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#21
Diejenigen, die von radioaktiven Hotspots in ihren Gemeinden betroffen sind, haben am Montag die Möglichkeit, Fragen zu den laufenden Untersuchungen zu stellen.

DEC und EPA veranstalten öffentliche Informationsveranstaltung zur Strahlung
WGRZ-TV


#22
Hallo,

hier ist zu sehen, was mein opengeiger-PMT-Adapter-Nachbau (Verstärkung in der ersten OpAmp-Stufe 1 statt 2) aus dem Puls meines Impedanzwandlers (der eigentlich ein Strom/Spannungswandler ist) macht. Für RigolDS0.png war der Adapterausgang per BNC-Kabel mit dem Oszilloskopeingang verbunden, für RigolDS1.png hatte das BNC-Kabel am Oszilloskopeingang noch einen 50-Ohm-Widerstand (das PMT-Adapter-Eingangssignal auf CH1 wurde mit einem 10x-Tastkopf abgegriffen).

Außerdem noch ein paar Wandler-Output-Pulse mit verschiedenen Amplituden (von RigolDS3.png mit ca. 4V bis RigolDS7.png mit ca. 500mV).

Gruß Andreas
#23
Interessanter Test. So etwas wird wohl fast nur im gewerblichen bzw. professionellen Bereich durchgeführt.
Wer hat als Privatperson schon Zugang zu kalibrierten Gammastrahlungsfeldern?
Also ich denke, wir sind auf die Ergebnisse gespannt.
#24
Den grundsätzlichen Einwänden von Norbert und DL8BCN stimme ich zu.

Das SI8B ist in erster Linie ein sehr empfindliches Kontaminationszählrohr. Es ist nicht als energiekompensierte Gamma-Dosisleistungssonde konstruiert. Aus seinen Impulsraten kann man deshalb ohne ein bekanntes Strahlungsfeld, definierte Geometrie und eine geeignete Kalibrierung keine allgemein gültige Gamma-Dosisleistung ableiten. Eine quantitative Trennung von Alpha-, Beta- und Gammastrahlung allein durch einige Filter und rechnerische Korrekturfaktoren halte ich ebenfalls für problematisch. Insbesondere die behauptete Annäherung an die ,,Realität" mit 99 % erscheint mir ohne professionelle Referenzmessungen und bekannte Nuklidzusammensetzung nicht belegbar.

Auch zwei übereinstimmend anzeigende Gammascouts machen die natürliche Hintergrundstrahlung noch nicht zu einem definierten Cs-137-Referenzfeld. Beide Geräte können auf das unbekannte und gemischte Energiespektrum des Hintergrundes ähnlich reagieren, ohne dass daraus ein belastbarer Empfindlichkeitsfaktor für das SI8B folgt.

Beim SV500 muss man allerdings zwischen der externen Beta-Gamma-Sonde mit dem ZP1320 und der herausnehmbaren originalen Gamma-Dosisleistungssonde unterscheiden.

Die originale Gamma-Dosisleistungssonde des SV500 ist durch den Aufbau der kompletten Sonde bedingt energiekompensiert. Nicht zwangsläufig die nackten Zählrohre ZP1300 und ZP1320 selbst sind energiekompensiert, sondern die Energiekompensation entsteht durch die konstruktive Anordnung, Abschirmung und Filterwirkung innerhalb der Gamma-Sondenpatrone.

Der von euch beschriebene Effekt – die starke Überempfindlichkeit eines nackten GM-Zählrohres im Bereich niedriger Photonenenergien von ungefähr 50 bis 100 keV – ist gerade der Grund, weshalb eine solche Kompensation bei einer Gamma-Dosisleistungssonde erforderlich ist.

,,Bedingt energiekompensiert" bedeutet natürlich nicht, dass die Energieabhängigkeit vollkommen beseitigt wäre oder dass eine Cs-137-Prüfung automatisch das Verhalten bei allen anderen Photonenenergien bestätigt. Eine Prüfung mit Cs-137 bestätigt zunächst nur das Verhalten bei 662 keV und innerhalb der konstruktiv vorgesehenen Messbedingungen.

Die pauschale Aussage, dass wegen der niedrigeren Photonenenergien der natürlichen Hintergrundstrahlung ,,immer zu viel" angezeigt werde, trifft daher vor allem auf nackte unkompensierte Zählrohre wie das SI8B zu. Sie lässt sich nicht unverändert auf die originale Gamma-Dosisleistungssonde des SV500 übertragen.
#25
Hallo zusammen,

nachdem ich mich inzwischen durch diesen sehr informativen Thread gearbeitet habe, möchte ich fragen, ob jemand schon einmal mehrere SV500 gemeinsam beziehungsweise nacheinander in einem professionellen Gammafeld geprüft hat.

In wenigen Tagen werde ich voraussichtlich über acht vollständige SV500-Gerätesätze mit den zugehörigen Gamma-Dosisleistungssonden verfügen. Zusätzlich habe ich ein unvollständiges ,,Opfergerät", das später für Untersuchungen, Reparaturversuche und zur Dokumentation des Innenaufbaus verwendet werden kann.

