air-Q radon

Begonnen von Flipflop, 15. September 2025, 10:42

⏪ vorheriges - nächstes ⏩

DG0MG

Ah, okay, das hätte mich jetzt auch gewundert.
Welches Modell hast Du denn? Da es nur 2 gibt, nämlich den "Air-Q radon" und den "Air-Q radon science" hast du wohl den ersteren und der zweitere ist der mit dem Lüfter?
"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

NoLi

Zitat aus https://www.nextpit.de/tests/corant-airq-radon-science-test :

"Wie funktioniert jetzt der Radon-Sensor im air-Q? Er misst die Radonkonzentration in der Luft durch die Detektion der radioaktiven Alpha-Teilchen, die beim Zerfall von Radon freigesetzt werden. Ins Innere des Sensors schaffen es nämlich nur gasförmige Alpha-Strahler – ganz wie bei der Lunge. Ein Ventilator im air-Q radon science hilft bei der Detektion."

Nach meinem Verständnis enthält das Gerät gemäß dieses Textes für die Radonmessung einen Ventilator.

Norbert

Harald der Strahler

Zitat von: NoLi am Gestern um 18:29Zitat aus https://www.nextpit.de/tests/corant-airq-radon-science-test :

"Wie funktioniert jetzt der Radon-Sensor im air-Q? Er misst die Radonkonzentration in der Luft durch die Detektion der radioaktiven Alpha-Teilchen, die beim Zerfall von Radon freigesetzt werden. Ins Innere des Sensors schaffen es nämlich nur gasförmige Alpha-Strahler – ganz wie bei der Lunge. Ein Ventilator im air-Q radon science hilft bei der Detektion."

Nach meinem Verständnis enthält das Gerät gemäß dieses Textes für die Radonmessung einen Ventilator.

Norbert
Ja, aber genau das ist ja die Frage. Stimmt das was nextpit behauptet? Als ich den Air-q Radon + CO2 gekauft habe, habe ich etwas recherchiert. So wie ich es weiß, gibt es verschiedene Varianten: 1. Radon Science mit den Grundsensoren; 2. Radon Science + CO2; 3. Radon Science + CO2 + Feinstaub. Die Variante mit den Feinstaubsensor hat einen kleinen internen Lüfter, der ist aber nur für den Feinstaub da. Meine Vermutung ist, dass Nextpit diese Variante zum Test bekommen hat und dann gedacht hat, der Lüfter wäre auch für Radon. Warum ich das vermute? Weil in der Patentschrift die Alpha-Detektion des Air-Q erklärt ist:  https://patents.google.com/patent/EP4471462A1/en
"This embodiment of the invention has the advantage that air or gas penetrating into the gas inlet cover when the electronics are connected is also heated because the electronics heat up during operation and flows upwards due to the chimney effect, towards the measuring chamber and then towards the gas outlet located on the top of the alpha ray detector. This results in a continuous flow of air or gas through the measuring chamber. In this embodiment of the invention, the at least one gas inlet opening has at least one gas passage opening on the bottom and the at least one gas outlet opening has at least one ceiling-side gas passage opening of the measuring chamber of the alpha ray detector, between which air or gas flows through the measuring chamber, wherein alpha emitters contained therein interact with the scintillation material by means of alpha particles, thereby generating sparks or flashes, which are then detected by the at least one optical sensor."
Es kann jetzt natürlich sein, dass Air-q nachträglich einen Lüfter eingebaut hat, aber das glaube ich nicht.

DG0MG

Zitat von: Harald der Strahler am Gestern um 19:18Meine Vermutung ist, dass Nextpit diese Variante zum Test bekommen hat und dann gedacht hat, der Lüfter wäre auch für Radon.

So wirds sein, das war auch meine Vermutung. Er hat das "größere" Gerät zum Test bekommen, und wusste nicht, dass das "einfache" keinen Lüfter hat und der Lüfter auch nicht fürs Radon zuständig ist. Ein Gerät, das man ins Wohn- oder Schlafzimmer stellen will, darf doch keinen Lüfter haben. Auch wenn der zu Beginn vielleicht nicht hörbar ist, nach 1 Jahr Dauerbetrieb sieht das bestimmt ganz anders aus. Das hätte ich im Test zumindest mal als möglichen Nachteil erwähnt.
Aber egal. @Harald der Strahler s Gerät hat keinen Lüfter und das ist gut so.

