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#1
Zitat von: Ravenlord am Heute um 09:55...
Der deutsche Markt ist zu klein und die Gebühren bei der PTB für eine Neuzulassung sind nicht mehr zu rechtfertigen. Daher hat sich Thermo dazu entschieden kein neues Gerät auf den Markt zu bringen.
Nicht nur bei Thermo ist dies so, auch GRAETZ Strahlungsmesstechnik geht diesen Weg, indem sie keine Eigenentwicklungen für eichbare Geräte mehr herstellen, sondern auch für den deutschen Markt zugelassene Geräte von Partnerfirmen, wie für die Dosisleistung das "Seibersdorf Laboratories SSM1+" und für die Dosis das "Mirion DMC3000 PTB Autonom", vertreiben.
https://graetz.com/2026/05/neue-wege-in-der-strahlungsmesstechnik/
https://graetz.com/2026/07/ptb-baumusterpruefung-und-konformitaetsbewertung/

Norbert
#2
Zitat von: Ravenlord am Heute um 09:55
Zitat von: ullix am 09. November 2025, 11:45...
Ok. Aber: das kann ich doch mit jedem Gerät machen. Was macht dann einige Geräte eichfähig (und teurer)?

Richtig, aber du benötigst einen Offizellen Eichschein einer Deutschen Eichbehörde. Diese Eichung wird nicht durch den Hersteller durchgeführt.
Mittlerweile gibt es das RadEye G-10 PTB nicht mehr und es wird auch keinen Nachfolger geben (Bauteilverfügbarkeit, Neuentwicklung nötig).
Der deutsche Markt ist zu klein und die Gebühren bei der PTB für eine Neuzulassung sind nicht mehr zu rechtfertigen. Daher hat sich Thermo dazu entschieden kein neues Gerät auf den Markt zu bringen.
Um ein Strahlungsmessgerät zur Messung der Dosis oder Dosisleistung auf dem deutschen Markt zur Eichung zugelassen zu bekommen, bedarf es einer sogenannten Baumusterprüfung und Konformitätszulassung. Sie wird nach weitreichenden Prüfungsvoraussetzungen durch die Physikalisch Technische Bundesanstalt -PTB- erteilt, wenn die geforderten Kriterien
- Energiebereich
- Winkelbereich
- Messbereich
- Anzeigetoleranzen
- mechanische Beschleunigung
- Rüttelfrequenzen
- Fallhöhe
- Feuchtigkeitseinfluß
- Temperatureinfluß
- elektromagnetische Einflüsse
- ...
eingehalten werden. Dies können vor allem ausländische Geräte in der Regel nicht (komplett) liefern.
Und diese Baumusterprüfbescheinigung ist noch zeitlich begrenzt, auf 10 Jahre!
Mit der Baumusterprüfbescheinigung und nach Prüfung der Geräte-Konformität durch die zuständigen Eichbehörde kann diese dann nach erfolgreicher Eichung der Messanzeige des einzelnen Gerätes das Eichzertifikat dafür ausstellen.

Böse Zungen reden auch von deutscher überbordender Bürokratiewut und Regulierungswahnsinn...

Norbert
#3
Zitat von: ullix am 09. November 2025, 11:45Die Eichpflicht-Strahlenschutz Vorschriften scheinen mir plausibel. Die Eich-Gebühren läppern sich zwar, aber die einzelnen Posten liegen im Rahmen meiner Erwartungen. Dass das Militär nicht eichen muss erscheint nachvollziehbar. Mich verwundert aber der Passus: "3. die Messrichtigkeit auf andere Weise gewährleistet ist." Was heisst das nun: doch keine Eichpflicht, wenn ich richtig kalibriere???

Ein eichfähiges Gerät kann für den Nutzer einen höheren Wert haben, und würde einen höheren Preis rechtfertigen. Nun schaue ich beim Feuerwehrbedarf  nach, und finde einen Preis von 1700€ für ein RadEye G-10. Das ist viel, aber habe ich nicht hier im Forum gelesen, die RadEye Geräte seien noch einen weiteren Tausender teurer?

Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.

Im RadEye-Katalog (Seite 10) findet man für das RadEye G/G-10 "Detector Energy: compensated GM-tube" und für seine Empfindlichkeit 102 CPM/(μSv/h). Das, und die physische Gerätegröße, sprechen für China-Glass-Tubes mit Bauchbinde(n).

Ich weiss, dass eine Energie-kompensierte LND712 für nur wenige 10€ Aufpreis zu ca. 100€ Grundpreis angeboten wurde. Also ist das RadEye 10 vergleichbar mit einem GMC-800 für 80€ plus (sagen wir) 50€ Aufpreis für die Energiekompensation. Was mehr erhalte ich für das Delta von 1500+€?

Übrigens: Welche Eigenschaft genau muss ein Gerät haben, damit es "eichbar" ist? Verplombbar?


