Neueste Beiträge

#21
Presse/TV/Rundfunk/Youtube/Internet / Aw: St. Ingbert – radioaktives...
Letzter Beitrag von Kermit - 12. August 2026, 21:09
Zitat von: DG0MG am 12. August 2026, 09:25Welche Motive haben Menschen, sich mit radioaktiven Mineralien oder Messungen von Radioaktivität zu beschäftigen?

Das gehört für mich eindeutig in die "Framing" Ecke, denn das ist ja eigentlich Grundwissen der Physik und gehört zum Schulstoff.

Im großen und ganzen gehören die Mineralien auch zur Wissensvermittlung in Geografie.

Es ist traurig, das vom normalen polytechnischen Schulwissen so gar nichts mehr übriggeblieben ist...

Den Rest hat Lennart schon sehr gut zusammengefasst bzw. DG0MG
#22
Bayern / Aw: Tschernobyl-Fall in Südbay...
Letzter Beitrag von megapull - 12. August 2026, 21:03
Zitat von: DG0MG am 12. August 2026, 20:55Den Cs137-Prüfstrahler würde ich zumindest bei zwei Grenzübertritten (auch innerhalb der EU) nicht mitnehmen. Mit diesem in der Hosentasche bist Du in Deutschland "hochillegal" unterwegs (Freigrenze = 10 kBq).

10 KBq? Ich verstehe also, dass etwa 2,5 Kilogramm Pilze illegal sind  ;D

Im Ernst – vielen Dank für die netten Worte. Bezüglich der Cs-137-Quelle gelten auch hier die gleichen Regeln, daher habe ich absolut keine Ahnung, wie sie aus den USA ankam und den Zoll und die Post passierte, denn so habe ich sie bestellt. Oder besser gesagt, ich habe das Ludlum-Messgerät bestellt und es hatte diese Quelle dabei, ohne dass ich es wusste. Neben dem Schnäppchen bin ich also auch dieses ,,Risiko" eingegangen.

Ich dachte, dann könnte ich es genauso gut verwenden  8)
#23
Bayern / Aw: Tschernobyl-Fall in Südbay...
Letzter Beitrag von DG0MG - 12. August 2026, 20:55
Sehr interessantes Video und es hat mehr Arbeit gemacht, als den RadiaCode hier und da ranzuhalten und "Oh" zu rufen. Vielen Dank dafür!

Den Cs137-Prüfstrahler würde ich zumindest bei zwei Grenzübertritten (auch innerhalb der EU) nicht mitnehmen. Mit diesem in der Hosentasche bist Du in Deutschland "hochillegal" unterwegs (Freigrenze = 10 kBq).
#24
Bayern / Tschernobyl-Fall in Südbayern ...
Letzter Beitrag von megapull - 12. August 2026, 19:42
Hallo zusammen, ich war auf einer längeren Reise in Bayern, und da mir viele Mitglieder dieses Forums im Vorfeld geholfen haben, dachte ich, es wäre sinnvoll, hier noch ein paar zusätzliche Infos zu teilen.

Zunächst das Video:


Ich hoffe, es hat Spaß gemacht ^^
Mein Hauptziel war es, die einfachsten verfügbaren Geräte zu verwenden, z. B. einen Radiacode.

Ich besitze zwar mittlerweile professionelle Ausrüstung, aber meine Frage war: Kann das auch ein Laie? Ich habe einen größeren Szintillator verwendet, um zu sehen, ob es einen Unterschied gibt. Abgesehen von der Messung einzelner Proben, wo das größere Gerät natürlich einfacher zu handhaben war, war der Radiacode recht nützlich.

Ich habe mich nicht nur durch Befragungen von Leuten wie euch vorbereitet, sondern auch unzählige Studien und IAEA-Richtlinien zu diesem Thema gelesen. Es war sehr interessant und mir hat diese Art der Recherche viel Spaß gemacht.

