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#21
Sachsen / Aw: Halde Schacht 333
Letzter Beitrag von Lennart - 24. Mai 2026, 15:21
So, ich hab mir die Halde mal angeschaut. Die Anfahrt ist denkbar einfach. Man verlässt die Jägerhäuser Straße und biegt auf den Hirschsteinweg ab. Die ersten paar Meter ist dieser noch asphaltiert, danach folgt eine grobe Schotterpiste, die aber mit einem gewöhnlichen PKW befahrbar ist. Die Zufahrt ist nicht ausdrücklich verboten. Eine kleine Abzweigung nach rechts führt direkt zum Schacht und der dazugehörigen Halde, trotzdem sollte man noch einige Meter weiterfahren, bis man zu einer großen Abzweigung kommt. Dort ist der Weg so breit, dass das Parken am Rand problemlos möglich ist, ohne jemanden dadurch zu behindern.

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Der "Parkplatz":

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Die Abzweigung ist leicht zu erkennen. An einem Baum verweist ein Schild auf den "Rundweg Bermsgrün". Dem folgt man aber nicht, sondern begibt sich einige Meter zurück, bis man den Weg in Richtung Süden sieht, der auf Google Maps jedoch nicht eingezeichnet ist.

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Der Track des RadiaCode-110 verdeutlicht, was ich genau meine.

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Der nicht eingezeichnete Weg teilt sich nach kurzer Zeit auf, wobei man links zum Schacht und rechts zur Halde kommt. Der Weg zum Schacht ist teilweise mit Holzstämmen blockiert, damit niemand dort direkt vorfahren kann. Zudem ist der Weg mit Granitgestein geschottert, was in einer ganz leicht erhöhten Zählrate resultiert - zumindest mit dem Raysid. Der RC-Track zeigt davon nichts, das Gerät war in einem Meter über dem Boden befestigt. Ich würde den hellen Granit eher für Fremdmaterial halten.

Hier sieht man den ehemaligen Schacht. Der Bereich ist mit Stacheldraht eingezäunt, wobei dieser direkt im Zugangsbereich knapp 5 cm über dem Boden hängt. Frei nach dem von Freud beschriebenen "Todestrieb", sowie dem Motto "Gott ist mit die Doofen", habe ich den Bereich vorsichtig seitlich mit dem Fuß berührt  :)

Tatsächlich fühlt sich der Untergrund komisch an, der Fuß sackt etwas ein - das war genug Abenteuer für mich.

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Durch die Hangschüttung ist die Halde oben relativ flach und wird den Hang hinunter zunehmend steiler. Von oben sieht die Halde so aus:

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Von unten betrachtet sieht man auf dem folgenden Foto links den Weg und rechts den Steilhang der Halde selbst:

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Das Plateau der Halde ist stark bewachsen, wobei teilweise kleine Tierpfade durch das Unterholz verlaufen.

Die Dosisleistung ist flächendeckend relativ gering. Hotspots gab es nur sehr wenige, ich kann mich an drei Stück erinnern. Der gemessene Maximalwert war, wohlgemerkt mit dem RC-110, im direkten Kontakt bei ca. 2,5 µSv/h. Ein anderer Hotspot kam auf ca. 1 µSv/h. Graben brachte keinen Erfolg, vermutlich handelt es sich um kleine Krümel. Ohne Raysid hätte ich nichts davon überhaupt gefunden.

Der Track zeigt nur einen Hotspot, weil ich erst später auf die Idee kam, überhaupt einen aufzuzeichnen. Ich halte die Freigabe für eine Weiterverwendung des Materials - was immer damit genau gemeint ist - für vertretbar. Verglichen mit anderen Halden des Uranbergbaus ist das hier deponierte Gestein meiner Meinung nach harmlos - in vielen Steinbrüchen gibt es mehr Uranerze zu finden, Beispiel: Steinbruch Kirchberg.

