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#21
Presse/TV/Rundfunk/Youtube/Internet / Aw: St. Ingbert – radioaktives...
Letzter Beitrag von DG0MG - 13. August 2026, 13:46
Vielleicht wars sogar meine Interviewanfragerin - leider steht ja kein Autorennamen da.

Dass aber auf allgemeinen Flohmärkten höhere Radioaktivitätslevel herrschten, als auf Mineralienbörsen, wie der Herr Joachim Lorenz "sich vorstellen könne", geht komplett in die falsche Richtung. Da kann ich aus eigener Erfahrung widersprechen. Offenbar war er bisher weder auf dem einen noch dem anderen mit einem Messgerät. Oder er war einfach noch nicht im Erzgebirge ..  ;D
#22
Mensch, da bin ich so über die Journalisten hergezogen und dann kommt ein halbwegs vernünftiger Artikel  ;D
#23
Presse/TV/Rundfunk/Youtube/Internet / Aw: St. Ingbert – radioaktives...
Letzter Beitrag von DG0MG - 13. August 2026, 13:11
Eigentlich kein schlechter Artikel.
Wenn aber jetzt der Außenstehende den Aufriss und die Berichterstattung in St. Ingbert und diesen Artikel nebeneinander betrachtet, versteht er die Welt auch nicht besser.
#24
Presse/TV/Rundfunk/Youtube/Internet / Aw: St. Ingbert – radioaktives...
Letzter Beitrag von NoLi - 13. August 2026, 12:53
Hier ein Artikel von gestern in der Rhein-Zeitung, auch von dpa:

"Schatzsuche und Strahlenschutz
Schöne Form, grelles Leuchten – was an Mineralien fasziniert


    dpa/lrs

13.08.2026, 03:33 Uhr
Sonderausstellung "Gesucht und Gefunden"

Meta-Uranocircit-I ist für Sammler wegen schöner Kristalle beliebt, erfordert aber strenge Sicherheitsmaßnahmen auch wegen Radioaktivität. (Symbolbild)
Robert Michael. DPA

Sie strahlen grün und gelb, bilden faszinierende Kristalle – und sind manchmal radioaktiv: Was Sammler an Mineralien reizt, und warum Expertinnen auch zur Vorsicht mahnen.
Lesezeit 3 Minuten

Mainz (dpa/lrs) – Was für die einen bloß ein Stein ist, kann für andere ein Schatz sein: Minerale bilden oft außergewöhnliche Kristallstrukturen, manche leuchten unter UV-Licht spektakulär grün oder gelb. Eine Durchsuchung einer Wohnung im Saarland hat zuletzt gezeigt, dass die Faszination auch eine andere Seite haben kann – hier laufen die Ermittlungen wegen mutmaßlich radioaktiven Materials noch. Gefahr für die Bevölkerung besteht der Polizei zufolge nicht.

Der Fall lenkt den Blick auf eine ungewöhnliche Sammlerszene, in der sich wissenschaftliches Interesse, Naturerlebnis und die Frage nach einem verantwortungsvollen Umgang treffen. Was macht solche Objekte so faszinierend? Mehrere Dinge, sagt ein Sammler, der namentlich nicht genannt werden möchte und der in sozialen Netzwerken als eine Art Influencer aktiv ist.

Unter Mineraliensammlern gebe es welche, die sich vor allem für magnetische Mineralien interessierten und andere für radioaktive Mineralien. «Jeder hat da so seine Nische.» Uranminerale bildeten sehr interessante Kristalle. Es gebe Hunderte, alle bildeten andere Strukturen aus. Uranocircit oder Autunit beispielsweise leuchteten unter UV-Licht wunderschön grün und gelb.
«Ein bisschen wie Pilze suchen»

Und wie kommen Sammler an solche Mineralien? Es gebe Mineralien-Tauschbörsen, auf denen in den allermeisten Fällen auch radioaktive Exemplare zu haben seien. Viele Sammler gingen aber auch selbst auf die Suche in alten Uran-Abbaustätten, die es in Europa gebe – auch in Deutschland.

«Das ist ein bisschen wie Pilze suchen», sagt der Sammler. Er selbst sei immer wieder mit Freunden quer durch Europa unterwegs. Man gehe mit einem Geigerzähler umher und schaue, wo dieser zu klicken anfange. Dort grabe man dann ein Loch und finde eventuell ein Mineral.

«Du bist in der Natur, hast deinen eigenen Hammer dabei, spaltest einen Stein und suchst. Das ist definitiv die günstigste Option.» Denn Mineralien seien sonst wirklich teuer – vor allem, wenn man ein wirklich schönes Stück haben wolle. Für solche Suchtrips brauche es nur gute Schuhe, einen Hammer, eine Maske und vielleicht eine Schutzbrille. Das sei es dann auch.
Was ist mit Flohmärkten?

