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#21
Sachsen / Aw: Hotspot auf dem Weg vom Wa...
Letzter Beitrag von NoLi - 05. Oktober 2026, 23:45
Zitat von: qasweder am 05. Oktober 2026, 23:20...
Bleibt die Frage, ab wann das in 1 m Höhe gefährlich wird. Gibt es da in DE Grenzwerte. Ist natürlich auch ein Unterschied, ob es mitten im Dickicht ist oder unter einer Wanderbank...
Der Grenz- bzw. Richtwert der effektiven Jahresdosis "für eine Einzelperson der Bevölkerung"(Jura-Deutsch) beträgt 1 mSv, bezogen auf realistische Aufenthaltsbedingungen. Unter Umständen kann für die natürliche Dosis ein Jahresgrenzwert von 6 mSv  angesetzt werden.

Norbert
#22
Sachsen / Aw: Plattenstraße Cunersdorf-W...
Letzter Beitrag von Steven - 05. Oktober 2026, 23:26
Zitat von: qasweder am 04. Oktober 2026, 23:18genau auf dem Spot zusammenbricht und seinen Rausch ausschläft, ist 0. Und falls doch, hat er nach 8h eine Jahresdosis Hintergrund gefressen.

Kurzer Hinweis: Das stimmt so nicht. Eine Person würde selbst direkt auf dem Schotterstein eine viel kleinere Dosis erhalten, da nur ein kleiner Teil des Körpers mit der vergleichsweise hohen Dosisrate bestrahlt würde. Dies ist mit den entsprechenden Wichtungsfaktoren auf die Äquivalentdosis umzurechnen.
#23
Sachsen / Aw: Hotspot auf dem Weg vom Wa...
Letzter Beitrag von qasweder - 05. Oktober 2026, 23:20
Hallo Norbert,

danke für die Klarstellung, das wusste ich noch nicht. Schande über mich. Da meine Reproduktionsphase vor 25 Jahren geendet hat, ist 1 m Höhe beim Messen ok.  8)
Dann sind vermutlich nahezu alle Punktquellen unbedenklich. Meine Schreibweise der Einheit werd ich entsprechend anpassen. Hab ich echt übersehen.

Bleibt die Frage, ab wann das in 1 m Höhe gefährlich wird. Gibt es da in DE Grenzwerte. Ist natürlich auch ein Unterschied, ob es mitten im Dickicht ist oder unter einer Wanderbank...


#24
Sachsen / Aw: Hotspot auf dem Weg vom Wa...
Letzter Beitrag von NoLi - 05. Oktober 2026, 22:29
Zitat von: qasweder am 05. Oktober 2026, 22:01...
Mein angegebener Ort wurde verdichtet geprüft. Im untersuchten Bereich ist die Ortsdosisleistung 1m über der Geländeoberkante inhomogen, aber stets unter 0,3 µS/h, Bei meiner Ortsangabe 0,2µS/h
...
Es ist international Usus und vorgeschrieben, die Strahlenexposition für die Bevölkerung bei Umweltmessungen in 1 m Höhe zu bewerten, weil sich dort die strahlenschutzrelevantesten Körperteile befinden (ok, manche sitzen etwas tiefer... :whistle3: ). Aber auch, um den möglichen Einfluß von störender und messwertverfälschender Beta-Strahlung auf Dosisleistungsmessgeräte zu unterbinden.
Daher wird die "offizielle" Ortsdosisleistung µSv/h immer in diesem Abstand gemessen und mit realistischer Aufenthaltszeit zur möglichen Dosisermittlung bewertet.

Was ich aber auch nicht gut finde, solche kleinförmigen Strahlenquellen im Boden zu ignorieren, zumindest wenn diese sich auf öffentlichen Wegen befinden und mit moderaten Mitteln entfernbar sind.
Ich denke, dies wird eine Kompetenz- bzw. Zuständigkeitsfrage sein: wer ist dafür zuständig und muß vor allem dann für die Kosten dafür aufkommen?

Norbert
#25
Sachsen / Aw: Hotspot auf dem Weg vom Wa...
Letzter Beitrag von qasweder - 05. Oktober 2026, 22:29
Sollte ich es vor meinem Urlaub schaffen, werd ich nochmal nachschauen. Wehe, ein Schlingel hat "meinen" Fund geklaut, dir soll morgen früh der Henkel deiner vollen Kaffeetasse abbrechen  ;)
#26
Sachsen / Aw: Hotspot auf dem Weg vom Wa...
Letzter Beitrag von DG0MG - 05. Oktober 2026, 22:16
Zitat von: qasweder am 05. Oktober 2026, 22:01Instinkt oder bessere Quellen?

