Tschernobyl-Fall in Südbayern (Berchtesgaden/Ramsau)

Begonnen von megapull, Gestern um 19:42

⏪ vorheriges - nächstes ⏩

megapull

Hallo zusammen, ich war auf einer längeren Reise in Bayern, und da mir viele Mitglieder dieses Forums im Vorfeld geholfen haben, dachte ich, es wäre sinnvoll, hier noch ein paar zusätzliche Infos zu teilen.

Zunächst das Video:


Ich hoffe, es hat Spaß gemacht ^^
Mein Hauptziel war es, die einfachsten verfügbaren Geräte zu verwenden, z. B. einen Radiacode.

Ich besitze zwar mittlerweile professionelle Ausrüstung, aber meine Frage war: Kann das auch ein Laie? Ich habe einen größeren Szintillator verwendet, um zu sehen, ob es einen Unterschied gibt. Abgesehen von der Messung einzelner Proben, wo das größere Gerät natürlich einfacher zu handhaben war, war der Radiacode recht nützlich.

Ich habe mich nicht nur durch Befragungen von Leuten wie euch vorbereitet, sondern auch unzählige Studien und IAEA-Richtlinien zu diesem Thema gelesen. Es war sehr interessant und mir hat diese Art der Recherche viel Spaß gemacht.

Die Suche nach den ,,Hotspots" für Cs-137 basierte eher auf meiner Erfahrung als auf dem Radiacode selbst. Ich weiß, dass Waldböden, Senken, Wiesen usw. gute Kandidaten sind. Trotzdem habe ich, sobald ich einen geeigneten Ort gefunden hatte, mit dem Radiacode nach dem höchsten CPS-Wert gesucht, bevor ich mit dem Graben begann.

Die Proben wurden einige Tage getrocknet, zwei- bis dreimal gesiebt und der größte Teil des organischen Materials von Hand entfernt. Der erste Tonauswaschungseffekt, den ich im Video entdeckte, begeisterte mich, da ich kurz zuvor über Adsorption gelesen hatte und darüber, wie Cäsium sich an Ton anlagert. Allerdings waren es hauptsächlich Thorium und Kalium-40, die sich ebenfalls in ähnlichen Böden anreichern. Trotzdem war es interessant.

Meine anderen Proben zeigten jedoch alle deutliche Cs-137-Peaks unterschiedlicher Intensität.

Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.     Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.

Ich führte eine über 24-stündige Hintergrundmessung vor meinem Haus an einem sicheren, geschlossenen Ort durch, wo ich die niedrigsten Werte maß, und führte anschließend meine Experimente im Marinelli-Becher durch. Einige Proben benötigten Tage, um eine Fehlertoleranz von 5–6 % zu erreichen, während die in einem anderen Thema erwähnten Pilze bereits nach 2–3 Stunden Peaks zeigten.

Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.     Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.

Auf dem Heimweg machte ich einen Zwischenstopp in Gosau in Australien, aber obwohl ich dank eines früheren Forschers den genauen Ort kannte, war ich doch recht enttäuscht.

Da ich mich in der Nähe von Nationalparks (oder sogar in ihnen) und Flughäfen/Militäranlagen aufhielt, nutzte ich natürlich die offizielle deutsche App zur Luftraumfreigabe usw. und habe innerhalb des Nationalparks Berchtesgaden nirgendwo gegraben. Aber das sollte ja selbstverständlich sein.

Meine Ergebnisse werden hier ebenfalls berichtet (Google Sheets).
https://www.youtube.com/@radminerals  |  Automess 62AD25  |  Ludlum 3 + 44-2 scint & 44-7 AB/G  |  Radiacode 103/110/Zero  |  DP-75  |  Raysid

DG0MG

Sehr interessantes Video und es hat mehr Arbeit gemacht, als den RadiaCode hier und da ranzuhalten und "Oh" zu rufen. Vielen Dank dafür!

Den Cs137-Prüfstrahler würde ich zumindest bei zwei Grenzübertritten (auch innerhalb der EU) nicht mitnehmen. Mit diesem in der Hosentasche bist Du in Deutschland "hochillegal" unterwegs (Freigrenze = 10 kBq).
"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

megapull

Zitat von: DG0MG am Gestern um 20:55Den Cs137-Prüfstrahler würde ich zumindest bei zwei Grenzübertritten (auch innerhalb der EU) nicht mitnehmen. Mit diesem in der Hosentasche bist Du in Deutschland "hochillegal" unterwegs (Freigrenze = 10 kBq).

