Bleiburg bauen?

Begonnen von Floppyk, 11. Oktober 2019, 12:01

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Kermit

Guten Morgen Lennart,

die Funkwellen müssen ja irgendwie "durchpassen". Laut I-Net benutzt man bei Bluetooth das 2,4GHz ISM Band. Also ist die Wellenlänge bei diesem Frequenzband ca 125mm mit Lambda/2 dann 6cm.

Meine OM Zeit liegt länger zurück, daher gibt es hier bestimmt jüngere Funkamateure, die Dir die Antennenlänge ausrechnen können. Oder Du liest einfach mal in einem guten Antennenbuch nach. Zu meiner Zeit war das das Antennenbuch von Rothammel  ;)

DG0MG

Ich würde sagen, dass ein mäanderförmiger kleiner "Schlitz", der die HF leiten soll, keine Verbesserung bringt. Hochfrequenz breitet sich (genau wie Gammastrahlung) quasioptisch aus, begibt sich also nicht um die Ecke. Damit sich eine Funktion als Hohlleiter ausbildet, muss der Hohlraum viel größer sein. Wennschon, dann also eine GERADE Bohrung von außen bis zur BT-Antenne des RC. Das wird schon gehen, fällt aber natürlich aus Perfektionismusgründen aus.  ;D

Eventuell könntest Du mit der Funktion eines "passiven Repeaters" etwas reissen. Das sind einfach zwei Antennen, mit einem Koaxkabel verbunden. Sowas hat man sogar auf Bergen installiert, um von einem Tal in das andere zu funken: Zwei verbundene Richtantennen, jede in eins der Täler zeigend.

Für WLAN und Bluetooth nimmt man solche Antennen aus kleinen Leiterplatten: https://www.ebay.de/itm/318011608495

Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.

Diese mit ein paar cm des Koaxkabels direkt miteinander verbinden, die innere Antenne möglichst nahe an der BT-Antenne des RC platzieren und das Kabel durch eine zickzackförmige Nut nach außen führen, wo sich die zweite Antenne befindet. Die Reichweite wird zwar nicht mehr 20 Meter sein, aber durch die Abschirmung wird es bestimmt reichen.
"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

Kermit

Das Zauberwort heißt "Induktive Antennenkopplung", das ist mir nur nicht gleich eingefallen, aber unser Admin hat auch gleich die richtigen Leiterplatten parat  :)

Jetzt bin ich tatsächlich auch gespannt, ob das funktioniert, denn der massive Metallbehälter drumherum wirkt ja funkelektrisch auch wie eine Erdung.

Und eine Antenne, die auf der Erde liegt, hat keine guten Wirkung (eigene Erfahrung  ;) )

spannend das Projekt!

Radiohörer

Zitat von: Lennart am Gestern um 23:20Ich habe dazu mal eine Verständnisfrage. Würde eine kleine Bohrung (wenige mm Durchmesser) helfen, die Bluetooth-Verbindung wirksam zu verbessern?
...wie von DG0MG angemerkt, kannst Du es mit zwei passiven Antennen versuchen, das müsste gut klappen.
So etwas ähnliches haben wir bei einem Freund umgesetzt, der keinen Handyempfang im Keller hatte: zwei Antennen mit 6 db Gewinn, dazwischen verlußtarmes Kabel von 10m Länge.

Du könntest auch mit einem Bluetoothadapter auf USB versuchen, den Du mit dem RC von unten in die Burg schiebst --> https://de.ugreen.com/collections/adapters
oder
idealo.de/preisvergleich/MainSearchProductCategory.html?q=bluetooth+repeater

Warum eigentlich nicht über USB direkt das Phone am RC anbinden???
Fürs Phone gibts es sogenannte OTG-Adapter (USB On-the-go-Standard)...

