Männer finden Fläschchen mit „Polonium 210“-Aufschrift.

Begonnen von NoLi, 05. April 2026, 19:16

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Radiator

Zitat von: DG0MG am Gestern um 13:07Das ist mir ehrlich gesagt komplett unverständlich, dass man da jetzt sagt, "ooch, machma halblang, die Flasche untersuchen wir erst nach Ostern, reicht doch zu!". Wenn es wirklich Polonium wäre, müsste doch schnellstmöglich ermittelt werden, wo es herkommt und ob es in freier Wildbahn noch mehr davon gibt. Für mein Verständnis herrscht da weiterhin Gefahr im Verzug, das schnellstmögliches  Handeln erfordert.


Ich habe nicht Buch geführt, aber mir sind in letzter Zeit etliche Dinge aufgefallen, wo keine Dringlichkeit der Welt die Verantwortlichen vom Golfplatz geholt hätte. Ah, jetzt fällts mir wieder ein, da war was mit Tennis.

Man könnte binnen Stunden sogar in Berlin mobile Beleuchtung und beheizte Zelte aufbauen, wenn man wöllte. Tat man aber nicht. Genauso wie im Ahrtal, wo man nichtmal danach Beleuchtung oder Dixiklos aus z.B. der Millionenstadt Köln geholt hätte. Von den Versäumnissen im Vorfeld ("Da schwimmen ganze Häuser weg? Geht mich nix an") gar nicht zu reden.

Oder schon beim Stromausfall von Potsdam hätten mehrere hundert Asia-Imbisse, Pizza- und Dönerbuden den ganzen Stadtteil mit warmem Essen versorgen können. Hat man auch nicht getan.

Wenn ein Flugzeug wegen Lärmschutzvorschriften nicht starten darf, sperrt man die Passagiere einen Drittel Tag ein. Einfach so. Bei ICEs macht man das dauernd. Weil sorry, Hausmeister hat erst wieder morgen Dienst.

Warum also sollte irgendjemand in einer deutschen Behörde oder Ministerium die Verseuchung einer Stadt mit Polonium auch nur zur Kenntnis nehmen wollen?

Das eigentlich bescheuerte ist aber der Kontrast zwischen völlig hysterischer Überreaktion (man holt 150 Einsatzkräfte aus den Osterfeiertagen!) und dann macht man absolut nichts davon, was wirklich notwenig und geboten wäre.

Daher auch meine Frage mit Litwinenko: Da war ja "ein halber Landstrich" zumindest nachweisbar verseucht. Aber eben nicht mit einem Feuerwehr-Geigerzähler nachweisbar. Wenn das in Vaihingen nun echtes Polonium gewesen wäre, wäre nicht nur die Gegend, sondern eben auch noch 150 Einsatzkräfte, ihre Fahrzeuge und Rettungswachen verseucht. Weil man halt irgendwelche Blödel-Prozeduren macht, die vielleicht noch für Salzsäure und Benzol funktioneren, aber schon nicht mehr so richtig für Dioxin und schon gar nicht für radioaktive Ultragifte. Das würde man dann irgendwann nach den Feiertagen so langsam mal merken.


NoLi

Als erstes sei mal erwähnt, dass die Feuerwehren nicht mehr mit Luftschutz-Strahlenmessgeräten aus der Zeit des Kalten Krieges ausgerüstet sind, sondern über die gleiche moderne Messtechnik wie der professionelle Strahlenschutz verfügen. Und die Einsatzkräfte sind auch nicht "auf der Wurschtsupp dahergeschwommen" (wie der Pfälzer sich über eine bestimmte Personengruppe auszudrücken pflegt). Somit wäre ein Gefahr durch Alpha-Kontamination, wenn sie vorhanden gewesen wäre, durchaus sofort noch vor Ort erkannt worden...und mit den 138 Einsatzkräften eine schlagkräftige Truppe für weitere Maßnahmen zur Verfügung gestanden.

Und was mit dem sichergestellten Fläschchen noch so gemacht wurde und wird, zeigt dieser heutige Artikel. Schliesslich muß auch noch, um die Herkunft klären zu können, die nukleare Forensik betrachtet werden, ohne Spuren zu zerstören. Und das kostet nunmal auch Zeit.