Mir liegen die ursprünglichen Technischen Dienstvorschriften einschließlich der Prüfanweisung TDv 6665/015-12 vor. Ein elektronisches Übungs- und Prüfgerät FH400/SVG-Üb besitze ich gegenwärtig noch nicht; dessen Beschaffung ist jedoch vorgesehen. Eine vollständige elektronische Vergleichsmatrix mit dem FH400 wäre deshalb ein späterer Schritt.

Zunächst werde ich alle Geräte unter möglichst identischen Bedingungen zu Hause vergleichen:

mechanische Kontrolle und Batterietest,
identische Stromversorgung und Aufwärmzeit,
Prüfung mit meinem schwachen Prüfstrahler,
Hörkontrolle des Hochdosiszählrohres,
Kontrolle der Messbereichs- und Warnschwellenfunktionen,
Dokumentation aller Geräte-, Sonden- und Kabelzuordnungen.

Damit lassen sich die grundsätzliche Funktion, mögliche Kontaktprobleme und zumindest ein Teil der Elektronik überprüfen. Was sich damit jedoch nicht zuverlässig beurteilen lässt, ist die tatsächliche Empfindlichkeit der Gamma-Dosisleistungssonden – insbesondere des Hochdosiszählrohres bei Dosisleistungen bis 100 rad/h.

Deshalb plane ich keine förmliche DAkkS-Kalibrierung jedes einzelnen Gerätes, sondern zunächst eine einfache, nicht akkreditierte Funktions- und Vergleichsprüfung in einem professionell eingerichteten Cs-137-Feld. Die Geräte besitzen ohnehin eine zulässige Anzeigeabweichung von ungefähr ±20 %. Es geht mir vor allem darum, tote oder deutlich zu schwache Hochdosiszählrohre, grobe Abweichungen sowie auffällige Unterschiede zwischen den Geräten zu erkennen.

Vorgesehen wären nur vier physisch einzurichtende Dosisleistungsfelder. Die drei niedrigeren Werte liegen bewusst ungefähr 20 % unter den ursprünglichen Vollskalen-Prüfpunkten, damit auch etwas zu hoch anzeigende Geräte nicht am Skalenende anschlagen:

400 mrad/h beziehungsweise ungefähr 4 mGy/h
Ablesung im Bereich 0–5 rad/h
Ablesung im Bereich 0–500 mrad/h
4 rad/h beziehungsweise ungefähr 40 mGy/h
Ablesung im Bereich 0–50 rad/h
Ablesung im Bereich 0–5 rad/h
40 rad/h beziehungsweise ungefähr 400 mGy/h
Ablesung im Bereich 0–1000 rad/h
Ablesung im Bereich 0–50 rad/h
100 rad/h beziehungsweise ungefähr 1 Gy/h
Ablesung im Bereich 0–1000 rad/h

Die endgültige Zuordnung zu der vom Labor verwendeten Referenzmessgröße, vermutlich Luftkermaleistung, müsste natürlich fachgerecht mit dem Labor abgestimmt werden.

Bei acht Geräten wären das regulär 56 Ablesungen, aber weiterhin nur vier verschiedene Felder. Alle Sonden sollen bei jedem Feld nacheinander in derselben Geometrie geprüft werden, bevor zum nächsten Dosisleistungswert gewechselt wird.

Besonders zeitsparend wäre es, wenn ausschließlich die herausnehmbare Gamma-Dosisleistungssonde im Feld positioniert werden könnte, während das SV500-Grundgerät über das originale Sondenkabel außerhalb des Bestrahlungsraumes angeschlossen bleibt. Dann könnte man bei bestehendem Feld unmittelbar zwischen den überlappenden Messbereichen umschalten und müsste die Quelle nicht für jede Bereichsumschaltung erneut abschirmen.

Falls das nicht möglich ist, würde ich die Messungen in sieben Batch-Durchgängen organisieren: bei einem Feld zunächst alle acht Geräte auf dem größeren Messbereich prüfen, anschließend sämtliche Bereichsschalter außerhalb des Feldes umstellen und danach mit unverändertem Dosisleistungsfeld den zweiten Durchgang durchführen.

Falls ein Gerät bei 100 rad/h grob abweicht, würde ich gerne eine begrenzte Kreuzprüfung durchführen:

auffälliges Grundgerät mit einer unauffälligen Gamma-Dosisleistungssonde,
auffällige Gamma-Dosisleistungssonde mit einem unauffälligen Grundgerät.

Damit ließe sich feststellen, ob die Abweichung eher dem Grundgerät oder der Gamma-Dosisleistungssonde folgt. Einschließlich solcher bedarfsabhängigen Kreuzprüfungen wären maximal ungefähr 70 Ablesungen vorgesehen.

Hat jemand hier schon einmal etwas Vergleichbares durchgeführt?

