Neueste Beiträge

#21
Mit welchem Crypto-Gerät verwenden denn dann die Ausstellungsbesucher die beiden One-Time-Pads?

Oder gar nicht mit einem Gerät, sondern nur die stellenweise Addition mit dem Klartext auf dem Papier?
#22
Objekte und Stoffe / Aw: radioaktive Zäpfchen zum e...
Letzter Beitrag von NoLi - 23. September 2026, 13:57
Beachtenswert das Beta-Shield bei 0.20 min zum Schutz der Hand.

Norbert
#23
Objekte und Stoffe / Aw: radioaktive Zäpfchen zum e...
Letzter Beitrag von Flipflop - 23. September 2026, 12:37
Interessant, ich kenne mich in Medizinaltechnik nicht aus, da möchte man doch noch erfahren in wie weit das Medikament gewirkt hat. Mir kam dabei ein Beitrag über eine neue Hautkrebs-Therapie in den Sinn:

New painless and non-surgical skin cancer treatment to become available | 9 News Australia

9 News Australia


#24
Objekte und Stoffe / Aw: radioaktive Zäpfchen zum e...
Letzter Beitrag von wrdmstr inc. - 23. September 2026, 11:49
ich denke mal die verflüssigen sich und werden auf natürlichem Weg wieder ausgeschieden, hab die Beipackzettelvorderseiten mal durch chat-gpt übersetzt:

Radioaktive und bakterizide Behandlung
akuter und chronischer Harnröhren- und Gebärmutterinfektionen

ANWENDUNGSTECHNIK
der Leucagine-Stäbchen mit Hilfe des RL-Stäbchenhalters

Vorrichtung ohne jegliche Lötstelle, trocken und mit Dampf sterilisierbar
(gesetzlich geschützt/patentiert)

Die LEUCAGINE-Stäbchen und -Röhrchen für Gebärmutterbehandlungen

VORSTELLUNG
Die LEUCAGINE-Stäbchen für Gebärmutterbehandlungen werden in sterilisierter Form in einem Gleitmittel geliefert.

Ihre einwandfreie Keimfreiheit wird vor dem Verkauf kontrolliert. Ihre gleichzeitig feste und flexible Beschaffenheit sowie ihre Elastizität ermöglichen es, sich ohne Bruch an jede Krümmung der Gebärmutter anzupassen. Ihre Löslichkeit ist schnell und vollständig.

Die Anwendung dieser Stäbchen birgt jedoch keinerlei Gefahr. Dennoch weisen wir darauf hin, damit die Ärzte nicht überrascht sind und keine Besorgnis bekommen, dass eine leichte Blutung ohne jede Schwere häufig unmittelbar nach der Anwendung auftritt – sowohl bei gutartigen als auch bei schweren Fällen.

FORMEL
Die LEUCAGINE-Stäbchen bestehen aus organischem Silber und Radiumbromid.

Jedes Stäbchen enthält 10 Zentigramm organisches Silber, bezogen auf 20,0 g reines Silber, sowie eine je nach Schwere des zu behandelnden Falles unterschiedliche Menge Radiumbromid.

Es gibt drei Konzentrationen:

Stäbchen mit 1 Mikrogramm
Stäbchen mit 5 Mikrogramm
Stäbchen mit 10 Mikrogramm

Radiumbromid RaBr₂ · 2H₂O, mit maximaler Aktivität.

Die Dosis von 1 Mikrogramm eignet sich für leichte Fälle von Gebärmutterentzündung.

Die Dosis von 5 Mikrogramm wird insbesondere bei stärker ausgeprägten Läsionen angewendet.

Die Dosis von 10 Mikrogramm wird bei hartnäckigen Formen und bei hämorrhagischer Gebärmutterentzündung eingesetzt.

Wenn der Arzt keine bestimmte Dosis verschreibt, wird grundsätzlich das 1-Mikrogramm-LEUCAGINE-Stäbchen abgegeben.

INDIKATIONEN
Die LEUCAGINE-Stäbchen sind bei den meisten Gebärmutterinfektionen angezeigt, ausgenommen jedoch frische Infektionen gonorrhoischen Ursprungs, bei Metritis mit ausgeprägten Eileiterläsionen sowie bei schwer verlaufender Metritis mit einer Entzündung des Bauchfells (Peritonitis).

Die Wirkung der LEUCAGINE-Stäbchen auf die hypertrophierten Drüsen der Schleimhaut ist besonders ausgeprägt.

Durch das Radiumbromid können sie die Drüsen, die sich im Zustand der zystischen Degeneration befinden, wieder in ihren normalen Zustand zurückführen. Gleichzeitig bewirken sie eine starke Degeneration und eine übermäßige Sekretion aller anderen Drüsen, wodurch eine Reinigung sowohl auf mechanischem als auch auf physiologischem Weg erreicht wird.

