Mina Eureka - Pyrenäen

Begonnen von Harald der Strahler, Gestern um 15:01

⏪ vorheriges - nächstes ⏩

Harald der Strahler

Mina Eureka (Pyrenäen)

Auf dem Rückweg von der Sonnenfinsternis habe ich die Gelegenheit genutzt, einen Abstecher zur Mina Eureka bei Castell-estaó in der Vall Fosca in den katalanischen Pyrenäen zu machen.
Die Mina Eureka ist eine ehemalige Uran-Prospektionsmine. Anfang der 1960er-Jahre wurde das Vorkommen intensiver untersucht; im Rahmen des Projekts wurden mehrere Stollen angelegt. Die eigentlichen Erkundungsarbeiten fanden vor allem zwischen 1963 und 1965 statt. Zu einer wirtschaftlichen Uranförderung kam es letztlich nicht: Nach wenigen Jahren wurden die Arbeiten wegen der geringen Rentabilität wieder eingestellt.
Geologisch ist die Lagerstätte sehr interessant. Die Mineralisation (Kupfer-Uran-Vanadium) befindet sich in rötlichen Sandsteinen des Untertrias. Neben Uran und Kupfer treten unter anderem Vanadium, Silber, Nickel, Kobalt, Arsen, Antimon, Bismut und weitere Elemente auf.
Besonders bekannt ist die Mina Eureka auch wegen ihrer außergewöhnlichen Mineralienvielfalt. Hier wurde der Abellait, NaPb₂(CO₃)₂(OH), erstmals entdeckt und als neue Mineralart beschrieben. Interessant fand ich auch die geochemische Parallele z.B. zu den Urananreicherungen im Mittelkeuper bei Murrhardt im Schwäbischen Wald. Auch dort wurde mobiles Uran(VI) unter dem Einfluss reduzierender Bedingungen, begünstigt durch organische Substanz, zu schwerlöslichem Uran(IV) reduziert und konnte sich so anreichern.
Ich war an der zweiten und dritten Ebene der Mina Eureka unterwegs. Auf der mittleren Ebene fiel besonders der Bereich der ehemaligen Verladung auf. Dort zeigte der Boden (direktes Auflegen) örtlich deutlich erhöhte Dosisleistungswerte. Auch an einzelnen Gesteinswänden ließ sich die Mineralisation mit dem Raysid gut verfolgen. Die Mina Eureka gehört zum Origens UNESCO Global Geopark, daher ist das Sammeln von Mineralien ohne Genehmigung nicht erlaubt.
Insgesamt habe ich mich nur ca. 1h auf dem Gelände aufgehalten. Die Temperaturen an diesem sonnenbeschienenen Hang waren mörderisch. Ein Wind wie aus einem Heißluftfön kam den steilen Hang hinauf. Wäre unten ein Buschfeuer ausgebrochen, wäre der Rückweg die rund 100 Höhenmeter den Hang hinauf zum Dorf, wo das Auto stand, wohl sehr schnell zum ernsthaften Problem geworden. So interessant die Mine auch war – bei diesen Temperaturen war ich am Ende ganz froh, wieder im klimatisierten Auto zu sitzen.