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Fazit:
Die Halde ist weder mineralogisch, noch radiologisch in irgendeiner Weise interessant. Das Volumen ist auch nicht besonders groß, ich wüsste also nicht, was man mit der Menge an Schotter anfangen möchte. Zumal das Gelände für schweres Gerät nicht besonders gut zugänglich sein dürfte.
#22
Sachsen / Aw: Halde Schacht 333
Letzter Beitrag von Lennart - 24. Mai 2026, 14:39
Zitat von: Radiohörer am 19. März 2026, 23:01...es ist schon beängstigend, eigentlich skandalös!, was in De möglich ist, obwohl man sich 10 km SO in Tschechien ein gutes Beispiel nehmen könnte. Da wird jeder LKW durch die Detektoren gefahren, bei Alarm abgeladen und nach dem aktiven Stück(en) gesucht und ausgesondert. Östlich von Pribram wird alles vereinzelt und auf einem Förderband am Messgerät vorbei transportiert, ggf. ausgeschleußt.

Nun, so perfekt scheint dies in Tschechien auch nicht zu funktionieren  :)
#23
Tschechien (CZ) / Aw: Abertamy (Abertham) / Karl...
Letzter Beitrag von Lennart - 24. Mai 2026, 14:35
Uranschacht "Jeroným"

Der Hieronymus-Schacht liegt in der Ortschaft Abertham, die ungefähr 10 km von Jáchymov entfernt ist. Er gehörte zu den ertragreichsten Schächten der Region, mit einer Teufe von fast 500 m und einer Betriebszeit bis 1965. Die dazugehörige Bergehalde ist am nördlichen Rand des Ortes zu finden. Offiziell wird die Halde als "biologisch renaturiert" geführt. Das bedeutet in Tschechien jedoch nur, dass das Plateau mit etwas Erde abgedeckt wird, auf der dann ein Baumbestand angepflanzt wird. Die seitlichen Hänge sind noch im ursprünglichen Zustand.

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Nach Abertham kommt man, wenn man kurz vor Jáchymov nach rechts abbiegt und der Straße 219 folgt. Diese führt auch an der Eduard- und Barbora-Halde vorbei. Der Ort selbst hat nicht mal 900 Einwohner und ist hauptsächlich als Ziel für Wintersportler bekannt.

Parken kann man HIER, wobei kurz vorher ein Durchfahrtsverbot das Befahren untersagt, von Anliegern abgesehen. Da dahinter aber auch zwei Herbergen sind, habe ich dem Ganzen nur wenig Bedeutung beigemessen...  :)

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Westlich neben der Halde liegt eine Motocross-Strecke, östlich eine weitläufige Wiesenlandschaft:

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Das Gestein an den Hängen ist recht stark verwittert und erinnert optisch z.B. an die Eva-Halde. Mineralogisch interessantes Material habe ich nirgends entdeckt. Die Dosisleistung schwankte je nach Untergrund, wobei es einige vermutlich kontaminierte Bereiche gab. Zahlreiche abgegrenzte Hotspots waren auch vorhanden. Man kann hier ohne Frage Uranerze finden, wobei es sich hauptsächlich um Uraninit mit Sekundärmineralisationen handelt. Viele Stücke waren jedoch unscheinbar, verwittert und ohne nennenswerte Kontaktdosisleistung. Im Vergleich zum vorher vorgestellten Schacht "Abertamy Ost", war das Material regelrecht minderwertig. Vielleicht war ich bei meiner Untersuchung nicht gründlich genug, das kann natürlich auch sein.

Östliche Abbruchkante:

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Nördlicher Hang:

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Eine "Hot Area", bzw. ein vermutlich kontaminierter Bereich. Vielleicht fein verteiltes Erz.

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Von der Halde aus kann man den 1028 m hohen Pleßberg (Plešivec) sehen:

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Hier sieht man einen typischen Fund. Viel Arbeit für ein kleines Stück Uraninit mit Verwitterungsprodukten. Die meisten Hotspots wirkten mit dem Raysid nicht besonders lohnenswert. Meistens merkt man schon, dass das "Signal" nur von einem Krümel herrührt.

