Hotspot auf dem Weg vom Wanderparkplatz zur Lochmühle bei Irfersgrün

Begonnen von qasweder, 14. August 2026, 00:29

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qasweder

Moin Forum,

ich habe vor ca. 4 Wochen meinen bisher heißesten Fund auf einem öffentlichen und gut besuchten Wanderweg gemacht. 113µS/h, wieder an der Oberfläche. Auf einem bröselnden Feldweg an einer steilen Stelle, wo jeder Traktor das ausgraben kann, hat das doch dort echt nichts zu suchen, oder? Als ich von der kurzen Runde zurückkehrte, um vom Fund ein Spektrum zu erstellen, hab ich es nicht gleich wiedergefunden, da auf der freigekratzten Stelle ein junger ahnungsloser Vater auf sein "schwerhöriges" Kind gewartet hat. Wie ist so ein Fund zu bewerten? M.M.n. ist das nicht mehr so ganz lustig, spätestens, wenn der nächste Harvester bei Regen das Ding ausgräbt und der Stein paar Jahre später von ahnungslosen Wanderern als toller Stein mit gelber Oberfläche mit nach Hause genommen wird. Wer mal am Streuberg war, weiß, was ich meine. Was meint ihr? Den Track findet ihr auf radiaverse.com zwischen Wanderparkplatz und Lochmühle.

qasweder

DG0MG war scheinbar auch dort, aber offensichtlich nach mir, da dort vor mir eigentlich keiner war zum Zeitpunkt des Suchens. Aber er hat im Wald etwas weiter südlich auch noch was gefunden. Wusste nicht, das da mal die Wismut irgendwie aktiv war. Kann mich jemand aufschlauen?

DG0MG

Zitat von: qasweder am 14. August 2026, 00:29Den Track findet ihr auf radiaverse.com zwischen Wanderparkplatz und Lochmühle.

Da der Großteil der Forenleser nicht weiß, wo die betreffende Lochmühle ist, ist der Link vielleicht so besser:


Die Lochmühle ist ein Ausflugslokal im Wald bei Hirschfeld in der Nähe der AAS Zwickau-West der A72: https://www.lochmuehle-hirschfeld.de/

Tatsächlich hatte ich in der RadiaVerse-Karte gesehen, dass jemand dort war und auf dem Hauptweg einen Hotspot detektierte. Bei einer gelegentlichen Vorbeifahrt habe ich ebenfalls mal angehalten und bin einen anderen Weg - etwas am Feld entlang und dann einen Waldweg gelaufen. Wenn man die Farbskalierung der Karte entsprechend anpasst(max. 0,5 µSv/h), sieht man dass diese Schneise in südlicher Richtung wohl mal mit Wismut-Schotter befestigt wurde. Vielleicht kam der einzelne Stein am Fundort von @qasweder weiter östlich auch aus dieser Ladung.

Die große Runde nach Osten und von Südosten ist von @qasweder , der im Vergleich kurze, aber aktivere Stich nach Süden ist von mir:


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"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

qasweder

Ich habe heute eine Email vom SÄCHSISCHEN LANDESAMT FÜR UMWELT, LANDWIRTSCHAFT UND GEOLOGIE Referat 54 Strahlenschutz erhalten, um mir abschliesend das Messprotokoll  und den Befund mitzuteilen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das hier veröffentlichen darf, aber ich möchte möglichst unverfälscht die wichtigsten Ergebnisse zitieren.

Am 01.10.26 wurde von einem Referent (Name bekannt) dieser Spot näher untersucht. Zum Einsatz kam ein geeichtes Automess 6150 AD mit Szintillatorsonde AD-b.

Mein angegebener Ort wurde verdichtet geprüft. Im untersuchten Bereich ist die Ortsdosisleistung 1m über der Geländeoberkante inhomogen, aber stets unter 0,3 µS/h, Bei meiner Ortsangabe 0,2µS/h

Es sind Fotos beigefügt, wo jemand das Automess mit Sonde vor dem Bauch in der Wegmitte(?) hält und misst, im Foto scheint es die Wegmitte zu sein. Das Foto wurde aus seiner Sicht aufgenommen. Und es gibt ein Foto von einer Messung an der aufsteigenden Böschung am Wegrand Richtung Wald (Süd). Ich gehe mal davon aus, das derjenige die schwankende Genauigkeit von zivilen GPS im Blick hat und die umliegenden 10...20m mit abgesucht hat.

Der Bericht geht dann noch auf die Art des Wegebaus und die regional typische Strahlung ein. Also gabs diesen Spot in seinen Augen eher nicht. Das ist meine Interpretation,wurde aber so nicht gehauptet.
Sein Fazit: Kein weiter Handlungsbedarf.

Was lerne ich daraus? Das die relevante ODL so bestimmt wird, war mir nicht bekannt, und ich hab sie demzufolge auch nicht bestimmt.  Ich werd mal hinfahren und nachmessen. Ob dieser alleinstehende Spot in 1m Höhe noch auffällig ist, kann ich nicht sagen. Kann ja auch schon ein Mineraliensammler den Stein untersucht und ihn entfernt haben. Wir werden sehen.

Da ich gestern erst das Thema bei meinen Funden in Cunersdorf hatte, bin ich da von @Lennart (Danke nochmal) eingenordet und seh das mittlerweile realistischer. Punktquellen sind halt wahrscheinlich echt nicht relevant.

