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#21
Objekte und Stoffe / Aw: Rubidium als Prüfstrahler
Letzter Beitrag von NoLi - Gestern um 17:35
Zitat von: opengeiger.de am Gestern um 06:25...
Nun habe ich mal gerechnet, mit der Halbwertszeit und dem Atomgewicht und Massenverteilung aus Wikipedia kam ich auf eine spezifische Aktivität des Rb87 von 3160.95Bq/g, auf eine spezifische Aktivität des Rb nat. von 879.85Bq/g und eine spezifische Aktivität des RbCl von 622.10Bq/g. Die KI im Internet meint was anderes (was man aber immer hinterfragen sollte). Vielleicht kann das mal jemand ohne ,,Kopflose Intelligenz" nachrechnen.   
...
Ich komme auf eine spezifische Aktivität von RbCl von 619,4 Bq/g, habe aber einige Nachkommastellen gerundet; wie man sieht, ist die Differenz minimal.

Norbert
#22
Gamma-Spektroskopie / Aw: Cs137 im Boden, Oberbayern...
Letzter Beitrag von Carcosa - Gestern um 16:48
Für den Radiacode gibt es den Becher recht günstig sogar beim Dings:

https://amzn.eu/d/gT0Sw7u

Der ist aus Silikon, aber funktioniert einwandfrei. Darin hatte ich auch mal eine Probe aus einem Forst gemessen, ca 15km weit entfernt von uns, ein sehr unberührtes Waldstück, da wurde ich auch fündig.

Das Problem ist wohl generell das Bi214 Signal bei ca 610keV, das kommt recht breit in den Radiacode/KC761, das muss man mit einer Hintergrundmessung immer versuchen abzuziehen.
#23
Gamma-Spektroskopie / Aw: Cs137 im Boden, Oberbayern...
Letzter Beitrag von Flipflop - Gestern um 16:04
Hallo, das schaut doch gut aus. Nehme an ihr habt die Erde getrocknet. Ich habe nur den RC102, funktioniert aber ganz gut. Da ich immer ein wenig mehr oder weniger an Erde als Messgut habe, nehme ich meistens 2 Plastiktüten und Klemme den RC dazwischen. Müsste mal für einen Marinellibecher schauen.
#24
Zählrohre / Aw: Permanente Außensonde Vac...
Letzter Beitrag von Radioquant98 - Gestern um 14:56
Hallo Rainer

das sollte auch reichen. Oder ein IC spinnt bei solch tiefen Temperaturen. Bei vielen ICs werden oft nur bis 0°C garantiert . Bei solchen Außenanlagen sollt man auf den garantierten Temperaturbereich schon etwas achten.

Über welchen Zeitraum war denn die Erhöhung?

Viele Grüße
#25
Gamma-Spektroskopie / Cs137 im Boden, Oberbayern/Kal...
Letzter Beitrag von Carcosa - Gestern um 14:41
Hallo zusammen,

da ich seit 10 Jahren nun wieder in Bayern wohne und ich meinen Sohn (12) für Naturwissenschaften begeistern wollte, dachte ich es wäre vllt möglich das Tschernobyl-Cs137 aus einer Bodenprobe nachzuweisen mit dem KC761C.

Wir wohnen bei Rosenheim und die Kalkalpen sind nicht weit weg, und dieses Video hier war sehr inspirierend: https://m.youtube.com/watch?v=mXKKfdTGS3o&t=319s&pp=2AG_ApACAQ%3D%3D
Da dachte ich wir fahren mal in die Gegend und nehmen eine Bodenprobe aus 10cm Tiefe mit.

Auf der Fallout-Karte kann man auch gut sehen dass Südbayern und Österreich deutlich am stärksten betroffen waren/sind. Mit einer HWZ von 30a sollte ja noch genügend Belastung vorhanden sein um das nachweisen zu können.

Und da kommt auch gleich das erste Problem ins Spiel: ich habe die Ergebnisse in einem englischsprachigen Forum veröffentlicht und auch gleich dazu gesagt dass ich nichts quantifizieren kann, da mir die Effizienzkalibrierung fehlt, aber ich wurde trotzdem gleich gesteinigt, von Leuten die behaupteten, dass man Cs137 praktisch überall finden kann auf dem Globus, aufgrund der Kernwaffentests.
Das stimmt auch irgendwo, aber man muss dazusagen, dass die meisten oberirdischen Tests in den 50er und 60er Jahren durchgeführt wurden und hier der Zerfall nach über 2HWZ deutlich weiter voran geschritten ist und auch das Auffinden in vllt tieferen Erdschichten zu vermuten ist, obwohl Cs nicht besonders bodengängig zu sein scheint.
Vllt kann man behaupten, dass das Cs was man in den Kalkalpen findet zu einem großen Teil aus Tschernobyl kommt, da hier der räumlich und zeitliche Bezug prägnanter ist und auch die Fallout-Menge extrem war.

