Leckere Pfifferlinge

Begonnen von opengeiger.de, 07. November 2021, 17:20

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DL8BCN

Hallo, ich wollte auch mal Pfifferlinge testen und habe mir 100g getrocknete Pilze im Internet bestellt.
Extra auf die Herkunft aus Russland geachtet😂
Mit meinem 63x63mm NaI(TI) Kristall messe ich rein gar nichts!
Ich benötige nun nicht unbedingt eine Cäsium Kalibrierquelle, aber ich hatte doch erwartet zumindest einen Nachweis vom Cs137 zu erhalten. Nun steht einer leckeren Pilzmahlzeit nichts mehr im Wege 😜

NoLi

Zitat von: DL8BCN am 05. Juni 2022, 21:26...
Extra auf die Herkunft aus Russland geachtet😂
Mit meinem 63x63mm NaI(TI) Kristall messe ich rein gar nichts!
...

Die Belarussischen sind für deinen Kristall besser geeignet...;)

Norbert

DL8BCN

Hallo, das wird dann schon schwieriger mit der Deklaration auf der Packung.
Ich habe noch nie gesehen, daß dort explizit Belarus als Herkunftsland drauf stand.
Meist ist das viel allgemeiner gehalten.
Pilze aus Osteuropa bzw. Weißrussland oder Polen...
Ist ja gut, wenn wir da nichts messen können.
Dann sollte man das Produkt ja unbedenklich verzehren können.



NoLi

Zitat von: DL8BCN am 05. Juni 2022, 22:14...
Ich habe noch nie gesehen, daß dort explizit Belarus als Herkunftsland drauf stand.
Meist ist das viel allgemeiner gehalten.
Pilze aus Osteuropa bzw. Weißrussland oder Polen...
...

Weißrussland war früher, heute ist es Belarus. :)

" Ähnliche Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Belarus und Weißrussland?
In Deutschland hingegen galt auf offizieller Ebene die Regelung, dass im zwischenstaatlichen Verkehr Belarus, im innerstaatlichen Verkehr und auf Landkarten hingegen die Bezeichnung Weißrussland verwendet wird. Die Regelung zum innerstaatlichen Verkehr wurde Anfang Oktober 2021 gestrichen. "

Norbert

DG0MG

Zitat von: DL8BCN am 05. Juni 2022, 21:26habe mir 100g getrocknete Pilze im Internet bestellt.

Wo genau hast Du die denn gekauft? Bei ebay? Oder woanders? Und wo war der Verkäufer her? War es was "offizielles" wie z.B. Kaufland oder so oder ein Privatverkäufer?
   
"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

DL8BCN

War ein professioneller Händler über Amazon.

Hero

Zitat von: opengeiger.de am 07. November 2021, 17:20Dann bin ich auf unseren Wochenmarkt...
Interessantes Thema. Danke fürs Teilen! :)

Dein Ergebnis amüsiert mich irgendwo. Auf Märkten wird viel als Bio und Regional deklariert, was es aber nicht ist - bis auf die Preise. Funktioniert, weil Menschen nachlässig mit ihrem Vertrauen umgehen.

Hast du auch mal Reis auf Strahlung getestet? Japan ist Reisexporteur. Da wird sicherlich auch etwas Messbares zu finden sein. Die werden ihre Ernte sicherlich nicht unterpflügen. Möglicherweise mischen sie das mit unter?

Jedenfalls esse ich häufiger Reis, daher würde es mich interessieren. 
Es ist nie falsch, das Richtige zu tun.

Henri

Zitat von: Hero am 13. September 2022, 11:43Hast du auch mal Reis auf Strahlung getestet?

Es gibt ja einmal die außen anhaftende Kontamination (Staub), die man durch Waschen reduzieren kann. Und es gibt die Radionuklide, die in die Pflanze aufgenommen werden. Dafür müssen sie aber Teil des Pflanzenstoffwechsels sein. Bei einigen Pilzen kommt es wegen dieser "Verwechslung" zu einer Anreicherung von Cs-137, überwiegend in der Pilzhaut. Es gibt aber auch ein "spektakuläres" Video auf youtube, in dem eine "Hobby-Wissenschaftlerin" (bionerd23) einen in der verseuchten Zone um Tschernobyl gewachsenen Apfel isst und dann nachweist, dass dieser keinerlei künstliche Radioaktivität enthält. Weil diese im Apfel-Stoffwechsel halt keine Rolle spielt.

Viele Grüße!

Henri 

Hero

Aber ich weiß, dass Wildfleisch im Süden noch heute so mit Strahlung belastet sein kann, dass es nicht für den Verzehr freigegeben werden kann. Bedeutet das also, dass nur Nahrungmittel problematisch sind, in denen sich z. B. Cäsium anreichert? Also Pilze und in Tieren, die viele Pilze essen?

