Radioaktive Leuchtfarbe in Tachoanzeigen alter Fahrzeuge/Vespas?

Begonnen von Tina, Gestern um 15:18

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Tina

Hallo ihr Lieben,
meine Frage an euch Experten kurz und knapp: In unserer Vespa (70er Jahre) hat der Tacho einen Riss im Glas. Schon seit Jahren. Die Kinder lieben die Vespa und spielen gerne an ihr herum. Gestern hab ich mir den Tacho mal genauer angeschaut und frage mich, warum die Zeiger von Geschwindigkeit und Tank vorne an der Spitze so weiß lackiert oder bemalt sind. Könnte das radioaktive Leuchtfarbe sein? Ich muss heute Nacht mal checken, ob da nachts etwas leuchtet, aber das ist ja auch keine Garantie, weil das Leuchten nach 40 Jahre ja eventuell verblasst wäre, oder? Ich hoffe, dass die damals in Vespatachos kein Radium verbaut haben. Was denkt ihr? Sonst müsste ich das ganz schnell tauschen bevor der Riss noch größer wird. Mich beunruhigt das Ganze und ich hoffe, ihr könnt die Situation einschätzen. Das eine Bild ist von unserer Vespa und das andere Bild ist ein Beispielbild wie der Zeiger genau aussieht aus dem Internet, weil man es da besser erkennen kann.
Vielen Dank und ganz liebe Grüße

Radiohörer

...Sekundenkleber und Tesa würden das Problem auf die Schnelle "entschärfen" ;)
Ich denke, dass radioaktive Leuchtfarbe viel zu teuer gewesen wäre...

Floppyk

Radiumleuchtfarbe halte ich für extrem unwahrscheinlich. Zum einen weil ich mal einen alten Kompass positiv geprüft hatte und bei diesem die Farbe deutlich rissig und bröckelig war und zum anderen wurde das m.W. nicht mehr in den 70'ern verwendet.
Das wäre bei einem Fahrzeuginstrument auch überflüssig, weil man problemlos eine konventionelle, elektrische Beleuchtung verwenden kann/hat, auch damit man den KM-Zähler ablesen kann.

Reichhaltige Verwendung von Radiumfarbe wurde bei Fluginstrumenten im Krieg gemacht.

Ein Test wäre einfach - GM-Zähler dran halten. Zifferblätter mit Radiumfarbe strahlen recht munter, auch mit heilem Deckglas deutlich messbar.
Deswegen gilt auch der richtige Rat den alten Wecker mit Radiumfarbe vom Nachttisch neben dem Bett zu entfernen.

Tina

Da kein Wasser durchgeht (stand letztens im Regen),denke ich,dass es schon noch dicht genug ist,wenn der Riss sich nicht vergrößert.Ob mein Freund mir Sekundenkleber und Tesa auf seiner heiligen Vespa erlaubt, müsste ich klären. :)

Floppyk

Man kann das Tachoglas bei Restaurierungsbetrieben ersetzen lassen. Das lohnt, wenn man die Vespa selbst auch restauriert. Wenn die Basis soweit vollständig und weitgehend ok ist, lohnt das sicherlich.

DL8BCN

Normalerweise kann man rein optisch sehen, ob es alte Radiumfarbe ist.
Die sieht dann meistens so rehbraun aus oder sogar etwas dunkler. Wenn die Farbe reinweiß ist, handelt es sich normalerweise nicht um Radiumfarbe.
Eine UV-Lampe ist nur teilweise hilfreich.
Letzte Gewissheit schafft ein RadiaCode ;D

NoLi

Wenn die Radiumaktivität nicht hoch ist, kann auch Radiumleuchtfarbe, auch nach Jahrzehnten, nicht bräunlich verfärbt sein.
Tritiumleuchtfarbe verfärbt sich in Jahrzehnten ebenfalls nach beige-bräunlich.

Norbert

Tina

Hmmm, also eine UV Lampe würde mir nicht helfen? Mit diesen Messgeräten kenne ich mich garnicht aus...Ich müsste mich da richtig reinarbeiten.

Aber hätte nicht irgendein Mensch im Internet mal erwähnt, wenn original Vespa-Tachos Beschichtungen mit solchen Leuchtfarben hätten? Gerade Werkstätten für Vespas müssten davon doch Bescheid wissen...

Es kommt wahrscheinlich keiner außer mir auf solche abwegigen Ideen...

Norbert, auf den Farbton kann man sich also garnicht verlassen? Ich hatte neulich nämlich einen Kienzle Wecker aus 1930 mit bemalten Ziffern und Zeigern in einem Restaurant in der Nähe stehen und da war auch nichts bräunlich, sondern weiß. Da der Wecker sehr verbeult aussah, war ich ziemlich unentspannt und kann nur hoffen, dass der dicht war.




NoLi

Zitat von: Tina am Heute um 22:37Hmmm, also eine UV Lampe würde mir nicht helfen? Mit diesen Messgeräten kenne ich mich garnicht aus...Ich müsste mich da richtig reinarbeiten.
Nein, eine UV-Lampe hilft nicht weiter, da sowohl radioaktive wie nicht radioaktive Leuchtfarben unter UV-Licht leuchten und selbstständig nachleuchten.

Zitat von: Tina am Heute um 22:37Aber hätte nicht irgendein Mensch im Internet mal erwähnt, wenn original Vespa-Tachos Beschichtungen mit solchen Leuchtfarben hätten? Gerade Werkstätten für Vespas müssten davon doch Bescheid wissen...
Muß nicht sein. Am besten wendest Du dich an den Hersteller PIAGGIO in Pontedera  https://de.wikipedia.org/wiki/Piaggio . Die müssten am ehesten Auskunft geben können.

Zitat von: Tina am Heute um 22:37Norbert, auf den Farbton kann man sich also garnicht verlassen? Ich hatte neulich nämlich einen Kienzle Wecker aus 1930 mit bemalten Ziffern und Zeigern in einem Restaurant in der Nähe stehen und da war auch nichts bräunlich, sondern weiß. Da der Wecker sehr verbeult aussah, war ich ziemlich unentspannt und kann nur hoffen, dass der dicht war.
Auf den Farbton der Leuchtfarbe kann man sich nur bedingt verlassen, weil deren Zusammensetzung und damit die Leuchtkristallschädigung im Laufe der Jahre verändert und verbessert wurde.

Norbert

NoLi

Zitat von: Tina am Heute um 22:37Mit diesen Messgeräten kenne ich mich garnicht aus...Ich müsste mich da richtig reinarbeiten.
Vorschlag: ein einfaches und einfach zu handhabendes Strahlenmessgerät wäre das BR-6, derzeit bei Amazon ab € 30.- zu bekommen:  https://www.amazon.de/Vjsujehgy-Geigerz%C3%A4hler-Atomstrahlungsdetektor-R%C3%B6ntgen-Gamma-Detektor-Radioaktivit%C3%A4tstester/dp/B0FQJ2TYPP?
Betrieb mit zwei Stück normalen AA-Batterien (Mignon-Zellen).

Norbert