Das Risiko im Umgang mit radioaktiven Mineralien hält er für überschaubar. Es gebe stabilere und instabilere Mineralien. Letztere könnten schneller zerfallen, wobei Staub freigesetzt werden könne. Für mehr Sicherheit könnten solche Mineralien etwa in Boxen aufbewahrt werden. Wie bei jedem Hobby müsse man sich ein wenig mit der Materie beschäftigen. Die von diesen Mineralien ausgehende Strahlung sei jedoch sehr überschaubar.

Er könne sich vorstellen, dass sich auf Flohmärkten mehr Radioaktivität feststellen lasse. Dort würden etwa Urangläser oder alte Armbanduhren mit fluoreszierenden Zeigern oder Ziffernblättern angeboten. Für letztere wurden einst radiumhaltige Leuchtfarben verwendet. Uranglas wiederum enthält Uranverbindungen als Farbstoff.
Ein Experte über ein mögliches Sammelverbot

Solche Armbanduhren sind aus Sicht von Joachim Lorenz gleichermaßen gänzlich unproblematisch. Der Stahlboden der Uhren zum Handgelenk hin absorbiere die ohnehin geringe Strahlung nahezu komplett, sagt er. Lorenz aus dem mainfränkischen Karlstein ist nicht Teil dieser Sammlerszene, wohl aber ein Mineralienkenner. In früheren Jahren war er Sicherheitsingenieur in einem Unternehmen, beschäftigte sich viel mit Strahlenschutz und widmet sich inzwischen voll der Geologie und Mineralogie.

Lorenz hält das von radioaktiven Mineralien ausgehende Risiko ebenfalls für äußerst überschaubar, die ionisierende Strahlung sei schlicht sehr gering. Selbst bei der Bearbeitung dieser Mineralien ließen sich Risiken minimieren, indem unter Wasser geschliffen und eine Maske sowie Schutzbrille getragen würden. Ein Verbot des Sammelns radioaktiver Mineralien wäre aus seiner Sicht sinnlos, da Radioaktivität in minimalen Dosen einfach überall vorkomme.

Wer im Winter über den Nordpol nach New York zum Shoppen fliege, sei mehr Strahlung ausgesetzt, als es in einem deutschen Kernkraftwerk erlaubt sei, sagt Lorenz. «Die Menschen haben einfach eine sehr unterschiedliche Wahrnehmung von Gefährdung.»

Nicht im Schlafzimmer und nicht bearbeiten

Das Sammeln radioaktiver Mineralien kann aus wissenschaftlicher Sicht durchaus sinnvoll sein – Voraussetzung ist aber eine konkrete Fragestellung. Darauf weisen Kirsten Grimm und Regina Mertz vom Institut für Geowissenschaften der Johannes Gutenberg-Universität Mainz hin. Beim Umgang mit dem Material müssten Arbeits- und Strahlenschutz eingehalten werden. Gerade bei radioaktiven Mineralien sei besondere Vorsicht nötig.

Die Mineralien sollten nach Möglichkeit nicht in ständig bewohnten Räumen wie Schlaf- oder Wohnzimmern aufbewahrt werden, betonen die Expertinnen. Für eine private Sammlung kämen nur sehr geringe Mengen schwach strahlender Minerale infrage. Die Proben sollten luftdicht in Kunststoffbehältern oder in Kunstharz eingebettet und in einem abschließbaren Schrank gelagert werden.

Dadurch ließen sich Staubfreisetzung und Hautkontakt vermeiden. Auch längere Aufenthalte bei den Proben sollten vermieden werden. Zudem sei eine gute Belüftung wichtig. Zerkleinern, Schleifen oder Polieren der Minerale sollte wegen möglicher Staubbildung unterbleiben, erklären die Wissenschaftlerinnen. Sie empfehlen ein Messgerät zur Kontrolle der Dosisleistung. Unsachgemäßer Umgang, betonen Mertz und Grimm, könne gesundheitsgefährdend sein."

(https://www.rhein-zeitung.de/rheinland-pfalz/schoene-form-grelles-leuchten-was-an-mineralien-fasziniert_arid-4147067.html)

Norbert
#25
Jedenfalls, vielen Dank für dieses Forum, ich war sehr Froh darüber als ich begonnen habe mich mit dem Thema Radioaktivität zu beschäftigen, und mir auch ein Messgerät kaufen wollte. :good2:
#26
Presse/TV/Rundfunk/Youtube/Internet / Aw: St. Ingbert – radioaktives...
Letzter Beitrag von DG0MG - 13. August 2026, 11:54
Zitat von: DG0MG am 12. August 2026, 09:25Wie groß und wie vielfältig ist die deutschsprachige Community von Menschen, die sich mit Radioaktivität, Geigerzählern und radioaktiven Mineralien beschäftigt?

