Zählrohre parallel schalten

Begonnen von DL8BCN, 15. Mai 2022, 19:53

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DL8BCN

Hallo, macht es Sinn zur Steigerung der Empfindlichkeit mehrere Zählrohre parallel zur schalten?
Ich frage, weil ich gerade noch günstig 2 Stück SBM-20 bekommen kann.
Ich hatte kürzlich einen Zähler mit einem STC-5 gebaut und könnte die anderen beiden dazu schalten.
Gruß, Rainer

Curium

Ja, und nicht nur 2..........

DG0MG

Zitat von: DL8BCN am 15. Mai 2022, 19:53zur Steigerung der Empfindlichkeit mehrere Zählrohre parallel zur schalten?

Ja, kann man machen.
Dann muss aber jedes ZR seinen eigenen Anodenwiderstand bekommen.

"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

NoLi

Ich habe mal was von eventuellen Kapazitätsproblemen gehört, die man bekommen könnte.

Norbert

Peter-1

Mein SBT10A habe ich so angekoppelt. Die 15 pF reichen bei mir aus.
Gruß aus Bayern - Peter

DL8BCN

Vielen Dank für die zahlreichen Infos!
Dann kann ich ja demnächst wieder den Lötkolben anwerfen ;D
Bei der Vierfachschaltung oben sind 1pf Kondensatoren verbaut?
Den Wert bekommt man ja schon durch Verdrahtungskapazitäten.

Turbo-Tom

#6
Wenn es die Beschaltung des evtl. schon vorhandenen "Zentralgeräts" des Zählers nicht erfordert, würde ich auf den kathodenseitigen Signalabgriff verzichten, denn gerade bei größeren bzw. parallel geschalteten Zählrohren stellt die Kathode eine nicht zu verachtende Antenne dar, die jede Menge Störungen einfangen kann.

Der Schaltungsvorschlag von Peter ist viel störsicherer, da er es erlaubt, die Kathode der Zählrohre auf Masse zu legen, sie trägt daher noch zur effektiven Störabschirmung der Anode bei. Ich habe das bei meinem ortsauflösenden Zähler mit dem SBT10A ähnlich gemacht, die Koppelkapazitäten jedoch als Leiterplattenkondensatoren (zu je ~2pF) ausgeführt.

Mit entsprechend empfindlichen Komparatoren / OPAMPs erzeugt man fast gar keine zusätzliche Belastung des Zählrohrs für den Signalabgriff, d.h. die Koppelkondensatoren können erheblich kleiner sein als die interne Zählrohrkapazität.

Am Ende ist man aber oft auf eine Kompatibilität mit vorhandener Hardware angewiesen, so dass man sich die Konfiguration nicht immer aussuchen kann...

DL8BCN

Hallo noch mal!
Peter, hast du einen Gesamtstromlaufplan deiner Schaltung mit den 4 Zählrohren?

DL8BCN

Eine Frage zur Parallelschaltung von Zählrohren.
Was sind genau die Vorteile?
Ich denke, durch das größere Gasvolumen, bzw. Zählrohrfläche wird die Gesamtempfindlichkeit besser.
Die Messgenauigkeit dürfte das ja nicht beeinflussen.
So ganz habe ich den Vorteil noch nicht verstanden.

Raddet

Zitat von: DL8BCN am 17. September 2022, 20:42Ich denke, durch das größere Gasvolumen, bzw. Zählrohrfläche wird die Gesamtempfindlichkeit besser.

Korrekt. Man kann auch aus mehreren Röhren ein Teleskop machen, wenn man deren Signale über eine Koinzidenzschaltung kombiniert. Das heißt, es ist möglich, Partikel aus einer bestimmten Richtung zu registrieren. (Wir hatten eine solche Laborarbeit an dem Institut, an dem ich studiert habe. Es gab ein Teleskop mit vier GM-Röhren, die jeweils die Größe einer arm. Es war interessant, es auf die Sonne zu richten. Die Anzahl der Messwerte stieg um Größenordnungen.)

