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#21
Zitat von: Z. Erfall am 04. Juni 2026, 11:53Und die zweite Frage für mich wäre - wie schafft man es mit dem gleichmäßigen, möglichst geringen Bodenabstand? Eine Messung in mehreren Metern Höhe, ggf. wechselnd hoch, dürfte in "normaler" umgebung wenig aussagekräftig sein in Hinblick auf die Werte des Bodens? Oder denke ich da falsch?
Eine internationale Regel besagt, dass Dosisleistungsmessungen in der Umwelt, um deren "Verstrahlung" festzustellen, für vergleichbare Messwerte in 1 Meter Höhe durchgeführt werden müssen. Dadurch wird auch ein eventuell vorhandener, messwertverfälschender Einfluss von Beta-Strahlung auf das Messgerät auf ein Minimum beschränkt oder ganz verhindert.

Meistens geht es beim Drohneneinsatz um das Aufspüren gesundheitsgefährdender Strahlungsintensitäten, welche beim Fußspüren zu einer nicht zu vernachlässigenden Strahlungsexposition des eingesetzten Personals führen würde. Dabei kommt es nicht auf genaueste Messwerte an. Bei zum Beispiel einer aufgespürten kleinen Strahlenquelle höherer/hoher Aktivität kann man via Abstand Quelle - Drohne die Strahlungsinstensität am Boden errechnen und Entscheidungen für die Sicherstellung finden.

Sollte es zu einer außergewöhnlichen großflächigen Freisetzung eines radioaktiven Stoffes gekommen sein, so werden die ermittelten drohnen- oder hubschraubergestützten Messdaten
a) zur Abgrenzung des kontaminierten Gebietes
b) zur Ermittlung von Verhaltensmaßregeln in diesem Gebiet
zwecks Gefahrenabschätzung benutzt. Auch hier bedient man sich nicht der im Normalfall üblichen Grenzwerte (für Beta-/Gamma-Strahler = 3-fache Nullrate), sondern der im radiologischen Notfallplan des Bundes angegebenen Grenzwerte.

Norbert
#22
Zitat von: Petroman am 04. Juni 2026, 11:29
Zitat von: Floppyk am 20. Mai 2026, 19:39Wie schnell ist denn ein RadiaCode, wenn man mit der Handyapp eine Radiokarte erstellen will?
Gedanke wäre mit einer Drohne, die - sagen wir mal - mit 30 km/h ein Gelände abfliegt.

Der RC und App sind schnell genug.
Frage ist eigentlich: wie lange soll ein Messung dauern?



Und die zweite Frage für mich wäre - wie schafft man es mit dem gleichmäßigen, möglichst geringen Bodenabstand? Eine Messung in mehreren Metern Höhe, ggf. wechselnd hoch, dürfte in "normaler" umgebung wenig aussagekräftig sein in Hinblick auf die Werte des Bodens? Oder denke ich da falsch?

VG

ZE
#23
Mir scheint der Kalibrierung viel zu viel Bedeutung beigemessen. Als Hauptsatz postuliere ich:

Jede Kalibrierung ist (fast) immer falsch!

Das Bild (entnommen diesem Forum: https://www.geigerzaehlerforum.de/index.php/topic,606.msg5915.html#msg5915) zeigt die alte Geiger-Röhre 18550 mit der Sensitivity für die Standardröhre ("ohne Filter"). Dieser Verlauf ist sehr ähnlich für alle GM-Tubes: Hohe Empfindlichkeit im 50...100keV Bereich, dann deutlicher Abfall Richtung MeV Bereich. 

Das Energie-kompensierte Pendant dieser Röhre ist gestrichelt eingezeichnet ("mit Filter"). Man denke daran, dass hier eine logarithmische Skala genommen wurde, aber, wenngleich nur mit gutem Willen, kann man sagen, dass der Kurvenverlauf numehr horizontal ist 8).

Jedoch, das geht zur Lasten der Empfindlichkeit im niedrigen Energiebereich, die durch eben die "magischen Bauchbinden" um ca. den Faktor 7 reduziert wurde. Und bei noch kleineren Energien gibt es gar nichts mehr. Aus User Sicht ist diese Tube absichtlich schlechter gemacht worden!

Wir reden aber üblichweise über die nicht-kompensierten Tubes, wozu M4011, J321, et al., und auch die SBM20 et al. gehören. Diese zeigen also drastisch verschiedene Zählraten, je nachdem welche Gamma-Energie die Probe hat. Für eine gemischte Probe ist also eine Kalibrierung IMMER falsch!
 
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Gissio zeigt sehr schön in seiner Simulation (auch wenn ich ein dickes Fragezeichen an die Gültigkeit der Sensitivity Kurve mache) wie der Kalibrierungsfaktor von der Gamma Energie abhängt: https://github.com/Gissio/radlab/blob/main/simulations/m4011/m4011.ipynb

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Zwischen Cs-137 und Am-241 liegt ein Faktor 12! Welchen Wert soll ich also nehmen, insbesondere wenn die Quelle eine unbekannte Zusammensetzung hat?

