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#21
Zitat von: RadPalace am 07. August 2026, 17:58Ich arbeite beruflich auch mit radioaktiven Stoffen und auch da wird es immer schwieriger noch etwas tun zu können und im Rahmen dessen zu bleiben was die Behörden akzeptieren. Die Gesetze haben sich relativ wenig geändert, aber die Auslegung dieser wird immer strikter. Scheint mir generell ein Fall von sinkender praktischer Erfahrung zu sein. Die Leute in den Behörden haben selbst kaum noch praktische Erfahrung, früher waren das oft Leute die auch Mal ein Uranbergwerk gesehen haben etc., heute kennt man alles nur noch aus dem Buch und entsprechend groß wird die Paranoia. Betrifft aber auch viele andere Bereiche. In Deutschland will man 100% Sicherheit vor jedwedem Risiko und ist bereit jeden noch so hohen Preis dafür zu zahlen. Das ist die Psychologie hinter dem Hype in dem Fall, an dem sich ja leider auch Leute beteiligen, die es besser wissen müssten.
Prinzipiell sehe ich das ähnlich (ich arbeite auch mit Radioaktivität, zusätzlich auch noch mit Tieren). Jedoch sind wir hier oftmals im schon wieder in den Gefilden der DDR angelangt. Es wird nicht zwingend das gemacht, was der Parteisekretär verordnet. Aber man widerspricht ihm auch nicht. Das ist aber, in meiner begrenzten Erfahrung, kein rein deutsches Problem. In anderen Ländern in denen ich im gleichen Bereich arbeitete, habe ich ähnliche Beobachtungen gemacht.
Daher bin ich mir gar nicht sicher, ob das wirklich ein Problem mangelnder Praxis ist. Mein Eindruck ist eher der, das es weniger um Aspekte von Sicherheit geht, sondern Verantwortlichkeit. Und das bringt mich, leider, wieder zum letzten Punkt meines vorherigen Posts. Wenn ich mir ansehe, wer  bei uns bestimmte Funktionen übernimmt (Tierschutz, Arbeitssicherheit), dann ergibt sich oft ein Muster. Beim Strahlenschutz ist es lokal nicht so, dann aber eine Ebene höher. Und in den letzten fünf Jahren habe ich hier Dinge gehört, die mich nur den Kopf schütteln lassen. Die Forderung nach SOPs (Standard Operating Procedure) für Synthesen in unseren chemischen (Forschungs)Laboren. Dort wo vollständig neue Moleküle hergestellt und Synthesewege beschritten werden. Also genau dort, wo eine SOP also völlig sinnlos ist, weil jeder Schritt anders ist und beim nächsten Versuch wiederum anders sein kann. Das "Sammeln" von Informationen über Pipettierschritte und Volumina bei Methoden in denen Radioaktivität im Labormaßstab zum Einsatz kommt, vermutlich um weitere "Vorschläge" zur "Optimierung" zu machen. Ich könnte hier noch Dutzende Beispiele nennen, die alle eins gemeinsam haben: eine sich immer weiter zuspitzende Kleinteiligkeit und entgegengesetzt-proportionale Eskalation. Sehr parallel zu dem, was man auch gesamtgesellschaftlich beobachten kann.
edit: Typos, Kommas und Ausdruck... :-\
#22
Eigenbau, Elektronikbasteln und Programmieren / Aw: Impedanzwandler
Letzter Beitrag von ABel - 11. August 2026, 16:25
Hallo Bernd,

im Histogramm aus #84 sind die Peaks der Ref1 auf der rechten Seite ersichtlich nach links verschoben. Das deutet für mich auf eine Nicht-Linearität bei der Amplitudenverstärkung hin. Die will ich schon seit Monaten los werden, konnte bisher aber keinen Hebel dafür finden.

Mit Wandler ist die Linearität besser, ich zweifle nur daran ob das auch wirkich am Wandler liegt.

Das Rauschen fällt mir im Oszilloskopbild und im Simulationsdiagramm (nicht im Histogramm) auf, also dort, wo die x-Achse die Zeit ist.