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Für so einen "Quatsch" war es mir dann doch etwas zu heiß und sonnig. Trotzdem war es mal interessant, sich diese eher unbekannte Halde anzuschauen. Es ist auch bemerkenswert, wie unterschiedlich das Material im Vergleich zum Schacht "Abertamy Ost" wirkt. Dort habe ich bereits mehrmals Blasenerz gefunden, was für die Region Jáchymov vergleichsweise selten ist.

#24
Kaufberatung / Aw: Zählgas
Letzter Beitrag von Contamat - 24. Mai 2026, 13:12
Vielen Dank für die netten Worte!

Die Info zur Farbe der Original-Zählgasdose hat gefehlt, vielen Dank für den Hinweis. Nachfolgend ein Bild der getesteten Dosen:
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Jetzt wäre zur Einordnung der Ergebnisse noch interessant: ist meine Dose Original-Zählgas eher ein Fall von "sauber" oder von verunreinigt?

Zitat von: NoLi am 23. Dezember 2020, 16:02[...] Auch hier Finger weg davon, weil auch dieses Zählgas nicht ganz ölfrei ist (dies haben wir 1986 im "Tschernobyl-Einsatz" bei uns in der Region leidvoll erfahren müssen). Nach "Durchblasen" von 2 bis 3 Flaschen (die Geräte waren rund 2 Wochen im Dauereinsatz) lief das Öl an der Innenseite der Zählerfolie runter und die Geräte lieferte Hausnummern). Nach Beschwerde bei HERFURTH (Vorgänger von MIRION) und Gas-Ersatzbeschaffung wurde uns so gut wie ölfreies Gas geliefert; die Flaschen hatten jetzt (wie dann auch zukünftig) zur Unterscheidung eine ROTE Banderole mit gleicher Beschriftung.
Ein Rückruf aus der Erstausstattung (4 Flaschen pro Gerät im Messkoffer), welche in den ersten Gerätesätzen 1981 ausgeliefert worden waren, erfolgte seitens HERFURTH nicht. Offenbar wußte die Firma aber von der Minderwertigkeit, weil es ja bei der Nachbestellung gleich die roten Flaschen gab. [...]
Laut diesem Post passt meine Dose mit weißer Banderole von vermutlich 11.1987 zu den mit Öl verunreinigten Exemplaren. Dort war wohl nach 2-3 Dosen schon alles verölt, was bei meinem Gerät nicht der Fall ist, obwohl damit schon fast 4 Dosen "verarbeitet" wurden (wenn die Dosen dicht sind, sonst ist das Gas vielleicht direkt aus der Dose entwichen).
Das klingt für mich so, als ob es bei den weißen Dosen deutliche Unterschiede im Grad der Verunreinigung gibt und ich ein noch eher "sauberes" Exemplar habe?
#25
Tschechien (CZ) / Aw: Exkursion nach Jachymov
Letzter Beitrag von Lennart - 24. Mai 2026, 13:01
Ich war erneut am Denkmal und habe einige Proben mitgenommen - natürlich mehr als ich brauche, falls hier noch jemand Interesse hat. Zum Glück ist der Ort etwas abseits im Park gelegen. So hat niemand gesehen, wie ich in der brütenden Hitze mit Handschuhen und Atemschutz den Boden umgegraben habe. Natürlich ist alles wieder so hergerichtet, als wäre es nie passiert.

Insgesamt habe ich 14 kleine Beutel, wobei ich einen davon behalten möchte. Jeder einzelne Beutel ist mit dem RC-110 als merklich radioaktiv nachweisbar. Noch im Auto gab es dann aber eine Überraschung:

Ein neuer Identifikationsversuch mit dem SPRD resultierte in: "Ra-226 mit 100 % Wahrscheinlichkeit"  :o

Das war ja eigentlich auch die vernünftigste Annahme. Schließlich hat Marie Curie eben diese radiumhaltigen Rückstände für ihre Untersuchungen genutzt. Nur wieso ist am Denkmal selbst kein vernünftiges Spektrum möglich? Warum sieht man nicht mal einen korrekten Peak, wie z.B. den bei 609 keV? Bei anderen großflächigen Hotspots in der Stadt klappt es schließlich auch. Im Spektrum von meinen Erdproben sieht man die Peaks - völlig problemlos.

