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#21
Strahlenschutz / Aw: Bleiburg bauen?
Letzter Beitrag von Kermit - 22. März 2026, 08:59
Das Zauberwort heißt "Induktive Antennenkopplung", das ist mir nur nicht gleich eingefallen, aber unser Admin hat auch gleich die richtigen Leiterplatten parat  :)

Jetzt bin ich tatsächlich auch gespannt, ob das funktioniert, denn der massive Metallbehälter drumherum wirkt ja funkelektrisch auch wie eine Erdung.

Und eine Antenne, die auf der Erde liegt, hat keine guten Wirkung (eigene Erfahrung  ;) )

spannend das Projekt!
#22
Strahlenschutz / Aw: Bleiburg bauen?
Letzter Beitrag von DG0MG - 22. März 2026, 08:38
Ich würde sagen, dass ein mäanderförmiger kleiner "Schlitz", der die HF leiten soll, keine Verbesserung bringt. Hochfrequenz breitet sich (genau wie Gammastrahlung) quasioptisch aus, begibt sich also nicht um die Ecke. Damit sich eine Funktion als Hohlleiter ausbildet, muss der Hohlraum viel größer sein. Wennschon, dann also eine GERADE Bohrung von außen bis zur BT-Antenne des RC. Das wird schon gehen, fällt aber natürlich aus Perfektionismusgründen aus.  ;D

Eventuell könntest Du mit der Funktion eines "passiven Repeaters" etwas reissen. Das sind einfach zwei Antennen, mit einem Koaxkabel verbunden. Sowas hat man sogar auf Bergen installiert, um von einem Tal in das andere zu funken: Zwei verbundene Richtantennen, jede in eins der Täler zeigend.

Für WLAN und Bluetooth nimmt man solche Antennen aus kleinen Leiterplatten: https://www.ebay.de/itm/318011608495

Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.

Diese mit ein paar cm des Koaxkabels direkt miteinander verbinden, die innere Antenne möglichst nahe an der BT-Antenne des RC platzieren und das Kabel durch eine zickzackförmige Nut nach außen führen, wo sich die zweite Antenne befindet. Die Reichweite wird zwar nicht mehr 20 Meter sein, aber durch die Abschirmung wird es bestimmt reichen.
#23
Strahlenschutz / Aw: Bleiburg bauen?
Letzter Beitrag von Kermit - 22. März 2026, 07:42
Guten Morgen Lennart,

die Funkwellen müssen ja irgendwie "durchpassen". Laut I-Net benutzt man bei Bluetooth das 2,4GHz ISM Band. Also ist die Wellenlänge bei diesem Frequenzband ca 125mm mit Lambda/2 dann 6cm.

Meine OM Zeit liegt länger zurück, daher gibt es hier bestimmt jüngere Funkamateure, die Dir die Antennenlänge ausrechnen können. Oder Du liest einfach mal in einem guten Antennenbuch nach. Zu meiner Zeit war das das Antennenbuch von Rothammel  ;)
#24
Strahlenschutz / Aw: Bleiburg bauen?
Letzter Beitrag von Lennart - 22. März 2026, 00:15
Hier mal der Bauplan, damit man sich überhaupt vorstellen kann, wie der ganze Krempel im Schnitt aussieht. Wie alle großen Ideen ist auch dieser Plan entstanden, während "Vier Fäuste für ein Halleluja" lief...  ;D
#25
Strahlenschutz / Aw: Bleiburg bauen?
Letzter Beitrag von Lennart - 22. März 2026, 00:02
Zitat von: Kermit am 21. März 2026, 23:46Aber ob sich der Aufwand so richtig lohnt??

Das große Problem ist folgendes:

Die Abschirmwirkung der Messingburg ist ok, reicht mir aber ehrlich gesagt nicht aus. Da der ganze Krempel modular ist, will ich auf jeden Fall eine Zusatzabschirmung anbringen. Entweder gerolltes Walzblei, oder zusätzlich 30 mm Stahl im Radius. Das würde die Problematik mit der Bluetooth-Verbindung noch verschlimmern, wenn nicht sogar eine Verbindung unmöglich machen. Schon im jetzigen Zustand muss man das Handy regelrecht an die Außenwand anlehnen, um eine Verbindung aufzubauen.