Gruß Andreas
#23
Eigenbau, Elektronikbasteln und Programmieren / Aw: Impedanzwandler
Letzter Beitrag von ABel - 11. August 2026, 16:12
Hallo Peter,

mit Bins x2 reicht die Energieachse zu größeren keV-Werten. In dem dadurch gewonnenen Bereich sind aber die Counts pro Bin sehr viel niedriger als im Bereich < 2000keV. Einen Peak kann ich dort kaum mehr identifizieren. Außerdem habe ich sowieso Probleme mit einer verkürzten x-Achse, sodas ich einen Peak dort kaum mehr richtig zuordnen kann. Ich war daher - bisher (vielleicht ändert sich das gerade, s.o.) - der Meinung, das ich mit Bins x5 einen ausreichenden Energiebereich zu sehen bekomme.

Gruß Andreas
#24
Eigenbau, Elektronikbasteln und Programmieren / Aw: Impedanzwandler
Letzter Beitrag von Peter-1 - 11. August 2026, 15:45
Was soll Bins auf 5X bringen? Ich fahre mit Bins = 2X sehr gut.
#25
Leider komme ich erst jetzt dazu, hier weiter zum off-topic beizutragen.
Vielen Dank schon mal an alle Vorredner, ich finde diese Diskussion sehr spannend.

Zitat von: NoLi am 08. August 2026, 11:45Steht doch in Satz (2) eindeutig:

"Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
Art 2
(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.
(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.
"

Norbert

Auch ich bin kein Jurist (Was sind 1000 Anwälte auf dem Meeresgrund?), betrachte die Rechtswissenschaften daher auch nicht als Wissenschaft im Sinne z.B. klarer Regeln und Konstanten ("science"). Man darf nicht vergessen das ein Großteil der Aufgaben der Judikative in der Interpretation von Gesetzen liegt, samt schlüssiger Argumentation selbiger. Das ist m.E. auch eines ihrer Kernprobleme, das z.B. Präzedenzfällen oft zu viel Gewicht beigemessen wird. Auf diese Weise können Akteure mit politischen Absichten die Rechtsprechung entweder instrumentalisieren oder zumindest lähmen. Auch darf man nicht vergessen, dass die Judikative, historisch sicher simplifiziert betrachtet, entweder als Einfallstor für "Systemgegner" fungierte, in den überwiegenden Fällen jedoch mindestens als nachträgliche Legitimierung.
Ich habe das Grundgesetz immer als wichtige Basis für andere Gesetze betrachtet, daher auch mit stärkerer Gewichtung. Das hat das Bundesverfassungsgericht, zumindest für die BRD, im Jahre 1958 klar beschrieben:
Die Grundrechte sind in erster Linie Abwehrrechte des Bürgers gegen den Staat
Das scheint mir in den letzten Jahren jedenfalls gerne unter den Tisch zu fallen, oder vielleicht ist das ja auch von einigen Akteuren genauso intendiert. Hier könnte man die kulturelle Kampfzone quasi unbegrenzt ausweiten. Ich begnüge mich damit, auf den Einfluss des Geschlechts, im globalen Westen, z.B. auf Sicherheitsbedürfnis, Individualismus & Eigenverantwortlichkeit, Meinungsfreiheit und viele andere Themen hinzuweisen.
edit: Speziell diese Aussage, also das Abwehrrecht des Bürgers gegen den Staat halte ich für einen entscheidenden Punkt in der Frage, welchen Risiken ich mich selbstverantwortlich aussetzen möchte. Ansonsten kommen ganz schnell Menschen auf die Idee: warum hier aufhören?
Der Staat (Mutti) weiß es besser und er (sie) hat nur dein Bestes im Sinn! Füge Dich freiwillig, dann muss erst gar nicht Autorität zu Einsatz kommen.


