Flugwerft Oberschleißheim

Begonnen von Carcosa, 22. Februar 2026, 17:50

⏪ vorheriges - nächstes ⏩

NoLi

Die erhöhte Temperaturfestigkeit und das geringe Gewicht ist die einzige Anwendung der in der Regel 4 %igen Thorium/Magnesiumlegierungen.

Norbert

DL3HRT

Genau das meinte ich. Ich sehe keinen Grund, warum Thorium bei den V2-Triebwerken verwendet wurde.

Lennart

Danke für die Rückmeldung zu dem Thema. Nun bleibt die Frage, was das ursprüngliche Messergebnis ausgelöst hat?

Radiohörer

Zitat von: NoLi am 27. Mai 2026, 22:47Die erhöhte Temperaturfestigkeit und das geringe Gewicht ist die einzige Anwendung der in der Regel 4 %igen Thorium/Magnesiumlegierungen.
Norbert
Zitat von: DL3HRT am 28. Mai 2026, 08:58Genau das meinte ich. Ich sehe keinen Grund, warum Thorium bei den V2-Triebwerken verwendet wurde.
...vielleicht in der Verkleidung: https://firstmold.com/de/tips/magnesium/
aber sicher nicht in der Brennkammer: https://de.wikipedia.org/wiki/Magnesium
"Hinzu kommt, dass der Schmelzbereich zwischen 430 und 630 °C, also energiesparend niedriger liegt, und dass sich die Schmelze auch bei komplizierten Bauteilgeometrien leicht vergießen lässt."
und
https://en.wikipedia.org/wiki/Mag-Thor:
"Magnesium-thorium alloys have been used in several military applications, particularly in missile construction. The most noted example of this is the ramjet components in the CIM-10 Bomarc missile and Lockheed D-21 drone, which implemented thoriated magnesium in their engine construction."
wo genau, denn
"This is due to thoriated magnesium alloys being lightweight, having high strength, and creep resistance up to 350 °C."
Hier https://ui.adsabs.harvard.edu/abs/1952JOM.....4c.287L/abstract allerdings in Fahrenheit!
"3—The most outstanding characteristic of Mg-Th alloys is their high creep resistance at 500° and 600°F. At these temperatures, the creep resistance of Mg-Th alloys is the highest observed in any magnesium alloy to date"

Vielleicht findet sich in den veröffentlichten Unterlagen des Deutschen Museums etwas:
https://www.deutsches-museum.de/suche?tx_solr%5Bq%5D=rakete+V4A

DL3HRT

Irgendwie möchte ich die Frage doch geklärt haben, ob das Triebwerk im Eingangspost radioaktiv ist, oder nicht. ;) Leider ist der Verfasser hier nicht mehr angemeldet.

Die Auflösung des Fotos ist leider etwas gering. Ich versucht, einen brauchbaren Ausschnitt zu erstellen.
Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.

Ich habe auch ein KC761C und kann daher die Anzeige ein wenig einschätzen.

Hier die Fakten:
- Dosisleistung: 0,829 µSv/h
- Zählrate: 63 cps??? (steht in der zweiten Zeile von oben, rechts der Mitte)
- Counts: 3,73 kCt??? (rechts neben Zählrate)
- ungewöhnlicher, breiter "Hügel" bei niedrigen Energien
- beim RadiaCode leuchtet auch die rote LED, also misst dieser auch eine erhöhte Aktivität

Vor allem macht mich der breite Hügel stutzig. So etwas deutet eher auf Bremsstrahlung hin, aber wo soll die herkommen. Das KC761C ist wesentlich unempfindlicher gegenüber Betastrahlung als der RadiaCode. Nun sind 3700 Counts noch nicht wirklich viel. Umso erstaunlicher ist die ausgeprägte Hügelform.

Könnte es vielleicht ein EMV-Problem durch Einstrahlung vom Smartphone sein? Der RadiaCode zeigt gelegentlich solche Probleme, beim KC761C sind sie mir noch nicht aufgefallen.

DL3HRT

Ich habe Bernd Leitenberger zu der Messung aus Post #1 befragt. Er hat sich intensiv mit Raketen beschäftigt und auch Bücher dazu veröffentlich.

Hier sein Kommentar:
ZitatMagnesium-Thoriumlegierungen wurden nach dem Krieg in der Raumfahrt eingesetzt, so ab 1955 in der Agena Oberstufe. Aber ich halte es für ausgeschlossen das dies bei der A-4 so war (bitte die Nazibezeichnung V-2 meiden). Bei ihr war alles von kriegsbedingtem Mangel geprägt, so die Verwendung von Stahl als Aluminium für Tanks oder der 75 % Alkohol anstatt 96 % (azeotropsiches Gemisch) oder 100 %V Alkohol als Treibstoff. Daneben musste Lockheed bei der Magnesium-Thoriumlegierung erst Verfahren entwickeln um diese zu verarbeiten. Sie konnten nicht auf deutsche Erfahrungen zurückgreifen, obwohl sie einige Experten aus von Brauns Stab anstellten. Zudem wurde sie in Strukturen aber nicht in der Düse eingesetzt, dafür kann sie nicht hoch genug erhitzt werden.



Flipflop

Zitat von: DL3HRT am Gestern um 09:26Leider ist der Verfasser hier nicht mehr angemeldet.

Du findest ihn sonnst auf reddit, Er beschäftigt sich immer noch mit Radioaktivität. Allerdings bin ich dort nur stiller Mitleser. :unknw:

Hans-Jörg

Kleine Bemerkung am Rande:

Ich vermute, das Wasser im Brennstoff(Äthanol/Wassergemisch) der A-4 diente dazu, die Temperatur in der Brennkammer zu begrenzen.

Wie wurde die Verbrennung gezündet?


DL3HRT

Zitat von: Hans-Jörg am Heute um 10:12Ich vermute, das Wasser im Brennstoff(Äthanol/Wassergemisch) der A-4 diente dazu, die Temperatur in der Brennkammer zu begrenzen.
Eigentlich sollte die A4 mit 90%igem Alkohol betrieben werden. In der Praxis war die Konzentration etwas geringer. Wasser und Alkohol zusammen haben ein Dampfpolster erzeugt und die Düsenwandung gekühlt.

Würfel

Das Triebwerk des A4 hatte eine Schleierkühlung, an der Düseninnenseite befanden sich ringförmige Löcherreihen, durch die ein kleiner Teil des Alkoholgemisches direkt in die Düse eingeblasen wurde, dann bildete sich ab den Düsen eine Dampfschicht in den besonders hitzebelasteten Abschnitten der Düse. Gut zu sehen auf dem Foto von Carcosa in Schleissheim, rechts neben dem blauen Measall KC761C.


Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.

Die sonstige Kühlung der Brennkammer erfolgte wie auch heute noch üblich über das Einleiten der Brennstoffes in die Doppelwand der Düse, der Brennstoff erhitzt sich vor der Einspritzung und die Düse wird Durchstrom-gekühlt.

Stefan

Würfel

Für Hans-Jörg: Zur Zündung des A4:
Es handelte sich um eine spezielle Zündeinrichtung, bei der bei Kontakt selbstenzündliche Stoffe von aussen eingespritzt wurden. Näheres siehe unten:



Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.  Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.

Stefan

Hans-Jörg

Danke für die Info!

Hans-Jörg