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#21
Objekte und Stoffe / Aw: Radioaktive Fossilien
Letzter Beitrag von exicator - Gestern um 20:25
Guten Abend,
... die Annahme vom Gleichgewicht von U u. Ra in der Zerfallsreihe von U-238 ist sicherlich richtig und die will ich nicht anzweifeln, sie ist aber nur richtig, wenn das "System" ungestört ist ... aber wenn durch Wasser (Hydrothermale ...) Störungen erzeugt werden, dann können die Fossilien durchaus in Kontakt mit Ra-haltigen "Wasser" kommen ... und so das 2-wertige Ra gegen das 2-wertige Ca austauschen ... So hat ja auch Radio-Baryt reichlich Ra-226 aber kaum bzw. nicht die Gleichgewichts-Menge an U-238 in sich ... die ist mit einem Gamma-Spektrometer (HPGe) sehr einfach nachzumessen ...
Viele Grüsse aus Berlin
Ralf
#22
Radon / Aw: Darf es etwas Radon sein? ...
Letzter Beitrag von Carcosa - Gestern um 20:02
super, danke für die Erklärung. Na ich werde den RadonEye dann in versch Zimmern und Stockwerken testen.  Ich hoffe dass es nicht ganz so schlimm ist :-/
#23
Danke für die Bilder. Ich weiß auch nicht wann das 27060 entwickelt worden ist, wohl kurz vor der Wende. Oder ist es nur ein leicht modifiziertes 27040.
Ein weiterer Unterschied ist das graue Gehäuse. Grau ist für zivile Anwendung und grün fürs Militär.

Viele Grüße
Bernd
#24
Lebensmittel / Aw: Die Kakao-Nachweisgrenze
Letzter Beitrag von opengeiger.de - Gestern um 19:57
Ich bin ein bisschen weitergekommen bei der Frage wie die Radioaktivität in die Schokolade kommt.

Einmal habe ich eine nette Bachelor-Arbeit von Martin Schuster an der TU München bzw. am Max-Planck-Institut für Physik gefunden mit dem Titel ,,Analyse der kaliuminduzierten Radioaktivität in Schokoladen basierend auf mit Hochreinen Germanium Detektoren aufgenommenen Spektren"
https://wwwgedet.mpp.mpg.de/publication/Schuster.pdf.

Der Autor hat versucht eine Korrelation zwischen Kakaogehalt und der an Schokolade gemessenen Kalium-40 Radioaktivität herzustellen. Die wesentliche Erkentnis aber war, Zitat: ,,It was verified that the potassium content is related to the percentage of cacao. However, a linear dependence was only observed for low cacao % chocolate. ,,

Da er das spektrometrisch mit HPGe Profi-Equipment gemacht hat, wollen wir dem Ergebnis durchaus Glauben schenken.

Nun habe ich etwas tiefer recherchiert, wie die Kakaobohnen prozessiert werden bis sie in der Kakaotasse bzw. in der Tafel Schokolade landen. Da fällt eine Sache auf, bei Kakaopulver im Supermarkt werden auf manchen Verpackungen gelegentlich auch Zusatzstoffe auf wie Säureregulator E501, E504 oder E525 genannt. Forscht man nach, stellt man fest, dass die Kakaobohnen nach der Fermentation, dem Trocknen und Rösten relativ sauer sind und gar nicht so sehr dunkelbraun, wie man das von einem Kakaopulver gewöhnt ist. Das Pulver löst sich auch schlecht in Wasser oder Milch. Das hat den Sohn Coenraad Johannes des holländischen Schokoladenfabrikanten Casparus van Houten, der Apotheker und Chemiker war, zum Forschen veranlasst. Durch die Neutralisierung der Säure erreichte er nicht nur einen weniger angenehmeren Geschmack, sondern der Kakao wurde dunkelbrauner und löste sich angeblich besser (was heute allerdings umstritten ist). Damit war er der Erfinder des alkalisierten Kakaopulvers, das heute in Europa vorwiegend als Back- und Trinkschokolade verwendet wird. Dieser Alkalisierungsprozess wird wegen der Nationalität des Erfinders auch Dutch-Prozess oder kurz ,,Dutching" genannt. Als Säure-Regulatoren Magnesiumoxid (E504), Kaliumhydroxid (E525), Ammoniumhydroxid, aber auch Kaliumcarbonat (E501), Natrium-, Calcium- oder Ammoniumcarbonat, Kaliumbicarbonat, Natriumbicarbonat und andere verwendet. Auf der anderen Seite gibt es aber auch das naturbelassene Kakaopulver, das offensichtlich nicht alkalisiert wird und hauptsächlich zur Schokoladeherstellung verwendet wird.

Siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Dutch_Process.