Das Patent des Sensors https://patents.google.com/patent/EP4471462A1/de (in Deutsch!) habe ich auch gelesen und genau bei dem oben zitierten Abschnitt bin ich etwas ins Zweifeln gekommen. Nicht nur, dass mir schon zu Beginn des Threads die 2 Watt Leistungsaufnahme negativ aufgefallen sind - die Erwärmung der Elektronik ist auch noch grundlegender Bestandteil der Gerätefunktion! (zumindest dem Patent nach)

Aber meine Zweifel liegen woanders, ich erkläre mal, wo:

Radonmessung funktioniert doch prinzipiell so: In ein Luftvolumen (der Messkammer) DIFFUNDIERT Radon hinein und zerfällt darin in mehreren Stufen. Die dabei entstehenden Alpha-Zerfälle werden auf verschiedene Weise detektiert und dann gezählt:
  • Mit einem Halbleitersensor und Alpha-Spektrometrie kann man sich anhand der Energie einen Zerfall rausssuchen (wohl den des Po-218, HWZ 3 min) und NUR den zählen. Wegen der kurzen HWZ ist die Po-218 Konzentration schon nach kurzer Messzeit proportional der Radonkonzentration.
  • Mit einer einfachen Ionisationskammer oder einer Lucas-Zelle kann man die verschiedenen weiteren, dem Po-218 folgenden Alpha-Zerfälle nicht auseinanderhalten und zählt einfach alle. Bei dieser Variante muss man aber warten, bis das Radon und seine in der Messzelle entstandenen Zerfallsprodukte im Gleichgewicht sind, sonst stimmt das Ergebnis nicht. Das ist erst nach etwa 3 Stunden der Fall.

Beide Varianten haben aber gemeinsam, dass NUR Radon in die Messzelle kommen darf, keine bereits außerhalb entstandenen Zerfallsprodukte. Das wird entweder durch Diffusion oder Filtermaterial erreicht, das die Zerfallsprodukte zurückhält und nur das Radon in die Messzelle hineinlässt. Nun ist im Patent von Filtermaterial oder Diffusion nicht die Rede, ganz im Gegenteil: Es wird von einem kontinuierlichen Luftstrom gesprochen, der sich einstellt. Das Patent befasst sich dabei mit der praktischen Lösung, wie man zwar luftdurchlässig, aber trotzdem lichtdicht bleibt. Die Lösung ist in jedem optischen Rauchmelder ziemlich genauso, wie hier gelöst.

Wenn kein Filter da ist, hieße das aber, dass auch bereits entstandene Zerfallsprodukte in die Messkammer gelangen können. Daraus würde ich schließen (aber ich hab keine Ahnung!), dass eine korrekte Messung nur möglich ist, wenn das Gerät in einer Atmosphäre steht, bei der der Gleichgewichtsfaktor =1 ist, also Radon und Zerfallsprodukte im Gleichgewicht stehen. Das ist sicher in den seltensten Fällen der Fall.

Sehe ich da irgendwas falsch?

Leider haben wir noch keins dieser Geräte von innen gesehen. Jetzt kann es natürlich noch sein, dass um den patentgemäßen Sensor DOCH noch eine Diffusionsmembran ist, die nur mehr zum Gesamtgerät, als zum Sensor gehört und deshalb im Patent nicht beschrieben ist. Dann würde der kontinuierliche Luftstrom sich kreisförmig innerhalb der Membran abspielen. Dafür spricht der langsame Anstieg des Messwertes in diesem Experiment. Somit könnte "das Bild auch wieder gerade hängen", bis auf die Aussage, dass schon nach 1 Stunde der Messwert stimmt. Was bewirkt die 1 Stunde? Sollten es nicht 3 Stunden sein?
Oder ist das genau die mathematisch-statistische Zauberei, aus der Steilheit des Anstieges schon den Endwert vorhersagen zu wollen?
"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

NoLi

Bei Sammlung der Radon-Folgeprodukte auf einem Glasfaserfilter mit Hilfe eines aktiven quantifizierenden Luftstaubsammlers ("Staubsauger") und anschliessender Messung der Alpha- und Betaaktivität geht man zur Radon-222 Konzentrationsbestimmung in einem nicht zwangsbelüfteten normalen Raum von einem Gleichgewichtsfaktor von 0,4 bis 0,5 aus.
Dazu gibt es Studien in den Veröffentlichungen der Strahlenschutzkommission (leider weiß ich nicht mehr, in welchem Band...ist meiner Erinnerung nach aus den 1980er Jahren).
Ob dies allerdings jetzt noch bei energetisch sanierten Häusern mit hermetisch schliessenden Fenstern gilt... :unknw:
Ich wage dies zu bezweifeln.

