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#21
Ich schaue gerade noch nach einem optimierbaren China-Zähler, um noch eine günstige, brauchbare und einigermaßen empfindliche Zwischengröße für die Tasche zu bekommen. Während der Recherche bin ich über diesen Vergleich vom M4011 und einigen J305 ZRen gestoßen...
<< J305/M4011 Vergleich >>

Die Streuungen in den Zählraten finde ich schon gewaltig. Im Background und bei Radium geht das schon in den 100%-Bereich. Je nach Hersteller und Jahr (vielleicht sogar Charge ?) fürchte ich, dass zur DL-Berechnung der Faktor sehr variieren dürfte. Cäsium wurde leider nicht getestet. :( Ist sicherlich kein gerichtsfester wissenschaftler Test, aber bei den Abweichungen ist die Schmerzgrenze eigentlich erreicht. Oder schätze ich das falsch ein?

Nun ja, werde dann wohl besser auf ein SBM-20-1 zurückgreifen...

Gruß Casi
#22
Presse/TV/Rundfunk/Youtube/Internet / Aw: Männer finden Fläschchen m...
Letzter Beitrag von NoLi - 07. April 2026, 12:57
Als erstes sei mal erwähnt, dass die Feuerwehren nicht mehr mit Luftschutz-Strahlenmessgeräten aus der Zeit des Kalten Krieges ausgerüstet sind, sondern über die gleiche moderne Messtechnik wie der professionelle Strahlenschutz verfügen. Und die Einsatzkräfte sind auch nicht "auf der Wurschtsupp dahergeschwommen" (wie der Pfälzer sich über eine bestimmte Personengruppe auszudrücken pflegt). Somit wäre ein Gefahr durch Alpha-Kontamination, wenn sie vorhanden gewesen wäre, durchaus sofort noch vor Ort erkannt worden...und mit den 138 Einsatzkräften eine schlagkräftige Truppe für weitere Maßnahmen zur Verfügung gestanden.

Und was mit dem sichergestellten Fläschchen noch so gemacht wurde und wird, zeigt dieser heutige Artikel. Schliesslich muß auch noch, um die Herkunft klären zu können, die nukleare Forensik betrachtet werden, ohne Spuren zu zerstören. Und das kostet nunmal auch Zeit.

" Fund in Vaihingen an der Enz Analyse des Fläschchens mit ,,Polonium 210"-Aufschrift dauert noch
07.04.2026 - 12:19 Uhr

Die Analyse des Fläschchens mit ,,Polonium 210"-Aufschrift, das in Vaihingen an der Enz gefunden wurde, dauert an. Das Ministerium rechnet nicht vor kommendem Dienstag mit Ergebnissen.
Ludwigsburg: Julia Amrhein (jam)

Die abschließende Analyse des Inhalts eines Fläschchens mit ,,Polonium 210"-Aufschrift, das am Ostersonntag in Vaihingen an der Enz gefunden wurde, dürfte sich noch einige Tage hinziehen. ,,Ergebnisse werden aller Voraussicht nach nicht vor kommendem Dienstag vorliegen", sagte eine Sprecherin des zuständigen baden-württembergischen Umweltministeriums gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Kriminaltechnisches Institut untersucht Fläschchen

Das Fläschchen werde zunächst vom kriminaltechnischen Institut des Landeskriminalamts untersucht. ,,Im Anschluss kommt der Fund zur Analyse des Inhalts zur Landesanstalt für Umwelt (LUBW) in Karlsruhe", sagte die Sprecherin. Eine erste Einschätzung von Experten hatte am Ostermontag zu einer vorsichtigen Entwarnung geführt: ,,Sicher ist das aber noch nicht."

Das etwa 50 Milliliter große Fläschchen war am Sonntagnachmittag bei einer Ostereiersuche in einem Garten am Ortsrand von Vaihingen an der Enz gefunden worden. Was folgte, war ein Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei. Messungen vor Ort mit speziellen Detektoren hatten keinerlei erhöhte Werte ergeben – weder am Behältnis selbst noch in der Umgebung. Die beiden Finder waren prophylaktisch medizinisch untersucht worden. Hierbei hatten sich ebenfalls keine Auffälligkeiten ergeben.
"
(https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.fund-in-vaihingen-an-der-enz-analyse-des-flaeschchens-mit-polonium-210-aufschrift-dauert-noch.614f9816-0ae3-41ba-9940-6e97900832bc.html)

Norbert
#23
Zitat von: DG0MG am 06. April 2026, 13:07Das ist mir ehrlich gesagt komplett unverständlich, dass man da jetzt sagt, "ooch, machma halblang, die Flasche untersuchen wir erst nach Ostern, reicht doch zu!". Wenn es wirklich Polonium wäre, müsste doch schnellstmöglich ermittelt werden, wo es herkommt und ob es in freier Wildbahn noch mehr davon gibt. Für mein Verständnis herrscht da weiterhin Gefahr im Verzug, das schnellstmögliches  Handeln erfordert.


