Szintillator Sonde VA-S-968

Begonnen von Raven, 12. Oktober 2023, 09:21

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Radium

Wie groß ist der Kristall? Diese Sonden hat der "Das ist ein Szintillator, der ist bestimmt 500€ wert" Trend noch nicht so erreicht, deswegen würde so etwas für mich auch noch in Betracht kommen.
Gruß Fiete
Geigerzähler: DP-66, FH 40 TV, IT-65, Szintillationszähler: RAM-63

Raven

Der Kristall ist etwa 40x40mm, der gleiche Verkäufer hat noch einen ähnlichen Kristall von Zeiss Ikon im Angebot (allerdings zum gleichen Preis wie die ganze Sonde) und eine weitere dieser Sonden, allerdings auf den Bildern schon zu erkennen das der Kristall sichtlich vergilbt ist, für Zählaufgaben bestimmt noch zu verwenden, für die Spektroskopie denke ich eher weniger, wenn du magst kann ich dir den Link per PM schicken.  :)

Henri

Zitat von: Raven am 18. Oktober 2023, 09:49allerdings auf den Bildern schon zu erkennen das der Kristall sichtlich vergilbt ist, für Zählaufgaben bestimmt noch zu verwenden, für die Spektroskopie denke ich eher weniger, wenn du magst kann ich dir den Link per PM schicken.  :)

Der Kristall an meiner Sonde (vor vielen Jahre gekauft) hatte ja auch Wasser gezogen. Die Abdichtung am Fenter war brüchig geworden. Da das NaI stark hygroskopisch ist, flossen bereits kleine Tropfen dieses hochkorrosiven und auch giftigen Materials aus dem Kristallgehäuse. Ich würde so etwas nicht mal mehr für Zählaufgaben nutzen, selbst wenn die Trübung zunächst noch gering ist.

Der Kristall ist dann auf dem Wertstoffhof im Sondermüll-Faß gelandet, wo er hingehört.


Auch für Kristalle, die zwar klar sind, aber die Kopplung zum Fenster verloren haben (selbst wenn dies nur partiell ist), würde ich kein Geld ausgeben.

Radium

Zitat von: Henri am 18. Oktober 2023, 13:55
Zitat von: Raven am 18. Oktober 2023, 09:49allerdings auf den Bildern schon zu erkennen das der Kristall sichtlich vergilbt ist, für Zählaufgaben bestimmt noch zu verwenden, für die Spektroskopie denke ich eher weniger, wenn du magst kann ich dir den Link per PM schicken.  :)

Der Kristall an meiner Sonde (vor vielen Jahre gekauft) hatte ja auch Wasser gezogen. Die Abdichtung am Fenter war brüchig geworden. Da das NaI stark hygroskopisch ist, flossen bereits kleine Tropfen dieses hochkorrosiven und auch giftigen Materials aus dem Kristallgehäuse. Ich würde so etwas nicht mal mehr für Zählaufgaben nutzen, selbst wenn die Trübung zunächst noch gering ist.

Der Kristall ist dann auf dem Wertstoffhof im Sondermüll-Faß gelandet, wo er hingehört.


Auch für Kristalle, die zwar klar sind, aber die Kopplung zum Fenster verloren haben (selbst wenn dies nur partiell ist), würde ich kein Geld ausgeben.
Umsonst gibt es die leider auch nicht, der ganze Markt dafür ist sowas von überheizt, da wird jeder scheiß teuer verkauft. Selbst welche mit defekten wie thermischen brüchen, vertrübungen und ähnliches gehen meistens für über 80€ weg.
Gruß Fiete
Geigerzähler: DP-66, FH 40 TV, IT-65, Szintillationszähler: RAM-63

Henri

Zitat von: Radium am 18. Oktober 2023, 17:32Umsonst gibt es die leider auch nicht, der ganze Markt dafür ist sowas von überheizt, da wird jeder scheiß teuer verkauft. Selbst welche mit defekten wie thermischen brüchen, vertrübungen und ähnliches gehen meistens für über 80€ weg.
Gruß Fiete

Szintillatoren waren schon immer sehr teuer. Im Vergleich zu dem, was ein Kristall neu im normalen Handel kostet, sind die derzeitigen Gebrauchtpreise immer noch Schnäppchen. Überheizt finde ich da gar nichts... Es ist nur schade, dass die ehemals sehr guten und günstigen "Ressourcen" aus der Ukraine versiegt sind. Das Angebot ist halt zur Zeit etwas dünn.

Ich könnte Dir sonst noch empfehlen, mal bei Scionix Holland sehr freundlich anzufragen, ob sie bereit wären, Dir ein kleines Stück CsI(Tl) verkaufen, mit dem Du dann Deinen Szintillationszähler empfindlich machen könntest. Das Unternehmen war "Hobby-Kunden" gegenüber in der Vergangenheit jedenfalls sehr aufgeschlossen und hilfsbereit - man kann nur hoffen, dass die entsprechenden Leute mittlerweile nicht alle schon in Rente sind.
Es wird sicherlich nicht billig, weil die Firma natürlich Leute beschäftigt und bezahlen muss, die das ganze Handling, Versand, Buchhaltung etc. machen, und es fallen ja auch Steuern an. Aber wenn die Arbeitszeit für das Bearbeiten wegfällt und man nur "Rohmaterial" kauft, könnte das dennoch bezahlbar bleiben.

