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#21
Und noch ein Update:

"Verfahren eingestellt
Rätsel um vermeintliches Polonium-Fläschchen an Ostern bleibt ungelöst

Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren um ein Fläschchen mit der Aufschrift "Polonium" in Vaihingen/Enz eingestellt. Die Ermittler konnten den Verursacher nicht finden.


Stand  17.8.2026, 16:56 Uhr

Anna Knake

In dem Fall um das in Vaihingen an der Enz (Kreis Ludwigsburg) gefundene Fläschchen mit der Aufschrift "Polonium" ist das Verfahren eingestellt worden. Wie die Stadt am Montag mitteilte, konnte kein Verursacher ermittelt werden.

Polonium-210 Fund Vaihingen: Großeinsatz der Feuerwehr

Bei der Ostereiersuche im April hatten zwei Männer das Fläschchen mit der Aufschrift "Polonium 210" im Garten in Vaihingen an der Enz gefunden. 140 Feuerwehrleute wurden alarmiert, und der Fundort wurde weiträumig abgesperrt. Spezialkräfte hatten das Fläschchen zunächst auch wegen des passenden Gewichts und der sauberen offiziellen Beschriftung als echt eingestuft.

Proben ergaben: Fläschchen enthielt keine gefährlichen Substanzen

Untersuchungen und Analysen des Umweltministeriums und der Polizei ergaben, dass das Fläschchen zu keinem Zeitpunkt das radioaktive Polonium-210 enthalten hat. Es ergaben sich auch keine Hinweise auf andere gesundheitsschädliche Stoffe, teilte die Stadt Vaihingen an der Enz mit.
"
( https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/stuttgart/fund-pollonium-flasche-ostern-verfahren-eingestellt-100.html)

Norbert



#22
Objekte und Stoffe / Aw: radioaktive Röhren
Letzter Beitrag von DL8BCN - 18. August 2026, 21:05
Wenn ich den Namen "Varian" lese, geht mir als Funkamateur das Herz auf :)
"Varian" bringe ich immer mit "Eimac" in Verbindung.Weiß nicht warum.Aber die 3-500Z kennt jeder Funkamateur.
Ich habe damals in den 1990ern mit großer Begeisterung das Buch gelesen:
"Care and feeding of power grid tubes"

https://www.qsl.net/ea2ra/Links/Eimac/C&F1Web.pdf
#23
Objekte und Stoffe / Aw: radioaktive Röhren
Letzter Beitrag von Lennart - 18. August 2026, 18:40
Varian Associates "1B35A" ATR-Sperrröhre

Mit den ATR-Röhren vom Typ 1B35A habe ich bisher nur schlechte Erfahrungen gemacht. Sämtliche Ausführungen waren nicht gekennzeichnet und teilweise > 70 Jahre alt, wobei jedoch mehrere Quellen von einem Co-60-Zusatz sprechen. Wie ich es bereits bei den JAN-6322 beschrieben hatte, ist es nicht besonders angenehm, vollständig im Trüben zu fischen. Zumindest ein Hinweis auf Co-60 muss schon gegeben sein.

So habe ich zufällig diese Variante der 1B35A entdeckt, die von dem ersten Spitzentechnologieunternehmen im Silicon Valley hergestellt worden ist, nämlich Varian Associates. Die von den Brüdern Russel und Sigurd Varian gegründete Firma hat, unter anderem, auch den ersten Klystron produziert. Ganz abgesehen davon liebe ich das Firmenlogo aus irgendeinem Grund  :)

Wie damals teilweise üblich, wurde die Röhre in einer Blechdose aus Aluminium ausgeliefert. Hinweise auf die genaue Aktivität gibt es nicht, sie lag jedoch mit Sicherheit unter einem Mikrocurie. Auch das Produktionsdatum ist leider unbekannt, ich nehme jedoch an, dass die Röhre in den 1970er Jahren hergestellt worden ist.

Auf jeden Fall war die Röhre für die Bundeswehr bestimmt, wie man am rückseitigen Stempel "BWB" unter dem stilisierten Bundesadler erkennen kann. Das ist der Abnahmestempel des ehemaligen Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung.

Mit etwas Tesafilm™ habe ich die Röhre am Detektor des SPRD-GN befestigt und dann wanderte das Ganze für 65.000 s in die Bleiburg. Was soll ich sagen? Der vergleichsweisen geringen Messzeit zum Trotz, war der Nachweis von Co-60 problemlos möglich, inklusive automatischer Nuklididentifikation! Habe ich schon mal gesagt, dass ich dieses Gerät liebe?!  :D

Jetzt könnte man einwerfen: "Wenn genügend Impulse ankommen, ist der Nachweis auch keine Kunst!" Tatsächlich lag die Zählrate bei absolut lächerlichen 0,507 CPS - 0,36 CPS = 0,147 CPS


Ich möchte an dieser Stelle auf ein interessantes Dokument hinweisen, welches mir zufällig über den Weg gelaufen ist:

"MICROWAVE DUPLEXERS", aus der Reihe "RADIATION LABORATORY SERIES" des MIT. Geschrieben von den Autoren W. C. Caldwell et al. und editiert von Louis D. Smullin et al. Herausgegeben von der McGraw-Hill Book Company im Jahr 1948.

LINK zum .pdf

Auch wenn einige Abschnitte für den Laien etwas zu schwer verständlich sind, bietet das Buch zahlreiche Informationen über Duplexer im Allgemeinen, sowie zahlreiche Daten und Bilder zu TR- und ATR-Röhren. Auf S. 138 (S. 152 im .pdf) sieht man beispielsweise, wie die 1B35 mithilfe einer Vorrichtung auf dem Hohlleiter montiert wurde. Ab Seite 216 (S. 230 im .pdf) geht es um die radioaktive Vorionisation.

