Budapester Forschungsreaktor

Begonnen von megapull, Heute um 08:07

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megapull

Neben unserem Kraftwerk gibt es in der Stadt noch einige Forschungsreaktoren für Ausbildungszwecke und andere Anwendungen.

Ich besuchte den Forschungsreaktor auf dem KFKI-Campus oben auf den Budaer Bergen (Zentrales Physikalisches Forschungsinstitut). Unglaublich, aber wahr: An jedem letzten Freitag im Monat kann man kostenlos an einer Führung durch den Reaktor teilnehmen. Und ich durfte sogar fotografieren und filmen (solange ich die Sicherheitsvorkehrungen nicht fotografierte).

Es war ein absoluter Traum, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Der Reaktor selbst ist der älteste in Ungarn und seit 1959 in Betrieb. Am Eingang gibt es mehrere Stationen mit Ausstellungen historischer Forschungsinstrumente. Die meisten davon wurden von Gamma Művek entwickelt, einem Unternehmen, das auch heute noch in diesem Bereich tätig ist.

Vor dem Kontrollraum wurden uns einige Steuer- und Brennstäbe gezeigt (natürlich unbenutzt :D), die nur etwa 1 m lang waren. Die Brennelementbehälter selbst sind jeweils etwa 20 cm lang und werden nacheinander in die Brennstäbe eingesetzt. Der Reaktor produziert jetzt 10 MW Leistung, eine Steigerung von ursprünglich 5 MW im Zuge von Modernisierungen. (Die Modernisierungen wurden in zwei Phasen durchgeführt, die letzte in den 90er Jahren.)

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Anschließend gingen wir in den stark retro-inspirierten Kontrollraum, der für sich selbst spricht, und sahen uns die verwendeten Dosimetriegeräte an, die wir auch ausprobieren durften.

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Für die Kenner unter Ihnen werde ich das meiste überspringen, da es sich im Grunde fast ausschließlich um Thermo-Geräte handelt: Thermo-Neutronendetektor-Personendosimeter (EPD, glaube ich) und Thermo FH40G-Dosimetriemessgeräte mit allem erdenklichen Zubehör.

Das Highlight waren für mich die Gamma Autocont Oberflächenkontaminationsdetektoren. Es handelte sich um ein in Ungarn entwickeltes Kontaminationsmessgerät, vergleichbar mit einem weißen Berthold LB 1210, nur analog. Sie wurden speziell für die Überprüfung von Lebensmitteln und anderen Gütern nach Tschernobyl entwickelt, und ich war erstaunt, dass sie nicht nur immer noch im Einsatz sind, sondern auch regelmäßig zertifiziert und geprüft werden. Der Klang dieses Retro-Geräts war unübertroffen – und es war extrem empfindlich. (Ich war wirklich froh, dass ich nicht meine Schuhe trug, die ich zum Mineraliensammeln benutzte.)

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Danach gingen wir in die Reaktorhalle. Sie war wegen der regulären Sommerwartung außer Betrieb, aber ich konnte trotzdem die doppelte Hintergrundstrahlung messen :D Ich fragte, wie lange es dauert, den Reaktor nach der Wartung wieder in Betrieb zu nehmen, und zu meiner Überraschung dauert es, abgesehen von den Sicherheitsüberprüfungen, nur etwa 15 bis 20 Minuten.

Die Abschirmsteine, die man oben sieht, dienen Experimenten der Wissenschaftler, da Neutronenkanäle vom Reaktor ausgehen. Die Steine ��bestehen, wenn ich mich nicht irre, aus Paraffin (neutronenabsorbierend), Beton oder einer Berylllegierung. In diesem kurzen Video, das ich gemacht habe, können Sie die Reaktorhalle sehen.


Danach gingen wir tiefer ins Untergeschoss. Dort werden die bestrahlten Isotope für medizinische und Forschungszwecke gelagert und transportiert. Zum Beispiel Co-60, I-131 und so weiter. Zuerst trafen wir den Mann, der die Behälter für diese Isotope an der Drehbank herstellt, die ebenfalls im Haus steht.

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Anschließend besichtigten wir die Lager- und Transporträume mit vielen Bleiglasstücken, an der Wand montierten Detektoren und mechanischen Armen zum Bewegen der Materialien. Ich konnte diese Geräte ebenfalls bedienen, und es funktionierte reibungslos und einfach.

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Nach jedem einzelnen Zimmer gibt es ein Protokoll zur Überprüfung der Kontamination, bei dem man natürlich auch seine Füße und Hände kontrollieren muss.

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Es war eine fantastische Zeit! Wenn ihr also mal hier seid, solltet ihr unbedingt einen Besuch buchen! :D Mehr Infos gibt es hier: https://www.ek.hun-ren.hu/en/budapest-research-reactor/
https://www.youtube.com/@radminerals  |  Automess 62AD25  |  Ludlum 3 + 44-2 scint & 44-7 AB/G  |  Radiacode 103/110/Zero  |  DP-75  |  Raysid

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https://www.youtube.com/@radminerals  |  Automess 62AD25  |  Ludlum 3 + 44-2 scint & 44-7 AB/G  |  Radiacode 103/110/Zero  |  DP-75  |  Raysid

ALARA

Danke für den Bericht und die Bilder.
Kontrollräume und Steuerungen interessieren mich als Automatisierer immer besonders. 10MW ist für einen Forschungsreaktor gar nicht mal so wenig, oder? Aber klar, wenn man nennenswert Isotope erzeugen möchte, muss es schon etwas brodeln.

Ich habe bei einem Tag der offenen Tür mal einen Siemens-Unterrichtsreaktor (SUR-100) an der Uni Stuttgart gesehen. Der hat 0,1W Dauerleistung und in der Spitze 1W. Ein putziges Teil.