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Autor Thema: Uransalze in der Fotografie  (Gelesen 1078 mal)

Butterfly

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Uransalze in der Fotografie
« am: 07. Dezember 2020, 20:32 »
Habe gelesen dass in der Fotografie früher Uransalze wie Uranynitrat bzw. URANYLacetat Verwendung fanden.

Kann mir jemand erklären wie und wofür diese in der Dunkelkammer eingesetzt wurden?

Lg Hape


Butterfly

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Re: Uransalze in der Fotografie
« Antwort #2 am: 07. Dezember 2020, 21:11 »
Super, danke Norbert!

Henri

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Re: Uransalze in der Fotografie
« Antwort #3 am: 07. Dezember 2020, 21:16 »
Guckst Du hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Wothlytypie

https://www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/radioaktiver-stoff-loest-grosseinsatz-aus-228490.html

https://www.waz.de/staedte/herne-wanne-eickel/radioaktive-strahlung-loest-grosseinsatz-in-herne-aus-id10919631.html



Gruß
Norbert


Und wieder so 'ne absurde Geschichte.... an genug Stellen im Land liegt die Pechblende im Straßengraben, ohne dass es irgend jemanden schert, und hier macht man eine Riesenaktion wegen einem kleinen Fläschchen mit eindeutigem Aufdruck.

Immerhin, das Zeug ist so "ungefährlich", dass man es den Leuten wieder mitgibt. Aber es reicht aus, um auf dem Schrottplatz den Portalmonitor zu triggern, oder was immer die da haben.

Ich find's auch interessant, dass die gleich mit nem Großaufgebot ausrücken, statt mal einen vorweg zu schicken, der mal misst. Krankenhaus? Hausarrest? Konnte man den Vater nicht vor Ort mal unter den Kontamaten halten? Und falls sich Mutter und Sohn kontaminiert haben, sitzen sie seelenruhig zu Hause rum und verteilen das Zeugs im Haus, während sie ihre Dosis abbekommen?

Irgendwie fehlt da doch das gesunde Augenmaß.

NoLi

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Re: Uransalze in der Fotografie
« Antwort #4 am: 08. Dezember 2020, 09:21 »
Und wieder so 'ne absurde Geschichte.... an genug Stellen im Land liegt die Pechblende im Straßengraben, ohne dass es irgend jemanden schert, und hier macht man eine Riesenaktion wegen einem kleinen Fläschchen mit eindeutigem Aufdruck.

Hallo Henri.

Warum wird so ein Hype darum gemacht? Weil sich kaum einer mehr mit der Materie auch nur annähernd einigermaßen auskennt, dieses Thema in Schulen kaum noch behandelt wird (weil politisch nicht mehr erwünscht), die in der Vergangenheit postulierte Propaganda mancher Gruppierungen "!JEDES STRAHLUNGSTEILCHEN IST POTENTIELL TÖDLICH!" Früchte trägt, Hysterie "nicht unerwünscht" ist und die meiste Presse aus Unkenntnis alles nur nachplappert, was laut genug geschrien wird!!! :dash2:

Bring  doch mal an den Straßenabschnitten mit messbarem Wismut-Schotter Warnschilder an (z.B. die offiziellen Folienflatterschilder "ATOM / RADIOAKTIV" von Bundeswehr + Katastrophenschutz, wie sie auch in der EBucht vertickert werden); mal sehen, was dann passieren würde... 8)

Gruß
Norbert

DL3HRT

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Re: Uransalze in der Fotografie
« Antwort #5 am: 08. Dezember 2020, 09:43 »
Zitat
Bring  doch mal an den Straßenabschnitten mit messbarem Wismut-Schotter Warnschilder an (z.B. die offiziellen Folienflatterschilder "ATOM / RADIOAKTIV" von Bundeswehr + Katastrophenschutz, wie sie auch in der EBucht vertickert werden); mal sehen, was dann passieren würde...
Unter Umständen bekommt man dann eine Anzeige wegen Sachbeschädigung (der Straße)  ;)