Henri

Zitat von: DL8BCN am 17. September 2022, 20:42Eine Frage zur Parallelschaltung von Zählrohren.
Was sind genau die Vorteile?
Ich denke, durch das größere Gasvolumen, bzw. Zählrohrfläche wird die Gesamtempfindlichkeit besser.
Die Messgenauigkeit dürfte das ja nicht beeinflussen.
So ganz habe ich den Vorteil noch nicht verstanden.


Mit 2 Zählrohren brauchst Du nur halb so lang messen wie mit einem, um die selbe Genauigkeit zu erreichen. Es geht also vor allem um "Reaktionszeit". Du musst ungefähr 400 Impulse registrieren, um daraus ein verlässliches Messergebnis errechnen zu können. Das kann bei sehr geringer Strahlung 10 Sekunden dauern, oder 6 Stunden, je nachdem was Du für ein Gerät hast...

Bei hohen Dosisleistungen braucht man aber sehr kleine Zählrohre, weil die großen zu schnell gesättigt sind. Ist alles eine Frage des Anwendungsgebiets...

NoLi

Zitat von: Raddet am 17. September 2022, 20:56
Zitat von: DL8BCN am 17. September 2022, 20:42Ich denke, durch das größere Gasvolumen, bzw. Zählrohrfläche wird die Gesamtempfindlichkeit besser.

Korrekt. Man kann auch aus mehreren Röhren ein Teleskop machen, wenn man deren Signale über eine Koinzidenzschaltung kombiniert. Das heißt, es ist möglich, Partikel aus einer bestimmten Richtung zu registrieren. (Wir hatten eine solche Laborarbeit an dem Institut, an dem ich studiert habe. Es gab ein Teleskop mit vier GM-Röhren, die jeweils die Größe einer arm. Es war interessant, es auf die Sonne zu richten. Die Anzahl der Messwerte stieg um Größenordnungen.)
Ein Myonen-Teleskop.
Am besten mit einer Latte, zwei Isolier-Kaffeekannen, zwei Photomultiplierer (besonders empfindliche im UV-Bereich), vollentsalztes Wasser (in den Kannen) und der Koinzidenzschaltung.

Norbert

DL8BCN

Hallo, ich habe an dem Theremino GA-500 Adapter ja nun 2 parallele SBM-20 Zählrohre laufen.
Eine Sache scheint mir nicht plausibel.
Bei mir im Bastelkeller habe ich einen Hintergrund von etwa 100nSv/h.
Das zeigt der RADEX 1008 und auch der RC-101 an.
Wenn ich bei >SensorType< richtigerweise 2xSBM20 einstelle, bekomme ich mit der Theremino Software nur einen Messwert von ca. 31nSv/h.
Wenn ich aber nur ein Zählrohr auswähle, passt es mit ca. 100nSv/h.
Das ist blöd!

DG0MG

Das klingt ja eigentlich so, als ob nur eines der Zählrohre Impulse liefert?

Musst Du mal wechselseitig jeweils eins abklemmen und schauen, ob sich der Wert nur halbiert, oder ob bei einem gar keine Impulse kommen.

"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

DL8BCN

Hallo, das hatte ich auch zunächst gedacht.
Wegen der einfachen Entnehmbarkeit der Zählrohre in Fassungen habe ich natürlich jedes ZR einzeln getestet.
Mit einem Beutel KCL auf einem einzelnen ZR bekomme ich ca. 100 CPM.
Mit beiden Zählrohren sind es dann wie erwartet ca. 200 CPM.
Es funktionieren also beide.
Wenn ich mit einem ZR messe und auch in der Software ein SBM20 ausgewählt habe, sehe ich ca. 500 nSv/h.
Es passt auch wieder, wenn ich beide ZR verwende und im Menü 2xSBM20 auswähle.
Wobei die 500 nSv/h ja vorsichtig zu bewerten sind, da der Wert ja hauptsächlich durch die Beta Strahlung verursacht wird.
Tatsächlich ergibt sich nur bei der Hintergrundmessung ein geringerer Wert als mit meinen anderen Geräten.
Es war eben aber auch nicht mehr so gravierend, sondern der Wert lag bei 60 nSv/h.
Also könnte das in der Statistik untergehen.