Das starke antiseptische Silber, 20 Teile auf 100 Teile Silber, die sie enthalten, wirkt auf die Mikroben ein, indem es diese zerstört und gleichzeitig einer erneuten Besiedlung der Gebärmutterhöhle durch Vaginalkeime entgegenwirkt.

Bei hämorrhagischen Formen der Metritis wirkt das Radium wirksam auf die Blutungen. Die Verringerung der Blutungen erfolgt schnell, und deren vollständiges Verschwinden wird relativ rasch erreicht.


Der Prospekt nennt:
bromure de radium RaBr₂ · 2H₂O also Radiumbromid-Dihydrat.

Die angegebenen 1, 5 und 10 µg beziehen sich dem Wortlaut nach auf die Dosis des Radiumbromids, nicht auf 1, 5 bzw. 10 µg reines Radium.

Für RaBr₂·2H₂O beträgt die molare Masse ungefähr:

Ra 226,03 + 2 × Br 79,90 + 2 × H₂O 18,02= 421,87 g/mol. Der Massenanteil von Radium beträgt somit:
226,03 / 421,87 = 53,58 % Damit enthalten die drei Stäbchen theoretisch:

angegebene Dosis /    reines Ra-226:
1 µg RaBr₂·2H₂O / 0,536 µg Ra-226
5 µg / 2,679 µg Ra-226
10 µg /5,358 µg Ra-226

Daraus resultierende Aktivität

Ra-226 besitzt eine spezifische Aktivität von etwa 3,66 × 10¹⁰ Bq/g = 36,6 kBq/µg bei einer Halbwertszeit von etwa 1600 Jahren. Damit ergibt sich:

LEUCAGINE-Dosis    Ra-226-Masse    Aktivität
1 µg                      0,536 µg Ra    ≈ 19,6 kBq
5 µg                      2,679 µg Ra    ≈ 98,0 kBq
10 µg                      5,358 µg Ra    ≈ 196 kBq

Das ist für ein historisches ,,Medikament" schon eine durchaus bemerkenswerte Aktivität.

Welche Strahlung erzeugt das?

Ra-226 selbst ist hauptsächlich ein α-Strahler. Die große externe Gamma-Komponente kommt vor allem aus der Zerfallskette:

Ra-226 → Rn-222 → Po-218 → Pb-214 → Bi-214 → Po-214 → ...

Bei einem alten, seit Jahrzehnten bestehenden Radiumpräparat können sich die kurzlebigen Folgeprodukte weitgehend aufgebaut haben. Deshalb ist ein altes Ra-226-Präparat hinsichtlich der äußeren Gammastrahlung etwas anderes als ein frisch chemisch abgetrenntes Ra-226.

Für Ra-226 wird eine Gamma-Dosisleistungskonstante von ungefähr 0,223 µSv·m²/(MBq·h) angegeben, entsprechend etwa 0,825 R·m²/(Ci·h). Damit kann man eine grobe Punktquellenabschätzung machen:

Bei 1 cm:

1 µg → ≈ 44 µSv/h
5 µg → ≈ 220 µSv/h
10 µg → ≈ 440 µSv/h

Die reale Messung kann davon allerdings erheblich abweichen, weil ein echtes LEUCAGINE-Stäbchen keine ideale Punktquelle ist.

Dabei entstehen zunächst hauptsächlich Alphateilchen; für die Gammastrahlung außerhalb sind insbesondere die Zerfallsprodukte Pb-214 und Bi-214 relevant.

Und noch ein interessanter Punkt: Wenn das Stäbchen heute noch existiert, ist die ursprüngliche Ra-226-Aktivität praktisch unverändert. Nach beispielsweise 100 Jahren wären wegen der 1600-jährigen Halbwertszeit noch rund 95,8 % vorhanden. Die Radioaktivität ist also nicht deshalb verschwunden, weil das Medikament fast 100 Jahre alt ist.

Das zweite Blatt ist sehr interessant, und es bestätigt einige Punkte des ersten Dokuments. Es ist offenbar eine ältere bzw. anders gestaltete Leucagine-Gebrauchsinformation, die sich speziell mit den Crayons (Stäbchen) und Ovules beschäftigt.
Das ist wichtig, denn damit ist die Interpretation aus deinem ersten Blatt ziemlich eindeutig: Die 1/5/10 µg beziehen sich auf Radiumbromid, nicht auf elementares Radium.

,,Leur consistance à la fois ferme et souple et leur élasticité leur permettent de se prêter sans rupture à tout cathétérisme utérin."

Sinngemäß: Die Stäbchen waren fest, aber gleichzeitig flexibel und elastisch, sodass sie sich bei der Einführung in die Gebärmutter nicht brechen sollten.

