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Autor Thema: RadiaScan 701A  (Gelesen 11054 mal)

DL3HRT

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Re: RadiaScan 701A
« Antwort #15 am: 11. Oktober 2019, 11:07 »
Zitat
Übrigens - in dem Video auf der Seite des russ. Herstellers ist interessanterweise ein Test mit den Tritiumleuchten zu sehen. Der GS detektiert nichts. Das kann ich bestätigen. Ich habe zwei Uhren mit Tritiumstäbchen, wie auch eine in Kunststoff eingebettetes größeres Stäbchen. Da bleibt der GS völlig stumm, wie auch meine anderen Zähler. Wenn der RadiaScan da was detektiert, muss er deutlich empfindlicher sein.
Ich werde berichten.

Bei den Tritiumstäbchen kann man von außen nur die Bremsstrahlung messen. Da die Betastrahlung von H3 eine Energie von 18 keV hat, liegt die Bremsstrahlung darunter mit einem Maximum bei ca. 5-6 keV. Normale Zählrohre messen da nichts mehr, da die Strahlung bereits in der Zählrohrwand absorbiert wird. Beim Zählrohr des RadiaScan mit dem Glimmerfenster kann ich mir gut vorstellen, dass zumindest ein Teil der Strahlung detektiert wird. Mit dem größeren russischen SBT-10A (Glimmerfenster und große Detektorfläche) funktioniert das auf jeden Fall.

Floppyk

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Re: RadiaScan 701A
« Antwort #16 am: 11. Oktober 2019, 11:11 »
Danke, das ist bekannt. Da aber der GS auch ein Glimmeerfenster hat, hätte er prinzipiell was messen können, auch wenn das Fenster primär für Alphapartikel ist.

Gibt es irgendwo ein Datenblatt vom Sensor des RadiaScan, um mal die Empfindlichkeiten zu vergleichen?

DL3HRT

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Re: RadiaScan 701A
« Antwort #17 am: 11. Oktober 2019, 11:21 »
Zitat
Da aber der GS auch ein Glimmeerfenster hat, hätte er prinzipiell was messen können, auch wenn das Fenster primär für Alphapartikel ist.
Wahrscheinlich ist die Detektorfläche zu klein. Die Aktivität einer H3-Quelle liegt im Bereich von GBq. Dementsprechend viel Bremsstrahlung entsteht. Selbst mit dem russischen SBT-10A war die Zählrate nicht umwerfend. Es wird also nur ein Bruchteil der Ereignisse registriert.

Zitat
Gibt es irgendwo ein Datenblatt vom Sensor des RadiaScan, um mal die Empfindlichkeiten zu vergleichen?

hier: https://consensus-group.ru/radiation-counters/alpha-beta-gamma-radiation/106-beta-1-1
Leider steht nichts zum Energiebereich drin und auch nicht zur Flächenmasse des Eintrittsfensters. Aber mit einer Fläche von 7 cm2 sollten es Welten zur Empfindlichkeit des GS-Zählrohrs sein.



Floppyk

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Re: RadiaScan 701A
« Antwort #18 am: 11. Oktober 2019, 11:29 »
Genau mein Gedanke.
Verbindlichsten Dank für den Link.  :hi:

DG0MG

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Re: RadiaScan 701A
« Antwort #19 am: 11. Oktober 2019, 12:35 »
Danke für die Vorstellung des RadiaScan 701A!
Ich war davon sehr angetan und habe ihn vorgestern spontan bestellt.

Das freut mich sehr, ich bin auf Deine Meinung gespannt. Ich habe den Kauf jedenfalls nicht bereut und benutze das Gerät gerne. Hast Du beim oben verlinkten ebay-Angebot zugeschlagen?