Peter-1

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Re: Uransalze in der Fotografie
« Antwort #6 am: 08. Dezember 2020, 10:56 »
Wieso lebe ich noch  :unknw:
Das war früher eine ganz normale Methode um schwach belichtete Filme zu verstärken. Und ich hab das über Jahr so gemacht  :o
Entnommen aus : Kompendium der Photographie von Dr. E. Mutter
Gruß aus Bayern - Peter

NoLi

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Re: Uransalze in der Fotografie
« Antwort #7 am: 08. Dezember 2020, 12:59 »
Zitat
Bring  doch mal an den Straßenabschnitten mit messbarem Wismut-Schotter Warnschilder an (z.B. die offiziellen Folienflatterschilder "ATOM / RADIOAKTIV" von Bundeswehr + Katastrophenschutz, wie sie auch in der EBucht vertickert werden); mal sehen, was dann passieren würde...
Unter Umständen bekommt man dann eine Anzeige wegen Sachbeschädigung (der Straße)  ;)

Nein, nicht die Straße aufreissen...einfach über der Asphaltdecke die Dosisleistung messen, bei Handlungsbedarf rechts und links am Fahrbahnrand einen Stecken in die Erde rammen und daran die Schilder befestigen. Bei Messwerten > 0,5 µSv/h wäre in diesem Bereich der Jahresdosis-Grenzwert 1 mSv für beruflich nicht strahlenexponierte Personen (z.B. Straßenbauarbeiter mit gemäß StrSchV 2000 Stunden Jahresarbeitszeit) überschritten; bei Messwerten > 0,11 µSv/h der Jahresdosis-Grenzwert 1 mSv für die Allgemeinbevölkerung (8760 Jahresstunden).

Klingt zwar bescheuert, weil sich kein Mensch so lange auf dieser Straße aufhalten wird; diese Betrachtungsweise ist aber aus den Auflagen von kerntechnischen Anlagen abgeleitet. Sinngemäß heißt es dort "es darf eine Person, welche das ganze Jahr am Werkszaun lebt und sich ausschliesslich mit von dort (am Zaun) erzeugten Nahrungsmittel (Pflanzen, Gemüse, Fleisch, Wasser) ernährt, keine Gesamtjahresdosis durch Inhalation, Ingestion und Direktstrahlung von 0,3 mSv (!) überschreiten". Dies ist das alte 30 mR Konzept, welches vor gut 40 Jahren zur Blütezeit der Kerntechnik durch den Gesetzgeber festgelegt wurde und bis heute gültig ist.

Gruß
Norbert

DL3HRT

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Re: Uransalze in der Fotografie
« Antwort #8 am: 08. Dezember 2020, 19:01 »
Und was macht man dann an Stellen, wie sie dg0mg gemessen hat? Die Straße für Fußgänger sperren, da sie zu langsam sind...  :D https://www.geigerzaehlerforum.de/index.php?action=dlattach;topic=433.0;attach=5935;image

Henri

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Re: Uransalze in der Fotografie
« Antwort #9 am: 08. Dezember 2020, 22:04 »
Wieso lebe ich noch  :unknw:
Das war früher eine ganz normale Methode um schwach belichtete Filme zu verstärken. Und ich hab das über Jahr so gemacht  :o
Entnommen aus : Kompendium der Photographie von Dr. E. Mutter

Also, was heißt das für uns? Ab in die Antiquariate, und alte Fotos untersuchen  :yahoo:

Mit der Strahlung des Urans hat das Verfahren anscheinend auch gar nichts zu tun. Das verdrängt lediglich das Silber aus dem Ferrocyanid, also was rein chemisches. Wäre das nicht anders gegangen??



Norbert, das mit dem Straßenschild ist keine schlechte Idee! Wir haben hier so eine Kupferschlackestrasse, direkt vor dem Kindergarten, die schafft locker 2 mSv/a. Vielleicht wird die dann endlich mal ausgetauscht  :)

Allerdings befürchte ich, dass sie den ganzen Stadtteil absperren und dann eine 20m tiefe Baugrube ausheben werden, die erst Monate später wieder zugeschüttet wird. Solange müssen alle Anwohner in Hotels umziehen, und es wird eine Großstudie aufgelegt, die nach Chromosomenaberrationen fahndet und der Kindergarten wird abgerissen wegen Kontamination und in der Asse endgelagert und die ganzen Kleinen bekommen eine Frühversehrtenrente weil jemand geklagt hat und...