CsI(Tl) kann man gut selber bearbeiten (mit Handschuhen, Staubschutzmaske und Augenschutz, und was man abträgt, kommt zum Sondermüll), da es kaum hygroskopisch ist, und man muss es nicht mal polieren. Rundum mit nicht zu feinem Sandpapier schleifen reicht. Kein Scherz: die diffuse Oberfläche reduziert gegenüber Polieren die Auskoppelungsverluste, da das Licht den Kristall verlassen kann, statt mehrfach hin und her reflektiert zu werden.

Radium

Dann muss ich mir wohl selber einen Kristall züchten  ;D
Geigerzähler: DP-66, FH 40 TV, IT-65, Szintillationszähler: RAM-63

Henri

Zitat von: Radium am 18. Oktober 2023, 18:26Dann muss ich mir wohl selber einen Kristall züchten  ;D

Du könntest Deinen PMT auch erst mal in eine lichtdichte Thermosflasche mit Schweppes Tonic Water versenken. Soll angeblich auch funktionieren - das Chinin ist nämlich ein Szintillator  :)

Raven

Zitat von: Henri am 18. Oktober 2023, 22:46Du könntest Deinen PMT auch erst mal in eine lichtdichte Thermosflasche mit Schweppes Tonic Water versenken. Soll angeblich auch funktionieren - das Chinin ist nämlich ein Szintillator  :)

Okay das muss ich mal mit einem günstigen PMT ausprobieren, ein Budget flüssig Szintillator  :D

Radium

Wie gut funktioniert so etwas? Bestimmt nicht so gut wie ein richtiger Kristall.
Geigerzähler: DP-66, FH 40 TV, IT-65, Szintillationszähler: RAM-63

DL8BCN

Wenn man keine Spektroskopie machen möchte, kann man auch versuchen einen Plastikszintillator zu bekommen.
Die gibt es so etwa ab 50 Euro.
Aber auch da ist es nicht so einfach, weil z.B. aus USA hohe Zusatzkosten entstehen.

DL8BCN

Und das Thema Chinin ist sicherlich nur für sehr experimentierfreudige Zeitgenossen gedacht.
Für eine praktische Anwendung wohl eher nicht.

Henri

Zitat von: DL8BCN am 19. Oktober 2023, 08:01Und das Thema Chinin ist sicherlich nur für sehr experimentierfreudige Zeitgenossen gedacht.
Für eine praktische Anwendung wohl eher nicht.

Ich habe das aus dem Buch "Experimente mit selbstgebauten Geigerzählern (...)" von Thomas Rapp (Franzis Verlag). Er nutzt das Tonicwater in der Thermoskanne aber zum Nachweis von Cherenkov-Strahlung (Höhenstrahlung). Das Verhältnis der Zählraten in Luft, destilliertem Wasser und Tonicwater war ca. 5:7:18.

Im Kapitel über Flüssigszintillatoren klebt er ein passendes Probengläschen auf den PMT, verwendet eine Waschpulver-Lösung und nutzt die darin enthaltenen optischen Aufheller als Szintillator. 1 Teelöffel "PowerWeiß"-Waschmittel wurden in 100 ml Alkohol (Spiritus) gelöst und der klare Überstand ca. 8-10fach verdünnt.

Hierbei erhielt er folgende Messwerte:

Nulleffekt: ~ 20 cpm
Uranerz: ~ 150 cpm
Sr-90 Strahler (Aktivität nicht spezifiziert): ~ 20.000 cpm

Zur Einordnung der verwendeten Aktivitäten: bei einem Versuch mit einem kommerziellen Flüssigszintillator (p-Terphenyl in Toluol gelöst, Toluol wurde 2007 aufgrund der gesundheitlichen Risiken vom Endverbrauchermarkt genommen) erhielt er folgende Messwerte:

Nulleffekt: 75 cpm
Uhrzeiger mit Radium: 3600 cpm
Uranerz: 1150 cpm
Glühstrumpf: 153 cpm

Raven

Ich bin gerade dabei die Dynodenkette zu basteln,und stoße dabei auf eine kleine Hürde, ich habe mir 145MOhm gesamt Impedanz vorgenommen weil das am einfachsten umzusetzten ist, Nur brauche ich jetzt zwei Potis zum Einstellen vom Lichtstrom, einer mit 30MOhm und einmal mit 10MOhm für E1 und D2.
Oder hat jemand eine andere Idee?

Radioquant98

Wenn Du nicht ständig daran drehen mußt, dann einen Stufenschalter und Festwiderstände zum Einstellen und zum Schluß durch Festwiderstände ersetzen. 10M sollte es geben, als Einstellregler sowie auch Poti - Gab es jedenfalls in alten Fernsehern.

Viele Grüße
Bernd

Raven

Es gab sie auf jeden Fall, wurden glaube ich Fokus Potis genannt, aber bis jetzt nichts taugliches online gefunden, soweit ich das rauslesen dient das Poti zum Einstellen vom Lichtstrom.