Australien: Kapsel vom Laster gefallen

Begonnen von wrdmstr inc., 28. Januar 2023, 07:49

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Henri

Zitat von: DG0MG am 10. Juli 2023, 10:13So einen gibts bei ebay: https://www.ebay.com/itm/204374314768
4x4x16" , 6500$  ;D


Mmmmmhhhh....
ZitatWd-40 and measuring tape not included and for size reference only.


Flipflop

Drive behind ANSTO CORIS360 technology to find a lost radioactive capsule


Flipflop

Leider in Englisch:

The Lost Radioactive Source Capsule (Frank Harris) - 2024 Annual Conference

The Society for Radiological Protection


miles_teg

Zitat von: Flipflop am 28. September 2024, 10:04Leider in Englisch:

The Lost Radioactive Source Capsule (Frank Harris) - 2024 Annual Conference

The Society for Radiological Protection


Danke, das war sehr interessant! Was sich da mal wieder zeigt: Sparen an der falschen Stelle und unzureichende Dokumentation und Testung sind neben menschlichem Versagen auch ziemlich relevante Probleme.

DG0MG

Wiedermal ein Video, dass die Geschichte der Kapsel erzählt:

"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

Zugpferd

Zitat von: miles_teg am 05. Oktober 2024, 09:18
Zitat von: Flipflop am 28. September 2024, 10:04Leider in Englisch:

The Lost Radioactive Source Capsule (Frank Harris) - 2024 Annual Conference

The Society for Radiological Protection





Danke, das war sehr interessant! Was sich da mal wieder zeigt: Sparen an der falschen Stelle und unzureichende Dokumentation und Testung sind neben menschlichem Versagen auch ziemlich relevante Probleme.

Die Ironie in dem gesamten Vortag ist einzigartig!
Ich erkenne Parallelen zu großen Wissenschaftsteams national und wie sie mit Situationen umgehen.
Genau so einen braucht man in der Position auch...

DG0MG

Weiter oben haben wir darüber diskutiert, ob es eine Verpflichtung gibt, nachzuweisen, dass die Quelle in der Sendung war, als sie auf den Transport ging. Da die Dosisleistung außerhalb der Abschirmung noch ausreichend hoch ist, kann man das sicher protokollieren.

Bei ca. 24:20 min erklärt er, dass es jedoch zur eigenen Überraschung der Regulierungsbehörden keine Verpflichtung gibt, am Ende des Transports zu prüfen, ob die Quelle auch mit angekommen ist. Dokumentiert wird offenbar nur die Sendung an sich und deren äußerliche Unversehrtheit.
Das war auch der Grund, weshalb die Palette dann erstmal 10 Tage in einem Lagerhaus stand, ohne, dass jemand den Strahler vermisste. Rein optisch war ja alles in Ordnung,
"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

NoLi

#97
Hmm, was für eine Regelung...
Im KIT-Campus Nord wird jede einkommende Radioisotopensendung einer radiologischen Eingangprüfung auf Einhaltung der ADR-Bestimmungen überprüft.
Schliesslich ist jede Ungereimtheit darin ein meldepflichtiger Vorgang an die Aufsichtsbehörde.

Norbert

Floppyk

Da wird man die Ablaufprotokolle sicher etwas anpassen müssen. Dennoch wird eine Nachlässigkeit im vorgeplanten Ablauf Schuld sein, der sicherlich einmalig vorgekommen ist und sich so nicht wiederholen wird.

Zugpferd

Zu den Kosten die angesprochen wurden hätte ich auch vermutet das die Betreibergesellschaft eine Versicherung hat... ok, die hätte dem Spediteur, die dem Fahrer Stress gemacht, aber zur Wahrung der öffentlichen Ruhe oder wie sowas heißt hätte die erstmal eintreten müssen...

Norbert, weißt Du da mehr?
Ich hab das so verstanden das wir als Betrieb diesen Havariemeister damals stellen mussten für Havarien mit Kobalt Kanonen...
Das wurde für die verbliebenen letzten Anlagen zu teuer, daher wurde entschieden das eine andere Firma den Service übernimmt.   

DG0MG

Zitat von: NoLi am 03. August 2025, 12:38Hmm, was für eine Regelung...
Im KIT-Campus Nord wird jede einkommende Radioisotopensendung einer radiologischen Eingangprüfung auf Einhaltung der ADR-Bestimmungen überprüft.