Bei einer kurzen Recherche hier im Forum hab ich zur Relevanz solcher Funde noch nichts gefunden, falls jemand mehr weiß, kann er gerne einen Link posten.

@DG0MG Wie du da zielsicher in den Süden meines Fundes gelaufen bist ist schon erstaunlich. Die Schummerungskarte zeigt zwar paar alte Löcher, aber die Wismut scheint dort nicht mal gebohrt zu haben laut boreholemap. Instinkt oder bessere Quellen?

DG0MG

Zitat von: qasweder am Gestern um 22:01Instinkt oder bessere Quellen?

Bessere Quellen hatte ich nicht, woher auch. Ich habe unterwegs noch nichtmal Internet mit und konnte deswegen beim spontanen Besuch auch gar nicht nachschauen, wo genau Du - beginnend vom Dreckparkplatz an der Straße laufend - den ersten Hotspot gefunden hattest. An der Waldkante war schon etwas erhöhtes Tickern, das ist häufig so, dass Wegabzweige mit Schotter befestigt werden. Deswegen dachte ich mir: Wenn die den Abzweig zu irgendeinem Zweck geschottert haben, dann sicher auch den Weg im weiteren Verlauf. Und so bin ich halt nach Süden gelaufen, nochmals den von Dir begangenen Weg abzulaufen, machte ja auch keinen größeren Sinn.

Danke für den Bericht über die Rückmeldung des LfULG, das hätte ich so gar nicht erwartet. Aber so ist es allemal besser, als wenn soclhe Einsätze wie in München passieren und ein Pressevertreter den anderen in gefährlicher Berichterstattung übertrumpfen will.

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qasweder

Sollte ich es vor meinem Urlaub schaffen, werd ich nochmal nachschauen. Wehe, ein Schlingel hat "meinen" Fund geklaut, dir soll morgen früh der Henkel deiner vollen Kaffeetasse abbrechen  ;)

NoLi

Zitat von: qasweder am Gestern um 22:01...
Mein angegebener Ort wurde verdichtet geprüft. Im untersuchten Bereich ist die Ortsdosisleistung 1m über der Geländeoberkante inhomogen, aber stets unter 0,3 µS/h, Bei meiner Ortsangabe 0,2µS/h
...
Es ist international Usus und vorgeschrieben, die Strahlenexposition für die Bevölkerung bei Umweltmessungen in 1 m Höhe zu bewerten, weil sich dort die strahlenschutzrelevantesten Körperteile befinden (ok, manche sitzen etwas tiefer... :whistle3: ). Aber auch, um den möglichen Einfluß von störender und messwertverfälschender Beta-Strahlung auf Dosisleistungsmessgeräte zu unterbinden.
Daher wird die "offizielle" Ortsdosisleistung µSv/h immer in diesem Abstand gemessen und mit realistischer Aufenthaltszeit zur möglichen Dosisermittlung bewertet.

Was ich aber auch nicht gut finde, solche kleinförmigen Strahlenquellen im Boden zu ignorieren, zumindest wenn diese sich auf öffentlichen Wegen befinden und mit moderaten Mitteln entfernbar sind.
Ich denke, dies wird eine Kompetenz- bzw. Zuständigkeitsfrage sein: wer ist dafür zuständig und muß vor allem dann für die Kosten dafür aufkommen?

Norbert

qasweder

Hallo Norbert,

danke für die Klarstellung, das wusste ich noch nicht. Schande über mich. Da meine Reproduktionsphase vor 25 Jahren geendet hat, ist 1 m Höhe beim Messen ok.  8)
Dann sind vermutlich nahezu alle Punktquellen unbedenklich. Meine Schreibweise der Einheit werd ich entsprechend anpassen. Hab ich echt übersehen.

Bleibt die Frage, ab wann das in 1 m Höhe gefährlich wird. Gibt es da in DE Grenzwerte. Ist natürlich auch ein Unterschied, ob es mitten im Dickicht ist oder unter einer Wanderbank...



NoLi

Zitat von: qasweder am Gestern um 23:20...
Bleibt die Frage, ab wann das in 1 m Höhe gefährlich wird. Gibt es da in DE Grenzwerte. Ist natürlich auch ein Unterschied, ob es mitten im Dickicht ist oder unter einer Wanderbank...
Der Grenz- bzw. Richtwert der effektiven Jahresdosis "für eine Einzelperson der Bevölkerung"(Jura-Deutsch) beträgt 1 mSv, bezogen auf realistische Aufenthaltsbedingungen. Unter Umständen kann für die natürliche Dosis ein Jahresgrenzwert von 6 mSv  angesetzt werden.

Norbert

NoLi

Hier mal ein Bericht der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg LUBW aus dem Jahr 2017, die im Auftrag des Umweltministeriums BW Strahlungsmessungen im Schwarzwald an und um die ehemalige Urangrube "Hans-Paul" in Menzenschwand zur Ermittlung einer möglichen Personendosis von Urlaubern und Wanderer durchgeführt hat:
https://um.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-um/intern/Dateien/Dokumente/3_Umwelt/Kernenergie/Berichte/uebergeordnet/Umweltradioaktivitaet/170719_Bericht_Menzenschwand.pdf
Auslöser war auch hier ein Bericht von Citizen Science.

Norbert