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#21
Hm, das würde bedeuten, dass jemand zum Chinese hergeht und sagt: "Ich brauche ein J321-Zählrohr, aber in kurz". Und der Chinese liefert: Ein 2/3 so langes Zählrohr, dass trotzdem mit "J321" beschriftet ist. Dann geht NANODIS her und nimmt das Datenblatt des "echten" J321, vergleicht dessen Empfindlichkeit mit dem SI-3BG aus dem CM Counter II und kommt - vielleicht sogar richtigerweise - auf eine 200x höhere Empfindlichkeit. Nur hat das offenbar nie jemand live überprüft. Ich bin auch der Meinung, dass das kürzere ZR niemals dieselben technischen Daten wie das J321 haben kann.

#22
Objekte und Stoffe / Aw: radioaktive Röhren
Letzter Beitrag von DL3HRT - Gestern um 07:31
Zitat von: Lennart am 17. August 2026, 21:09Die Zählrate liegt bei gewaltigen 1,19 CPS - 0,36 CPS = 0,83 CPS netto. Messdauer waren 65k s.
Da wurde wohl nur eine homöopathische Dosis Thorium hinzugefügt. Generell braucht es zur Vorionisation der gar nicht so viel Aktivität, wenn man einen Alphastrahler hat.

Im Radiomuseum wird eine Version mit Co-60 vorgestellt.
#23
Objekte und Stoffe / Aw: radioaktive Röhren
Letzter Beitrag von Lennart - 17. August 2026, 21:13
Zitat von: exicator am 17. August 2026, 20:03Guten Abend Lennart,
Und auch guten Abend in gesamte Forum!
... gut, eine schöne Nachweisgrenze und das mit einem recht kleinen Detektorvolumen, guter Messplatz.
Hatte 2022 auch ein paar JAN-CBNQ-5863 / BOMAC messen können und bin auch nur auf ein paar Bq Co-60 Restaktivität gekommen ...
Viele Grüsse aus Berlin und immer etwas Aktivität auf dem Detektor!
Ralf

Hallo Ralf,
bei mir muss es mit tragbaren Geräten klappen, auch wenn sich diese in einer massiven und unbeweglichen Bleiburg befinden.  :) Es ist immer wieder faszinierend, was man aus den winzigen Szintillationskristallen herausholen kann.
#24
Objekte und Stoffe / Aw: radioaktive Röhren
Letzter Beitrag von Lennart - 17. August 2026, 21:09
General Electric Company "SC3/350" Spannungsstabilisator

Die britische General Electric Company "G.E.C." hat nichts mit der US-Firma "General Electric" zu tun. Bei dem Modell SC3/350 handelt es sich um eine Korona-Stabilisatorröhre für eine Spannung von 350 V. Produktions- bzw. Verpackungsdatum ist Dezember 1966. Mit dem Geigerzähler misst man gar nichts, im Spektrum zeigt sich jedoch Th-232. Das Spektrum ist mit dem SPRD-GN aufgezeichnet worden. Die Zählrate liegt bei gewaltigen 1,19 CPS - 0,36 CPS = 0,83 CPS netto. Messdauer waren 65k s.
#25
Objekte und Stoffe / Aw: radioaktive Röhren
Letzter Beitrag von exicator - 17. August 2026, 20:03
Guten Abend Lennart,
Und auch guten Abend in gesamte Forum!
... gut, eine schöne Nachweisgrenze und das mit einem recht kleinen Detektorvolumen, guter Messplatz.
Hatte 2022 auch ein paar JAN-CBNQ-5863 / BOMAC messen können und bin auch nur auf ein paar Bq Co-60 Restaktivität gekommen ...
Viele Grüsse aus Berlin und immer etwas Aktivität auf dem Detektor!
Ralf
#26
amerikanische Strahlungsmessgeräte (US) / Aw: AlphaHound
Letzter Beitrag von Flipflop - 17. August 2026, 18:49
https://www.reddit.com/r/Radiation/comments/1vqe4uq/crystal_size_simulation/   Übersetzt:

Howdy! Mein Schwiegervater fragt mich immer, aus welcher Entfernung ich eine X-Aktivitätsquelle erkennen kann – meine Antwort lautet immer: ,,Das kommt darauf an." Wie auch immer, hier ist eine einfache Software, die die Empfindlichkeit von Szintillatoren unterschiedlicher Größe und die dazugehörigen statistischen Werte anzeigt. Das ist ein grober Entwurf und ein Nachmittags-Projekt.