Das genau ist die Frage, wie genau ein Mitarbeiter im Lagerhaus in Perth die vom LKW eingehende Sendung überprüfen musste. Wenn seine Form der Eingangskontrolle darin bestanden hat, dass er sich überzeugt, dass nirgendwo an der Außenseite der Holzkiste der Strahlungslevel über xx µSv/h liegt, dann kann er das gemacht haben und die Kiste hat den Eingangscheck für die Lagerung bestanden.

Auch in DL wäre die Erkenntnis gewesen, dass die ADR-Bestimmungen eingehalten worden sind.

Die Frage ist doch aber stattdessen:
Würde in DL ein FEHLENDER Strahler schon bei der Eingangskontrolle einer äußerlich augenscheinlich unversehrten VERPACKUNG bemerkt?

Denn die unversehrte Verpackung war hier Bestandteil des Problems. Sie hat einen Zeitverzug von 10 Tagen verursacht, bevor der Strahlerverlust überhaupt bemerkt wurde.


"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

NoLi

Zitat von: DG0MG am Heute um 16:05...
Die Frage ist doch aber stattdessen:
Würde in DL ein FEHLENDER Strahler schon bei der Eingangskontrolle einer äußerlich augenscheinlich unversehrten VERPACKUNG bemerkt?
...
Das kommt auf die ADR-Kennzeichnung des Versandstückes an.
Bei Kategorie II-gelb würde man dies sofort bemerken, wenn keine Gamma-Dosisleistung oder Gamma-Zählrate messbar ist, denn die Dosisleistung muß an der Versandstückaußenseite zwischen 5 µSv/h und 500 µSv/h betragen. Bei Kategorie I-weiß wird es schwierig, weil hier die Dosisleistung zwischen Nullrate und max. 5 µSv/h liegen kann.

Norbert


DG0MG

Zitat von: NoLi am Heute um 17:43muß an der Versandstückaußenseite zwischen 5 µSv/h und 500 µSv/h betragen


Es gibt eine MINDEST-DL, die ein Versandstück haben muss? Das kann ich kaum glauben.

Aber sei es drum, wie wird das in der Praxis gehandelt? So ein Strahlerkopf wird ja nicht in alle Richtungen gleich stark emittieren. Wird da bei einer angenommenen Holzkiste jeweils in der Mitte aller 5 zugänglichen Seiten gemessen? Oder wird auf jeder Kistenfäche das Maximum gesucht? Oder noch anders?

Ich gehe davon aus, dass die DL um den Strahlerkopf erheblich höher als 5 µSv/h war, denn es wird im Vortrag in #92 betont, dass die Kiste auf einer Palette auf einer Art Tieflader transportiert wurde, also ein ganzes Stück vom Fahrer weg war. Demzufolge würde sowas in Deutschland als Kategorie II-gelb transportiert?
"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

NoLi

Wenn Du es so betrachtest...ja, für jede ADR-Kategorisierung der Gefahrgutklasse 7 gibt es eine Mindest-Dosisleistung. Ansonsten ist die Kategorisierung falsch und kann u.U. mit einem Bußgeld behaftet werden.

- Kategorie I-Weiß: mindestens Nullrate bis max. 5 µSv/h.
- Kategorie II-Gelb: mindestens 5 µSv/h bis max. 500 µSv/h.
- Kategorie III-Gelb: mindestens 500 µSv/h bis max. 2000 µSv/h; in Ausnahmefällen als bei Transport als"ausschließliche Verwendung" mindestens 500 µSv/h bis max. 10000 µSv/h.

Die Dosisleistung muß flächendeckend an allen zugänglichen Seiten im Kontakt mit dem Versandstück ermittelt werden, es zählt der höchste ermittelte Dosisleistungsmeßwert für die Kategorisierung.
Der ADR (Gefahrgutvorschrift) ist grenzüberschreitend international weltweit gültig und gilt auch in Australien; somit wäre, wenn die Dosisleistung in Australien zwischen 5 µSv/h und 500 µSv/h betragen hatte, dort wie hier in Deutschland die Kategorie II-Gelb vorgeschrieben gewesen, welche bei einer Eingangskontrolle zu überprüfen ist.

Norbert