Wie kamen die wieder heraus aus dem Körper?

Genau das ist der entscheidende Punkt: Die Leucagine-Crayons wurden offenbar nicht als dauerhaft verbleibende Stäbchen im Körper gedacht. Aus deinen beiden Beipackzetteln ergibt sich vielmehr folgendes:

Die Crayons waren in einem versiegelten Röhrchen mit etwas Gleitmittel verpackt.
Sie wurden mit einem speziellen ,,appareil porte-pansement" (Stäbchen-/Verbandsapplikator) in die Gebärmutter eingebracht.
Der Hersteller beschreibt die Crayons ausdrücklich als ,,solubles" bzw. ,,solubilité totale" – also vollständig löslich. Die Behandlung war als Anwendung/Pansement gedacht, nicht als Implantation.
Was passierte also mit dem Stäbchen?

Sehr wahrscheinlich löste es sich nach der Anwendung im Uterus allmählich auf. Der Trägerstoff wurde anschließend zusammen mit dem Uterussekret wieder ausgeschieden.

Das ist ein wichtiger Unterschied zu einer klassischen Radiumtherapie mit einer Radiumkapsel (,,Radiumnadel") oder einem Radiumrohr, die nach einer definierten Bestrahlungszeit wieder herausgenommen wurde. Bei Leucagine scheint dagegen das Radiumbromid Bestandteil eines löslichen Arzneimittelträgers gewesen zu sein..

Eine Sache würde ich aber noch nicht als geklärt ansehen: Ob das komplette Crayon tatsächlich innerhalb des Körpers vollständig verschwand, oder ob nach einer bestimmten Zeit Reste mechanisch mit dem Applikator bzw. durch eine weitere gynäkologische Behandlung entfernt wurden. Der von dir gezeigte Text sagt nur ,,solubilité totale", aber nicht, wie lange die Auflösung dauerte bzw. wann der Arzt die Behandlung beendete.
#25
Der Zufallszahlengenerator CLICK & CRYPT" für "Secret Communications 5" ist fertig.

Im Gehäuse tut ein SBM-20 seinen Dienst. Als Quelle wird ein russischer Schalter mit Radiumleuchtfarbe im Schalthebel verwendet. Die Radiumleuchtfarbe ist nicht einfach nur aufgemalt, sondern wurde in eine Glasperle an der Spitze des Schalthebels eingeschmolzen.

Auf Tastendruck wird ein One Time Pad (OTP) in doppelter Ausfertigung erstellt, damit die Besucher der Ausstellung das Verfahren gleich ausprobieren können. Ich gehe davon aus, dass im Laufe der Ausstellung einige Papierollen verbraucht werden  ;).

Hier seht ihr "CLICK & CRYPT" in Aktion:
#26
Objekte und Stoffe / Aw: radioaktive Zäpfchen zum e...
Letzter Beitrag von DG0MG - 23. September 2026, 09:24
Zitat von: wrdmstr inc. am 22. September 2026, 16:4610 µg =214,3 kBq

Was es alles gab!  :o Danke fürs zeigen!

Verblieben die Stifte dann oder wurden die wieder entfernt?
#27
Europa und der Rest der Welt / Aw: Sellafield (Windscale) UK
Letzter Beitrag von Janni - 23. September 2026, 08:48
Oh ich bin sehr gespannt ob du was findest.  ;D
#28
Sachsen / Aw: Brunnen Tannenbergsthal
Letzter Beitrag von Flipflop - 22. September 2026, 20:15
Die Idee mit dem Rohr ist ja nicht von mir, aber sie scheint zu funktionieren. Allerdings habe ich sie noch nie probiert.  :unknw:
#29
Allgemeine Diskussionen / Aw: Das ODL-Messnetz des BfS
Letzter Beitrag von DL8BCN - 22. September 2026, 18:16
Ich fahre da Morgen mal mit dem Fahrrad vorbei.
Dann wissen wir, ob sie abgebaut wurde.
#30
Eigenbau, Elektronikbasteln und Programmieren / Aw: RadEye G-10 Reparatur
Letzter Beitrag von Chemakos - 22. September 2026, 17:09
"The plot thickens"
Nachdem das Gerät ein Wochenende lang im Schrank verbracht hat, lässt es sich wieder einschalten. Ich habe es gründlich getestet, und es scheint alles in Ordnung zu sein. Die einzige Unregelmäßigkeit ist, dass es -62 °C anzeigt, obwohl es nachts gar nicht so kalt war. Leider muss ich wieder ein schwer zu fassendes Problem aufspüren. Da es nun wieder funktioniert, werde ich versuchen, ein Auslesegerät zu besorgen, um zu prüfen, ob eine Fehlermeldung angezeigt wird.

Grüße,
Akos