Ein Gleichgewichtsfaktor von 1 stellt sich nur in einem hermetisch abgeschlossenen Gefäß (Messgerät zusammen mit dem Radon-Emittenten eingeschlossen) nach gut einer bis eineinhalb Wochen ein.
Der Radon-Stollen in Bad Kreuznach weist einen Gleichgewichtsfaktor von 0,1 auf, weil man das Radon zur Verminderung der Bildung der Folgeprodukte mit Hilfe einer Ventilationsanlage durch den Stollen saugt. Neuere Untersuchungen gehen allerdings von einem Gleichgewichtsfaktor von 0,4 aus. :unknw: Möglicherweise wurde gegenüber der Vergangenheit der Stollenluftdurchsatz reduziert, um die Bedingungen (Rn-Konzentration) für einen Heilstollen einhalten zu können.
Für Inhalationen und Luftbäder muß die Radon-Konzentration im Stollen mindestens 33 kBq/m³ betragen, für Therapien und damit Anerkennung als Heilstollen liegt die Konzentration wesentlich höher (siehe  https://iaf-dresden.de/Bericht%20Ableitungen%20BfS.pdf , Kapitel 2.25, ab Seite 79).
Flyer des Radon-Heilstollen:  https://acuradon.de/wp-content/uploads/2021/11/2021_ACURADON_Broschuere_online.pdf
In diesem Video ist von einer maximal eingeleiteten Radon-Konzentration in den Therapieräumen von 100 kBq/m³ die Rede:


Norbert

DG0MG

Ist der Sensor im Gerät abgeschlossen oder nicht, das ist die Frage.
"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

Harald der Strahler

Zitat von: DG0MG am Gestern um 21:02Ist der Sensor im Gerät abgeschlossen oder nicht, das ist die Frage.

https://patentimages.storage.googleapis.com/8a/a1/68/13b18daa2de835/EP4471462A1.pdf?utm_source=chatgpt.com

EP4471462A1, Absatz [0010], Seite 3: Die Gasumleitstruktur dient dazu, Licht vom Eintritt in die Messkammer abzuhalten, während Luft bzw. Gas durch die Struktur in die Messkammer gelangen kann.

Ich verstehe das so: Das ,,Labyrinth" ist im Patent als Lichtschutz konstruiert; eine Filterung von Aerosolen oder Radonfolgeprodukten wird an dieser Stelle nicht beschrieben.

DG0MG

Zitat von: Harald der Strahler am Gestern um 22:08Ich verstehe das so: Das ,,Labyrinth" ist im Patent als Lichtschutz konstruiert; eine Filterung von Aerosolen oder Radonfolgeprodukten wird an dieser Stelle nicht beschrieben.

Richtig, das habe ich ja oben auch so erklärt. Wenn aber KEINE Filterung erfolgt, dürfte der Anstieg Deiner Messwerte nicht so langsam erfolgen, weil die Zerfallsprodukte ja in die Messkammer kämen und quasi sofort Zerfälle liefern. Deshalb die Idee, dass es *DOCH* eine Filterung im Gerät gibt, die im Patent nicht beschrieben ist, weil dieses nur den eigentlichen Sensor und seine Lichtunempfindlichkeit beschreibt.
"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

Radiohörer

...könnte es event. sein, dass der Air-Q "ähnlich" wie der AlphaSniffer "arbeitet", der bei feuchter Luft auch sehr lange zum Abklingen braucht --> https://www.geigerzaehlerforum.de/index.php?msg=39790
Vielleicht "kondensiert" oder "lagert" sich beim Air-Q etwas Feuchtigkeit an der ZnS(Ag)-Beschichtung an, die das Abklingen verzögert?

Keine Ahnung, ob das bei einem professionellen Rn-Messgerät mit ZnS(Ag)-Zelle, wie am TdoT in Königstein im Labor in Aktion zu sehen war, auch so ist?