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#21
Deutsche Strahlungsmessgeräte (BRD) / Aw: GRAETZ Strahlenmesstechnik...
Letzter Beitrag von NoLi - 06. Juli 2026, 12:16
Zitat von: NoLi am 05. Juli 2026, 19:58...
GRAETZ hat entschieden, keine neuen Baumusterprüfungen für Geräte auf Basis der Geiger-Müller-Technologie zu beantragen. Diese Entscheidung ist kein Rückzug aus dem Markt. Sie schafft vielmehr den Freiraum, Ressourcen gezielt in moderne Sensortechnologien zu investieren – Technologien, die höhere Messgenauigkeit, einen breiteren Dynamikbereich und eine bessere digitale Integration ermöglichen.
...
In § 90 "§ 90 Strahlungsmessgeräte" der Strahlenschutzverordnung wird gefordert
(https://www.gesetze-im-internet.de/strlschv_2018/__90.html)

Zitat:
"(2) Der Strahlenschutzverantwortliche hat dafür zu sorgen, dass Messgeräte für Photonenstrahlung der in § 1 Absatz 1 Nummer 13 der Mess- und Eichverordnung bezeichneten Art für nachfolgende Zwecke nur verwendet werden, wenn sie dem Mess- und Eichgesetz entsprechen:

1.    für die physikalische Strahlenschutzkontrolle mittels Messung

    a) der Personendosis nach § 65 Absatz 1 Satz 1, § 66 Absatz 2 Satz 4 oder Absatz 5 oder
    b) der Ortsdosis oder Ortsdosisleistung nach § 65 Absatz 1 Satz 2 Nummer 1,

2.    für Messungen zur Abgrenzung von Strahlenschutzbereichen oder zur Festlegung von Aufenthaltszeiten von Personen in Strahlenschutzbereichen,
..."


Dies bedeutet, dass neu eigenproduzierte GRAETZ-Geräte nicht mehr verwendet werden dürfen, wenn die Aufsichtsbehörde Dosis- und Dosisleistungsmessgeräte für strahlenschutzrechtliche Messungen vorschreibt!
Hmmm....

Norbert
#22
Deutsche Strahlungsmessgeräte (BRD) / GRAETZ Strahlenmesstechnik und...
Letzter Beitrag von NoLi - 05. Juli 2026, 19:58
GRAETZ Strahlungsmesstechnik bietet keine eigenentwickelten eichfähigen Dosimeter und Dosisleistungsmessgeräte mit Baumusterprüfbescheinigung mehr an:

https://graetz.com/2026/05/neue-wege-in-der-strahlungsmesstechnik/

Hier der ganze Text:

"Baumusterprüfung adé – Warum wir neue Wege in der Strahlungsmesstechnik gehen

Mit dem Auslaufen der Übergangsvorschrift des § 62 Abs. 2 S. 1 MessEG zum 31. Dezember 2024 haben sich die regulatorischen Rahmenbedingungen grundlegend verändert. Baumusterprüfbescheinigungen sind seither auf eine Gültigkeitsdauer von zehn Jahren begrenzt – eine Verlängerung ist nicht vorgesehen. Stattdessen ist eine vollständige Neuzertifizierung erforderlich, die mit erheblichem personellem und finanziellem Aufwand sowie Bearbeitungszeiten von mehreren Jahren verbunden ist. Für GRAETZ bedeutete das eine nüchterne Kosten-Nutzen-Abwägung – insbesondere im Hinblick auf Geräte, die auf der Geiger-Müller-Technologie basieren: eine bewährte, technologisch aber weitgehend ausgereizte Technologie.

Die Entscheidung: Kein Rückzug, sondern strategische Neuausrichtung

GRAETZ hat entschieden, keine neuen Baumusterprüfungen für Geräte auf Basis der Geiger-Müller-Technologie zu beantragen. Diese Entscheidung ist kein Rückzug aus dem Markt. Sie schafft vielmehr den Freiraum, Ressourcen gezielt in moderne Sensortechnologien zu investieren – Technologien, die höhere Messgenauigkeit, einen breiteren Dynamikbereich und eine bessere digitale Integration ermöglichen.
Ein weiterer Aspekt: Solange eine Baumusterprüfbescheinigung gilt, ist nach deren Erteilung jede Änderung am Gerät ausgeschlossen. Wer auf Zertifizierung setzt, setzt damit auch auf Stillstand in der Produktentwicklung.