Die Suche nach den ,,Hotspots" für Cs-137 basierte eher auf meiner Erfahrung als auf dem Radiacode selbst. Ich weiß, dass Waldböden, Senken, Wiesen usw. gute Kandidaten sind. Trotzdem habe ich, sobald ich einen geeigneten Ort gefunden hatte, mit dem Radiacode nach dem höchsten CPS-Wert gesucht, bevor ich mit dem Graben begann.

Die Proben wurden einige Tage getrocknet, zwei- bis dreimal gesiebt und der größte Teil des organischen Materials von Hand entfernt. Der erste Tonauswaschungseffekt, den ich im Video entdeckte, begeisterte mich, da ich kurz zuvor über Adsorption gelesen hatte und darüber, wie Cäsium sich an Ton anlagert. Allerdings waren es hauptsächlich Thorium und Kalium-40, die sich ebenfalls in ähnlichen Böden anreichern. Trotzdem war es interessant.

Meine anderen Proben zeigten jedoch alle deutliche Cs-137-Peaks unterschiedlicher Intensität.

Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.     Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.

Ich führte eine über 24-stündige Hintergrundmessung vor meinem Haus an einem sicheren, geschlossenen Ort durch, wo ich die niedrigsten Werte maß, und führte anschließend meine Experimente im Marinelli-Becher durch. Einige Proben benötigten Tage, um eine Fehlertoleranz von 5–6 % zu erreichen, während die in einem anderen Thema erwähnten Pilze bereits nach 2–3 Stunden Peaks zeigten.

Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.     Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.

Auf dem Heimweg machte ich einen Zwischenstopp in Gosau in Australien, aber obwohl ich dank eines früheren Forschers den genauen Ort kannte, war ich doch recht enttäuscht.

Da ich mich in der Nähe von Nationalparks (oder sogar in ihnen) und Flughäfen/Militäranlagen aufhielt, nutzte ich natürlich die offizielle deutsche App zur Luftraumfreigabe usw. und habe innerhalb des Nationalparks Berchtesgaden nirgendwo gegraben. Aber das sollte ja selbstverständlich sein.

Meine Ergebnisse werden hier ebenfalls berichtet (Google Sheets).
#25
Realistisch betrachtet gibt es keine wirkliche Motivation, in diesem Fall einen ausgeglichenen Artikel zu schreiben. Es gibt kein plötzliches, ernsthaftes Interesse an diesem Themengebiet. Mit einem zackig zusammengeschusterten Artikel hat man aber eine simple Möglichkeit, schnell etwas Geld zu verdienen. Frei nach dem Motto: "Fragen kostet nichts, irgendjemand wird schon blöd genug sein, munter aus dem Nähkästchen zu plaudern."
Dann wird das Gesagte einfach aus einer übermäßig kritischen Perspektive heraus beäugt, wobei der Journalist – aus einer moralisch und intellektuell überlegenen Position heraus – einen Kommentar abgibt, der natürlich immer im Einklang mit der breiten Masse der Bevölkerung steht. Für den uninformierten Leser werden komplexe Äußerungen zusätzlich eingeordnet, damit eine eigene Beschäftigung mit der Thematik möglichst unterbleibt. Wenn die "ganze Wahrheit" bereits im Artikel steht, warum sollte man sich dann tiefer einlesen?! Wie es bei Heuschrecken üblich ist, wird das Feld schnell kahl gefressen und dann zieht man weiter. Wie es jetzt in St. Ingbert weitergeht? Wen interessiert das? Jetzt ist erst mal der Drohnenalarm am Flughafen wichtig. Eine parallele Berichterstattung würde nur dann Sinn ergeben, wenn das zweite Thema "Fußball" wäre...
#26
Presse/TV/Rundfunk/Youtube/Internet / Aw: St. Ingbert – radioaktives...
Letzter Beitrag von NoLi - 12. August 2026, 17:09
DPA ist ja eine nicht gerade kleine, lokale Agentur, sondern nach m. K. die größte deutsche Presseagentur.
Da die Fragen nicht nur von fachlicher, sondern auch von juristischer Relevanz sind und beides miteinander verknüpft ist, sollte sich die Redakteurin mit ihrem Anliegen an die offiziellen anerkannten Gremien wie Bundesamt für Strahlenschutz, die Strahlenschutzkommission und/oder den Deutsch/Schweizerischen Fachverband für Strahlenschutz wenden. Diese Gremien und einzelne Mitglieder/Angehörige darin waren und sind auch bei der Erstellung von Strahlenschutzgesetz und Strahlenschutzverordnung beteiligt.

