der einen Seite ist der Berg natürlich nicht übermäßig radioaktiv, auf der anderen Seite kommen diese Phänomene dort häufiger vor. Wenn das hier nicht reinpasst, bitte verschieben und meine Überlegung unterhalb der horizontalen Linie gerne löschen. Vielen Dank  :good3: 






Flipflop

Hallo, interessant, habe leider auf Deutsch nichts gefunden. Ein ungewöhnlicher Anstieg der Strahlung. Im Artikel Schreiben Sie nur von 30- 40 Prozent. Ein Wetterphänomen das man noch nicht genau erforscht hat?

Übersetzung und auszugsweise:

Die TGEs, die während zwei Gewittern am 23.
April 2018 beobachtet wurden, dauerten jeweils 65 und 15 Minuten und übertrafen die Hintergrundstrahlung um 30 und
40 Prozent.

Basierend auf unserer Analyse gehen wir davon aus, dass die beobachteten TGEs der Bremsstrahlung entsprachen, die bei Kollisionen von Aufgrund einer sehr geringen Anzahl von Wolken-zu-Boden-
Beleuchtungsentladungen gehen wir davon aus, dass die Elektronen durch ein starkes niedrigeres positives Ladungszentrum am Boden der Gewitterwolke beschleunigt worden sein könnten. Da der Anstieg der TGE-Strahlung ungewöhnlich lang war, spekulieren wir, dass ihr späterer Teil der Radon-Sprogenie zugewiesen worden sein könnte, die durch ein oberflächennahes elektrisches Feld in die Atmosphäre gehoben und mit dem Regenniederschlag zurück zum Boden zurückgekehrt ist.

https://ui.adsabs.harvard.edu/abs/2021EGUGA..23.3141K/abstract