Die Kristallgrößen für 2×2, 2×4×16 und 4×4×16 stammen aus meinen eigenen Experimenten und sind ebenso genau wie die für 1 cm³. Bitte beachte, physicsRcool: Dies ist keine Geant4-Simulation, die auf einem dedizierten Server läuft. Es handelt sich lediglich um eine Darstellung der Empfindlichkeit und der Zählrate...

Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)

https://www.radviewdetection.com/radsim

#27
Deutsche Strahlungsmessgeräte (BRD) / Aw: Nanodis CM Counter III.
Letzter Beitrag von NoLi - 17. August 2026, 18:40
Zitat von: DG0MG am 17. August 2026, 16:53...
Das Video ist kein Beleg, denn er vergleicht ja deutlich sichtbar mit einem längeren J315.
Gibt es tatsächlich unterschiedlich lange Zählrohre, die BEIDE "J321" heissen?
...
Genau das weiß ich auch nicht...wäre schon sehr ungewöhnlich. Aber den Chinesen trau ich alles zu.
Die Zählrohre J305, J315 und J321 sollen ja weitestgehend äquivalent sein, auch in den Maßen.


https://www.reddit.com/r/Radiation/comments/1e9g6l9/j315_geiger_tube/?tl=de
Zitat: 
"Der J315-Detektor für nukleare Strahlung ist eine Zinnoxid-Kathode mit einer coaxialen zylindrischen dünnwandigen Struktur (Röhrenwanddichte von 50 ± 10cg/cm2) und einer impulsangewendeten Halogenröhre. Er wird verwendet, um Gammastrahlen von 20mR/h bis 120mR/h und weiche Betastrahlen von 100-1800 Grad Celsius im Temperaturbereich des umgebenden Mediums von -40 °C bis 55 °C zu erfassen.
2. Gesamtlänge: 90 ± 2mm
"


https://www.amazon.de/Geiger-Counter-Nuklearstrahlungsdetektor-pr%C3%A4zise-Soft-Beta-Strahlungsmessung/dp/B0D9N917VF
Zählrohr J305
Zitat:
"Zinnoxidkathode, koaxiale zylindrische Schalenstruktur (Wanddichte 50±10cg/cm2), Puls-Anwendungstyp Halogenröhre.
Artikelgröße: 88 x 10 x 10 mm.
Es unterstützt die Erkennung von Gammastrahlen von 20 mR/h-120 mR/h und weichen Betastrahlen im Bereich von 100-1800 Decay/min·CM2.
"


Direkter Bild-Größenvergleich J305 und J321:  https://www.researchgate.net/figure/The-J305-and-J321-GM-tubes-from-the-GMC-Kit-3-Research-method-31-Measuring-system-and_fig2_393452479


Zitat von: DG0MG am 17. August 2026, 16:53...
Wo hast Du die Länge von 60 mm her, das steht bei NANODIS nicht?
https://dozymetria.wordpress.com/2025/09/26/dozymetr-licznik-geigera-nanodis-colloidmaster-cm-counter-iii/
(in Übersetzung)
Zitat:
"Als Messelement verfügt der CM Counter III über einen auf Bestellung erstellten GM-Glaszähler, er ist eine kleinere Version des J321, dessen Länge 60 mm statt 90 mm beträgt, wie es bei dem zum Verkauf stehenden Standard der Fall ist."