10 KBq? Ich verstehe also, dass etwa 2,5 Kilogramm Pilze illegal sind  ;D

Im Ernst – vielen Dank für die netten Worte. Bezüglich der Cs-137-Quelle gelten auch hier die gleichen Regeln, daher habe ich absolut keine Ahnung, wie sie aus den USA ankam und den Zoll und die Post passierte, denn so habe ich sie bestellt. Oder besser gesagt, ich habe das Ludlum-Messgerät bestellt und es hatte diese Quelle dabei, ohne dass ich es wusste. Neben dem Schnäppchen bin ich also auch dieses ,,Risiko" eingegangen.

Ich dachte, dann könnte ich es genauso gut verwenden  8)
https://www.youtube.com/@radminerals  |  Automess 62AD25  |  Ludlum 3 + 44-2 scint & 44-7 AB/G  |  Radiacode 103/110/Zero  |  DP-75  |  Raysid

NoLi

Zitat von: megapull am Gestern um 21:03...
Im Ernst – vielen Dank für die netten Worte. Bezüglich der Cs-137-Quelle gelten auch hier die gleichen Regeln, daher habe ich absolut keine Ahnung, wie sie aus den USA ankam und den Zoll und die Post passierte, denn so habe ich sie bestellt. Oder besser gesagt, ich habe das Ludlum-Messgerät bestellt und es hatte diese Quelle dabei, ohne dass ich es wusste. Neben dem Schnäppchen bin ich also auch dieses ,,Risiko" eingegangen.

Ich dachte, dann könnte ich es genauso gut verwenden  8)
Wo kein Messgerät ist, ist auch kein Kläger!
Du hast bei der Einfuhr einfach Glück gehabt. In den USA gelten andere Freigrenzen als in der EU...für Cs-137 beträgt dort die Freigrenze 370 kBq (10 µCi), daher wird in den USA niemand den Versand blockieren.

Aber auch die Schweiz (kein EU-Mitglied) ist mit diesbezüglicher Vorsicht zu genießen, wie dieses Beispiel von AUTOMESS zeigt:

Zitat
"Andere Länder, andere Sitten...

Wie eben besprochen, gibt es hinsichtlich der Freigrenzen einige internationale Gemeinsamkeiten. Es gibt aber natürlich auch nationale Besonderheiten. Nehmen wir als Beispiel die Schweiz. Die Schweiz ist zwar kein Mitglied der EU, hat aber enge wirtschaftliche Beziehungen zur EU. Dennoch gelten in der Schweiz andere Freigrenzen (dort Bewilligungsgrenzen genannt):
Nuklid    Freigrenzen aus 96/29/EURATOM und deren Nachfolger 2013/59/EURATOM
Cs-137    10 kBq    
Sr-90    10 kBq    
Am-241    10 kBq
    
Bewilligungsgrenzen der Strahlenschutzverordnung der Schweiz, Stand 01.01.2012
Cs-137    700 kBq
Sr-90    60 kBq
Am-241    0,2 kBq

Dies führt erstaunlicherweise dazu, dass unsere Prüfstrahler in der Schweiz genau umgekehrt klassifiziert werden wie in der EU:
Prüfstrahler 6706, 6707
Im Geltungsbereich von 96/29/EURATOM oder deren Nachfolger 2013/59/EURATOM anmeldepflichtig
In der Schweiz frei

Prüfstrahler 6708 in der EU frei    
                  in der Schweiz bewilligungspflichtig wegen Am-241               

Wahrscheinlich lassen sich noch sehr viel mehr Beispiele finden. Wir wollen aber nicht den Versuch unternehmen, alle Länder dieser Welt hinsichtlich ihrer Freigrenzen zu vergleichen. Wir möchten nur daran erinnern, dass es trotz aller »Globalisierung« niemandem erspart bleibt, sich um die Vorschriften im eigenen Land zu kümmern.
"
(https://www.automess.de/produkte/pruefstrahler)

Norbert