Aber auf die Diskussion will ich mich gar nicht so sehr einlassen: ich bin einfach mal davon ausgegangen, dass ich das Cs dort in den Alpen finden kann und der Bezug zu Tschernobyl gegeben ist und ich meinen Sohnemann mit der Geschichte dazu begeistern kann.

Wir haben einen Ausflug gemacht zu "Reit im Winkel" und haben dort ein 10cm tiefes Loch gegraben und mehrere Bodenproben mitgenommen. Ich glaube der YT-Kollege war im Berchtesgadener Land, das scheint wohl der echte HotSpot zu sein, das war uns aber an dem Tag zu weit.

Immerhin kann man an der Spur des Radiacode110 schonmal sehen wo wir gegraben haben und dass es dort ein wenig "spicy" war. CPS lagen doppelt so hoch wie normal, was auch immer das heißen mag.

Zuhause haben wir dann die Erde in einen selbst-gedruckten Marinelli-Becher gefüllt und dann 16h lang gemessen. Hintergrund haben wir auch gemessen und nach gleicher Zahl an Counts vom Vordergrund abgezogen (Interspec).

Und man kann eindeutig Cs137 sehen, zwar relativ schwach im Rauschen, aber significant genug über dem Rauschen, sodass auch InterSpec den Peak von alleine erkannt hat.

Da ich bei den US-Kollegen ja zu dem Thema förmlich gegrillt wurde: ich habe auch nochmal die Erde in unserem Garten gemessen, selbe Tiefe (10cm) und ansonsten das gleiche Experiment gemacht: Bild 5 ist ein Vergleich der Bodenprobe Alpen/Garten, man kann deutlich sehen dass neben dem Peak für Bi214 im Garten kein Cs137 zu sehen war. Ich hatte mir im Garten extra eine Stelle rausgesucht wo man vermuten konnte, dass dort nicht so viel umgegraben wurde in den letzten 10 Jahren, aber der Vergleich hinkt vllt, da ich nicht sagen kann was in den 30 Jahren vor unserer Ankunft dort alles umgebuddelt/gegraben wurde....

Aber egal, es ging darum das Cs137 zu finden und das ist geglückt (qualitativ). Aber das mit der Quantifizierung ist natürlich bedauerlich, dass das so nicht möglich ist, und man wohl eine Effizienzkalibrierung benötigt. Das werde ich als Privatperson/Amateur wohl nicht machen können.

Gedanken/Einschätzungen dazu?

LG, Nico
#26
Experimente / Aw: Pb-210/Bi-210/Po-210-Fläch...
Letzter Beitrag von callimero - Gestern um 10:16
Eventuell kann man das auch mit Hochspannung kombinieren, um die Ionen schneller an das Polystyrol zu binden (wie im Ballonexperiment).

C!

Zitat von: NoLi am 07. Januar 2026, 21:24...

Polystyrol gibt es auch als Platten. Die meisten Kunststoffschilder, die man im Baumarkt bekommt, bestehen aus diesem Material.
Man braucht zur Herstellung dieses Alpha-Beta-Gamma-Prüfstrahlers eine möglichst kräftige Radon-Quelle (z.B. aus dem militärischen Bereich ein Fluginstrument mit radiumreicher Leuchtfarbe oder ein möglichst poröses Uranmineral; beides mit möglichst einer Dosisleistung im zweistelligen µSv/h-Bereich), und eine luftdichte Dose, in der beides zusammen mindestens einige Monate eingeschlossen bleibt, damit sich aus den kurzlebigen Radon-Folgeprodukten Po-218, Pb-214, Bi-215, Po-214 das relativ langlebige (Halbwertszeit 22,5 Jahre) Pb-210 aufbauen und am Polystyrol fest anreichern kann. Daran bildet es durch den Zerfall ebenfalls seine Tochernuklide Bi-210 und Po-210. Je länger die Einschlusszeit ist, desto mehr Pb-210 bildet und bindet sich am Polystyrol.

Die andere Möglichkeit ist die beschriebene Anwendung von radonbeladenem Ethanol.

Pb-210 ist ein Beta-Strahler mit niedriger Emax von 63,5 keV und einem 4,25 %igen Gamma-Anteil mit einer Energie von 46,5 keV.
Bi-210 ist ein reiner Beta-Strahler mit einer relativ hochenergetischen Emax von 1,16 MeV.
Po-210 ist ein reiner Alpha-Strahler mit einer Energie von 5,41 MeV.