Norbert
#28
Deutsche Strahlungsmessgeräte (BRD) / Aw: Nanodis CM Counter III.
Letzter Beitrag von DG0MG - 17. August 2026, 16:53
Zitat von: NoLi am 16. August 2026, 21:45mit einem verkürzten Zählrohr J321

Ja, er sagt (oder schreibt) das im Video so: "custom made". Und NANODIS behauptet das auch, dass das ZR extra für sie angefertigt worden sei. Nun ist das aber eine Behauptung, für die man erstmal Belege bringen muss. Das Video ist kein Beleg, denn er vergleicht ja deutlich sichtbar mit einem längeren J315.

Gibt es tatsächlich unterschiedlich lange Zählrohre, die BEIDE "J321" heissen?
Wo hast Du die Länge von 60 mm her, das steht bei NANODIS nicht?


#29
Objekte und Stoffe / Aw: radioaktive Röhren
Letzter Beitrag von Lennart - 17. August 2026, 15:05
Abstimmbare TR-Röhre "OMNI WAVE JAN-6322" (BL-25)

Der Nachweis von Co-60 in alten Röhren hat sich zu meiner Lebensaufgabe entwickelt  ;D

Besonders problematisch ist dabei die große Ungewissheit, weil häufig wichtige Eckdaten fehlen. So fragt man sich bei einer fehlenden Kennzeichnung, ob wirklich jemals Co-60 enthalten war. Wie hoch war die Aktivität? Wann wurde die Röhre produziert? Wann wurde die Aktivität bestimmt?

Mir ist es gelungen, zwei Exemplare zu ergattern, die sämtliche Fragen beantworten.

Bei der JAN-6322 handelt es sich um eine abstimmbare Sperrröhre aus dem Radarbereich, die im Sende-Empfangs-Umschalter (Duplexer) genutzt wird, um den Empfänger – durch einen Kurzschluss – vor der ausgehenden Sendeleistung zu schützen. Das Modell 6322 wurde hauptsächlich von BOMAC, Varian, Thomson-CSF und METCOM produziert. Vom Aufbau her ähnliche Modelle sind z.B. 1B27, 10TN53, SA-38, TH3322, usw.

Die vorliegenden zwei Exemplare hat man im Juli 1981 und März 1982 verpackt, was die Frage teilweise beantwortet, bis wann man Co-60 in militärischen Sperrröhren eingesetzt hat: mindestens bis Anfang der 80er Jahre. Das ergibt sicherlich Sinn, weil ältere Radaranlagen teilweise noch im Einsatz waren und man dazugehörige Ersatzteile weiterproduziert hat.

Nun hat man das Co-60 nicht taufrisch für jede Röhre im Reaktor gewonnen, die entsprechenden Quellen sind also nahezu immer älter, als die Röhren selbst. In diesem Beispiel hat man beide Quellen im Februar 1977 hergestellt, wobei die Startaktivität jeweils 0,09 Mikrocurie (3,33 kBq) betrug. Das ist ziemlich wenig, weil in den USA die damalige Freigrenze für die Röhrenherstellung bei max. 1 Mikrocurie (37 kBq) an Co-60 lag. Die aktuelle Freigrenze in Deutschland beträgt astronomische 100 kBq, wobei man beide Werte nicht vergleichen kann. Die Auflage für Röhrenhersteller ergibt schon Sinn, man stelle sich mal 1000 dieser Röhren in einem Lagerraum vor...

Wir können die Restaktivität also ziemlich genau auf (gerundet) 5 Bq je Röhre bestimmen, was für beide Röhren 10 Bq bedeutet. Das ist sehr wenig, aber zumindest haben wir so die Möglichkeit, die Nachweisgrenze auszuloten. Wenn der RadiaCode-110 nichts davon sieht, selbst bei einer Messung über mehrere Tage in der Bleiburg, dann ist das Gerät einfach nicht geeignet und am Limit angekommen. Immerhin entspricht 1 Bq Co-60 2 Photonen pro Sekunde, was aber der grottigen Interaktionswahrscheinlichkeit zwischen der hochenergetischen Strahlung und dem Detektor gegenübersteht. Nicht zu vergessen, dass der Detektor immer nur einen Bruchteil der tatsächlichen Aktivität sehen kann und die Röhrenbauform für eine zusätzliche Distanz sorgt, die absolut nicht förderlich ist.

