wer hats erfunden? Schweizer Firma befreit Tschernobyl von seiner Radioaktivität

Begonnen von nukulus, 24. November 2021, 15:53

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nukulus

Ein Jahr lang war die Schweizer Firma Exlterra auf dem Gelände des havarierten Atomkraftwerks tätig. Mit beeindruckenden Ergebnissen: Die radioaktive Verschmutzung von Luft und Boden ging markant zurück.

Link:
https://www.20min.ch/story/schweizer-firma-befreit-tschernobyl-von-seiner-radioaktivitaet-548392624892


Henri

Die Kernenergie wird ja bald in der EU als "Ökostrom" gefördert. Da muss man jetzt schon mal ein wenig gute Stimmung verbreiten, damit nicht so viele auf die Barrikaden gehen. Und wenn dann doch mal was rausleckt, wird's einfach weggezaubert. Simsalabimm!


Also, das Verfahren funktioniert so: man generiert Positronen, also die Antiteilchen von Elektronen. Die schießt man auf (radioaktiv kontaminierte) Materie. Dort treffen die Positronen auf Hüll-Elektronen und vernichten diese und sich selbst unter Aussendung eines 511keV Gammaquants.

Hmmm ja, und was ist jetzt mit dem AtomKERN ??? Der ist es doch, der radioaktiv zerfällt, aber von dem ganzen Positronen-Gewitter überhaupt nichts mitbekommt...

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sh4711

Zitat von: Henri am 24. November 2021, 18:49
Hmmm ja, und was ist jetzt mit dem AtomKERN ??? Der ist es doch, der radioaktiv zerfällt, aber von dem ganzen Positronen-Gewitter überhaupt nichts mitbekommt...
Na, das mit dem Huellen-Elektron hast Du erfunden. Selbstverstaendlich sucht
sich das Positron genau das Elektron, welches jetzt (oder irgendwann mal) im
Kern als Beta- entstehen und ihn verlassen wollte :-).

DL3HRT



nukulus


DL3HRT

ZitatSiehe Eingangsbeitrag :-)
Upps, wieso habe ich das übersehen?  :man_in_love: :man_in_love: :man_in_love:

nukulus

Zitat von: DL3HRT am 25. November 2021, 09:07
ZitatSiehe Eingangsbeitrag :-)
Upps, wieso habe ich das übersehen?  :man_in_love: :man_in_love: :man_in_love:

-> um 07:34

da hätte ich es auch übersehen...  :D

DL8BCN

Es gibt wohl tatsächlich so etwas ähnliches :
Das nennt sich Transmutation.
Da wird Atommüll mit Teilchen beschossen und dadurch in ein anderes Element mit kürzerer Halbwertszeit umgewandelt.
Das ist wohl technisch wirklich möglich und nachvollziehbar.

Henri

Zitat von: DL8BCN am 25. November 2021, 09:51
Es gibt wohl tatsächlich so etwas ähnliches :
Das nennt sich Transmutation.
Da wird Atommüll mit Teilchen beschossen und dadurch in ein anderes Element mit kürzerer Halbwertszeit umgewandelt.
Das ist wohl technisch wirklich möglich und nachvollziehbar.


Ja, nur.... wie trennt man aus Millionen Tonnen kontaminierter Erde die radioaktive Substanz ab, um diese danach zu transmutieren? Die CO2-Bilanz ist bei dem Prozess voraussichtlich nicht gerade optimal...

sh4711

Zitat von: DL8BCN am 25. November 2021, 09:51
Es gibt wohl tatsächlich so etwas ähnliches :
Das nennt sich Transmutation.
Jo, is aber ein bisschen aufwendiger, als ein Schweizer Taschenmesser in den Boden zu stecken.

DL3HRT

ZitatDa wird Atommüll mit Teilchen beschossen und dadurch in ein anderes Element mit kürzerer Halbwertszeit umgewandelt.
Nur zum Verständnis: Das heißt aber dann auch, dass der vorhandene Atommüll in kürzerer Zeit zerfällt, ergo die Aktivität vorübergehend sehr deutlich ansteigt? Oder entstehen "Bruchstücke", die gar nicht radioaktiv sind? Und was passiert mit dem "normalen" Boden? Es wird ja vorwiegend nichtstrahlendes Material beschossen?

sh4711

Zitat von: DL3HRT am 25. November 2021, 17:50
ZitatDa wird Atommüll mit Teilchen beschossen und dadurch in ein anderes Element mit kürzerer Halbwertszeit umgewandelt.
Nur zum Verständnis: Das heißt aber dann auch, dass der vorhandene Atommüll in kürzerer Zeit zerfällt, ergo die Aktivität vorübergehend sehr deutlich ansteigt?
Oder entstehen "Bruchstücke", die gar nicht radioaktiv sind?
Die Hoffnung ist, vorhandenen Muell in harmlose(re)n umzuwandeln. Z.B. in einem ADS.
Wir haben mal vor vielen Jahren an einem PoC fuer einen kleinen (im relativen Sinne)
Beschleuniger gearbeitet, der ohne Zyklotron ausreichend Energie fuer die Spallations-
quelle eines Rubbiatrons liefert. Leider wurde das Projekt nicht weiter verfolgt und so
habe ich den Anschluss verloren. Zu dem damaligen Zeitpunkt waren ADS die einzigen
Verfahren, bei denen man davon ausging, ueberhaupt nennenswerten Materialdurchsatz
zu erreichen (keine Ahnung, ob sich da was geaendert hat).
Allen Verfahren gleich war der Einsatz von Neutronen, der natuerlich eine Aktivierung
anderen Material nach sich ziehen kann.
Eine hoehere Aktivitaet waere ja nicht notwendigerweise der Killer (was hochaktiv ist,
ist, vereinfacht gesagt, auch schnell Geschichte wenn es keine langlebigen Toechter
produziert :-)), geht es doch vielmehr darum, das Produkt aus Radiotoxizität und Volumen
zu verringern. Und hier hat man die minoren Aktinoide im Visier, die ueber viele 'zig oder
hunderttausend Jahre nerven und die man in was harmlose(re)s umwandeln koennte.
Harmloser im Sinne von niedrigerer Radiotoxizität. Aber eben auch kein Material, welches
man in den Hausmuell kippen kann :-).

Zitat
Und was passiert mit dem "normalen" Boden? Es wird ja vorwiegend nichtstrahlendes Material beschossen?
Mit dem Boden passiert gar nix. Erstens ist die Geschichte, auf die der Eingangspost
verweist, in meinen Augen ein Hoax (die Versuche vielleicht nicht, aber das Ergebnis).
Zweitens kommen ja angeblich Positronen zum Einsatz, die m.W., im Gegensatz zu
Neutronen, nix aktivieren. Wenn dort die Strahlung runtergegangen ist, dann mag das
an sonstwas liegen, aber ziemlich sicher nicht am Beschuss mit b+.