Hmmm.  :-\

NoLi

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Re: Uransalze in der Fotografie
« Antwort #10 am: 08. Dezember 2020, 22:56 »
Also, was heißt das für uns? Ab in die Antiquariate, und alte Fotos untersuchen  :yahoo:

Nicht nur alte Fotos, sondern auch alte Postkarten. Vor- und einige Zeit nach dem ersten Weltkrieg war es modern, Postkarten (meist mit christlichen Motiven) teilweise mit Radiumleuchtfarbe zu kolorieren...beispielsweise die Heiligenscheine oder Kreuze/Gekreuzigte, um, an der Wand hängend, im Dunkeln ein mystisches Leuchtglimmen zu erreichen.
Selbst (Holz)kreuze und/oder der Gekreuzigte wurden manchmal mit Radiumleuchtfarbe bemalt.

Ich hatte in den 1980er Jahren mal auf dem Flohmarkt ein ca. 30 cm hohes und etwa 2 cm dickes Uranglas-Kreuz mit hoher Tageslicht-Fluoreszenzkraft gesehen, angeboten von einem Franzosen. Am unteren Teil waren zwei Schraubenlöcher. Angeblich stammte das Kreuz von einem Bischofs(?)stab. Er wollte 300 D-Mark dafür, dies war mir entschieden zu teuer. Heute könnte ich mir in den Ars.., äh Allerwertesten, beißen; habe so ein Teil seit dem nie mehr gesehen... :fool: :'(

Gruß
Norbert

DL3HRT

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Re: Uransalze in der Fotografie
« Antwort #11 am: 09. Dezember 2020, 07:36 »
Zitat
Wir haben hier so eine Kupferschlackestrasse, direkt vor dem Kindergarten, die schafft locker 2 mSv/a. Vielleicht wird die dann endlich mal ausgetauscht
Mach dir da keine falschen Hoffnungen. Das Thema wurde 1992 bereits explizit von der Strahlenschutzkommission behandelt: LINK

Henri

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Re: Uransalze in der Fotografie
« Antwort #12 am: 09. Dezember 2020, 19:13 »
Also, was heißt das für uns? Ab in die Antiquariate, und alte Fotos untersuchen  :yahoo:

Nicht nur alte Fotos, sondern auch alte Postkarten.

Oha, jetzt ist es doch sehr schade, dass gerade keine Flohmärkte stattfinden. Wenn so eine Karte im Stapel steckt, hat man sie nullkommanix gefunden. Wäre mir aber entschieden zu bröselig, als dass ich den Stapel dann noch durchschauen würde, welche Karte das ist... Flatterband mit Trefoils einmal um den Stand, und dann Feuerwehr rufen  :D

Henri

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Re: Uransalze in der Fotografie
« Antwort #13 am: 09. Dezember 2020, 19:22 »
Zitat
Wir haben hier so eine Kupferschlackestrasse, direkt vor dem Kindergarten, die schafft locker 2 mSv/a. Vielleicht wird die dann endlich mal ausgetauscht
Mach dir da keine falschen Hoffnungen. Das Thema wurde 1992 bereits explizit von der Strahlenschutzkommission behandelt: LINK

Vielleicht würde sich ja doch was tun, wenn da einmal das Großaufgebot zum Messen angerauscht ist.

Ich habe mal einen Freund besucht, der hat am Rande von einem Platz gewohnt, der mit Kupferschlacke gepflastert war. Das war noch die Zeit, wo ich den Radex am Gürtel hatte, der dann auch gleich losvibriert hat. Es waren beim ihm über 2 µSv/h im Schlafzimmer, permanent und rund um die Uhr. Im Rest der Wohnung auch noch über 1 µSv/h.
Also, ich wäre ausgezogen, das ist schon sehr happig auf die Dauer. Wenn er das ganze Jahr im Bett verbringt, ist er evtl. sogar über der Grenze dessen, was eine beruflich strahlenexponierte Person abbekommen darf.