Ich werde zum "Tag der offenen Tür" einige Beutel mitnehmen. Falls jemand nicht kommen kann und trotzdem "historische Erde" haben möchte, sei es für eine Analyse oder als Radonquelle, dem kann ich auch etwas davon kostenlos zuschicken (innerhalb Deutschlands). Der Rest landet dann für 200 € pro Beutel auf ebay, als sog. Hundsbühler Erde äh... ich meine natürlich "Marie Curies originales Forschungsmaterial", inkl. gefälschtem Zertifikat  :D
#26
Kaufberatung / Aw: Frage zu gekauften Prüfstr...
Letzter Beitrag von Radioquant98 - 24. Mai 2026, 11:26
Zitat von: DL3HRT am 24. Mai 2026, 11:10Quelle?
Wohl die in Beitrag 24

Viele Grüße
Bernd
#27
Kaufberatung / Aw: Frage zu gekauften Prüfstr...
Letzter Beitrag von DL3HRT - 24. Mai 2026, 11:10
Quelle?
#28
Zitat von: Gigabecquerel am 24. Mai 2026, 10:42Lustig, dass das Gerät es schon hier her geschafft hat!
Der entwickler ist ein Freund von mir hier in München, ich habe das erste Modell gekauft. "Interessantes Spielzeug" trifft es ganz gut, am ende tickert es nur, aber ist durch seine größe und unauffälligkeit super für flohmärkte und ähnliches!

Ich war mir zu 99 % sicher, dass der Schöpfer entweder in diesem Forum aktiv ist oder jemand von hier ihn kennt.  ;D
#29
Lustig, dass das Gerät es schon hier her geschafft hat!
Der entwickler ist ein Freund von mir hier in München, ich habe das erste Modell gekauft. "Interessantes Spielzeug" trifft es ganz gut, am ende tickert es nur, aber ist durch seine größe und unauffälligkeit super für flohmärkte und ähnliches!
#30
https://northharbourinstruments.com/products/pgd-17?variant=55396760715649

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Ich habe gerade durch ein kurzes Reddit-Video von diesem Messgerät erfahren und die geringe Größe war beeindruckend, also begann ich, mich umzusehen. Soweit ich den rechtlichen Informationen entnehmen konnte, handelt es sich um ein Unternehmen mit Sitz in München.

Hier sind die Rohdaten:

Detektor

  • Detektortyp: CsI(Tl)-Szintillationskristall mit Festkörper-Fotodetektor
  • Kristallgröße: 8 × 8 × 4 mm
  • Empfindlichkeit: Erkennt Gammastrahlung <60 keV
  • Detektionsprinzip: Szintillationsphotonenzählung

Ausgabe

  • Akustische Anzeige durch integrierten Piezo-Echolot
  • Bei jedem erkannten Ereignis ertönt ein Piepton
  • Die Zählrate steigt mit der Strahlungsintensität

Macht

  • Batterietyp: wiederaufladbarer Li-Ion
  • Batteriekapazität: 100 mAh
  • Akkulaufzeit (Dauerbetrieb): ca. 18 Stunden
  • Standby-Strom: Durchschnittlich ~1,3 µA
  • Die Lagerdauer wird hauptsächlich durch die Selbstentladung der Batterie begrenzt
  • Ladeschnittstelle: USB-C
  • Typische Ladezeit: ca. 1 Stunde
  • Leistungssteuerung: magnetischer Hall-Effekt-Schalter

Gehäuse

  • Gehäusematerial: Titan
  • Robustes und wasserdichtes, versiegeltes Gehäuse

Körperlich

  • Abmessungen: 17,5 × 58 mm
  • Gewicht: 30 g

Die geringe Größe und das Titangehäuse sind ziemlich cool, aber ansonsten machen die Kristallgröße und das Fehlen von Spektroskopie oder irgendeiner App (bisher sieht es so aus) dieses Gerät eher zu einem interessanten Spielzeug als zu einem professionellen Gerät. Für den alltäglichen Bastler könnte es jedoch interessant sein.

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