Dosisleistungsmessgerät HFS-50-CsI

Begonnen von NoLi, 04. September 2026, 15:15

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NoLi

Hier ein chinesisches Dosisleistungsmessgerät Typ HFS-50-CsI mit Szintillationsdetektor zum interessanten Preis von € 129.-:

https://www.amazon.com/-/de/dp/B0H1VJ8NHH?

Angebotsbeschreibungsauszug:
"【Präzise Messung】Ausgestattet mit einem Csi-Szintillator-Sensor und einem eingebauten Energiekompensationsmechanismus. Im Vergleich zu herkömmlichen Geiger-Müller-Röhren ist dieser Detektor widerstandsfähiger gegen Störungen und arbeitet stabiler. Es hat einen Messbereich von 0,01 μSv/h - 20 mSv/h mit einem Messfehler von ±10%, und es kann zuverlässigere und genauere Erkennungsdaten liefern."

Norbert

Lennart

Bei 12,75 CPS / (μSv/h) scheint es sich um einen winzigen Krümel CsI zu handeln. Da fragt man sich, warum das Gerät so ein Backstein sein muss...

DG0MG

Genau dasselbe wollte ich auch gerade schreiben. Das ist (immernoch) ein völlig taubes Ding. Der RadiaCode-110 ist mit 77 cps/μSv/h angegeben.

Aber man kann es aber auch als Fortschritt sehen: Der BRS-02 (ebenfalls chinesisch, CsI) hatte nur 2,2 cps/µSv/hr.

Eine Akkulaufzeit ohne Display von 70 Tagen geht auch schonmal in die richtige Richtung.

Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.
"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

ullix

Ihr seid's schon ein bisschen verwöhnt, was Sensitivity angeht!

12.75 CPS/(µSv/h) sind 765 CPM/(µSv/h), und das ist das 8fache der 96 CPM/(µSv/h), wie sie von NoLi für die M4011 gemessen wurden! Kann sich doch sehen lassen! Na gut, die Betas werden wohl nicht gut durchkommen, und die machen bei den typischen Hobby-Samples wohl die meisten Counts.

Ich sehe die Schwäche eher an dem Mini-Speicher von nur 100 Messungen (=100sec) und dem Fehlen von Auslesemöglichkeiten per Computer.

Ganz zu Schweigen vom Fehlen der Spektrometrie. Immerhin ist der Preis von 129+13Versand=142 € noch brauchbar.



Floppyk

Erstmal 2 FW-Updates abwarten :D

DG0MG

Ich glaube nicht, dass es da überhaupt welche gibt. Die Download-Seite von AIKESI sieht nicht sehr vertrauenserweckend aus: https://www.akstest.com/down/

Aber immerhin scheint das Gerät einen Ticker zu haben, wenn ich diesen Satz richtig interpretiere: "Partikelanzahl Ton kann ein/aus eingestellt werden."
Beim HFS-20pro (aus dem gleichen Haus) war das auch so, ich muss nochmal nachschauen. Die Benutzeroberfläche sieht hier genauso aus, bestimmt werden die einen Teil des Userinterfaces wiederverwenden. Dieses Ding war allerdings mMn ein totaler Flop, weshalb ich hier auch noch etwas zurückhaltend bin.

Auch dass der Sensor energiekompensiert wäre und die Empfindlichkeit bei 661 keV, also Cs-137 (und nicht etwa für Co-60) angegeben wird, ist positiv.

Zitat von: ullix am Heute um 10:43Ihr seid's schon ein bisschen verwöhnt, was Sensitivity angeht!

Ja, da hast Du vielleicht recht. Da man bei den Strahlern nicht weiter "nach oben" kann, wenn man im legalen Bereich bleiben will, muss stattdessen die Empfindlichkeit der Messgeräte steigen, um mehr Impulse zu generieren, um die "Sucht nach Ticks" ;D zu befriedigen. Von Zählrohren zu Szintillatoren und diese dann folgerichtig immer größer im Volumen.
Wenn man die 12,75 cps/µSv/h mit SBM-20-Geräten von vor 30 Jahren vergleicht, dann ist es tatsächlich ein Fortschritt. Das ist ungefähr so, wie 4 parallelgeschaltete SBM-20 (4*178cpm=712cpm/µSv/h, 12,75cps/µSv/h*60=765cpm/µSv/h). Ähnliches Verhältnis im Vergleich zu den ganzen Chinakrachern wie dem FNIRSI GC-01 oder so.

Aber wenn ich mir den RadiaCode-103 anschaue (den RC-101 gibts btw auch schon seit >5 Jahren), der mit 1 cm3 Kristallgröße mit 30cps/μSv/h angegeben ist, dann dürfte die Kristallgröße hier maximal die Hälfte, also 0,5 cm3 sein. Wahrscheinlich eher noch kleiner, denn der RadiaCode macht ja zur Energiebestimmung Spektroskopie und zählt nicht einfach die Impulse. Ob die das hier auch machen, wissen wir nicht. Also etwas größer hätte der Kristall schon sein dürfen, um das Gerät attraktiver zu machen.

Das Gerät habe ich bisher an keiner anderen Stelle, als dem oben verlinkten AMAZON-Angebot gefunden.
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Lennart

Den "Gewöhnungseffekt" bezogen auf die Empfindlichkeit solcher Geräte mag es geben, aber viele chinesische Firmen können einfach keine vernünftigen Geräte bauen – das muss ich so deutlich sagen. Im Vergleich mit einem RadiaCode-102 sieht es einfach ganz furchtbar düster aus, sei es Gehäusegröße, Empfindlichkeit, App, Spektroskopie, Energiekompensierung, ...

Mit dem Raysid darf man die Empfindlichkeit nicht mal vergleichen, sonst kommen einem direkt die Tränen.

Das größte Problem ist aber der Preis. Der ist bei dem besprochenen Chinagerät viel zu hoch.

Selbst wenn man alle vorher genannten Punkte beiseite lässt und sich nur die Empfindlichkeit anschaut, dann kostet der HFS-50 ganze 10,1 € pro CPS / (μSv/h). Ein RadiaCode-102 kostet 8,3 € pro CPS / (μSv/h).

Warum soll ich ein Gerät kaufen, was in Relation sogar teurer ist, weniger Features bietet und nicht in der EU hergestellt wird?

Eine möglichst hohe Empfindlichkeit ist für einen Szintillationszähler auch kein "nice-to-have", sondern eigentlich der wesentliche Grund, überhaupt so ein Gerät zu nutzen. Sonst kann ich auch beim SBM-20 bleiben, das ist zumindest günstiger und detektiert Betastrahlung besser.