Nun habe ich auf einem Kakaopulver Specsheet den Hinweis gefunden, dass als Säureregulator 7% Kaliumcarbonat (=Pottasche!) enthalten sei. Dann rechnen wir doch mal: In der fermentierten, getrockneten und gerösteten Kakaobohne sind, sagen wir 3% natürliches Kalium drin, dazu kommt grob 7% Kaliumkarbonat, das etwa 50% natürliches Kalium enthält, dann haben wir doch so Pi mal Daumen 3+3.5%= 6.5% natürliches Kalium, welches das radioaktive K-40 Isotop enthält. Wenn also ein Kaliumsalz (oder Kaliumhydroxid) als Säureregulator verwendet wird und nicht etwas anderes, dann kommt zum hohen Kaliumgehalt des Kakaos also fast das gleiche nochmal on Top, was man im Endprodukt dann auch am Ticken des Geigerzählers deutlich sehen wird. Und in Schokolade, die aus naturbelassenem Kakao hergestellt wurde, haben wir das in der Regel nicht. Damit ist also der Rohkakao, der als Trinkschokolade oder zum Backen verkauft wird, etwas besser, wenn man mit dem Geigerzähler die Radioaktivität eines Lebensmittels sehen will, als eine Tafel Schokolade aus naturbelassenem Kakao. Und schau ich nun auf meinen Gepa Cacao Pur Amaribe aus dem Weltladen (gibts auch beim großen Rewe), was da irgendwo kleingedruckt draufsteht, ,,Zutaten: Kakakopulver stark entölt (98%), Säureregulator: Kaliumcarbonat; Kakaobuttergehalt 10-12%." Da haben wir's also, es ist nicht nur K-40 haltiger Kakao der Kakaobohne drin, sondern auch K-40 haltige Pottasche. Tickt also fast doppelt so gut wie ohne Säureregulator.
 
So gesehen, hat sich @Peter-1 die wirkliche Challenge gegeben. Ich nehm mal an, die Schokoladen-Täfelchen waren nicht säure-reguliert. Aber ich denke auch, um die Nachweisgrenze für K-40 in Lebensmitteln auszuloten, können wir gut beim alkalisierten Kakaopulver bleiben, denn was den Verteilkampf in der Familie anbelangt, wer will schon sauren Kakao trinken und die Radioaktivität im naturbelassenen Kakao hochwertiger Schokolade ist zwar etwas geringer, aber dennoch unstrittig vorhanden. Und so ganz sicher ist es ja auch nicht, dass alle Schokoladenhersteller wirklich immer nur naturbelassenes Kakaopulver verwenden, oder?  ;)

#25
Objekte und Stoffe / Aw: Radioaktive Fossilien
Letzter Beitrag von NoLi - Gestern um 19:18
Die Haifischzähne sowie alle Fossilien müssen, wenn sie Radium-226 enthalten, auch in gleichem Aktivitätsverhältnis Uran-238 enthalten, weil ohne Uran das Ra-226 mit seinen 1600 Jahren Halbwertszeit schon vollständig zerfallen wäre. Da es aber heute noch nachweisbar ist, muß auch die Mutter U-238 noch vorhanden sein (siehe Uran-Zerfallsreihe).

Norbert
#26
Radon / Aw: Darf es etwas Radon sein? ...
Letzter Beitrag von NoLi - Gestern um 19:09
Zitat von: Carcosa am Gestern um 15:46...
Okay, das ist jetzt ein qualitativer Nachweis (?!?) aber muss ich mir bei den Werten Sorgen machen?
...
Das ist "nur" ein qualitativer Nachweis, welcher keine Aussage über eine Radon-Konzentration zulässt, weil
a) das Filtermaterial und sein Abscheidegard nicht bekannt sind.
b) nur GLASFASERfilter gegenüber Radon-Folgeprodukte einen über 99 %igen Abscheidegrad aufweisen.
c) der Luftdurchsatz in m³/min deines Staubsaugers und damit der Filterdurchsatz unbekannt ist.
d) die Zähleffizienz des Radiacode für Radon-Folgeprodukte unbekannt ist.

Zitat von: Carcosa am Gestern um 18:00...
Ich hatte nur gelesen dass viele Leute von mehreren hundert CPS beim Staubsaugerversuch gesprochen haben, aber das liegt bei mir wirklich nur bei + 20CPS.

Auch der Herr im Video was ich verlinkt hatte, der konnte mehrere müSv/h messen, das ist bei meinen 320nSv/h auch nicht so. Aber vielleicht liegt das am Radiacode110 der nicht empfindlich genug ist.
Die mit dieser Filter-Sammelmethode hauptsächlich messbaren Strahlenarten der Radon-Folgeprodukte Po-218, Pb-214, Bi-214 und Po-214 sind zu annähernd gleichen Aktivitätsverhältnissen Alpha- und Beta-Strahler. Dazu muß sich aber auf dem Filter ein weitgehendes Aktivitätsgleichgewicht eingestellt haben, wozu eine Sammelzeit von mindestens 1 Stunde notwendig ist. 