Versorgungssicherheit bleibt gewährleistet

Für Anwender, die nach Mess- und Eichgesetz zertifizierte Geräte benötigen, entstehen keine Versorgungslücken. GRAETZ hat strategische Kooperationen mit Herstellern geschlossen, deren Geräte über gültige Baumusterprüfbescheinigungen verfügen:

    Für die eichfähige Personendosimetrie steht das DMC 3000 von Mirion Technologies zur Verfügung.
    Für die eichfähige Ortsdosimetrie das SSM1+ von Seibersdorf Laboratories.

Darüber hinaus gilt: Nicht jeder Anwendungsfall erfordert zwingend ein dem MessEG entsprechendes Gerät. § 90 Abs. 1 StrlSchV erlaubt in vielen Fällen den Einsatz geeigneter Strahlungsmessgeräte – eine Möglichkeit, die in der Praxis häufig kosteneffizienter ist, ohne die Messqualität zu beeinträchtigen.
Alle GRAETZ-Geräte werden weiterhin im Rahmen des bestehenden Qualitätsmanagementsystems gefertigt und kalibriert. Die Kalibrierungen sind auf die nationalen Normale der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt rückführbar.

Bei Fragen zu den Auswirkungen auf Ihre Anwendung sowie zu geeigneten Alternativen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung."


Weiter: 

https://graetz.com/2024/07/fristende-der-uebergangsvorschrift-des-%c2%a7-62-abs-2-satz-1-messeg-und-abkuendigung-von-eichfaehigen-geraeten/

"Fristende der Übergangsvorschrift des § 62 Abs. 2 Satz 1 MessEG und Abkündigung von eichfähigen Geräten

Wir möchten unsere Kunden darüber informieren, dass die Übergangsvorschrift gemäß § 62 Absatz 2 Satz 1 MessEG für die Nutzung von Bauartzulassungen im Bereich der Strahlenschutzdosimetrie für Photonen zum 31.12.2024 ausläuft.

Dies betrifft die folgenden eichfähigen Geräte von GRAETZ:

    Dosisleistungsmessgerät X5C plus
    Dosisleistungsmessgerät GammaTwin
    Personendosimeter ED150
    Gammasonde 18509CE
    Gammasonde 18529CE
    Gammasonde 18550CE
    Gammasonde 18545CE

Aus wirtschaftlichen Gründen haben wir uns dazu entschieden, für diese Messgeräte kein nachfolgendes Modul-D-Verfahren zur Erlangung der Baumusterprüfbescheinigung durchzuführen. Das bedeutet, dass wir nach dem Fristende keine Neugeräte mit PTB-Zulassung mehr in den Verkehr bringen werden. Für bereits in Verkehr gebrachte Messgeräte hat das Ende der Übergangsvorschrift keine Relevanz. Diese Geräte können weiterhin gemäß den Vorschriften nachgeeicht werden.

Wir empfehlen unseren Kunden, bis zum Fristende ihren Bedarf zu decken oder einen entsprechenden Lagerbestand aufzubauen. Selbstverständlich werden die genannten Geräte auch ohne PTB-Zulassung weiterhin verfügbar sein. Es ist zudem möglich, dass wir in Zukunft für ein Nachfolgemodell eine Baumusterprüfbescheinigung der PTB erwirken werden.

Bitte leiten Sie diese Information an die zuständigen Personen in Ihrem Hause weiter. Für weitere Fragen und Informationen steht Ihnen unser Vertriebsteam gerne zur Verfügung."



Norbert
#23
Zitat von: Pinin am 05. Juli 2026, 02:09Die Installation läuft jetzt unter Ubuntu 26.04 LTS Prom, Python 3.14.4 fehlerfrei durch, Sound funktioniert.
Freut mich zu hören! Sound ist geradezu ein Albtraum auf Python, selbst wenn man nur die simpelsten Töne abspielen will. Muss ja cross-platform (Linux, Win, Mac) sein. Dann gehen manche Versionen nicht auf Win, oder kompilieren nicht unter bestimmten Python Versionen, oder spucken falsche Zeichen aus, etc.