#26
Eigenbau, Elektronikbasteln und Programmieren / Aw: Impedanzwandler
Letzter Beitrag von Radioquant98 - 11. August 2026, 12:59
Die X-Achse ist doch die Amplitudenhöhe. Also links die Kleinsten und rechts die Größten und auf der y-Achse die Anzahl der Impulse.
Dann kann das kein Rauschen sondern eher ein Digitalisierungsfehler sein.
Bitte berichtigen, wenn das nicht stimmt.
Also möglicherweise eine Einstellungssache der Software.

Die Linearität auf der x-Achse hängt von der linearen Signalverarbeitung des Impedanzwandlers und des PMT-Adapters ab.

Viele Grüße
Bernd
#27
Eigenbau, Elektronikbasteln und Programmieren / Aw: Impedanzwandler
Letzter Beitrag von ABel - 11. August 2026, 09:40
Hallo Bernd,

hier ein Histogramm mit V2=6V (grün), statt 12V (Ref2 blau). Bin inzwischen mit der Verstärkung des Audio-Interface auf x4 (+12dB) zurück. Dafür musste ich mit dem Audio gain in MCA von 0.81 auf 1.09 hoch (Bins x5, Energy trimmer 1500).

Da werd ich wohl bei 6V bleiben.

Allerdings finde ich das Signal auf CH2 (siehe Diagramm #83, magenta) recht verrauscht?! Ich müsste eigntlich auch noch Mal mit dem Oszilloskop prüfen, ob dabei die Versorgungsspannung einen Unterschied macht.

Nun ist noch die Frage, ob für die Streckung der x-Achse der Wandler verantwortlich ist, oder ob ich den PMT-Adapter bisher zu sehr an seiner oberen Grenze betrieben habe? Ich müsste eigentlich auch Mal (ohne Wandler) den Signaloutput aus dem Divider senken und mit meinem Audio-Interface den Output aus dem PMT-Adapter verstärken.  Bisher war ich meist den umgekehrten Weg gegangen: Den Signaloutput aus dem Divider nur so weit senken, das die Amplitude am PMT-Output gerade unter 2V liegt (die Rail-to-Rail-Charakteristik des LMP7731 setzt bei ca. 2,2V ein) und dann mit dem Audio-Interface abschwächen (x0,5 -> -6dB).

Gruß Andreas
#28
Eigenbau, Elektronikbasteln und Programmieren / Aw: Impedanzwandler
Letzter Beitrag von Radioquant98 - 11. August 2026, 07:55
Hallo Andreas,

sieht doch gut aus.

Und nun mache mal die Messung mit 6V - würde mich mal interessieren.

Viele Grüße
Bernd
#29
Eigenbau, Elektronikbasteln und Programmieren / Aw: Impedanzwandler
Letzter Beitrag von ABel - 11. August 2026, 07:40
Hallo,

hier ein erstes Histogramm. Dafür musste ich mit meinem externen USB-Audio-Interface mit dem Gain in die Verstärkung gehen (Faktor x5,4 entsprechend +14,6 dB). Mit dem Wandler scheint nun die x-Achse nicht mehr verkürzt. Justiert ist das Histogramm auf Pb214 bei 352keV, die Peaks bei 1120keV und 1764keV liegen richtig. Wie meine Histogramme ohne Wandler aussehen zeigt Ref 1 in braun.

Gruß Andreas
#30
Eigenbau, Elektronikbasteln und Programmieren / Aw: Impedanzwandler
Letzter Beitrag von ABel - 10. August 2026, 21:34
Hallo,

nun hab ich den Fehler auf meiner Platine gefunden. Eine Brücke zwischen 2 Leiterstreifen hatte auf einer Seite keinen Kontakt. Die Verbindung zwischen R6 und C4 war damit offen.

Anbei ein Oszilloskopbild. Im Diagramm finden sich die Oszilloskopdaten in grau (CH!) und magenta (CH2) wieder. Die Näherung für CH1 find ich recht gut (grau und rot), ob ich die für CH2 noch näher zusammenbringe (magenta und blau) muss ich erst noch ausprobieren.

Gruß Andreas