Und nochmal: wenn die Quelle einen Beta-Emitter enthält, ist JEDE dieser Kalibrierungen ungültig, denn die gilt nur für einen reinen Gamma Emitter!

Meine Empfehlung: Für die Kalibrierung einen - und stets denselben für JEDEN Kalibrierungspunkt - Wert einsetzen, der seriös gemessen wurde. Ich sehe da nur einen Wert, nämlich den @NoLi Wert von 96 CPM / (µSv/h) .

GeigerLog habe ich gerade umgestellt auf diesen Wert als Default, aber der User kann diesen Default natürlich jederzeit ändern (kommt im nächsten Release).
#24
Zitat von: Floppyk am 20. Mai 2026, 19:39Wie schnell ist denn ein RadiaCode, wenn man mit der Handyapp eine Radiokarte erstellen will?
Gedanke wäre mit einer Drohne, die - sagen wir mal - mit 30 km/h ein Gelände abfliegt.

Der RC und App sind schnell genug.
Frage ist eigentlich: wie lange soll ein Messung dauern?

#25
An die Einsteiger in diese Geiger Messtechnik: Die (starken) Schwankungen der Countrate sind notwendige Folge bedingt duch Eigenschaften des radioaktiven Zerfalls. Dieser lässt sich durch eine Poisson-Verteilung beschreiben. Visuell kann man das kaum - wenn überhaupt - beurteilen. Dazu brauch es Software, wie z.B. mein GeigerLog, in dem solch ein Test nur eines Klicks bedarf.
https://sourceforge.net/projects/geigerlog/

Als Beispiel hier eine Messung an einer Uran Probe mit dem GMC-800 (FET=60). Das linke Bild zeigt starke Schwankungen im Zeitverlauf, und gestrichelt die Grenze für 2-Sigma, innerhalb der man 95% der Messwerte erwarten würde. Viele Einzel-Messwerte gehen darüber hinaus bzw. darunter. Das ist ok! Das rechte Bild zeigt den Poisson-Check für eben diese Daten, und zeigt, das alles bestens ist!
 
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Für wen das neu ist, dem empfehle ich meinen "Potty Training" Artikel, der eine Einführung in das Thema gibt.
https://sourceforge.net/projects/geigerlog/files/Articles/

#26
Grundlagenwissen / Aw: Sonne, Polarlichter
Letzter Beitrag von Flipflop - 04. Juni 2026, 07:28
Aktualisierung des Sonnenzyklus, 1. Mai 2026

NOAA Space Weather Prediction Center

Wo befinden wir uns im aktuellen Sonnenzyklus? In dieser durchschnittlich elfjährigen Periode durchläuft die Sonne Phasen minimaler, maximaler und wieder minimaler Aktivität. Dr. Mark Miesch erklärt dies in diesem Video des SWPC genauer



#27
Grundlagenwissen / Aw: Sonne, Polarlichter
Letzter Beitrag von Flipflop - 04. Juni 2026, 07:27
Gerechnet wird mit einem G3 Sturm, bei uns ist das Wetter schlecht.

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#28
Wie sieht es eigentlich mit RadPro aus auf dem GMC-800? Schon mal jemand ausprobiert? Muss was nachkalibriert werden?
#29
Zitat von: 70 2912 am 03. Juni 2026, 22:55Norbert (NoLi) verwies hier (#27) auf einen Beitrag im GQ Electronics-Forum, auf Grundlage dessen habe ich dann, natürlich ohne zu wissen, welches Zählrohr verbaut ist, meine Werte versuchsweise entsprechend erwähnten

Also meinst du ich kann deine kalibrieren werte übernehmen? Kannst du mir vielleicht auch noch Kalibrierungspunkte 2 und 3 zeigen falls du die auch hast?

Edit: hat sich erledigt, hab K1-K3 anhand des Beitrags eingerichtet.

Grüße
#30
Zitat von: ullix am 03. Juni 2026, 12:53Was auch immer Projekt 326 ist - bitte frag!!!
Zitat von: DL8BCN am 03. Juni 2026, 14:21Projekt 326 ist ein chinesischer Youtube-Kanal.
...ein sehr interessanter Kanal und Wissenslücke, mit mMn "sehr gut kommentierten" Tests und Projekten:
https://www.youtube.com/@project-326

Sorry, hab ich nächster Zeit nicht vor, mich bei Youtube anzumelden!
Hatte aber hier schon mal gebeten, ihn bitte mal auf
https://github.com/Gissio/radpro
und
https://sourceforge.net/projects/geigerlog/files/
hinzuweisen, weil ich diese Projekte sehr gut finde :good2: