Radioaktives Material in Entsorgungsfirma entdeckt.

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Radioaktives Material in Entsorgungsfirma entdeckt

01:18 Min.ZIB & Info
Ausstrahlung
    9.2.2026, 17:08 Uhr | ORF 2

In Wien-Liesing lief am Montag ein Großeinsatz der Einsatzkräfte. In einem Recyclingbetrieb wurde möglicherweise radioaktives Material entdeckt. Spezialkräfte sicherten die Umgebung großräumig ab.
( https://on.orf.at/video/14310663/16033244/radioaktives-material-in-entsorgungsfirma-entdeckt )

Norbert

NoLi

Update:

"Ermittlungen laufen
Nuklear-Alarm in Liesing! Rätsel um radioaktives Rohr
In einer Entsorgungsfirma in Wien-Liesing wurde radioaktives Material entdeckt. Dieses war auf einem Rohr, dessen Herkunft noch ungeklärt ist.
Wien Heute
Von Wien Heute
10.02.2026, 18:45

Nach dem radioaktiven Zwischenfall in einer Entsorgungsfirma in der Oberlaaer Straße in Wien-Liesing gibt es nun neue Details. Wie seit Dienstag (10.2.) feststeht, handelte es sich bei dem Fund um ein rund drei Meter langes Rohr mit einem Durchmesser von 15 Zentimetern.
Alarm in Österreich! Radioaktives Material aufgetaucht
Schwache Strahlung gemessen

Auf dem Rohr wurde der radioaktive Stoff Thorium 232 festgestellt. Dabei handelt es sich um ein natürlich vorkommendes, radioaktives Isotop. Die gemessene Strahlung war laut Einsatzkräften zum Glück schwach. Es handelte sich angeblich laut Orf "Wien heute" um ein Pulver, das sich auf der Oberfläche des Rohres befand. Thorium 232 wird auch zur Erzeugung nuklearer Energie verwendet.

Woher stammt das Rohr?

Die Ermittler prüfen derzeit, woher das Rohr stammt. Es wird vermutet, dass es von einer Baustelle in Wien kommen könnte. Zur genaueren Untersuchung und zur Beweissicherung wurde das Rohr in das Technologiezentrum nach Seibersdorf gebracht.

Kripo ermittelt in dem Fall

Die Ermittlungen des Landeskriminalamts laufen in mehrere Richtungen. Spezialisten aus dem Bereich Umweltkriminalität ermitteln wegen des Verdachts der fahrlässigen Gefährdung durch Kernenergie oder ionisierende Strahlen sowie wegen möglicher Umweltdelikte. Der Fund hatte am Montag einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst – wir berichteten. Das Firmengelände des Entsorgungsunternehmens wurde abgesperrt. Messungen vor Ort ergaben geringe Strahlenwerte.

Keine Gefahr außerhalb des Geländes

Vier Personen wurden vorsorglich im AKH untersucht. Eine Kontamination konnte dort jedoch nicht festgestellt werden. Für Personen außerhalb des Firmengeländes bestand den Einsatzkräften zufolge keine Gefahr.
10.02.2026, 18:45
"
( https://www.heute.at/s/nuklear-alarm-in-liesing-raetsel-um-radioaktives-rohr-120161388 )

Norbert

NoLi

Eine Gefahreneinschätzung:

"Radioaktives Material in Wien
Experte gibt Gefahrenabschätzung zu gefundenem Nuklid

    9. Februar 2026, 17:12 Uhr
MeinBezirk konnte kurz nach der Meldung, dass radioaktives Nuklid in Wien gefunden wurde, mit einem Experten des Atominstituts der TU Wien sprechen. Der Experte kann die Bevölkerung zwar entwarnen – er erklärt aber auch, worauf es jetzt ankommt.

WIEN. Ein Großeinsatz sorgte seit dem Montagvormittag für Aufsehen in Wien. Mitarbeiter eines Entsorgungsbetriebs in Liesing kamen offenbar in Kontakt mit Nuklid. Während die Betroffenen in eine Gesundheitseinrichtung gebracht wurden, wurde die Oberlaaer Straße samt Umgebung abgesperrt.

Laut Stadt wurden "am Firmengelände Absperrmaßnahmen getroffen und umfangreiche Messungen zur Gefahrenabschätzung vorgenommen. Dabei wurden geringe Strahlenwerte festgestellt."

Doch um welchen Stoff geht es hier wirklich? Wie gefährlich ist dieser für die Mitarbeitenden und vor allem für die Bevölkerung? Und wie gelangt er auf das Gelände der Firma? MeinBezirk konnte dazu mit Johannes Sterba vom Atominstitut der Technischen Universität (TU) Wien sprechen. Er gibt eine erste Einschätzung zu den Vorgängen ab.

"Hohe Aktivierung" entscheidend

Sterba arbeitet ganz grundsätzlich regelmäßig während seiner Forschung mit den Stoffen: "Es gibt sogenannte Nuklide und es gibt Radionuklide. Diese werden auch etwa in der Medizin oder in der Technik eingesetzt."
   
Entscheidend im Umgang mit solchen Radionukliden sei der Aktivitätsgrad des Materials: "Es gibt Radionuklide, die gewöhnlich in der Natur und auch im Körper vorkommen. Das ist nichts Ungewöhnliches. Am bekanntesten ist wohl Kohlenstoff 14, das bei der C14-Datierung in der Archäologie verwendet wird." Durch das Messen des C14 in Stoffen, auch als Radiokarbonmethode bekannt, lässt sich das Alter von Funden abschätzen.

Problematisch beim Kontakt mit Radionukliden ist der Aktivierungsgrad. "Eine höhere Aktivierung kommt beispielsweise in der Industrie und auch in der Medizin zum Einsatz", so Sterba. Es sei im Fall aus Wien für den Experten jedoch natürlich schwierig, "aus der Ferne" eine Abschätzung abzugeben.

Aber aufgrund der Tatsache, dass nur geringe Strahlenwerte laut Stadt gemessen wurden, geht er von keiner Gefahr für die Bevölkerung aus. Denn auch wenn die Stoffe einen hohen Aktivierungsgrad haben sollten, kommen sie in der Praxis stets in recht geringen Mengen vor.

"Problem, wenn es in den Körper kommt"

"Wenn die Betroffenen ohne Schutzbekleidung und andere Schutzmaßnahmen dieses Radionuklid berühren, so sprechen wir von einer Kontamination. Es kann dann sein, dass man diese daraufhin unwissentlich verteilt", gibt der Experte einen Einblick in die Praxis. Während des Großeinsatzes sollten betroffene Stellen, soweit es sie gegeben hat, bereits dekontaminiert worden sein.

"Auch die reine Kontaminierung der Mitarbeiter muss nicht zwingend gefährlich sein. Problematisch wird diese oft erst, wenn diese durch Körperöffnungen auf welchem Weg auch immer in den Körper gelangen", so Sterba. Dies könne dann auch gesundheitsschädlich sein, erklärt er abschließend.
"
( https://www.meinbezirk.at/wien/c-lokales/experte-gibt-gefahrenabschaetzung-zu-gefundenem-nuklid_a8051227 )

Norbert