Ich habe nicht Buch geführt, aber mir sind in letzter Zeit etliche Dinge aufgefallen, wo keine Dringlichkeit der Welt die Verantwortlichen vom Golfplatz geholt hätte. Ah, jetzt fällts mir wieder ein, da war was mit Tennis.

Man könnte binnen Stunden sogar in Berlin mobile Beleuchtung und beheizte Zelte aufbauen, wenn man wöllte. Tat man aber nicht. Genauso wie im Ahrtal, wo man nichtmal danach Beleuchtung oder Dixiklos aus z.B. der Millionenstadt Köln geholt hätte. Von den Versäumnissen im Vorfeld ("Da schwimmen ganze Häuser weg? Geht mich nix an") gar nicht zu reden.

Oder schon beim Stromausfall von Potsdam hätten mehrere hundert Asia-Imbisse, Pizza- und Dönerbuden den ganzen Stadtteil mit warmem Essen versorgen können. Hat man auch nicht getan.

Wenn ein Flugzeug wegen Lärmschutzvorschriften nicht starten darf, sperrt man die Passagiere einen Drittel Tag ein. Einfach so. Bei ICEs macht man das dauernd. Weil sorry, Hausmeister hat erst wieder morgen Dienst.

Warum also sollte irgendjemand in einer deutschen Behörde oder Ministerium die Verseuchung einer Stadt mit Polonium auch nur zur Kenntnis nehmen wollen?

Das eigentlich bescheuerte ist aber der Kontrast zwischen völlig hysterischer Überreaktion (man holt 150 Einsatzkräfte aus den Osterfeiertagen!) und dann macht man absolut nichts davon, was wirklich notwenig und geboten wäre.

Daher auch meine Frage mit Litwinenko: Da war ja "ein halber Landstrich" zumindest nachweisbar verseucht. Aber eben nicht mit einem Feuerwehr-Geigerzähler nachweisbar. Wenn das in Vaihingen nun echtes Polonium gewesen wäre, wäre nicht nur die Gegend, sondern eben auch noch 150 Einsatzkräfte, ihre Fahrzeuge und Rettungswachen verseucht. Weil man halt irgendwelche Blödel-Prozeduren macht, die vielleicht noch für Salzsäure und Benzol funktioneren, aber schon nicht mehr so richtig für Dioxin und schon gar nicht für radioaktive Ultragifte. Das würde man dann irgendwann nach den Feiertagen so langsam mal merken.

#24
Presse/TV/Rundfunk/Youtube/Internet / Aw: Männer finden Fläschchen m...
Letzter Beitrag von NoLi - 06. April 2026, 16:05
Zitat von: DG0MG am 06. April 2026, 15:42Was könnte bessser gemacht werden?

- Eindeutige Absperrung des Gefahrenbereichs vom freien Weißbereich.
- Folie auf dem Boden mit Kennzeichnung Rot / Gelb / Grün (oder Schwarz / Grau / Weiß). Gegebenfalls eine aufblasbare Duschkabine am Rot-Bereich.
- Personal mit Kont.Schutzkleidung und Kontaminationsnachweisgerät für Eingangsmessung Rot-Bereich. Behälter zum ablegen von Kleinmaterial.
- Gelb-Bereich zum ablegen der obersten Kont.Schutzkleidung (mit Anlagebehälter).
- Personal mit Kontaminationsnachweisgerät im Grün-Bereich zur finalen Freigabemessung des Einsatzpersonals.

