Pb-210/Bi-210/Po-210-Flächenprüfstrahler

Begonnen von Peter-1, 18. Juni 2025, 16:28

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NoLi

Zitat von: Raven am 07. Januar 2026, 20:37Das klingt nach einem Spannenden Projekt, versteh ich das Richtig einfach ein Polystyrol stück mit einem Rn-222 exhalierendem Objekt in eine Luftdichte dose packen und warten? Bei Polystyrol muss ich aber ein ein eher poröses und bröselndes material denken, das eignet sich eher weniger als Trägermaterial  ;D
Polystyrol gibt es auch als Platten. Die meisten Kunststoffschilder, die man im Baumarkt bekommt, bestehen aus diesem Material.
Man braucht zur Herstellung dieses Alpha-Beta-Gamma-Prüfstrahlers eine möglichst kräftige Radon-Quelle (z.B. aus dem militärischen Bereich ein Fluginstrument mit radiumreicher Leuchtfarbe oder ein möglichst poröses Uranmineral; beides mit möglichst einer Dosisleistung im zweistelligen µSv/h-Bereich), und eine luftdichte Dose, in der beides zusammen mindestens einige Monate eingeschlossen bleibt, damit sich aus den kurzlebigen Radon-Folgeprodukten Po-218, Pb-214, Bi-215, Po-214 das relativ langlebige (Halbwertszeit 22,5 Jahre) Pb-210 aufbauen und am Polystyrol fest anreichern kann. Daran bildet es durch den Zerfall ebenfalls seine Tochernuklide Bi-210 und Po-210. Je länger die Einschlusszeit ist, desto mehr Pb-210 bildet und bindet sich am Polystyrol.

Die andere Möglichkeit ist die beschriebene Anwendung von radonbeladenem Ethanol.

Pb-210 ist ein Beta-Strahler mit niedriger Emax von 63,5 keV und einem 4,25 %igen Gamma-Anteil mit einer Energie von 46,5 keV.
Bi-210 ist ein reiner Beta-Strahler mit einer relativ hochenergetischen Emax von 1,16 MeV.
Po-210 ist ein reiner Alpha-Strahler mit einer Energie von 5,41 MeV.

Norbert

Radioquant98

Zitat von: NoLi am 07. Januar 2026, 21:24Die andere Möglichkeit ist die beschriebene Anwendung von radonbeladenem Ethanol.

Norbert

Wie kann man das herstellen? Eifach paar Uranerze mit Alkohol übergißen und auch ein Jahr warten?

Viele Grüße
Bernd

DL3HRT

#17
In der Patentschrift ist das sehr detailliert beschrieben. Man kann sich das Patent als PDF von den Seiten des Patentamts herunterladen. Da sind auch Zeichnungen enthalten.

Lennart

Zitat von: NoLi am 07. Januar 2026, 21:24Polystyrol gibt es auch als Platten. Die meisten Kunststoffschilder, die man im Baumarkt bekommt, bestehen aus diesem Material.

PS ist auch der Standardkunststoff für Modellbausätze. Wenn man sich nicht sicher ist, ob es sich bei einem Kunststoff um PS handelt, kann man dies einfach mit Modellbaukleber (z.B. von Revell) testen. Dieser Kleber greift die PS-Plaste so stark an, dass das Material "chemisch miteinander verschweißt" wird. Zu kaufen gibt es den Kleber u.a. bei der Drogeriekette Müller.

Radiohörer

#19
...alternativ mit den günstigeren Aceton oder, etwas schlechter verfügbar, Essigsäureethylester: da löst sich PS (fast) vollständig auf und kann aus einer Spritze oder Pinselfläschchen zum Verkleben benutzt werden.
Viele Becher für Milchprodukte bestehen aus PS.
Edit:
Zitat von: Raven am 07. Januar 2026, 20:37Bei Polystyrol muss ich aber ein ein eher poröses und bröselndes material denken, das eignet sich eher weniger als Trägermaterial  ;D
...wenn man bei Polystyrol = Styropor denkt, ja. Es gibt auch noch Styrodur und ein paar andere die Eigenschaften verändernde Verarbeitungsweisen.

Ob sich ABS und SBS genauso verwenden lassen?


Raven

Hab mal bei mir ein bisschen in meiner 'Krams' Kiste im Keller gestöbert, und 2 alte leere CD Hüllen gefunden, diese kleinen fast quadratischen mit dem Transparenten Deckel, die Schwarze Rückseite ist aus PS, hab mir daraus nun eine Scheibe und 2 kleinere Quadrate geschnitten, die Scheibe kommt in eine Munitionskiste mit einem U-Mineral und die 2 Quadrate werden dann in einem großen Glas Vergällten Alkohol geschmissen zusammen mit einem Stück U-Mineral, hab mir in 3 Monaten ein Termin im Kalender erstellt als zwischencheck, dann bleibts bis ende des Jahres da stehen  ;D

Z. Erfall

"Kunstglas" im Plattenformat für Bastelzwecke aus dem Baumarkt ist (leider) auch meist klares, farbloses Polystyrol.


Zitat von: Radiohörer am 08. Januar 2026, 09:20...alternativ mit den günstigeren Aceton oder, etwas schlechter verfügbar, Essigsäureethylester: da löst sich PS (fast) vollständig auf und kann aus einer Spritze oder Pinselfläschchen zum Verkleben benutzt werden.

Essigsäureethylester ist, meist unter der Bezeichnung "Ethylacetat", als Lösungsmittel im gut sortierten online-Fachhandel erhältlich, zum Beispiel bei Kremer Pigmente, einem (Achtung, unbezahlte Werbung) in meinen Augen sehr guten Händler mit sehr spannendem Sortiment. Meines Wissens handelt es sich dabei auch um das Lösungsmittel, welches in acetonfreiem Nagellackentferner in erster Linie benutzt wird.

VG

ZE


NoLi

Zitat von: Flipflop am 09. Januar 2026, 19:14Wieder gefunden:
...
Ist aber nicht dasselbe wie der Pb-210 Polystyrol-Prüfstrahler.
Kohlekomprette: nur einige Tage einsetzbar, bedingt durch die Halbwertszeit des Rn-222 (3,8 Tage).
Pb-210 Polystyrol: viele Jahre einsetzbar, bedingt durch die lange Halbwertszeit des Pb-210 (22,3 Jahre).

Norbert