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#21
Strahlenschutz / Aw: Bleiburg bauen?
Letzter Beitrag von Flipflop - Gestern um 19:48
:good2: Sieht Super aus. Und Bitte nicht die Finger einklemmen, (ich würde das ganz sicher schaffen) hast du Handschuhe?
#22
Objekte und Stoffe / Aw: radioaktive Röhren
Letzter Beitrag von Lennart - Gestern um 19:43
Noch ein weiterer Vakuum-Kondensator mit Uranglas (12pF / 20.000 Volt)
#23
Ideenbox / Aw: Definition eines PMT-Pulse...
Letzter Beitrag von ABel - Gestern um 19:01
Hallo Bernd,

nun müssen wir klären, welcher Begriff was bezeichnet.

Die HV-(Spannungs-)Quelle ist vor allem für den Teiler (den Divider, mit Kathode, Dynoden und Anode) da. Wäre die Anoden-Stromquelle ideal, dann würde durch die Anodenlast (PMT_RL2) von ihr kein (Gleich-)Strom fließen. Im Schema fließt aber noch etwas durch R0 ab. All das würde ich als Teilerstom bzw. Teilerströme bezeichnen.

Der Anodenstrom war für mich das, was im Schema die Stromquelle I2 erzeugt. Also nur das pulsierende Signal (Impulsstrom), ganz ohne einen Gleichstromanteil aus dem HV-Netzteil.

Unter Berücksichtigung von R0 und C0 wird die ganze Schaltung komplexer, ich hoffe sie wird damit der Realität ähnlicher. Gern hätte ich für R0 und C0 bessere Werte, als die aus der Broschüre.

Für das folgende Gedankenexperiment will ich die PMT-Anode als ideale Stromquelle und den PMT-Adapter-Eingang als einfachen Widerstand RA annehmen. Phasenverschiebungen werden nicht berücksichtigt. Außerdem wird nur der Impulsstrom betrachtet. Der Gesamtwiderstand für die Stromquelle wäre dann Rg=PMT_RL2*RA/(PMT_RL2+RA) und die Spannung auf der Leitung U=Rg*I(I2). Ist das Falsch?

Klar ist das zu sehr vereinfacht. Die Kondensatoren, die Phasenverschiebungen zwischen U und I und Verschiebungen in der Zeit müssen berücksichtigt werden. All das soll LTspice für mich erledigen. Wen ich in LTspice die Ströme aufaddiere I(I2)+I(PMT_RL2)+I(R1)+I(C0)+I(R0), dann kommt dabei ungefähr Null (Rundungsfehler) heraus (siehe Anlage).

Hier noch die Messergebnisse aus LTspice (jetzt mit Teilerströmen)
I(I2)pp       =  95,4563874984μA (warum eigentlich nicht 100μA wie in der EXP-Anweisung vorgegeben?)
I(I2)rms      =  18,1675476327μA
I(R0)pp       =   0,0000055073μA
I(R0)rms      =   0,5566370352μA
I(C0)pp       =   9,5184535666μA
I(C0)rms      =   1,0432113202μA
I(PMT_RL2)pp  =   5,5071293478μA
I(PMT_RL2)rms =   1,8501470874μA
I(R1)pp       =  86,7733668883μA
I(R1)rms      =  16,1077139903μA

Gruß Andreas
#24
Strahlenschutz / Aw: Bleiburg bauen?
Letzter Beitrag von Lennart - Gestern um 18:45
Zitat von: ALARA am 03. Juni 2024, 21:18Wäre toll & interessant, wenn Du zu deinem Projekt weiter berichten würdest.

So... nicht mal 2 Jahre hat es gedauert und schon geht es weiter  :D

Die Rede ist von meiner "Messing-Bleiburg" aus Beitrag #152 (Seite 11), die ich nun teilweise fertiggestellt habe.

Im jetzigen Zustand besteht die Messing-Bleiburg aus vier Bauteilen:

- Standfuß mit 36 mm Bohrung für den RadiaCode-110 (12,4 kg)
- Messkammer (4,16 kg)
- Platzhalter Ring (0,24 kg)
- Deckel (3,8 kg)

Bei einem Außendurchmesser von 120 mm und einer Höhe von ca. 250 mm, liegt das Gesamtgewicht bei ca. 20,6 kg. Die Wandstärke variiert zwischen 20 und 50 mm. Ich denke diese Werte (Wandstärke und Gewicht) sind mit dem Thermo Gamma Laboratory Kit relativ gut vergleichbar.