Ich denke, als Flohmarkt-Gerät ist er sehr gut geeignet, da wirklich klein und in der Jackentasche zu verstauen. Von Vorteil ist es, sich mit der Materie Strahlungsmessung schon ein klein wenig auszukennen: Auf Grund der Fülle der angezeigten Optionen und auswählbaren Modi und Bedienung des Deckels könnte es sein, dass der Laie überfordert ist. Mit Laie meine ich jemand, der erstmalig nur einen "guten Geigerzähler" kaufen will. Aber man wächst mit seinen Aufgaben - man kann sich ja reinarbeiten.

Ob der RadiaScan auch als Daueranzeige dienen kann, muss ich mal prüfen.

Ich denke, dafür ist er WENIGER geeignet, als der GS.
Für den Dauerbetrieb muss er mit Strom versorgt werden (5 V über Mini-USB).
Es ist der Lebensdauer des OLED-Displays nicht zuträglich, es dauerhaft hell leuchten zu lassen. Man stellt es also eher dunkel, oder lässt es heller, aber nach einstellbarer Zeit ganz ausgehen.
Zum Ablesen muss man dann eine Taste drücken, um das Display zu "wecken".

Ich habe leider kein Tritium-Präparat, so dass ich damit die Empfindlichkeit nicht testen kann.

Man kann die beiden AAA-Batterien durch Akkus ersetzen, die praktischerweise auch im RadiaScan per USB geladen werden können. Da dürften wohl nur NiMH Akkus passend sein. Aber dann fehlen rechnerisch 2 x 0,3 V. Hat das einen Einfluss?

Ich hab bisher keinen bemerkt, da ist sicher ein Step-up-Wandler drin, der stabile 3,3 V für Prozessor und Display aus der Batteriespannung generiert.


Wenn man Einstellungen zur Messung gemacht hat, bleibt die momentane Einstellung gespeichert, so dass nach erneutem Einschalten wieder mit den gleichen Parametern weiter gemessen werden kann?

Das würde ich erstmal mit "ja" beantworten. Innerhalb einer Messung bzw. eines der Modi kann man eigentlich gar nichts weiter einstellen. Das Bedienkonzept ist eher so: Zum Ändern muss man (statt im Messmodus) in den Modus "Zahnrad" (=Einstellungen) und sich dort zu den "Eigenschaften" des jeweiligen Modes durchhangeln. Die Menüs sind teilweise tief verschachtelt, aber das ist kein Problem. Die Einstellungen sind auf jeden Fall - auch über einen Batteriewechsel - nichtflüchtig.
Leicht negativ aufgefallen ist mir bisher nur, dass nach dem Einschalten IMMER der Modus "GAMMA" aktiv ist, auch wenn man zuletzt im SEARCH oder im "APFEL" war.

Bei einem Flohmarktbesuch würde man das Gerät aber nach der ersten Benutzung nicht wieder ausschalten, sondern allenfalls den Ticker abstellen und dann wieder einstecken. Das Display geht ja alleine aus.
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Floppyk

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Re: RadiaScan 701A
« Antwort #20 am: 11. Oktober 2019, 13:16 »
Danke für deine ausführliche Antwort.

Hast Du beim oben verlinkten ebay-Angebot zugeschlagen?
Ich habe das über Zypern bestellt, aber bislang noch keine Versandbestätigung erhalten.

Auf Grund der Fülle der angezeigten Optionen und auswählbaren Modi und Bedienung des Deckels könnte es sein, dass der Laie überfordert ist. Mit Laie meine ich jemand, der erstmalig nur einen "guten Geigerzähler" kaufen will. Aber man wächst mit seinen Aufgaben - man kann sich ja reinarbeiten.
Ich möchte mich als "erweiteter Laie" betrachten, der Kenntnis über die Strahlungsarten, Zerfallsreihen, natürliche und künstliche Radioaktivität und auch die verschiedenen Detektoren im Grundprinzip kennt und unterscheiden kann. Daher weiß ich auch den Sinn des "Deckels" und kann umzugehen.
Aber ich wäre mit einem Gamma Spektrometer überfordert. Aber der würde mich noch reizen, weil man damit z.B. die Verwendung von Natururan und abgereichertem Uran bei Uranglas zur Altersbestimmung unterscheiden könnte. Da aber meine anderen Hobbys viel Geld verschlingen ist mir das im Moment noch zu teuer.
Aber als Jäger würde mich auch eine aussagekräftige Messung von belastetem Wildfleisch interessieren.

