Brunnen Tannenbergsthal

Begonnen von DG0MG, 30. August 2025, 20:50

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DG0MG

"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

DG0MG

Zitat von: DG0MG am 15. September 2025, 14:23
Zitat von: Lennart am 15. September 2025, 13:33Es scheint so als sei das Wasser im zweiten, dem Fluss zugewandten Becken, grundsätzlich deutlich aktiver.
Das Wasser im flussseitigen Becken hat also länger Zeit, Radonfolgeprodukte aufzubauen.

In Anbetracht der hohen DL-Messwerte an der Badewanne der Quelle Bretislav bei Plesna hab ich über dieses Thema nochmal nachgedacht.

Fragen:
  • Spielt es für die Gamma-Aktivität eine Rolle, wie groß das Becken ist?
  • Wenn 1.) "ja", wovon ist die Größe abhängig und gibt es eine optimale Größe?

1. Ja, natürlich spielt die Größe des Beckens eine Rolle. Wie wir wissen, dauert der Aufbau der gammastrahlenden (und damit mit dem RadiaCode messbaren) Zerfallsprodukte Pb-214 und Bi-214 bis zu deren Gleichgewicht rund 3-4 Stunden. Bis dahin steigt die Gamma-Aktivität. Ist das Gleichgewicht erreicht, werden aus weiterem zerfallenden Radon im Wasser genau soviele Zerfallsprodukte nachgebildet, wie wieder weiter zerfallen. Deshalb steigt dann die Gammaaktivität nicht weiter an. Die Höhe der Gamma-Aktivität über oder im Wasser muss also davon abhängig sein, wie lange das Wasser nach dem Auslauf (mit t=0) im Becken verbleibt, bis es durch den Überlauf wieder abläuft.
2. Damit ist klar, dass die Aktivität u.a. von der Durchflussmenge abhängig sein muss: Je stärker/schneller das Wasser läuft, desto kürzer verbleibt es bei gegebener Beckengröße darin und desto weniger Zeit hat es, Zerfallsprodukte aufzubauen. Umgekehrt würde ein rieeesengroßes Becken, in dem das Wasser z.B. 2 Wochen verbleibt, kontraproduktiv sein, denn da sind schon 4 Halbwertszeiten vom Radon vergangen, die Gamma-Aktivität in einem entnommenen Volumen Wasser wird also von einem Maximum schon wieder abgesunken sein.
Denkt man das weiter, muss es eine Beckengröße geben, bei der das Maximum einer Gamma-Aktivität auftritt. Weitere Vergrößerung bringt keinen Anstieg mehr, noch weitere Vergrößerung bewirkt sogar wieder ein Absinken.

Meine Schlussfolgerung daraus: Die Gamma-Aktivität im Becken ist am höchsten, wenn das Beckenvolumen so bemessen ist, dass der Quellzufluss das Wasser in 4 Stunden einmal austauscht.

Beispiel:
Quelle mit 1,5 l/min: 1,5 x 60 min x 4h = 360 Liter
Quelle mit 2,5 l/min: 2,5 x 60 min x 4h = 600 Liter

Kann das richtig sein oder gibts auch andere Meinungen dazu?



"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

Flipflop


DG0MG

Was hat die Halbwertsschichtdicke mit meiner Frage zu tun?
Oder anders: Ist mein Text wirklich deartig unverständlich oder hast Du ihn gar nicht gelesen?
"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

Flipflop


NoLi

Nun, je größer das Wasservolumen wird, desto mehr Gammastrahlung wird aus dem Inneren absorbiert. Trotz höher werdender Aktivität im Wasservolumen wird die Gamma-Zählrate ab einem gewissen Punkt nicht mehr proportional ansteigen.

Norbert

NoLi

In einem offenen System, wie zum Beispiel diese Badewanne, wird sich nie ein Zerfallsgleichgewicht einstellen, weil ein gewisser Teil des Radons vorher aus dem Wasser ausgast. Die Ausgasungsrate hängt vom Luftdruck und der Temperatur von Luft und Wasser ab.

Norbert

Radiohörer

Zitat von: NoLi am Gestern um 12:34In einem offenen System, wie zum Beispiel diese Badewanne, wird sich nie ein Zerfallsgleichgewicht einstellen, weil ein gewisser Teil des Radons vorher aus dem Wasser ausgast. Die Ausgasungsrate hängt vom Luftdruck und der Temperatur von Luft und Wasser ab.
...kann ich mir schon gut vorstellen: bei unserer Ankunft floß kein Wasser aus dem Überlauf der Wanne und nur ~2m Bachabwärts ein minimales Rinnsal. Anscheiend war es, trotz der Regenfälle der letzten Zeit
14 Tage: https://server.wetterochs.de/opendata-dwd/data/radar/SF/sum-DE-hd5/Sum_336_hrs.png
30 Tage: https://server.wetterochs.de/opendata-dwd/data/radar/SF/sum-DE-hd5/Sum_720_hrs.png
so trocken, dass die Quelle versiegte bzw. das Quellwasser hauptsächlich durch den Waldboden sickerte :unknw:
Im Hochwald ist es auch "relativ" Windstill, die Wasseroberfläche ~10cm unter dem Rand der Wanne und nach dem Abpumpen war kein aufquellendes Wasser zu bemerken, wie ich es sonst aus den Quellen der OPf, der Sauerbrunnen oder speziell der Mofetten als krassen Gegensatz kenne. Auch lösten sich keine Blasen vom Boden, wie es sonst bei der Absenkung des Wasserspiegels auftritt.
Das Wasser in der Wanne scheint auch sehr geschichtet zu sein, sonst müsste(?) man mit einem elektronischen, berührungslosen Thermometer ja eine Abweichung bei 10 Messpunkten an verschiedenen Punkten der Wasseroberfläche in der Wanne messen können: lagen alle bei 12,3°C vor dem Pumpen und Einsetzen der Schaumstoffe.
Auch nach dem Abpumpen lagen die 8 Messwerte bei 7.7°C +-0,1°: weil ich nach dem Zulauf zur Wanne gesucht habe. Das Wasser scheint diffus aus dem sehr groben >3mm Sand zu kommen.
Leider hab ich keine Wärmebildkamera, damit hätte man u.U. solche Temperaturverteilungen sehen können. Da feht mir auch die Erfahrung, was da möglich ist. Ein/zwei Zehntel °C sollten bei teueren Modellen event. möglich sein???
Wer weis was genaueres?

Kennt jemand einen kleinen, schnell ansprechenden Temperatursensor mit Logger mit dem ich das ausfließende Wasser messen kann?