Das war die erste, aber eigentlich schon die k.o.-Frage - ich kann keine Zahl oder Größenordnung nennen, von der ich guten Gewissens sagen kann, dass sie wenigstens ungefähr stimmt.
Was ich weiß, ist, dass vor vielen Jahren in der yahoo-Geigerzähler-Mailingliste bei deren Ende ein paar mehr als 100 Leute waren. Das Forum hat mit Stand jetzt eben 1816 Mitglieder, aber weder sind das alles irgendwie "Aktive" im Sinne der Frage, noch sind es alles Deutsche, noch erhebe ich den Anspruch, dass ALLE, die irgendetwas hobbymäßig in dieser Richtung machen, hier angemeldet wären. Das weiß ich aus zufälligen persönlichen Kontakten, bei denen ich natürlich frage, ob mein Gegenüber das "Geigerzählerforum" kenne. Gefühlt recht häufig kommt da ein "nein"als Antwort. Und natürlich gibt es auch Leute, von denen man über diverse Medien gehört und gelesen hat, die auf Grund ihrer Interessenslage hier sein MÜSSTEN, es aber nicht sind - aus welchen Gründen auch immer.

Dann muss man unterscheiden:
  • Es gibt Leute, die befassen sich mit Strahlungsmesstechnik. Also die Physik dahinter, die verschiedenen Messprinzipien, die Elektronik usw. Für die ist ein strahlendes Mineral allenfalls ein Mittel zum Zweck, um das Messgerät zu testen. Oder mit dem Messgerät etwas zu suchen. Oder verschiedene Messgeräte miteinander zu vergleichen. Der Fokus liegt also auf dem Messen, nicht auf dem Strahler.
  • Es gibt Leute, die befassen sich mit strahlendem Material, sagen wir Mineralien aller Art. Soweit legal, auch anderes. Vielleicht sogar mit Kernphysik, Isotopen, Zerfallsketten usw. Für die ist das Messgerät nur Mittel zum Zweck, also ein Werkzeug. Um auf einer Halde ein strahlendes Mineral zu finden, braucht man ein "gutes" (empfindliches) Messgerät. Eigentlich gehören auch die Prepper mit in diese Kategorie, die wollen auch "nur" ein Messgerät, dass unter den angedachten Umständen einfach einen Messwert ausgibt, also ein Werkzeug ist. Ich würde behaupten, dass diese zweitere Gruppe die erheblich größere ist.
  • Und zwischen diesen beiden "Enden" des Spektrums gibts es reichlich Leute, die sich in beiden Gruppen einsortieren lassen, sich überschneiden, ergänzen.

Ich weiß nicht, ob die Unterscheidung klar wird und ob Ihr das auch so seht. Ich stelle gerade fest, dass das gar nicht so einfach ist, einem vollkommenen Laien alleine diese beiden Gruppen nahezubringen, von der man ja jede noch viel detaillierter aufsplitten könnte.
#27
Eigenbau, Elektronikbasteln und Programmieren / Aw: Impedanzwandler
Letzter Beitrag von ABel - 13. August 2026, 09:00
Hallo,

hier noch Mal ein Histogramm und ein parallel aufgezeichneter Puls. Messaufbau wie im Simulationsschema.

Das Histogramm wird zwar bis 3200keV gezeigt, wegen dem Audio gain von MCA auf 0,74 ist rechts von 2400keV aber nur noch Rauschen zu sehen.

Neben einem hohen Puls (RigolDS0) auch Mal ein viel kleinerer (RigolDS5). Außerdem ein gestreckter Puls (RigolDS6) mit 20MHz Auflösung; die gelbe Kurve sieht am Anfang so komisch aus, weil da der Puls in einem Zeitschritt (50ns) einen Sprung von 0,657V macht (Slew rate 13 MV/sec).

Im Schema ist die Amplitude der Stromquelle (Anode) so gewählt das sich die Ampituden am CH1 von Simulation und Messung decken. Die gemessenen Kurven sind im Diagramm in Grün und magenta zu sehen.

Gruß Andreas

PS: noch ein logarithmisches Diagram mit
    .step PARAM I0 list 0.001 0.00215 0.00464 0.01 0.0215 0.0464 0.1 0.215 0.464 1
die Linearität wird bei den kleinen Werten schlechter. Für I0=1 ist das Verhältnis CH1/CH2 4, für I0=0.001 ist es 8,5.