Radioquant98

Bei Dipmetern nimmt man eine unabgestimmte Linkleitung. Also dünnes Koaxkabel z.B. 1mm Durchmesser mit einer Drahtschleife innen und Außen.
Kleiner geht es dann wirklich nicht.
Man muß dann halt probieren, wo und bei welcher Lage die meiste Sendeenergie einekoppelt wird.
Solch dünnes Kox habe ich noch einwenig da.

Wieso weiß das der Künstliche Idiot nicht :D  :D  :D

Viele Grüße
Bernd


Lennart

Danke für die hilfreichen Ratschläge, deshalb rede ich lieber mit echten Menschen  :)


Zitat von: DG0MG am Heute um 08:38Wennschon, dann also eine GERADE Bohrung von außen bis zur BT-Antenne des RC. Das wird schon gehen, fällt aber natürlich aus Perfektionismusgründen aus.  ;D

Ah verdammt, Du hast mich durchschaut  ;D

Wenn ich für die Antenne ohnehin einen Durchgang schaffen muss, wäre es vielleicht die vernünftigste Lösung, sofort ein gerades Loch in Richtung BT-Antenne zu bohren. Das tut mir zwar in der Seele weh, wäre aber weder im Sichtbereich des Detektors, noch mit großem Aufwand verbunden.

Sollte das nicht den gewünschten Erfolg bringen, zumindest in einem Meter Entfernung eine Verbindung herzustellen, könnte ich zusätzlich eine Antenne durch die Bohrung führen. Der RC selbst steckt in einer 36 mm Bohrung und auf der Seite des Displays, so wie auch auf der Seite der Plus-Markierung, wäre noch genügend Platz für die Antenne.

Nun bleibt noch die Frage, wie groß die Bohrung ausfällt.

Zitat von: Radioquant98 am Heute um 09:56Bei Dipmetern nimmt man eine unabgestimmte Linkleitung. Also dünnes Koaxkabel z.B. 1mm Durchmesser mit einer Drahtschleife innen und Außen.
Kleiner geht es dann wirklich nicht.

Die Wandstärke im Bereich der BT-Antenne beträgt (120 mm - 36 mm) / 2 = 42 mm

Meiner Meinung nach sowohl mit einem 1 mm Bohrer, wie auch 2 mm Bohrer, hochgradig gewagt bis unmöglich. Besonders in Messing, was sich zwar grundsätzlich gut bearbeiten, nicht aber besonders gut bohren lässt. Man kann die Schneiden von Standardmetallbohrern etwas "abstumpfen", wer möchte das aber bei einem 2 mm Bohrer machen und anschließend 21 x D bohren?  :-\

Ich würde also vermutlich gleich einen Durchmesser von 4 - 6 mm "durchjagen". Ich hoffe das reicht schon. Machen kann ich das sowieso erst, wenn ich weiß, wie genau die Zusatzabschirmung am Ende aussieht.

Radiohörer

Zitat von: Lennart am Heute um 15:49Wenn ich für die Antenne ohnehin einen Durchgang schaffen muss, wäre es vielleicht die vernünftigste Lösung, sofort ein gerades Loch in Richtung BT-Antenne zu bohren. Das tut mir zwar in der Seele weh, wäre aber weder im Sichtbereich des Detektors, noch mit großem Aufwand verbunden.
...ich würde meinen: damit zerstörst Du Dir die Abschirmung >:(
Die von Kermit genannten "Lambda/2 dann 6cm" könnte u.U. mit 1/10 = 6mm noch funktionieren.
Du kommst ums Ausprobieren nicht herum: Versuch macht kluch ;)

Ich würde raten, die von DG0MG vorgeschlagenen Antennen zu kaufen, die Stecker abzuschneiden, die Kabel nach dem Durchführen zu verlöten und die kleine Platine auf die Vorderseite des RC zu kleben. Damit würde sich die 2-3 mm Bohrung auf die Unterseite der Burg beschränken.