Zum Ablesen muss man dann eine Taste drücken, um das Display zu "wecken".
Ok, dann hat sich das erledigt und mein GS bleibt an der Wand  :)

Ich hab bisher keinen bemerkt, da ist sicher ein Step-up-Wandler drin, der stabile 3,3 V für Prozessor und Display aus der Batteriespannung generiert.

Wie weit darf denn die Batteriespannung sinken, bevor er "Batterie alle" meldet?
Oder hast du schon einen Dauertest gemacht, wie lange die Akkus halten?

Wenn man Einstellungen zur Messung gemacht hat, bleibt die momentane Einstellung gespeichert, so dass nach erneutem Einschalten wieder mit den gleichen Parametern weiter gemessen werden kann?
Das würde ich erstmal mit "ja" beantworten. Innerhalb einer Messung bzw. eines der Modi kann man eigentlich gar nichts weiter einstellen. Das Bedienkonzept ist eher so: Zum Ändern muss man (statt im Messmodus) in den Modus "Zahnrad" (=Einstellungen) und sich dort zu den "Eigenschaften" des jeweiligen Modes durchhangeln. Die Menüs sind teilweise tief verschachtelt, aber das ist kein Problem. Die Einstellungen sind auf jeden Fall - auch über einen Batteriewechsel - nichtflüchtig.
Leicht negativ aufgefallen ist mir bisher nur, dass nach dem Einschalten IMMER der Modus "GAMMA" aktiv ist, auch wenn man zuletzt im SEARCH oder im "APFEL" war.

Bei einem Flohmarktbesuch würde man das Gerät aber nach der ersten Benutzung nicht wieder ausschalten, sondern allenfalls den Ticker abstellen und dann wieder einstecken. Das Display geht ja alleine aus.

Aha, mit Akkubetrieb ist das ja dann egal, wobei man dann aber ggf. Ersatz dabei haben sollte. Immerhin kann so ein Besuch durchaus 10 Std andauern. Aber ich habe noch 4 Samsung NiMH liegen, die ich dafür reservieren kann.
BTW: Wichtiger auf der Suche nach Uranglas ist die UV-Taschenlampe. Damit kann man verdächtige Gegenstände schon aus mehreren Metern Entfernung quer über den Tisch anstrahlen. Aber ich werde mich auf kleine Gegenstände spezialisieren, weil meine Vitrine bereits voll ist und Gläser, Schüsseln Karaffen groß sind und viel Platz verbrauchen. Knöpfe beispielsweise sind auch mit einer UV-Lampe aus einem großem Sammelsurium schwer zu finden, weil Perlmutt und bestimmte Kunststoffe auch fluoreszieren. Leider ist der GS für solche kleinen Gegenstände nicht empfindlich genug, bzw. die Messung dauert. Ebenso ist Pechblendemalerei damit meistens nicht sicher zu detektieren.
Ich muss allerdings gestehen, dass ich viele Flohmärkte aus Faulheit auch nicht besuche, insbesondere weil man da sehr früh auf Zack sein muss. Will sagen - das hat keine Priorität und da suche ich mir nur die lohnenden Märkte heraus.

Floppyk

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Radiascan 701a angekommen
« Antwort #21 am: 23. Oktober 2019, 14:14 »
Mein Radiascan 701a ist gerade angekommen. Der Zähler ist ja hier bekannt. Ist ein kurzes Review dennoch erwünscht, ggf im Vergleich mit anderen Zählern? Soll ich es unter dem vorhandenen Fred setzen oder einen neuen aufmachen?