" Fund in Vaihingen an der Enz Analyse des Fläschchens mit ,,Polonium 210"-Aufschrift dauert noch
07.04.2026 - 12:19 Uhr

Die Analyse des Fläschchens mit ,,Polonium 210"-Aufschrift, das in Vaihingen an der Enz gefunden wurde, dauert an. Das Ministerium rechnet nicht vor kommendem Dienstag mit Ergebnissen.
Ludwigsburg: Julia Amrhein (jam)

Die abschließende Analyse des Inhalts eines Fläschchens mit ,,Polonium 210"-Aufschrift, das am Ostersonntag in Vaihingen an der Enz gefunden wurde, dürfte sich noch einige Tage hinziehen. ,,Ergebnisse werden aller Voraussicht nach nicht vor kommendem Dienstag vorliegen", sagte eine Sprecherin des zuständigen baden-württembergischen Umweltministeriums gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Kriminaltechnisches Institut untersucht Fläschchen

Das Fläschchen werde zunächst vom kriminaltechnischen Institut des Landeskriminalamts untersucht. ,,Im Anschluss kommt der Fund zur Analyse des Inhalts zur Landesanstalt für Umwelt (LUBW) in Karlsruhe", sagte die Sprecherin. Eine erste Einschätzung von Experten hatte am Ostermontag zu einer vorsichtigen Entwarnung geführt: ,,Sicher ist das aber noch nicht."

Das etwa 50 Milliliter große Fläschchen war am Sonntagnachmittag bei einer Ostereiersuche in einem Garten am Ortsrand von Vaihingen an der Enz gefunden worden. Was folgte, war ein Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei. Messungen vor Ort mit speziellen Detektoren hatten keinerlei erhöhte Werte ergeben – weder am Behältnis selbst noch in der Umgebung. Die beiden Finder waren prophylaktisch medizinisch untersucht worden. Hierbei hatten sich ebenfalls keine Auffälligkeiten ergeben.
"
(https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.fund-in-vaihingen-an-der-enz-analyse-des-flaeschchens-mit-polonium-210-aufschrift-dauert-noch.614f9816-0ae3-41ba-9940-6e97900832bc.html)

Norbert

NoLi

Weitere Aktualisierung:

" Fund in Vaihingen an der Enz Analyse des Fläschchens mit ,,Polonium 210"-Aufschrift dauert noch eine Woche
07.04.2026 - 12:19 Uhr , aktualisiert am 07.04.2026 - 16:08 Uhr


Die Analyse des Fläschchens mit ,,Polonium 210"-Aufschrift, das in Vaihingen an der Enz gefunden wurde, dauert an. Das Ministerium rechnet nicht vor kommendem Dienstag mit Ergebnissen.
Ludwigsburg: Julia Amrhein (jam)
Julia Amrhein /dpa

Die abschließende Analyse des Inhalts eines Fläschchens mit ,,Polonium 210"-Aufschrift, das am Ostersonntag in Vaihingen an der Enz gefunden wurde, dürfte sich noch einige Tage hinziehen. ,,Ergebnisse werden aller Voraussicht nach nicht vor kommendem Dienstag vorliegen", sagte eine Sprecherin des zuständigen baden-württembergischen Umweltministeriums gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Kriminaltechnisches Institut untersucht Fläschchen

Das Fläschchen wurde bereits vom kriminaltechnischen Institut des Landeskriminalamts auf Spuren untersucht. ,,Im Anschluss kommt der Fund zur Analyse des Inhalts zur Landesanstalt für Umwelt (LUBW) in Karlsruhe", sagte die Sprecherin. Eine erste Plausibilitätsprüfung von Experten hatte am Ostermontag zu einer vorsichtigen Entwarnung geführt: ,,Sicher ist das aber noch nicht."

Die LUBW wird den Inhalt des Fläschchens laut Ministerium nach einer chemischen Aufbereitung mittels der sogenannten Alphaspektrometrie analysieren. In dem aufwendigen Verfahren wird gemessen, wie viele Alphateilchen von einem Material ausgesendet werden. So lässt sich herausfinden, welche radioaktiven Stoffe darin enthalten sind. Das könne eine gute Woche dauern. Eine Gefahr durch eine äußere Strahlenexposition bestehe nicht, sagte die Ministeriumssprecherin: ,,Polonium 210 ist daher messtechnisch aber auch nur schwer nachweisbar."

(https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.fund-in-vaihingen-an-der-enz-analyse-des-flaeschchens-mit-polonium-210-aufschrift-dauert-noch-eine-woche.614f9816-0ae3-41ba-9940-6e97900832bc.html)

Norbert