Zitat:

"The TR tube will not, in general, protect crystals if the keep-alive discharge is off; and, in particular, the very first pulse of leakage energy when the transmitter is turned on will be extremely large. Thus, rapid and reliable firing of the keep-alive under all circumstances must be ensured."

"There seems to be little excuse to use the highly toxic radium salts since the artificially radioactive cobalt chloride is easily available."

"In practice, the cobalt chloride is used in a water solution and diluted to a concentration that has an equivalent radioactivity of 0.1 µg of radium per drop. A drop of the solution is put on the cone adjacent to the keep alive electrode before sealing off the tube. During the sealing-off and evacuating process, the water is evaporated. This amount of radioactivity is sufficient to guarantee the starting of the tube within less than 5 sec after the application of the voltage.
"


Die Vorionisation war also bei den TR-Röhren nicht so sehr für die eigentliche Funkenstrecke gedacht, sondern eher dafür, die Keep-Alive-Elektrode zuverlässig zu starten. Ich wusste auch nicht, dass das Co-60 als Cobalt-Chlorid in die Röhre eingebracht wurde.

#24
Bayern / Aw: Tschernobyl-Fall in Südbay...
Letzter Beitrag von miles_teg - 18. August 2026, 16:21
Ich bin in den nächsten Wochen dort im Urlaub (nicht geplant) und werde auch mal die "kristallenen Augen" offen halten. ;-)
#25
Europa und der Rest der Welt / Aw: Mina Eureka - Pyrenäen
Letzter Beitrag von miles_teg - 18. August 2026, 15:49
Spannend, vielen Dank für den Bericht!
Schade das man keine Belegexemplare sammeln darf, das finde ich bei solch "isolierten" Lokalitäten immer klasse.
#26
Deutsche Strahlungsmessgeräte (BRD) / Aw: Nanodis CM Counter III.
Letzter Beitrag von DG0MG - 18. August 2026, 15:19
Hm, das würde bedeuten, dass jemand zum Chinese hergeht und sagt: "Ich brauche ein J321-Zählrohr, aber in kurz". Und der Chinese liefert: Ein 2/3 so langes Zählrohr, dass trotzdem mit "J321" beschriftet ist. Dann geht NANODIS her und nimmt das Datenblatt des "echten" J321, vergleicht dessen Empfindlichkeit mit dem SI-3BG aus dem CM Counter II und kommt - vielleicht sogar richtigerweise - auf eine 200x höhere Empfindlichkeit. Nur hat das offenbar nie jemand live überprüft. Ich bin auch der Meinung, dass das kürzere ZR niemals dieselben technischen Daten wie das J321 haben kann.

#27
Objekte und Stoffe / Aw: radioaktive Röhren
Letzter Beitrag von DL3HRT - 18. August 2026, 07:31
Zitat von: Lennart am 17. August 2026, 21:09Die Zählrate liegt bei gewaltigen 1,19 CPS - 0,36 CPS = 0,83 CPS netto. Messdauer waren 65k s.
Da wurde wohl nur eine homöopathische Dosis Thorium hinzugefügt. Generell braucht es zur Vorionisation der gar nicht so viel Aktivität, wenn man einen Alphastrahler hat.

Im Radiomuseum wird eine Version mit Co-60 vorgestellt.
#28
Objekte und Stoffe / Aw: radioaktive Röhren
Letzter Beitrag von Lennart - 17. August 2026, 21:13
Zitat von: exicator am 17. August 2026, 20:03Guten Abend Lennart,
Und auch guten Abend in gesamte Forum!
... gut, eine schöne Nachweisgrenze und das mit einem recht kleinen Detektorvolumen, guter Messplatz.
Hatte 2022 auch ein paar JAN-CBNQ-5863 / BOMAC messen können und bin auch nur auf ein paar Bq Co-60 Restaktivität gekommen ...
Viele Grüsse aus Berlin und immer etwas Aktivität auf dem Detektor!
Ralf

Hallo Ralf,
bei mir muss es mit tragbaren Geräten klappen, auch wenn sich diese in einer massiven und unbeweglichen Bleiburg befinden.  :) Es ist immer wieder faszinierend, was man aus den winzigen Szintillationskristallen herausholen kann.
#29
Objekte und Stoffe / Aw: radioaktive Röhren
Letzter Beitrag von Lennart - 17. August 2026, 21:09
General Electric Company "SC3/350" Spannungsstabilisator

Die britische General Electric Company "G.E.C." hat nichts mit der US-Firma "General Electric" zu tun. Bei dem Modell SC3/350 handelt es sich um eine Korona-Stabilisatorröhre für eine Spannung von 350 V. Produktions- bzw. Verpackungsdatum ist Dezember 1966. Mit dem Geigerzähler misst man gar nichts, im Spektrum zeigt sich jedoch Th-232. Das Spektrum ist mit dem SPRD-GN aufgezeichnet worden. Die Zählrate liegt bei gewaltigen 1,19 CPS - 0,36 CPS = 0,83 CPS netto. Messdauer waren 65k s.
#30
Objekte und Stoffe / Aw: radioaktive Röhren
Letzter Beitrag von exicator - 17. August 2026, 20:03
Guten Abend Lennart,
Und auch guten Abend in gesamte Forum!
... gut, eine schöne Nachweisgrenze und das mit einem recht kleinen Detektorvolumen, guter Messplatz.
Hatte 2022 auch ein paar JAN-CBNQ-5863 / BOMAC messen können und bin auch nur auf ein paar Bq Co-60 Restaktivität gekommen ...
Viele Grüsse aus Berlin und immer etwas Aktivität auf dem Detektor!
Ralf