Cäsium ist wohl auch besonders problematisch, weil es sich in der Schilddrüse anreichert, anstelle des Jods dort eingelagert wird. Darum werden doch nach Unfällen Jod eingenommen, um das Cäsium nicht dauerhaft aufzunehmen, richtig?



Es ist nie falsch, das Richtige zu tun.

DL8BCN

Hallo Hero,
es gibt Karten vom BfS, wo man sehen kann, wo damals der Fallout von Tschernobyl heruntergekommen ist.
Siehe hier: https://www.bfs.de/DE/themen/ion/notfallschutz/notfall/tschernobyl/umweltfolgen.html
Hier direkt im Bereich Bremen / Hamburg, wo wir wohnen war zum Glück sehr wenig.
Ich hatte ja berichtet, daß ich hier bei mir in Pilzen aus dem Wald im letzten Jahr gar kein Cäsium mehr nachweisen konnte.
Im Bayerischen Wald sieht das schon anders aus.
Es ist richtig, daß dort Wildschweine teilweise noch mit über 600 Bequerell pro Kilogramm belastet sind.
Das kommt wohl auch davon, das Wildschweine Pilze fressen, die immer noch belastet sind und daher nicht verkaufsfähig sind und nicht vermarktet und nicht gegessen werden sollen.
Hier spielt das Cs137 die größte Rolle, da die Halbwertzeit erst zu ca. 50% erreicht ist.
Das Thema Cäsium und Schilddrüse habe ich noch nie gehört.
Da spielt Jod wohl die größere Rolle.
Man müsste man sich eh mal mit dem Thema Bioverfügbarkeit von Radioisotopen auseinandersetzen.
Hier mal ein Auszug aus "Wikepedia": Mit der Nahrung aufgenommenes Caesium wird auf Grund der Ähnlichkeit zu Kalium im Magen-Darm-Trakt resorbiert und analog zu Kalium vorwiegend im Muskelgewebe gespeichert. Die biologische Halbwertszeit, mit der Caesium vom menschlichen Körper wieder ausgeschieden wird, ist abhängig von Alter und Geschlecht und beträgt im Durchschnitt 110 Tage.[41]
Viele strahlende Dinge werden ja auch wieder schnell ausgeschieden, bevor sie einen Schaden im Körper anrichten.


DG0MG

@Hero
Zumindest sind Pilze und Wildschweinfleisch gefährdeter, als Apfel und Kirschen.

Der zweite Satz ist eine Vermischung zweier Fakten und und so nicht richtig. Cäsium reichert sich nicht in der Schilddrüse an, sondern in den Muskeln und Knochen, da es ähnliche Eigenschaften wie Calcium hat.
In der Schilddrüse reichert sich Jod an, nach einem kerntechnischen Unfall eben vermehrt radioaktives Jod. Letzteres hat aber eine kurze Halbwertszeit (~8 Tage) und spielt deshalb aktuell in Bezug auf Tschernobyl oder Fukushima keine Rolle mehr - davon ist nichts mehr übrig. Das Jod, das KURZ NACH einem Unfall als Tablette eingenommen werden kann (Jodblockade) sättigt die Schilddrüse mit Jod, so dass das radioaktive Jod-131 nicht eingelagert wird.

Bei Lebensmitteln spielt also nur noch Cs-137 eine Rolle. Es soll wohl auch Blaubeeren geben, die Cs-137 enthalten. Ich gehe davon aus, dass das, was es in DL im Supermarkt gibt, weit unter den Grenzwerten liegt, also man auch keine nennenswerte Mengen Cs-137 in Reis finden wird. Aber Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Im Forum gibts inzwischen genügend Know-How um das selbst nachzuprüfen.
"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

NoLi

Zitat von: DG0MG am 14. September 2022, 09:18...
Cäsium reichert sich nicht in der Schilddrüse an, sondern in den Muskeln und Knochen, da es ähnliche Eigenschaften wie Calcium hat.
...
Nicht ganz, Cäsium ist dem Kalium chemisch sehr verwandt und nicht dem Calzium, daher findet keine Cäsium-Anreicherung in den Knochen statt, sondern "nur" im Muskelfleisch.

Norbert

DL3HRT

Strontium ist mit Calcium verwandt und lagert sich in den Knochen an. Daher hat es eine sehr lange biologische Halbwertszeit. Was einmal im Körper ist, bleibt im Wesentlichen auch dort (zumindest einige Jahrzehnte). Das wird häufig unterschätzt und deshalb ist Strontium-90 so gefährlich.

NoLi

Zitat von: DL3HRT am 14. September 2022, 16:44Strontium ist mit Calcium verwandt und lagert sich in den Knochen an. Daher hat es eine sehr lange biologische Halbwertszeit. Was einmal im Körper ist, bleibt im Wesentlichen auch dort (zumindest einige Jahrzehnte). Das wird häufig unterschätzt und deshalb ist Strontium-90 so gefährlich.
Ebenso wie Radium (z.B. in alten Leuchtfarben)!

Norbert