Zitat von: ullix am 09. November 2025, 12:53
Zitat von: NoLi am 09. November 2025, 12:17Die Geräte werden nach der Eichung durch die Eichbeamten an möglichen Öffnungen zum Geräteinneren (ausgenommen Batteriefach) mit zerstörbaren Siegeln versehen, um einen unberechtigten Eingriff in das Geräteinnere erkennen zu können. Ferner erhalten sie noch ein Siegel mit Angaben zur Eichstelle und dem Eichjahr.

Ok. Aber: das kann ich doch mit jedem Gerät machen. Was macht dann einige Geräte eichfähig (und teurer)?

Richtig, aber du benötigst einen Offizellen Eichschein einer Deutschen Eichbehörde. Diese Eichung wird nicht durch den Hersteller durchgeführt.
Mittlerweile gibt es das RadEye G-10 PTB nicht mehr und es wird auch keinen Nachfolger geben (Bauteilverfügbarkeit, Neuentwicklung nötig).
Der deutsche Markt ist zu klein und die Gebühren bei der PTB für eine Neuzulassung sind nicht mehr zu rechtfertigen. Daher hat sich Thermo dazu entschieden kein neues Gerät auf den Markt zu bringen.
#4

Hallo Lennart

Ich möchte dich auf etwas Hinweisen.
Die meisten RadEye B20 aus Japan wurden nach dem Reaktorunglück in Fukushima in einer sehr schnellen und heiklen Lage in Erlangen produziert. Diese funktionieren alle perfekt. Der Einsatz war dann aber wirklich in Fukushima und zur Dekontamination der Ortschaften.
Mittlerweile gibt es spezielle Versionen für Japan, welche durch Pastellfarbene Fronfolien und Beschriftungen zu erkennen sind. Hier ist eine andere Firmware aufgespielt, welche die Kundenwünsche berücksichtig. Diese ist nicht mit der Normalen Verion zu vergleichen.

kontaktiere mich, wenn du mehr informationen benötigst.

Grüße
#5
Ich habe schon viel mit den berühmten 60035 SiPM´s experimentiert.
Auch mit z.B. einer 3x3 Matrix.
Das sagt die KI: Thallium-dotiertes Cäsiumiodid [CsI(Tl)]: Das am häufigsten verwendete Szintillationsmaterial besitzt sein Emissionsmaximum bei einer Wellenlänge von 550 nm. Das emittierte Licht liegt im grünen sichtbaren Bereich und ist ideal auf Silizium-Fotodioden abgestimmt.
Die Wellenlänge ist also immer gleich.
Er misst die vom Szintillator erzeugte Lichtmenge. Aus der Größe des entstehenden elektrischen Pulses wird anschließend auf die deponierte Energie geschlossen.
Der Kristall erzeugt also einen sehr kurzen Lichtblitz, dessen Gesamtlichtmenge ungefähr proportional zur abgegebenen Energie ist.
#6
...hast Du einen SiPM zu hause und es ausprobiert? In einem Gerät verbaut u.U. einige :)
Es kommt darauf an, wie man den SiPM ausließt: er soll bei diesem Einsatzzweck ja die Energie der Photonen bewerten und da sieht das mMn schon so aus.
Links die "langen" (IR, rot) Wellenlängen nach rechts kürzer werdend (blau/UV).

Ich kann mich auch irren... :unknw:
#7
Fremdlicht erzeugt an einer Fotodiode (SiPM) nur Impulse, wenn es sich um gepulstes/getaktetes Licht handelt.
Das kann zum Beispiel Leuchtstofflampenlicht sein.
Draußen mit Tageslicht gibt es keine Taktung.
Das heißt der SiPM wird höchstens maximal leitend und das wars.
Die Impulse müssen also woanders herkommen.
Auch ein verrutschter bzw. schlecht gekoppelter Kristall macht keine zusätzlichen falschen Impulse sondern verschlechtert nur den Wirkungsgrad und versaut die Kalibrierung.
#8
Der Halbleiter "B" ist ein Sensirion I2C Temperatursensor der STS4x Serie.
Der eingelaserte Buchstabe A, B oder C gibt die I2C Adresse an.
Ob es nun ein STS4L (0.4°C Temp Fehler), ein STS40 (0.2°C) oder ein STS41 ("best") ist, läßt sich nicht erkennen.
Wieder was gelernt, 0.2°C ist ein super Wert, und die Dinger sind bezahlbar. (Muss mir gleich mal welche bestellen :) )
#9
An der Stelle misst man 0,3 µSv/h, das sah man vorher im Videomaterial. Was da im Hintergrund tickert, ist der Raysid. Du siehst, oder besser gesagt hörst, wie das Tickern anhält, obwohl ich den 110er ausschalte.
#10
Den akustischen Zählimpulsen im Video nach arbeiten Kristall und SiPM dort noch normal. Hat der RC-102 auch so ähnlich getickert (natürlich etwas weniger, weil der Kristall kleiner ist)?


Norbert