Der RC102 hat seine BT-Antenne lt. Pegelanzeige etwas hinter dem Einschaltknopf und der USB-Buchse auf der Vorderseite: -22 dBm.
Die BT-Antenne ist bei A20s ~1,5cm mittig unter der Kamera auf der Rückseite des A20s. Schon wenn man den RC vor das A20s optimal hält, kommt man nur noch auf -39 dBm. In 1 m freiem Abstand sinkt der Pegel auf -70dBm.
Ich habe den RC102 in meine kl. Pb-Burg eingeführt. Direkt vorm Loch kommt man auf -33 dBm, das verringert sich in Sichtachse nach 11,5m (Zimmer, Türrahmen, Gang, Türrahmen, kurz vorm Fenster) auf ~-90dBm. Wobei ich das Gefühl habe, die Funkamateure könnten es ggf. nachmessen, dass die SW den Pegel am RC nachregelt.
Bei 1 - 2 dBm weniger bricht die Verbindung reproduzierbar ab und wird erst in ~5 m Entfernung wieder aufgenommen.
Je nach dem wie Du Dein Phone also in die Tasche steckst, Antenne hinten, frei abstrahlend oder am Körper und wie viel Stofflagen zwischen der Antenne und Dir sind, sinkt der Pegel. Der Effekt wird noch zusätzlich verstärkt, wenn Dein Körper dazwischen ist. Phone in die Hosentasche stecken ist also Gift für die BT-Verbindung!

Der Raysid bricht nachvollziehbar die Verbindung zum Phone ab, wenn Du ihn unter die Achsel klemmst, ist also noch viel schlechter >:(

Lennart

Zitat von: Radiohörer am Heute um 20:05...ich würde meinen: damit zerstörst Du Dir die Abschirmung >:(
Die von Kermit genannten "Lambda/2 dann 6cm" könnte u.U. mit 1/10 = 6mm noch funktionieren.


Wie kommst Du darauf? Die Antenne ist doch weit genug vom Kristall entfernt und direkt 90° radial zur Mittelachse gebohrt, liegt überhaupt nicht auf einer Achse mit dem Detektor.
Durch die große Wandstärke in dem Bereich, müssen Photonen direkt axial zur Bohrung einfallen, alles was auch nur leicht schräg einfällt, landet in der Schirmung.


Einen dünnen Schlitz fräsen, dazu noch mäanderförmig, ist praktisch gar nicht möglich ohne Spezialwerkzeug und CNC.
Einen dünnen, 6 mm langen Schlitz kann man auch nicht durch 42 mm Wandstärke fräsen.
Das ist fertigungstechnisch quasi unmöglich, zumindest für den ambitionierten Bastler.

Solche dünnen und geraden Schlitze müsste man in der geforderten Tiefe mit einem Sägeblatt anfertigen. Damit ist eine Länge von nur 6 mm völlig unmöglich.

Radiohörer

Zitat von: Lennart am Heute um 21:01Wie kommst Du darauf? Die Antenne ist doch weit genug vom Kristall entfernt und direkt 90° radial zur Mittelachse gebohrt, liegt überhaupt nicht auf einer Achse mit dem Detektor.
...ich meinte die Abschirmung.
Wäre schlimm, wenn die BT-Verbindung einen Einfluß auf den Messwert hätte!

Was mir eben einfällt, ist (Draht-)Errodieren? Ob das auch in Messung funktioniert?
Oder Wasserstrahlschneiden: wie breit die Schlitze werden, muss ich morgen mal nachfragen.
100mm Cu hab ich schon gesehen/erleben müssen :(

Wie stark der "Hintergrund" durch die Bohrung ansteigt, kannst nur Du nachmessen ;)


Lennart

Der Wasserstrahl transportiert nur einen Abrasivstoff, danach hast Du aber zwei Schlitze  :)

Drahterodieren sollte gehen, wird im Hobbykeller aber schwierig. Ich habe außerdem den Anspruch, alles an dem Projekt selbst zu machen.


Ist auch egal, die Bohrung könnte man im Notfall problemlos wieder verschließen, oder eben ein Antennenkabel durchführen. Das wird schon funktionieren, da bin ich zuversichtlich.