Die Messkammer mit D = 80 mm und H = 80 mm, besitzt ein Gesamtvolumen von ca. 400 cm^3, abzüglich < 27 cm^3, wenn man den hineinragenden RadiaCode als Quader approximiert.

Der Aufbau ist simpel:

Der RC wird, mit dem Kristall nach oben, in den Standfuß gesteckt. Anschließend wird die Messkammer aufgesetzt. Nun kann der originale Marinelli von RadiaCode eingeführt werden. Wird der Marinelli nicht genutzt, ersetzt ein zusätzlicher Ring als Platzhalter den Bereich, wo sich sonst die Lippe vom Marinelli-Deckel befinden würde. Am Ende wird die Messkammer mit dem Deckel verschlossen.

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So sieht es dann in der Messkammer aus:

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Mit dem Platzhalter ist die offene Messkammer 70 mm hoch, weitere 10 mm an Höhe bietet der Deckel.

Die Drehteile sind alle so einfach wie möglich gehalten. Mit einem gigantischen Mehraufwand (oder CNC-Maschine) hätte man konische Übergänge drehen können, das wäre noch eine Spur eleganter gewesen.


Abschirmwirkung:

Das "Brass Castle" ist für den RadiaCode-110 gebaut. Bei 13,2 CPS auf dem Schreibtisch, sinkt die Zählrate hinter der Schirmung auf ca. 2 CPS ab. Das ist eine Verringerung um ca. 85 %. Die Pb-Röntgenfluoreszenz bleibt unsichtbar, obwohl Blei in der Legierung vorhanden ist. Stattdessen erscheint ein XRF-Peak ganz weit "westlich", im Bereich von wenigen keV. Das ist auch schlüssig, die Höchstwerte der Röntgenstrahlung liegen bei ca. 8,9 keV (Cu Kβ1), bzw. bei 10,3 keV (Zn Lβ1).

Hintergrundspektrum Beispiel (leicht erhöhte Zählrate, verglichen mit dem Schreibtisch):

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Probleme und Anmerkungen:

Ich bin von dem RadiaCode-Marinelli nicht gerade begeistert. Er ist günstig und funktioniert, zumindest auf sich allein gestellt, ausreichen gut. Das sind die einzig positiven Aspekte.

In der Praxis stört zunächst mal das Material. Trotz der sauber gedrehten Oberflächen, ist die Reibung relativ groß, so dass der Marinelli nicht einfach kraftlos in die Messkammer rutscht. Die seitlichen Logos, die erhöht und nicht vertieft angebracht sind, leisten ihr Übriges.

Nun kann man sagen: "Dreh die Durchmesser größer!"
Das ist, realistisch betrachtet, keine wirkliche Option. Der Deckel-Durchmesser des Marinellis beträgt bereits 100 mm. Wer da noch auf eine einigermaßen vernünftige Wandstärke kommen möchte, muss schon zu einer massiven Welle mit großem Durchmesser greifen.

Zusätzlich zu der Reibungs-Problematik kommt noch die Tatsache, dass der Marinelli wie eine Dichtung wirkt. Das mag schön sein, wenn der Deckel einigermaßen wasserdicht ist, jedoch sorgt dies für einen "Luftkissen-Effekt", der das Verbinden der Bleiburg-Bauteile zusätzlich erschwert. Hier könnte man sich mit einer Entlüftungsbohrung behelfen, aber vermutlich müsste man zusätzlich auch den Marinelli-Deckel "punktieren", damit die Luft ungehindert entweichen kann.


Zusätzliche Probleme:

Das "Brass Castle" ist mit relativ engen Toleranzen gefertigt. Hier liegen präzise gedrehte Oberflächen aufeinander. Die Toleranzen sind leider etwas zu eng, jedenfalls für die Bluetooth-Verbindung.