Hoffe, dass playsound3 für ne Weile hält >:D
#24
Deutsche Strahlungsmessgeräte (BRD) / Aw: Graetz GammaTwin
Letzter Beitrag von Pherax - 05. Juli 2026, 14:35
Hey Stefan, danke für die Antwort

VG
#25
Tschechien (CZ) / Aw: Exkursion nach Jachymov
Letzter Beitrag von Lennart - 05. Juli 2026, 13:34
@exicator vielen Dank für die Mühe. Das Ergebnis deckt sich mit den Erkenntnissen aus einem anderen "HPGe"-Spektrum, welches mir jemand freundlicherweise angefertigt hat. Dort fehlt der 1001 keV Peak ebenfalls komplett und der 186 keV Peak ist schmal und ohne seitliche Schulter, was für ausschließlich Ra-226 spricht.
#26
Zitat von: ullix am 04. Juli 2026, 15:20ist ab pre08 auf GeigerLog's devel site zu finden:
https://sourceforge.net/p/geigerlog/discussion/devel2/

Wie ich sehe, hast du auch die Setup-Routine überarbeitet, es werden die aktuellen Module installiert (& Playsound <=1.2.2 wegen Python 3.14), der playsound3-Fork wird stattdessen standardmäßig verwendet. Die Installation läuft jetzt unter Ubuntu 26.04 LTS Pro, Python 3.14.4 fehlerfrei durch, Sound funktioniert. 
#27
Tschechien (CZ) / Aw: Exkursion nach Jachymov
Letzter Beitrag von exicator - 04. Juli 2026, 18:24
Hallo,

... noch einen Nachtrag zum "fehlenden" Peak des Pa-234m in der Jachymov #7 Bodenprobe.
Dies ist ein Spektrum von ca. 70mg Pechblende (als Mausauge). Es kann mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem Gleichgewicht der Töchter ausgegangen werden. In diesem Spektrum ist der Peak des Pa-234m bei 1001 keV deutlich ausgebildet.

Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.

... der Peak bei 186 keV setzt sich in diesem Fall aus dem Ra-226 und U-235 zusammen, wobei gut 70% (72,4%) auf das Ra-226 und knapp 30% (27,6%) aus das U-235 entfallen.

Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.

Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.

... die senkrechten grünen Linien im unteren Spektrum zeigen die anderen "wichtigen" Linien des U-235, in der Tabelle sind auch die Emissionswahrscheinlichkeiten der Linien aufgeführt.
Gerne Hinweise, Fragen oder was auch immer ...
Grüsse an ALLE und besondere Grüsse an die HPGe-Fraktion (;-).
Ralf



 
#28
Zitat von: ullix am 04. Juli 2026, 15:20Kurios, an diversen Stellen im GeigerLog Code musste ich für diesen Counter Delays(!) einfügen, weil der nagelneue Microchip nicht schnell genug war.
Bei den alten Controllern gab es eine Stelle, an der die Daten real seriell übertragen werden - nämlich vom Ch390 zum µController. Das bremst die Datenrate dort zwingend ein (zwischen ca. 100µs und 1ms pro Zeichen, je nach Baudrate).
Diese Bremse hat der Treiber durchgereicht. (Unvermeidlich zwingend .. naja fast, damals (als W95 neu war) gabe es auch immer mal wieder Chip/Treiber Kombinationen (AFAIR die ersten Prolific Konverter), die das nicht machten und damit weitgehend unbrauchbar waren. Schlichtweg weil sämtliche "serielle" Software damit rechnet das der Treiber (wenig) puffert und ansonsten wartet, bis alles raus ist.)

Hier sitzt aber auf beiden Seiten nur Software, die lediglich das "seriell über USB"-Protokoll nutzt. Damit ist die Rohdatenrate deutlich höher (vermutlich ca. 5µs pro Zeichen), und es gibt auf einmal ganz andere "Fallen" wo man Zeichen verlieren kann.
=> Effektiv muss das nicht langsamer geworden sein, um jetzt plötzlich Zeichenüberläufe zu bekommen - es ist schlichtweg ein Bug im USB-Code auf dem STM-Controller. 


#29
Die haben auch nicht nach DIN gebaut, sondern nach GOST.
#30
Zitat von: DL8BCN am 04. Juli 2026, 15:44Auch muss man auf die Maße aufpassen. Wenn das Batteriefach sehr knapp bemessen ist, passt der Akku nicht rein >:(
Gerade erlebt mit meinem Radiation Alert Inspector +
Der Poover Lithium Akku ist ca. 2 mm breiter als handelsübliche Primärzellen.
Dann geht der Deckel nicht zu >:(
Auch manche ältere russische Dosisleistungsmessgeräte haben schon Probleme mit Alkali-9V-Batterien (meistens zu dick) renomierter Marken-Hersteller.

Norbert