Von der Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg gibt es für diesen Fall eindeutige Empfehlungen und wurde zusätzliches Einsatzmaterialien für die Dekon LKW-Pers. beschafft und ausgegeben:

https://www.lfs-bw.de/fileadmin/LFS-BW/themen/einsatzlehre/abc_einsatz/dokumente/Empfehlung_A_Komponente_Dekon_LKW_P.pdf

Norbert
#25
Presse/TV/Rundfunk/Youtube/Internet / Aw: Männer finden Fläschchen m...
Letzter Beitrag von DG0MG - 06. April 2026, 15:42
Was könnte bessser gemacht werden?
#26
Strahlenschutz / Aw: Freigabegrenze / Freimessu...
Letzter Beitrag von NoLi - 06. April 2026, 15:37
Zitat von: Peter-1 am 06. April 2026, 14:44Für Menschen mit Radiophobie, einfach vom Schwarzwald an die Nordsee umziehen  :D
Aber bitte direkt aufs tiefe Wasser! :bye:

Norbert
#27
Strahlenschutz / Aw: Freigabegrenze / Freimessu...
Letzter Beitrag von NoLi - 06. April 2026, 15:35
Zitat von: Floppyk am 06. April 2026, 13:32Da steht aber nicht, dass Anlagenteile den Wert von 10 µSv/a zur Freigabe unterschreiten müssen, sondern dass der Bevölkerung eine zusätzliche Belastung von 10 µSv pro Jahr zugemutet werden kann.
Da es de facto keine Beschränkungen für dieses uneingeschränkt freigegebene Material gibt, also z.B. aus dem Stahl auch Bestecke, Töpfe oder Bratpfannen etc. hergestellt werden dürfen, gelten die 10 µSv/a quasi direkt für das freizugebende Material. Gleiches gilt auch für Bauschutt, welcher nicht zwangsläufig deponiert werden muß, sondern als Baustoff(zuschläge) auch verwendet werden kann.

Norbert
#28
Presse/TV/Rundfunk/Youtube/Internet / Aw: Männer finden Fläschchen m...
Letzter Beitrag von NoLi - 06. April 2026, 15:26
Der Kontaminationsnachweisplatz ist seeehr nachlässig aufgebaut und betrieben worden!!

Norbert
#29
Schweiz (CH) / Aw: Ein geführter Tour durch d...
Letzter Beitrag von Eise - 06. April 2026, 15:15
Zitat von: Radiohörer am 05. April 2026, 21:00...in diesem Teil der Ch-Alpen ist der Kalk relativ homogen und ohne Mineraladern.
OK, das schliesst schon mal etwas aus.

Diese Fragen sind schon im OP beschrieben:
Zitat von: Radiohörer am 05. April 2026, 21:00Welche Tour hast Du gebucht
Die 3 Stundentour (Hölloch Einsteigertour)

Zitat von: Radiohörer am 05. April 2026, 21:00beim Einfahren ward ihr länger im "aktiven" Bereich unterwegs als beim Ausfahren: wieso?
Weil wir auf dem Hinweg dort länger stehen geblieben sind, während die Kinder in einen Seitenportal geklettert sind. Zurück gab es keine freiwillige Exkursen mehr.

Zitat von: Radiohörer am 05. April 2026, 21:00wo ~ ging die Aktivität hoch?
Kann ich leider nicht genau sagen. Ich kann nur sagen, das wir dort am 15:15h waren, also eine Stunde nach dem die Tour angefangen hat. GPS funzt natürlich nicht...

Das ist eine interessante Frage:
Zitat von: Radiohörer am 05. April 2026, 21:00Waren da Sandbänke oder der Boden mit Sand bedeckt?
Nein, es gab dort kein Sand. Sandbanken waren am Ende von der Tour, von wo wir wieder zurückgekehrt sind. Und wenn ich so auf die Graphik schaue, war die Radioaktivität dort am tiefsten (etwa von 15:55h bis 16:05h).

Zitat von: NoLi am 05. April 2026, 23:21Interessant wären mal die Radon-Konzentrationswerte im Höhlensystem
Das ist eine sehr interessante Hypothese. Kann es sein, das wir dort in einem lokalen Tiefpunkt waren, wo sich der Radon ansammelt?

Wir haben die Tour natürlich gemacht um das Hölloch zu sehen, nicht um die ganze Zeit auf dem Radiacode zu starren. All diese Zeit habe ich den Radiacode einfach in meinem Hosensack gehabt, erst als wir wieder im Besucherzentrum waren, habe ich die Auswertung auf meinem Smartphone gemacht. Wir mussten natürlich bei der geführte Gruppe bleiben. Nur mit Hilfe der Führern, könnte ich genau sagen wo wir am 15:15h eine Weile angehalten haben.

#30
Strahlenschutz / Aw: Freigabegrenze / Freimessu...
Letzter Beitrag von Peter-1 - 06. April 2026, 14:44
Für Menschen mit Radiophobie, einfach vom Schwarzwald an die Nordsee umziehen  :D