DG0MG

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Re: RadiaScan 701A
« Antwort #22 am: 23. Oktober 2019, 15:11 »
Nein, hier weiter. Bei den Geräten würde ich sagen: Ein Gerät ==> ein Thread.

Durchaus ist ein weiteres Review oder zumindest erste Eindrücke interessant. Die Geschmäcker sind ja zum Glück verschieden.
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DL3HRT

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Re: RadiaScan 701A
« Antwort #23 am: 23. Oktober 2019, 15:57 »
Zitat
Mein Radiascan 701a ist gerade angekommen. Der Zähler ist ja hier bekannt. Ist ein kurzes Review dennoch erwünscht, ggf im Vergleich mit anderen Zählern?

Ja, ein Vergleich mit anderen Geigerzählern ist auch interessant.

emanator

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Re: Radiascan 701a angekommen
« Antwort #24 am: 23. Oktober 2019, 16:00 »
Mein Radiascan 701a ist gerade angekommen. Der Zähler ist ja hier bekannt. Ist ein kurzes Review dennoch erwünscht, ggf im Vergleich mit anderen Zählern? Soll ich es unter dem vorhandenen Fred setzen oder einen neuen aufmachen?

Ja fände ich auch interessant.

Jeder findet etwas Anderes und hat in der Regel auch andere Quellen und mach andere Erfahrungen-
Die vorher genannte Tritium-Geschichte finde ich hoch interessant, vor allem mit der gleich passenden Erläuterung der Bremsstrahlung.

Tritium-Nachweis ist immer problematisch. Geziehlt Bremsstrahlung zu messen (mit einer nicht zu dicken Plexi-Platte)wäre sit ein seeehr interessanter Ansatz (wenn man einen Detektor hat, der solch niederenergetische Strahlung dann noch detektiert.

DL3HRT

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Re: RadiaScan 701A
« Antwort #25 am: 23. Oktober 2019, 17:08 »
Zitat
Tritium-Nachweis ist immer problematisch. Geziehlt Bremsstrahlung zu messen (mit einer nicht zu dicken Plexi-Platte)wäre sit ein seeehr interessanter Ansatz (wenn man einen Detektor hat, der solch niederenergetische Strahlung dann noch detektiert.

Mit der RAP47-Sonde bekomme ich das hin: siehe hier
Aber auch das ist schon grenzwertig, da die Sonde unterhalb 8 keV zunehmend unempfindlicher wird. Für Bremsstrahlung andere Nuklide mit etwas mehr Beta-energie ist das aber kein Problem.

Floppyk

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DL3HRT

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Re: RadiaScan 701A
« Antwort #27 am: 24. Oktober 2019, 15:54 »
Soweit ich es verstanden habe, ist das die zertifizierte Variante des 701. Das schlägt sich auch im Preis nieder.

stsch69

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Re: Radiascan 701a angekommen
« Antwort #28 am: 24. Oktober 2019, 16:43 »
Mein Radiascan 701a ist gerade angekommen. Der Zähler ist ja hier bekannt. Ist ein kurzes Review dennoch erwünscht, ggf im Vergleich mit anderen Zählern? Soll ich es unter dem vorhandenen Fred setzen oder einen neuen aufmachen?

Hallo,
viel Spaß mit dem Gerät :-)
Ich hatte meins auch bei ebay(Zypern) bestellt. Leider wurde es aber direkt aus Russland, direkt vom Hersteller verschickt und ich musste noch zum Zoll und nachzahlen.
Wie ist es denn bei Dir gelaufen?

Floppyk

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Re: RadiaScan 701A
« Antwort #29 am: 24. Oktober 2019, 18:05 »
Der kam über Zypern und steckte dann einfach in meinem Briefkasten.
Wie hoch war Zoll und MwSt?