Bessere Quellen hatte ich nicht, woher auch. Ich habe unterwegs noch nichtmal Internet mit und konnte deswegen beim spontanen Besuch auch gar nicht nachschauen, wo genau Du - beginnend vom Dreckparkplatz an der Straße laufend - den ersten Hotspot gefunden hattest. An der Waldkante war schon etwas erhöhtes Tickern, das ist häufig so, dass Wegabzweige mit Schotter befestigt werden. Deswegen dachte ich mir: Wenn die den Abzweig zu irgendeinem Zweck geschottert haben, dann sicher auch den Weg im weiteren Verlauf. Und so bin ich halt nach Süden gelaufen, nochmals den von Dir begangenen Weg abzulaufen, machte ja auch keinen größeren Sinn.

Danke für den Bericht über die Rückmeldung des LfULG, das hätte ich so gar nicht erwartet. Aber so ist es allemal besser, als wenn soclhe Einsätze wie in München passieren und ein Pressevertreter den anderen in gefährlicher Berichterstattung übertrumpfen will.

#27
Sachsen / Aw: Hotspot auf dem Weg vom Wa...
Letzter Beitrag von qasweder - 05. Oktober 2026, 22:01
Ich habe heute eine Email vom SÄCHSISCHEN LANDESAMT FÜR UMWELT, LANDWIRTSCHAFT UND GEOLOGIE Referat 54 Strahlenschutz erhalten, um mir abschliesend das Messprotokoll  und den Befund mitzuteilen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das hier veröffentlichen darf, aber ich möchte möglichst unverfälscht die wichtigsten Ergebnisse zitieren.

Am 01.10.26 wurde von einem Referent (Name bekannt) dieser Spot näher untersucht. Zum Einsatz kam ein geeichtes Automess 6150 AD mit Szintillatorsonde AD-b.

Mein angegebener Ort wurde verdichtet geprüft. Im untersuchten Bereich ist die Ortsdosisleistung 1m über der Geländeoberkante inhomogen, aber stets unter 0,3 µSv/h, Bei meiner Ortsangabe 0,2µSv/h

Es sind Fotos beigefügt, wo jemand das Automess mit Sonde vor dem Bauch in der Wegmitte(?) hält und misst, im Foto scheint es die Wegmitte zu sein. Das Foto wurde aus seiner Sicht aufgenommen. Und es gibt ein Foto von einer Messung an der aufsteigenden Böschung am Wegrand Richtung Wald (Süd). Ich gehe mal davon aus, das derjenige die schwankende Genauigkeit von zivilen GPS im Blick hat und die umliegenden 10...20m mit abgesucht hat.

Der Bericht geht dann noch auf die Art des Wegebaus und die regional typische Strahlung ein. Also gabs diesen Spot in seinen Augen eher nicht. Das ist meine Interpretation,wurde aber so nicht gehauptet.
Sein Fazit: Kein weiter Handlungsbedarf.

Was lerne ich daraus? Das die relevante ODL so bestimmt wird, war mir nicht bekannt, und ich hab sie demzufolge auch nicht bestimmt.  Ich werd mal hinfahren und nachmessen. Ob dieser alleinstehende Spot in 1m Höhe noch auffällig ist, kann ich nicht sagen. Kann ja auch schon ein Mineraliensammler den Stein untersucht und ihn entfernt haben. Wir werden sehen.

Da ich gestern erst das Thema bei meinen Funden in Cunersdorf hatte, bin ich da von @Lennart (Danke nochmal) eingenordet und seh das mittlerweile realistischer. Punktquellen sind halt wahrscheinlich echt nicht relevant.

Bei einer kurzen Recherche hier im Forum hab ich zur Relevanz solcher Funde noch nichts gefunden, falls jemand mehr weiß, kann er gerne einen Link posten.

@DG0MG Wie du da zielsicher in den Süden meines Fundes gelaufen bist ist schon erstaunlich. Die Schummerungskarte zeigt zwar paar alte Löcher, aber die Wismut scheint dort nicht mal gebohrt zu haben laut boreholemap. Instinkt oder bessere Quellen?
#28
Deutsche Strahlungsmessgeräte (BRD) / Aw: air-Q radon
Letzter Beitrag von air-Q - 05. Oktober 2026, 13:33
Hallo, hier ist Benjamin von air-Q.