Norbert
#27
Zitat von: Lennart am 12. August 2026, 15:26Das sind zwar keine vollwertigen Suggestivfragen, aber es geht schon in eine gewisse Richtung.

Zitat von: DG0MG am 12. August 2026, 09:25Wie groß und wie vielfältig ist die deutschsprachige Community von Menschen, die sich mit Radioaktivität, Geigerzählern und radioaktiven Mineralien beschäftigt?

Wer sagt denn, dass das eine Community ist?

Zitat von: DG0MG am 12. August 2026, 09:25Welche Motive haben Menschen, sich mit radioaktiven Mineralien oder Messungen von Radioaktivität zu beschäftigen?

Welche Motive haben Menschen, die sich für Pflanzen interessieren?

Zitat von: DG0MG am 12. August 2026, 09:25Wie unterscheiden sich aus Ihrer Sicht verantwortungsvolle Sammler und Hobbyisten von Personen, die mit solchen Materialien unsachgemäß umgehen?

Wer sagt denn, dass es Menschen gibt, die mit "solchen Materialien" unsachgemäß umgehen? Gilt die Unschuldsvermutung in St. Ingbert nicht?

Zitat von: DG0MG am 12. August 2026, 09:25Welche Sicherheitsregeln werden in der Community typischerweise empfohlen

Sehr schöne Frage, um sich dann welche herauszupicken, die nicht empfohlen werden – daran kann man sich dann prima aufhängen.

Zitat von: DG0MG am 12. August 2026, 09:25Welche Risiken werden unter erfahrenen Hobbyisten besonders ernst genommen (zum Beispiel Radon, Staubentwicklung oder unsachgemäße Bearbeitung von Mineralien)?

Jemand schreib jetzt hier beispielsweise: "Risiko A" wird besonders ernst genommen.
Eine Woche später steht in der Zeitung: "[...] dabei werden die Risiken "B", "C" und "D" von den Hobbyisten scheinbar nicht besonders ernst genommen"

Zitat von: DG0MG am 12. August 2026, 09:25Wie wird ein Fall wie der Fund in St. Ingbert innerhalb der Szene wahrgenommen? Ich habe gesehen, dass schon diverse Beiträge dazu geteilt wurden.

Welche Szene? Die Drogenszene am Frankfurter Hbf?

Zitat von: DG0MG am 12. August 2026, 09:25Haben Sie den Eindruck, dass es bei neuen Interessierten einen besonderen Bedarf an Aufklärung über den sicheren Umgang mit radioaktiven Materialien gibt?

Sehr gute Frage, aus der man dann ein "strukturelles Problem" ableiten kann. Ich habe schon gedanklich eine passende Überschrift vor Augen: "Hobbyatomforscher – harmlose Nerds oder naive Gefährder?"

Ja, leider muss man heute ständig mit dem, neudeutsch, "framing" rechnen. Je nach "Journalist", bzw. der jeweiligen politischen oder ideologischen Prägung (die in DE klar in eine Richtung zu gehen scheint), ist eine wie von dir beschriebene Interpretation nicht völlig unwahrscheinlich.
Als einzige Möglichkeit in einem solchen Fall sehe ich eine vertragliche Vereinbarung, die dem Befragten das Recht zur finalen Freigabe eines Interviews gibt. Und im Fall einer Vertragsverletzung müsst man dann halt den Rechtsweg beschreiten. Nicht ideal, ich kann verstehen warum man sich dann lieber nicht äußert.
#28
Das sind zwar keine vollwertigen Suggestivfragen, aber es geht schon in eine gewisse Richtung.