Die Zählraten sind sehr stark abhängig vom benutzten Strahlenmessgerät und lassen sich NICHT vergleichen. So liefern z.B. professionelle Kontaminationsmessgeräte mit Großflächendetektoren am gleichen Filter wesentlich mehr Impulse/Sek als Consumer-Strahlenmessgeräte mit einfacheren, in der Regel Geiger-Müller, Detektoren; und selbst bei denen gibt es, je nach Bauart, große Unterschiede. Und dann gibt es noch Geräte mit Szintillationsdetektoren mit kleinem Volumen wie dem Radiacode für einen die Zerfälle begleitende Gamma-Anteil.

Die Aussagen im Video über die Dosisleistung in µSv/h sowie die Zahlenwerte selber sind wertlos, weil dazu NUR der reine Gamma-Anteil bestimmt werden darf. Wie im Video bei der Badewannenmessung erkennbar ist, liegt das Zählrohr (Typ "Pancake-Zählrohr") auf der Rückseite des Messgerätes RADIASCAN-701A offen dar, so dass Alpha- und Betastrahlung nachgewiesen wurde und dadurch der Anzeigewert µSv/h stark verfälscht ist, quasi Hausnummern darstellt. Daher kann man in diesem Fall auch die Anzeigen der beiden Geräte RADIASCAN-701A und RADIACODE-110 nicht miteinander vergleichend werten.

Es bleibt also für`s Erste für eine einigermaßen quantitative Radonbestimmung nur der Einsatz eines aktiven Radon-Messgerätes übrig. Endgültige Sicherheit bringt allerdings nur ein passives Radon-Dosimeter mit Auswertung bei einer professionellen Messstelle.

Norbert
#27
Objekte und Stoffe / Aw: Radioaktive Fossilien
Letzter Beitrag von exicator - Gestern um 18:37
Guten Abend,

... in den im Video gefundenen Hai-Fischzähnen ist eine Spur Ra-226 zu finden, ohne nennenswerte Mengen der Mutter Uran 238 ... da Ra ein Erdalkalimetall ist, kann es leicht das Ca in den Zähnen und auch in den Knochen ersetzen und sammelt sich so dort messbar an ... und über die sehr lange Zeit, die die Zähne und Knochen im Boden in Kontakt mit Grundwasser verbracht kann dies vorkommen.
Ich denke, Fruchtzwerge sind bei entsprechend hoher Dosierung deutlich schädlicher für Kinder ...
Grüsse aus Berlin, Ralf
PS: ... Grüsse auch an die HPGe Fraktion!
#28
Lebensmittel / Aw: Die Kakao-Nachweisgrenze
Letzter Beitrag von Harald der Strahler - Gestern um 18:04
Zitat von: Harald der Strahler am 02. Januar 2026, 23:19Neuerdings fast 700 Euro,

Sind doch nur 590 Euro (Habe US-Dollar = Euro gesetzt...). Also gewissermaßen ein Schnäppchen!  :))
#29
Radon / Aw: Darf es etwas Radon sein? ...
Letzter Beitrag von Carcosa - Gestern um 18:00
okay danke Dir!! Ja wie gesagt das Gerät RadonEye ist bestellt, dauert aber wohl noch bis es geliefert ist.

Die CPS sind im unbelüfteten Keller identisch zum 1.OG.
Draussen habe ich noch keine Langzeitmessung gemacht, ist zu kalt momentan.

Ich hatte nur gelesen dass viele Leute von mehreren hundert CPS beim Staubsaugerversuch gesprochen haben, aber das liegt bei mir wirklich nur bei + 20CPS.

Auch der Herr im Video was ich verlinkt hatte, der konnte mehrere müSv/h messen, das ist bei meinen 320nSv/h auch nicht so. Aber vielleicht liegt das am Radiacode110 der nicht empfindlich genug ist.
#30
Radon / Aw: Darf es etwas Radon sein? ...
Letzter Beitrag von Lennart - Gestern um 17:36
Zitat von: Carcosa am Gestern um 15:46Bitte entschuldigt meine blöden Fragen, bin nur ein überängstlicher Mensch und mache mir Sorgen um meine Familie. Den RadonEye habe ich bereits bestellt, aber der ist gerade on backorder, dauert noch bis ich den bekomme.

Hey,

in diesem Fall würde ich Dir dazu raten, einfach in den sauren Apfel zu beißen und ein geeignetes Radonmessgerät anzuschaffen. Anhand der CPS kannst Du nicht wirklich eine seriöse Aussage darüber treffen, ob die Radonbelastung bei dir grenzwertüberschreitend erhöht ist. Da die CPS aber drinnen und draußen identisch sind, wird die Belastung im Keller zumindest nicht astronomisch hoch sein. Sofern Du den Keller vor deiner Langzeitmessung länger nicht gelüftet hast. 

Hier im Forum werden viele unterschiedliche Radonmessgeräte vorgestellt, ich besitze z.B. das Aranet und bin damit auch voll zufrieden. Mir fehlt es aber an Vergleichsgeräten, daher hat meine Meinung nur begrenzte Aussagekraft. Der RadonEye soll aber wohl auch gut sein.

Nebenbei bemerkt kannst Du Deine Bilder im Forum direkt hochladen, dann bleiben sie dauerhaft erhalten und man muss nicht 20 Links durchklicken.