RadiaCode Zero

Begonnen von DL3HRT, 17. Juli 2026, 22:57

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DL3HRT

Da sich der RadiaCode Zero doch grundlegend von den anderen RadiaCode-Geräten unterscheidet ist es vielleicht besser, einen eigenen Thread aufzumachen.

Als wir Mitte Juni auf den Referenzflächen der Wismut waren fiel mir auf, dass der RadiaCode Zero offensichtlich zu hohe Messwerte anzeigt, wenn die Temperatur zu hoch ist. Ich habe das zu Hause überprüft und konnte das Problem reproduzieren. Oberhalb 45 °C steigt die angezeigte Dosisleistung mit steigender Temperatur immer schneller an.

Ich habe daraufhin Sergei, den CEO von RadiaCode, kontaktiert. Er bat mich um etwas Geduld, weil sie dieses Problem genauer untersuchen wollten.

Heute bekam ich folgende Mail:
ZitatI'm really sorry to have kept you waiting, but I have finally prepared a document that brings together the recent user feedback and questions we have received.

It has turned into quite a long read and has not even been published on our website yet, so you are among the first people outside the company to receive this information.

Sergei hat mir erlaubt, das PDF hier zu posten. Vielleicht werden dadurch ein paar Dinge klarer, vielleicht tauchen neue Fragen auf  ;) .



Lennart

Ich habe neulich in der Nähe von Rittersgrün einen kleinen Krümel Uraninit gefunden, ca. 25 x 20 x 20 mm groß. Der Anzeigewert mit einem RadiaCode-102 (ohne Silikonhülle) liegt im Kontakt zu beiden, flachen Seiten bei jeweils ca. 300 µSv/h. Okay, das ist nicht schlecht. Mit Silikonhülle sinkt der Wert auf ca. 230 µSv/h.

Dann habe ich mal mit dem Zero (ohne Silikonhülle) gemessen und tatsächlich waren die Werte gar nicht so viel höher. Ungefähr 330 µSv/h war der Anzeigewert. Nicht weiter verwunderlich, da das Gerät etwas empfindlicher für Betastrahlung ist. Wenn man auch hier die Hülle nutzt, landet man bei lediglich 200 µSv/h, was schon eine sportliche Verringerung der Messwerte darstellt.

Mit dem Automess AD6/E misst man im Kontakt gute 150 µSv/h.

Man kann sich immer über Sinn und Unsinn solcher Kontaktmessungen streiten, natürlich ist auch die Detektorgeometrie völlig anders und der Abstand zum Referenzpunkt usw.

Es ist aber interessant, was für einen eklatanten Effekt die Silikonhülle auf die Messwerte hat, wenn Betastrahlung im Spiel ist. Ich hatte jetzt keine Bügelmessschraube zur Hand, daher kann ich nur die Werte eines analogen Messschiebers nennen. Diese liegen auf der Unterseite der Silikonhülle (Detektor-Referenzpunkt) bei bis zu 1,9 mm. Oben ist es deutlich weniger, dort misst man ca. 0,9 mm.

Ich habe noch ein kleines Experiment mit einer "reinen" Betaquelle gemacht. Vor weit über 30 Jahren hatte die mal 0,1 µCi. Hierbei habe ich nicht die Zählraten verglichen, sondern nur die Dosisleistung. Bei der Betastrahlung von Sr90 + Y90, mit einer Energie bis zu 2,28 MeV, reduziert die Silikonhülle die angezeigte Dosisleistung des RC-Zero um knapp 72 %.

NoLi

#2
Eine Idee wäre, eine 1 mm dicke Kupferblechkappe, passend um den Szint.Bereich des RC, als Beta-Blocker in die Silikonhülle einzulegen.

Norbert