Tatsächlich war es über einen Zeitraum von 75 h möglich, die beiden Peaks in der Bleiburg sichtbar zu machen. Kürzlich hatte ich dankenswerterweise die Möglichkeit, mit dem RadiaCode-110 ein einstündiges Referenzspektrum (abseits der Bleiburg) aufzuzeichnen, welches als "Hintergrund" grün dargestellt ist.
#30
Europa und der Rest der Welt / Mina Eureka - Pyrenäen
Letzter Beitrag von Harald der Strahler - 17. August 2026, 15:01
Mina Eureka (Pyrenäen)

Auf dem Rückweg von der Sonnenfinsternis habe ich die Gelegenheit genutzt, einen Abstecher zur Mina Eureka bei Castell-estaó in der Vall Fosca in den katalanischen Pyrenäen zu machen.
Die Mina Eureka ist eine ehemalige Uran-Prospektionsmine. Anfang der 1960er-Jahre wurde das Vorkommen intensiver untersucht; im Rahmen des Projekts wurden mehrere Stollen angelegt. Die eigentlichen Erkundungsarbeiten fanden vor allem zwischen 1963 und 1965 statt. Zu einer wirtschaftlichen Uranförderung kam es letztlich nicht: Nach wenigen Jahren wurden die Arbeiten wegen der geringen Rentabilität wieder eingestellt.
Geologisch ist die Lagerstätte sehr interessant. Die Mineralisation (Kupfer-Uran-Vanadium) befindet sich in rötlichen Sandsteinen des Untertrias. Neben Uran und Kupfer treten unter anderem Vanadium, Silber, Nickel, Kobalt, Arsen, Antimon, Bismut und weitere Elemente auf.
Besonders bekannt ist die Mina Eureka auch wegen ihrer außergewöhnlichen Mineralienvielfalt. Hier wurde der Abellait, NaPb₂(CO₃)₂(OH), erstmals entdeckt und als neue Mineralart beschrieben. Interessant fand ich auch die geochemische Parallele z.B. zu den Urananreicherungen im Mittelkeuper bei Murrhardt im Schwäbischen Wald. Auch dort wurde mobiles Uran(VI) unter dem Einfluss reduzierender Bedingungen, begünstigt durch organische Substanz, zu schwerlöslichem Uran(IV) reduziert und konnte sich so anreichern.
Ich war an der zweiten und dritten Ebene der Mina Eureka unterwegs. Auf der mittleren Ebene fiel besonders der Bereich der ehemaligen Verladung auf. Dort zeigte der Boden (direktes Auflegen) örtlich deutlich erhöhte Dosisleistungswerte. Auch an einzelnen Gesteinswänden ließ sich die Mineralisation mit dem Raysid gut verfolgen. Die Mina Eureka gehört zum Origens UNESCO Global Geopark, daher ist das Sammeln von Mineralien ohne Genehmigung nicht erlaubt.
Insgesamt habe ich mich nur ca. 1h auf dem Gelände aufgehalten. Die Temperaturen an diesem sonnenbeschienenen Hang waren mörderisch. Ein Wind wie aus einem Heißluftfön kam den steilen Hang hinauf. Wäre unten ein Buschfeuer ausgebrochen, wäre der Rückweg die rund 100 Höhenmeter den Hang hinauf zum Dorf, wo das Auto stand, wohl sehr schnell zum ernsthaften Problem geworden. So interessant die Mine auch war – bei diesen Temperaturen war ich am Ende ganz froh, wieder im klimatisierten Auto zu sitzen.