Nun ist der RadiaCode recht lang gebaut. Die Messkammer müsste man ohnehin nicht aufbohren, da dort nur der Kristall sitzt. Ich vermute die Bluetooth-Antenne weiter unten im Gehäuse. Somit wäre selbst eine gerade Bohrung durch die Standfuß-Wandung nicht im Sichtbereich des Detektors. Fragt sich halt nur, ob es überhaupt was nutzt?

#26
Strahlenschutz / Aw: Bleiburg bauen?
Letzter Beitrag von Kermit - 21. März 2026, 23:46
Zitat von: Lennart am 21. März 2026, 23:20Den müsste man dann logischerweise in Labyrinth-Durchführung anbringen, ohne direkte "Sichtverbindung" zum Detektor.

Korrekt, so macht man das im baulichen Strahlenschutz  :) bei den Schlüssellöchern bzw. Klinken.

Jetzt mein "aber" bzw "ich weiß es nicht", wie sich ein Labyrinth auf die bei der Übertragung benutzten Fequenzen auswirkt, da muss man einen HF-Erfahrenen fragen. Ich würde mich diesbezüglich an einen OM wenden :yahoo:

Oder anders, eventuell geht das ja , wie im Auto ("Scheibenantenne"), welches ja auch einen Faraday-Käfig bildet: In die Bleiburg eine Antenne und die über einen elektrischen Leiter zu einer äußeren Antenne. Die Durchführung durch die Burg müsste dann nur das Kabel betreffen.

Aber ob sich der Aufwand so richtig lohnt??
#27
Strahlenschutz / Aw: Bleiburg bauen?
Letzter Beitrag von Lennart - 21. März 2026, 23:20
Zitat von: Lennart am 18. März 2026, 18:45Der RadiaCode leistet sich grundsätzlich keine Schwächen, was den Verbindungsaufbau angeht. Ich hatte nie Probleme, egal ob das Gerät in der Bleiburg (eine tatsächliche 104 kg Bleiburg), oder in einem anderen Raum 10 m weiter liegt. Mit dem neuen "Brass Castle" sieht die Sache anders aus. Die Verbindung mit dem Handy kommt nur zustande, wenn die Entfernung im Bereich weniger cm liegt. In diesem Fall funktioniert die Bedienung zwar reibungslos, optimal ist das aber nicht.

Ich habe dazu mal eine Verständnisfrage. Würde eine kleine Bohrung (wenige mm Durchmesser) helfen, die Bluetooth-Verbindung wirksam zu verbessern? Ein "Kurzgespräch" mit der KI sagt: nein. Laut der KI müsste es eher ein schmaler, ca. 6 cm langer Schlitz sein. Den müsste man dann logischerweise in Labyrinth-Durchführung anbringen, ohne direkte "Sichtverbindung" zum Detektor.

Wie seht Ihr das?
#28
Objekte und Stoffe / Aw: radioaktive Röhren
Letzter Beitrag von Lennart - 21. März 2026, 23:00
Die Western Electric 395A wurde bereits in Beitrag #4 (auf Seite 1) vorgestellt. Jede Information zu dieser Röhre, inklusive Datenblatt und KI-Suche, nennt Kr-85 als einzigen radioaktiven Zusatz. Nun sind mir davon Exemplare zugelaufen, die tatsächlich merklich radioaktiv sind. Bei Exemplar Nr. 1 misst man ca. 0,5 CPS mit dem (offenen) RadiaScan 701A, bei einem Hintergrund von 0,38 CPS. Das entspricht 0,12 CPS netto.

Exemplar Nr. 2 kommt sogar auf 1,05 CPS bzw. 0,67 CPS netto.

Das Baujahr dieser Röhren liegt grob zwischen dem Ende der 40er Jahre und Anfang der 60er Jahre. Die vergleichsweise geringe HWZ, kombiniert mit der geringen Gamma-Emission von Kr-85, machte mich stutzig. Entweder war die Ausgangsaktivität von Kr-85 absurd hoch, oder es handelt sich tatsächlich um einen anderen Zusatz.