PPS: Die Spannung auf CH1 hat einen Offset von -360,45uV, CH2 hat keinen Offset. Wird das Verhältnis CH1/CH2 um diesen Offset korrigiert, dann ist auch in der logarithmischen Verteilung die Linearität gegeben.
#28
Deutsche Strahlungsmessgeräte (BRD) / Aw: Berthold LB 1200
Letzter Beitrag von DL3HRT - 13. August 2026, 07:20
Hier findet ihr einen alten Bericht zum LB1200.

#29
Bayern / Aw: Tschernobyl-Fall in Südbay...
Letzter Beitrag von NoLi - 12. August 2026, 23:39
Zitat von: megapull am 12. August 2026, 21:03...
Im Ernst – vielen Dank für die netten Worte. Bezüglich der Cs-137-Quelle gelten auch hier die gleichen Regeln, daher habe ich absolut keine Ahnung, wie sie aus den USA ankam und den Zoll und die Post passierte, denn so habe ich sie bestellt. Oder besser gesagt, ich habe das Ludlum-Messgerät bestellt und es hatte diese Quelle dabei, ohne dass ich es wusste. Neben dem Schnäppchen bin ich also auch dieses ,,Risiko" eingegangen.

Ich dachte, dann könnte ich es genauso gut verwenden  8)
Wo kein Messgerät ist, ist auch kein Kläger!
Du hast bei der Einfuhr einfach Glück gehabt. In den USA gelten andere Freigrenzen als in der EU...für Cs-137 beträgt dort die Freigrenze 370 kBq (10 µCi), daher wird in den USA niemand den Versand blockieren.

Aber auch die Schweiz (kein EU-Mitglied) ist mit diesbezüglicher Vorsicht zu genießen, wie dieses Beispiel von AUTOMESS zeigt:

Zitat
"Andere Länder, andere Sitten...

Wie eben besprochen, gibt es hinsichtlich der Freigrenzen einige internationale Gemeinsamkeiten. Es gibt aber natürlich auch nationale Besonderheiten. Nehmen wir als Beispiel die Schweiz. Die Schweiz ist zwar kein Mitglied der EU, hat aber enge wirtschaftliche Beziehungen zur EU. Dennoch gelten in der Schweiz andere Freigrenzen (dort Bewilligungsgrenzen genannt):
Nuklid    Freigrenzen aus 96/29/EURATOM und deren Nachfolger 2013/59/EURATOM
Cs-137    10 kBq    
Sr-90    10 kBq    
Am-241    10 kBq
    
Bewilligungsgrenzen der Strahlenschutzverordnung der Schweiz, Stand 01.01.2012
Cs-137    700 kBq
Sr-90    60 kBq
Am-241    0,2 kBq

Dies führt erstaunlicherweise dazu, dass unsere Prüfstrahler in der Schweiz genau umgekehrt klassifiziert werden wie in der EU:
Prüfstrahler 6706, 6707
Im Geltungsbereich von 96/29/EURATOM oder deren Nachfolger 2013/59/EURATOM anmeldepflichtig
In der Schweiz frei

Prüfstrahler 6708 in der EU frei    
                  in der Schweiz bewilligungspflichtig wegen Am-241               

Wahrscheinlich lassen sich noch sehr viel mehr Beispiele finden. Wir wollen aber nicht den Versuch unternehmen, alle Länder dieser Welt hinsichtlich ihrer Freigrenzen zu vergleichen. Wir möchten nur daran erinnern, dass es trotz aller »Globalisierung« niemandem erspart bleibt, sich um die Vorschriften im eigenen Land zu kümmern.
"
(https://www.automess.de/produkte/pruefstrahler)

Norbert
#30
Eigenbau, Elektronikbasteln und Programmieren / Aw: Impedanzwandler
Letzter Beitrag von Radioquant98 - 12. August 2026, 22:25
Hallo Andreas,

Wenn die Sonde nicht universell einstzbar sein soll und genug Spannung der Impulse an der Anode anliegt, kann man auf den "Wandler" verzichten. Mit einem hochohmigen RC-Glied kann die Integration erfolgen und dann gegebenenfalls die Amplitude auf den Wert für die Soundkarte verstärkt werden(Transistor oder OPV).
Das paßt mit in die Sonde -ist nicht mehr Aufwand als Peters Wandler.
Hat den Nachteil, daß es auf deine derzeitige Soundkarte und Software zugeschnitten ist.

Ich bevorzuge eine universelle Anwendung, wo die PMT-Impulse impedanzgewandelt dann niederohmig zur Verfügung stehen. Und der Rest dann per Adapter an die Soundkarte angepaßt wird.

Viele Grüße
Bernd