Der RadiaCode leistet sich grundsätzlich keine Schwächen, was den Verbindungsaufbau angeht. Ich hatte nie Probleme, egal ob das Gerät in der Bleiburg (eine tatsächliche 104 kg Bleiburg), oder in einem anderen Raum 10 m weiter liegt. Mit dem neuen "Brass Castle" sieht die Sache anders aus. Die Verbindung mit dem Handy kommt nur zustande, wenn die Entfernung im Bereich weniger cm liegt. In diesem Fall funktioniert die Bedienung zwar reibungslos, optimal ist das aber nicht.


Fazit:

Grundsätzlich bin ich einigermaßen zufrieden. Die geringe Wandstärke im Bereich der Messkammerwandung, werde ich durch eine zusätzliche Abschirmung kompensieren. Dazu wird ein 180 mm Stahlrohr innen auf 120 mm ausgedreht und in zusammensteckbare Segmente geteilt, die man dann außen über die Messkammer schieben kann. Stahl ist zwar nicht optimal, aber in Kombination werden 30 mm zusätzlich schon einen messbaren Unterschied machen, da bin ich sicher.

Vielleicht bietet jemand auch einen Ersatz-Marinelli an, der aus regulärem Kunststoff besteht und mit einem Schraubverschluss abdichtet - und nicht völlig sinnlose 20 mm zum Außendurchmesser hinzuaddiert  >:(


Wie dem auch sei, ich werde wieder berichten, wenn die Zusatzabschirmung fertig ist. Vielleicht folgen demnächst auch noch einige Beispiel-Spektren.
#25
Software / Aw: GeigerLog's new Tasmota Ge...
Letzter Beitrag von ullix - Gestern um 18:17
Der "Teufel steckt im Detail". So auch hier, ein Hörnchen steckte hier und da - aber mindestens die meisten have ich abgeschliffen  :P . Eine neue Entwicklungsversion GeigerLog Version 2.2pre05 kann hier heruntergeladen werden:
https://sourceforge.net/p/geigerlog/discussion/devel2/

Auch hier nutze ich ein Ost-Europäisches (aus Ukraine) Geiger Modul, was ich hier beschrieben habe:
https://www.geigerzaehlerforum.de/index.php/topic,3145.new.html#new

Meines Wissens ist dies GGreg20_V3 das Einzige mit klarem 3.3V System zur HV, Event Erkennung, Pulse Formung. Anders als Arduino mag die ESP32 keine 5V, und stirbt daran!

Leider aber viel zu teuer für das was es bietet. Wenn jemand weitere System kennt bitte melden!

Das GGreg20_V3 ist rechts im Bild im geöffneten, mitgekauften Gehäuse. Die ESP32 ist erneut eine ESP32-D0WD-V3 v3.0 mit 16 MB. Darüber einige I2C Sensoren, die mit ausgelesen werden.
 
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Der 16 MB Flash Speicher erlaubt ein Filesystem von 12 MB. Das Daten-Logging nutzt jetzt eine binäre Speicherung. Leider nicht mehr Human-Lesbar, aber erlaubt maximale Speicherdichte. Wie im Bild sichtbar reicht das im Default Schema für 43.3 Tage, oder gute 6 Wochen. Das Default Schema ist eine CPS Speicherung jede Sekunde, und die Ambio (Temperatur, Luftdruck, Feuchte, Dew-Point, Helligkeit) alle 120 Sekunden. Ich kann weitere I2C Module zufügen, mit marginalem Einfluss auf die maximale Speichermöglichkeit (kommt aufs Modul an, aber rechne mit 1% pro jedem weiterem Modul).

Die Zyklus Zeiten können unabhängig voneinander verändert werden, müssen aber mind. 1 sec betragen. Krumme Werte (12.345 sec) sind erlaubt. Verdoppele ich die Zeiten, reicht ein Flash=16 MiB für ca. 3 Monate.

Der Speicherbedarf ist unabhängig von der Höhe der Werte. Urlaub auf dem Campingplatz in Prypjat oder in der Kreuzfahrt-Innenkabine braucht denselben Speicherplatz!

GeigerLog kann natürlich den Speicher auslesen und wie üblich anzeigen und auswerten. Dank WiFi komme ich auf Datenraten deutlich über 200kB/s. Mit dem neuen ESP32-C5 geht es dank 5 GHz nochmal deutlich schneller.