Mich würden insbesondere folgende Erfahrungen interessieren:

Welche Einrichtung oder welches Labor konnte Dosisleistungen bis ungefähr 1 Gy/h mit Cs-137 bereitstellen?
Wurden dort auch private beziehungsweise nichtgewerbliche Projekte angenommen?
War eine einfache Werks-, Funktions- oder Vergleichsprüfung ohne einzelne Kalibrierscheine möglich?
Konnte nur die Sonde im Feld stehen, während das Grundgerät außerhalb bedient wurde?
Wie lange dauerte ein vollständiger Sondenwechsel einschließlich Abschirmung, Zugangsfreigabe und erneuter Exposition?
Wurden mehrere Geräte im Batch-Verfahren geprüft, und welcher Zeit- beziehungsweise Kostenrahmen war dafür ungefähr erforderlich?
Gibt es praktische Erfahrungen mit Kreuzprüfungen unterschiedlicher SV500-Grundgeräte und Gamma-Dosisleistungssonden?

Falls hier jemand beruflich in einem Kalibrierlabor, einer Strahlenschutzmessstelle, einer Forschungseinrichtung oder an einer vergleichbaren Bestrahlungsanlage arbeitet, würde ich mich auch sehr über eine fachliche Einschätzung freuen – selbst wenn die eigene Einrichtung das Projekt nicht übernehmen kann.

Besonders hilfreich wären Hinweise dazu,

ob mein geplanter Ablauf aus Sicht eines Laborpraktikers sinnvoll und realistisch ist,
welche Zeitanteile bei einer solchen Serienprüfung tatsächlich dominieren,
wie sich unnötige Quelleneinfahrten und Zugangszyklen vermeiden lassen,
welche Unterlagen oder Vorprüfungen ein Labor normalerweise verlangen würde und
ob an der vorgeschlagenen Messmatrix etwas geändert werden sollte.

Hinweise zu KIT, anderen deutschen Einrichtungen oder geeigneten Laboren im benachbarten Ausland wären ebenfalls sehr willkommen.

Alle Arbeiten an der Bestrahlungsanlage und sämtliche strahlenschutzrelevanten Tätigkeiten sollen selbstverständlich ausschließlich durch das zuständige Fachpersonal erfolgen. Mir geht es nicht darum, aus historischen Geräten ohne Weiteres ,,amtlich kalibrierte" Einsatzmessgeräte zu machen, sondern um eine nachvollziehbare technische Zustandsaufnahme und die Erhaltung ihrer ursprünglichen Messfähigkeit.

Viele Grüße
Marko
#26
Presse/TV/Rundfunk/Youtube/Internet / Aw: USA Town of Niagara: Konta...
Letzter Beitrag von Flipflop - 01. August 2026, 20:17
I Visited Radioactive Niagara Falls—Why Hasn't Kathy Hochul?

Mad Traveler

#27
Eigenbau, Elektronikbasteln und Programmieren / Aw: Impedanzwandler
Letzter Beitrag von Radioquant98 - 01. August 2026, 10:19
Hallo Andreas,

erster Absatz - 7V - liegt an deiner komischen PMT-Adaptereingangsschaltung

zweiter Absatz - Peters Schaltung ist kein Impedanzwandler, sondern ein Strom/Spannungswandler mit halt niederohmigem Eingang.

und zum Dritten - Du verschenkst die Hälfte Der Dynamik.

Viele Grüße
Bernd
#28
Presse/TV/Rundfunk/Youtube/Internet / Aw: USA Town of Niagara: Konta...
Letzter Beitrag von Flipflop - 01. August 2026, 09:26
Grand Island debattiert am Montag über Grundstückszugang für DEC und EPA

WKBW TV | Buffalo, NY

#29
Eigenbau, Elektronikbasteln und Programmieren / Aw: Impedanzwandler
Letzter Beitrag von ABel - 01. August 2026, 07:37
Hallo Bernd,

oder muss ich die Versorgungsspannung für den Impedanzwandler erhöhen? Meine Einschätzung war bisher, das ich für meinen PMT-Adapter am Eingang eine Amplitude von 7V brauche um am Output eine 1V-Amplitude zu bekommen. Bei beiden Pulsen kommen erst 4,7V aus dem Impedanzwandler. Warum eigentlich? Muss ich erst Mal prüfen ob da immer 4,7V rauskommen, egal wie groß die Amplitude am Eingang ist?

Ein laienhafter Erklärungsversuch für die Kappung des Pulses bei -12V: Wenn die Amplitude von der Anode unter -12V fällt (was einen Zusammenhang mit den +12V der Spannungsversorgung nahe legt) saugt der Impedanzwandler dem CH1 den Strom weg.

Zu Peter:
Ich habe bisher meine PMT-Adapter immer ohne Offset betrieben. Ich weiß, das ich damit die Soundkartenauflösung nur zur Hälfte nutze. Ich wollte eigentlich auch Mal damit experimentieren, drum hab ich auch einen Poti eingebaut, mit dem ich die Lage des Signal-GND verändern kann. Ich bin aber noch nicht dazu gekommen. Drum ist es z.Zt. aber egal, ob der Puls positiv oder negativ ist.

Gruß Andreas
#30
Eigenbau, Elektronikbasteln und Programmieren / Aw: Impedanzwandler
Letzter Beitrag von Peter-1 - 31. Juli 2026, 23:33
Die Schaltung ist für positive Impulse ausgelegt.
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