Norbert
#27
Zählrohre / Aw: Permanente Außensonde Vac...
Letzter Beitrag von DL8BCN - Gestern um 09:22
Hallo Bernd, nein, ich habe kein Trockenmittel mit drin.
Ich hatte die Platine mehrfach mit Schutzlack eingesprüht.
Heute hat sich die Anzeige wieder normalisiert und zeigt 77 nSv/h im Schnitt.
#28
Baden-Württemberg / Aw: Sinsheim- Technikmuseum
Letzter Beitrag von Spalter - Gestern um 07:27
Hallo Visitor,
eigentlich würde man bei den Schaltern und Instrumenten Radiumleuchtfarbe erwarten, ist hier vielleicht eine Magnesium-Thorium-Legierung verbaut?
Viele Grüße, Spalter
#29
Objekte und Stoffe / Aw: Rubidium als Prüfstrahler
Letzter Beitrag von opengeiger.de - Gestern um 06:25
Nachdem ich kürzlich einen Tipp bekommen habe, dass man Rubidium doch ganz gut im Internet bestellen kann, und zwar in Form des Chlorids, habe ich mir mal 5g dieses weißen Pulvers, das aussieht wie Kochsalz, bestellt. Das natürliche Rubidium enthält zu 27,835% das primordiale Radionuklid Rb87, einen reinen Beta- Strahler mit einer mittleren Energie von 81.7keV und einer Halbwertszeit von 48.1 Mrd. Jahren. Das Salz ist also nur sehr schwach radioaktivaktiv, aber dafür ist es auch nicht so streng reglementiert wie das Kalium (Freigrenze 1E7 Bq nach Anlage 4 StrlSchV) und 81keV sind jetzt auch nicht die Hölle in Dosen. Aber das macht es dann doch auch etwas interessant, denn es stellt ja quasi ,,Soft Beta" Strahlung dar, die nicht so ganz trivial zu messen ist. Das merkt man auch schnell, wenn man mit einem normalen Geigerzähler mit Zählrohr im Plastikgehäuse dran geht. Der zeigt nämlich keinerlei Reaktion. Der Inspector aber mit seinem LND7317 Pancake, der reagiert dann doch sehr deutlich, wenn man das Fenster vorsichtig über die offene Salzoberfläche hält. Das zeigt dann auch, dass der Internethändler zumindest ein Rubidium-haltiges Salz verkauft hat (auf der Verpackung steht 99,9%) und kein Kochsalz.

Nun habe ich mal gerechnet, mit der Halbwertszeit und dem Atomgewicht und Massenverteilung aus Wikipedia kam ich auf eine spezifische Aktivität des Rb87 von 3160.95Bq/g, auf eine spezifische Aktivität des Rb nat. von 879.85Bq/g und eine spezifische Aktivität des RbCl von 622.10Bq/g. Die KI im Internet meint was anderes (was man aber immer hinterfragen sollte). Vielleicht kann das mal jemand ohne ,,Kopflose Intelligenz" nachrechnen. Jedenfalls müsste es deutlich mehr sein, als die spezifische Aktivität des KCl oder K2CO3, da der Massenanteil des radioaktiven Isotops deutlich höher ist.

Nun habe ich mir einen einfachen Prüfstrahler gebaut, wohlwissend, dass ich bei Soft Beta Strahlung schon sehr aufpassen muss mit der Abdeckung des Salzes. Auch die Selbstabschirmung ist ein großes Problem. Nichts desto trotz habe ich mit der elektrischen Laubsäge einfach einen 45mm Kreis aus einer 3mm dicken Kunststoff-Platte gesägt und von der Rückseite her mit einer Alu-Klebefolie verklebt und dann in die 5g RbCl-Salz in diesen Hohlraum gefüllt. Das passt da nämlich gerade so rein. Als Abdeckung für die Oberseite hatte ich zunächst auch Alufolie genommen, aber das dämpft schon gewaltig. Also habe ich ein etwa 50x50mm großes Stück Frischhaltefolie sehr vorsichtig ausgeschnitten und sauber über das Salz geklebt. Damit konnte ich dann keine nennenswerte Dämpfung mehr sehen.

Mein Inspector, der normalerweise einen Hintergrund von 0.9cps hat, zeigt dann mit dem Rb87 Prüfstrahler auf der Frischhaltefolie eine Zählrate von etwa 6.5cps. Schaltet man die Anzeige auf die Dosisleistung um, zeigt er einen Wert von etwas mehr als 1uSv/h an, was jetzt aber natürlich keine vernünftige Dosisleistung darstellt. Mit der Alufolie kam ich mit der statistischen Streuung und der größten Mittelungszeit des Inspector nicht höher als 2.5cps. Ja und so kann man schöne Experimente machen, und schauen was die 81keV Betas um wieviel dämpft. Man hat damit also quasi einen selbstgebauten Beta Attenuation Monitor (BAM). Und das ist doch recht spannend, eindrucksvoll und lehrreich, finde ich  :) . Siehe die Fotos. 

#30
Zählrohre / Aw: Permanente Außensonde Vac...
Letzter Beitrag von Radioquant98 - 11. Januar 2026, 21:17
Nun ja, will ich selber nich so richtig glauben.

Wennn mittags die Sonne drauf scheint, könnte es innen tauen. Hast Du Trockengelbeutel drin?

Aber ich denke auch natürliche Schwankung.

Viele Grüße
Bernd