Ein Gammaspektrum der aktiveren Röhre zeigt, dass das fragliche Radionuklid eindeutig Ra-226 ist. Ein Spektrum der anderen Röhre ist noch ausstehend.

Bild 1 + 2 zeigen die Röhre mit der geringeren Aktivität. Im Detailbild sieht man den vorderen Bereich der stärkeren Röhre. Dort sieht man eine Art weiße Ablagerung. Könnte es sich dabei um eine Art Salzfleck handeln, wo das Radium aufgetragen wurde? Tatsächlich misst man im stirnseitigen Bereich die höchste Zählrate.

Edit:

Die andere Röhre enthält tatsächlich eine messbare Restaktivität von Kr-85. Im RC-110 Spektrum über 15 h sieht man den schönen 514 keV Peak. Den ungewöhnlich hohen Röntgenpeak würde ich für ein Produkt der Betastrahlung halten, also vermutlich Bremsstrahlung. Im Bereich um 100 - 150 keV sieht man wahrscheinlich einen Rückstreupeak.
#29
Allgemeine Diskussionen / Aw: Das ODL-Messnetz des BfS
Letzter Beitrag von Gigabecquerel - 21. März 2026, 18:19
Ich habe heute mal den Tag der offenen Tür beim DWD in Oberschleißheim genutzt und mir die Messtechnik da im Garten anzuschauen  ;)

Da steht ein ganzer Wald an Messmitteln, aber der Pfosten bei 48.2443122, 11.5525994 gehört eigentlich dem BfS, nicht dem DWD  ;D

An sich eine ganz klassische Sonde (oder auch zwei), aber leider von außen nicht ersichtlich, somit bleiben nur wenige tdot um an sie zu kommen.

Auch Spannend ist der kleine kasten südlich davon, bei 48.2438780, 11.5525492. Da drinnen sitzt ein kleiner elektrisch gekühlter 15%er HPGe und schaut auf den Boden. Der zweck dessen ist nicht die direkte bestimmung der ODL, sondern die "schnellerkennung" von Washout im regen, wo eben der Boden als filter wirkt. Die "richtige" überwachung vom regenwasser ist etwas langsamer, da die filterkartuschen physisch getauscht werden müssen für die messung.
#30
Objekte und Stoffe / Aw: radioaktive Röhren
Letzter Beitrag von DL3HRT - 21. März 2026, 16:59
Na da will ich mal ;).

Ich habe seit gestern zwei StR 75/60 vor dem Detektor. Die beiden Röhren haben keinen Ring sondern sehen genauso aus, wie die rechte Röhre in Lennarts Foto.

Im Datenblatt der StR 75/60 wird explizit auf den radioaktiven Zusatz zur Verbesserung des Zündverhaltens hingewiesen. Röhren mit Ring vom Werk für Fernsehelektronik enthalten Th-232. Irgendwann in den 1970er/1980er Jahren ist man wohl zu Kr-85 übergegangen.

Problematisch bei der Messung schwacher Kr-85 Aktivität ist die Tatsache, dass die Gammalinie mit 514 keV sehr dicht an den 511 keV der Vernichtungsstrahlung liegt. In diesem Fall ist das Ergebnis nach Abzug des Hintergrunds aber eindeutig.
Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.

Die Kr-85 Restaktivität ist allerdings äußerst gering. Ich kann leider das Herstellungsjahr nicht eindeutig entschlüsseln. Auf den Röhren ist "NS 932" bzw. "NS 920" aufgedruckt. Laut KI steht die die erste Ziffer für das Jahr innerhalb eines Jahrzehnts und die letzten beiden Ziffern für die Kalenderwochen. Es kommen dann realistisch 1969 und 1979 in Frage, denn 1989 wurden diese Röhren nicht mehr gebaut. Kr-85 deutet auf spätere Röhren hin, so dass 1979 am wahrscheinlichsten ist. Das wären dann 47 Jahre bzw. 4,4 Halbwertszeiten.