Zitat von: DG0MG am 12. August 2026, 09:25Wie groß und wie vielfältig ist die deutschsprachige Community von Menschen, die sich mit Radioaktivität, Geigerzählern und radioaktiven Mineralien beschäftigt?

Wer sagt denn, dass das eine Community ist?

Zitat von: DG0MG am 12. August 2026, 09:25Welche Motive haben Menschen, sich mit radioaktiven Mineralien oder Messungen von Radioaktivität zu beschäftigen?

Welche Motive haben Menschen, die sich für Pflanzen interessieren?

Zitat von: DG0MG am 12. August 2026, 09:25Wie unterscheiden sich aus Ihrer Sicht verantwortungsvolle Sammler und Hobbyisten von Personen, die mit solchen Materialien unsachgemäß umgehen?

Wer sagt denn, dass es Menschen gibt, die mit "solchen Materialien" unsachgemäß umgehen? Gilt die Unschuldsvermutung in St. Ingbert nicht?

Zitat von: DG0MG am 12. August 2026, 09:25Welche Sicherheitsregeln werden in der Community typischerweise empfohlen

Sehr schöne Frage, um sich dann welche herauszupicken, die nicht empfohlen werden – daran kann man sich dann prima aufhängen.

Zitat von: DG0MG am 12. August 2026, 09:25Welche Risiken werden unter erfahrenen Hobbyisten besonders ernst genommen (zum Beispiel Radon, Staubentwicklung oder unsachgemäße Bearbeitung von Mineralien)?

Jemand schreib jetzt hier beispielsweise: "Risiko A" wird besonders ernst genommen.
Eine Woche später steht in der Zeitung: "[...] dabei werden die Risiken "B", "C" und "D" von den Hobbyisten scheinbar nicht besonders ernst genommen"

Zitat von: DG0MG am 12. August 2026, 09:25Wie wird ein Fall wie der Fund in St. Ingbert innerhalb der Szene wahrgenommen? Ich habe gesehen, dass schon diverse Beiträge dazu geteilt wurden.

Welche Szene? Die Drogenszene am Frankfurter Hbf?

Zitat von: DG0MG am 12. August 2026, 09:25Haben Sie den Eindruck, dass es bei neuen Interessierten einen besonderen Bedarf an Aufklärung über den sicheren Umgang mit radioaktiven Materialien gibt?

Sehr gute Frage, aus der man dann ein "strukturelles Problem" ableiten kann. Ich habe schon gedanklich eine passende Überschrift vor Augen: "Hobbyatomforscher – harmlose Nerds oder naive Gefährder?"




#29
Presse/TV/Rundfunk/Youtube/Internet / Aw: Fukushima Katastrophe
Letzter Beitrag von DL8BCN - 12. August 2026, 15:09
Super wäre es, wenn man so das Tritium aus dem Wasser entfernen könnte.
Darum geht es ja bei der Problematik um die Einleitung des tritiumhaltigen Wassers ins Meer.
Warum entweicht das Tritium eigentlich nicht in die Luft, wie es gelöstes Wasserstoffgas machen würde.
Mindestens wenn man es intensiv aufrühren würde...
Es scheint ja schwerer zu sein und eine intensivere Bindung ans Wasser zu haben.
H3 ist sicherlich schwerer als H2 :D
#30
Presse/TV/Rundfunk/Youtube/Internet / Aw: St. Ingbert – radioaktives...
Letzter Beitrag von DL8BCN - 12. August 2026, 14:49
Auf jeder größeren Mineralienmesse, zuletzt bei der Mineralien Hamburg Schnelsen gibt es Uran-Mineralien.
Wenn die jemand sammelt, dann vielleicht auch wegen der starken UV-Fluoreszenz.
Pechblende sieht nicht wirklich schön aus, wenn es nicht gerade "Blasenerz" ist.
Aber den Vergleich mit den Giftschlangen hatte ich hier glaube ich auch schon mal gebracht.
Es gibt wunderschöne ungiftige Schlangen, aber manche Reptilienfreunde kaufen sich trotzdem die hässliche, giftige.