DDR-Museum, Geigerzähler.

Begonnen von NoLi, 16. Juni 2022, 22:43

⏪ vorheriges - nächstes ⏩

NoLi

Aha, die STASI traute wohl den eigenen Produkten nicht so und setzte auch auf Geigerzähler vom amerikanischen Klassenfeind:

https://ddrmuseum.tumblr.com/post/682614144235716608/am-26-april-1986-ereignete-sich-die

"  Am 26. April 1986 ereignete sich die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Der Supergau führte zu einem wachsenden Bewusstsein um die Gefahren der zwei aktiv betriebenen Kernkraftwerke der DDR. Wir zeigen euch einen Geigerzähler aus der Hinterlassenschaft der Stasi, den der Physiker Sebastian Pflugbeil im Rahmen unserer neuen Sonderausstellung »Ein Land und seine Helden« zur Verfügung gestellt hat. Die Ausstellung im Foyer des DDR Museum eröffnet offiziell morgen um 18 Uhr mit einer Veranstaltung. Zu dieser und der Sonderausstellung mit 26 Vitrinen ist der Eintritt wie immer kostenfrei.

#ddrmuseum #ddr #gdr #ddrgeschichte #geschichte #museum #museumberlin #supergau #tschernobyl #kernkraft #atomkraft #nuclearpower #nuclear — view on Instagram https://ift.tt/vGtjyq1  "

Norbert

DG0MG

Wenn ich so überlege .. mir fällt jetzt auch gleich kein Fertiggerät aus DDR-Fertigung ein, das dem gezeigten in etwa vergleichbar wäre. Wir haben so viel Strahlungsmesszeug produziert, PMTs, Szintillatoren, hochqualitative Zählrohre, auch mit Endfenster, aber wo ist das alles eingebaut worden?

Alles, was so hin und wieder mal auftaucht ist aus den 60ern und 70ern (RR66, RAM 60A). Und mit dem gelegentlich zu sehenden Röntgen-Gamma-Dosimeter 27040 kann man vielleicht eine Röntgenanlage nachmessen, aber für einen schnellen Niedrigdosisleistungsüberblick ist das auch nichts.

Insofern bekam der Herr Schalck-Golodkowski halt den Auftrag: "Guck mal drüben!"
"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

Axton

Zitat von: DG0MG am 17. Juni 2022, 07:17aber wo ist das alles eingebaut worden?

Möglicherweise ist es gegen Devisen rüber gegangen und dort verbaut worden.
Wäre kein Wunder falls ja. Ist ja mit anderen Dingen (z.B. Strumpfhosen) auch passiert.
Oder es ist an die sozialistischen Bruderstaaten gegangen. Obwohl die UdSSR ja selbst das hergestellt hat (falls ich mich nicht irre).

NoLi

Zitat von: DG0MG am 17. Juni 2022, 07:17...
Wir haben so viel Strahlungsmesszeug produziert, PMTs, Szintillatoren, hochqualitative Zählrohre, auch mit Endfenster, aber wo ist das alles eingebaut worden?
...
Na, das wäre doch ein "Nachforschungsprojekt"! :search:


Zitat von: Axton am 17. Juni 2022, 10:53...
Möglicherweise ist es gegen Devisen rüber gegangen und dort verbaut worden.
Wäre kein Wunder falls ja. Ist ja mit anderen Dingen (z.B. Strumpfhosen) auch passiert.
...
Ich glaube, Strumpfhosen waren im kapitalistischen Ausland auch begehrter als PMTs, Szintillatoren, hochqualitative Zählrohre, auch mit Endfenster,... ;D

Bei der mir bekannten Strahlenmesstechnik ist mir auch kein ostdeutsches Detektorsystem in Erinnerung...alles hauptsächlich aus den USA, Großbritannien oder WestDeutschland. Kann mich auch nicht erinnern, bisher bildlich bekannte Ost-Zählrohre in Westdeutschland verwendete Strahlungsmessgeräten gesehen zu haben (und das waren nicht wenige).
Das einzige ostdeutsche Gerät mit größerer West-Verbreitung war das Röntgen-Gamma-Dosimeter 27040 vor allem im Röntgenbereich, weil es auch den westdeutschen Eichvorgaben entsprach...Automess, Berthold und Herfurth hatten dann in den 1980ziger mit neueren bzw. weiterentwickelten Gerätetypen nachgezogen (z.B. großer Szintomat; TOL/E, TOL/F; Babyline); Standardgerät für Röntgenanlagen-Abnahmeprüfungen und wiederkehrende -prüfungen wurde dann Berthold`s TOL/E und TOL/F (weil neben den amtlichen Eichterminen vor jeder Messung eine Kalibrierung mit einem amtlich geeichten Sr-90 Strahler wegen Qualitätssicherung durchgeführt werden musste).

Norbert