Ich denke, ich kann etwas Licht ins Dunkel bringen: Das Patent beschäftigt sich tatsächlich genau mit der Frage, wie man Luft ohne einen Filter unter trotzdem ohne Licht ins Messvolumen bekommt. Der air-Q Radon hat hier wirklich keinen Filter, weder am Einlass noch am Auslass. Das war uns bei der Entwicklung wichtig, um eine möglichst schnelle Ansprechzeit zu haben. Ob dadurch aber eine Luft mit einem Gleichgewichtsfaktor von 1 im Messvolumen ankommt, kann ich nicht sagen. Ich vermute eher nein, denn die Zerfallsprodukte sind ja bei ihrer Entstehung erstmal ionisiert und sie werden jede Gelegenheit nutzen sich auch nur der kleinsten Elektrostatik anzunähern. Und der lange Weg durch das Labyrinth wird viele Möglichkeiten bieten, sich an eine Wand anzulagern.
Ich habe im Rahmen dieser Frage noch einmal die Verlaufsmessung unserer Kalibrierreferenzen bei deren Kalibrierung bei SARAD angeschaut. Man hat zwar nach 1 h schon ein sehr gutes Bild darüber, ob man in einem stark Radon belasteten Raum ist und eine Lüftung anzuraten ist, aber der exakte Kalibrierwert ist tatsächlich erst nach 3 h erreicht. Die Unbekannte ist hier, wie schnell die Kalibrierkammer bei SARAD tatsächlich mit dem Referenzgas bis zur Referenzkonzentration hin geflutet war. Generell scheint die hier genannte Argumentation aber valide und wir sollten unsere Angabe noch mal überarbeiten.
Eine Po-218-Konzentration spektroskopisch zu bestimmen, gestaltet sich mit dem aktuellen Sensoraufbau schwierig. Man würde diese Spektroskopie über eine Auswertung der Pulshöhen vornehmen, da die Zerfälle unterschiedliche Energien haben. Allerdings hat der eingesetzte Szintillator ZnS:Ag keine besonders hohe Energieauflösung. Es würde selbst unter idealen Umständen einen Überlappbereich geben, wo man nicht klar trennen könnte, ob der Zerfall Ra oder Po zuzuordnen werden. Der zusätzlichen, nicht ideale Zustand ist der Entfernungseffekt. Ein Ereignis, was weit weg vom Detektor stattfindet, sieht für den Detektor viel dunkler aus, als eines was in unmittelbarer Nachbarschaft stattfindet. Das macht die Zuordenbarkeit unmöglich. Ich habe spontan keine Idee, wie man das auf kostengünstige Weise realisieren könnte.
Eine zukünftige Weiterentwicklungsoption die wir verfolgen möchten, ist der Wegfang der Ionen der Zerfallsprodukte. Allerdings gibt es, abgesehen von technischen Fragen, diverse Patente, die sich genau mit diesem Problem beschäftigen. Wenn es sich herausstellt, dass eine funktionierende Lösung Lizenzgebühren erfordert, könnte es sich wirtschaftlich nicht mehr lohnen. Der Markt für Geräte mit diesem Zusatzfeature gegenüber der bereits bestehenden Lösung ist eventuell sehr klein.
Zu der Frage mit dem Lüfter: der Radon-Sensor selbst hat keinen Lüfter, nur der optionale Feinstaubsensor in der Variante air-Q science mit CO2 und PM Sensor. Und auch der ist Nachts abschaltbar über einen konfigurierbaren Nachtmodus.
#29
Termine und Veranstaltungen / 4. Radiometrisches Seminar Gie...
Letzter Beitrag von NoLi - 05. Oktober 2026, 12:24
Hier der Flyer zum 4. Radiometrischen Seminar in Gießen am 18. März 2027:

https://www.fs-ev.org/fileadmin/user_upload/72_Symposien_und_Seminare/Radiometrisches_Seminar/Arckiv%20und%20Arbeitsmittel/Programm/2027_Flyer_Ankuendigung.pdf

Zitat:
"Das Programm besteht ausschließlich aus eingela-
denen Vorträgen. Jedoch können Teilnehmende
auf Antrag einen kostenfreien Platz zur Ausstellung
selbst gebauter Messgeräte bekommen. Es steht
nur eine begrenzte Anzahl Plätze zur Verfügung.
"

Norbert
#30
Strahlenschutz / Aw: Aktualisierung der Fachkun...
Letzter Beitrag von NoLi - 05. Oktober 2026, 09:46
Zitat von: Ray-Ken am 05. Oktober 2026, 09:03...
Reine nachzulesende Fakten, wie Grenzwerte, Begriffe und das Nennen der Verordnungen bekommt man mit gesundem Menschenverstand auch hin.
...
Dann man tau...und viel Glück und Erfolg :good3: .

Norbert