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#26
Ah ja, der Fall Goiana in Brasilien.
Damals hatten wir vom Kernforschungszentrum Karlsruhe einen Strahlenmesstrupp mit Strahlenschutzexperten sowie entsprechendem Equipment (wie z.B. auch Teletectoren aus Beständen des Kernforschungszentrums) nach Brasilien vor Ort geschickt, um die örtlichen Behörden zu unterstützen, weil es an allem gemangelt hatte und die Cs-137-Chlorid Kontaminationen enorme Ausmaße angenommen hatten. Bei der zersägten Cs-137 Quelle handelte es sich um eine Strahlentherapiequelle mit einer Aktivität von etwa 3000 Ci (ca. 1,1E14 Bq = ca. 110 TBq).

Norbert
#27
Software / Aw: GeigerLog's new Tasmota Ge...
Letzter Beitrag von ullix - Gestern um 16:49
Ja, und von mir hier im Detail beschrieben:
https://master.dl.sourceforge.net/project/geigerlog/Articles/GeigerLog-Review%20PIN%20Diode%20Geiger%20Counters-v.1.0.pdf1

https://master.dl.sourceforge.net/project/geigerlog/Articles/GeigerLog-Review%20Smart%20Geiger%20Pro%20%28SGP-001%29-v.1.0.pdf

Meine Hoffnung damals war, die Pulshöhen auswerten zu können, um ein Spektrometer zu bauen. War ein Flop. Wäre aber auch im Vergleich zu den RadiaCode eher peinlich gewesen  :-\

Der Chip wird auch von dem Tasmota Geiger Counter unterstützt (eigene Programmierung). Da die Empfindlichkeit ziemlich niedrig ist, eigentlich nur für Langzeitmessungen geeignet. Dort aber gut, da der Stromverbrauch niedrig ist im Vergleich zu einem Tube Counter.
 
#29
Radioactive Emergency – Official Trailer | Netflix

MVSRS

#30
Sonstige Strahlungsmessgeräte / Geiger Counter Kit: GGreg20_V3
Letzter Beitrag von ullix - Gestern um 15:24
Noch 'n Geigerzähler! Der GGreg20_V3, auch Ex-Sowjet Origin, diesmal aus der Ukraine.
https://www.etsy.com/de/listing/1588426704/diy-geigerzahler-kit?etsrc=sdt

Die Rückseite des GGreg20_V3 Boards:
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Das GGreg20_V3 Board und sein Gehäuse. Links daneben die ESP32 nebst einiger I2C module im Aufbau für einen Tasmota Geigerzähler.
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Bestellt habe ich über Etsy, Irland. Da das EU ist sollte kein Zoll anfallen. Das kleine Päckchen kam nach Aufkleber aber direkt aus Kiew - trotzdem wurde kein Zoll verlangt; mir war's recht.

Der Preis war 57,98 € für Platine, Kabel, Gehäuse, Versand, Steuer, OHNE Tube! Recht knackig angesichts von AliExpress' 43€ für ein Fnirsi GC01 mit Gehäuse, Tube, Akku, Display, Flash Memory, free Shipping! Bei Ali bleibt sogar noch Geld übrig für eine Extra-Glas-Tube! Und RadPro macht daraus ein richtig gutes Gerät!

Das GGreg20_V3 kann nichts weiter, als einen active-Low 3.3V Logik-Pulse für jeden Count zu liefern. Das kann es! Etwas irritierte, dass der Puls ca 250µs lang ist, während der Anoden Puls nur um die 100...150µs lang ist. Ein kürzerer Puls ist zwar für kaum jemanden wirklich notwendig, aber warum so verschenderisch mit der Pulslänge sein?

Das Board ist SMD bestückt, und sieht sehr ordentlich aus. Spannungsversorgung (2.2 ... 5.5V) und Pulsausgang gehen über verpolungssichere Stecker. Warum nur wird dann das Pulssignal über ein doppelweisses Kabel (als Extra verkauft) gemacht, dem man die Polung eben nicht ansehen kann?

Das Gerät erinnert an das CAJOE Modul, dass ich hier reviewt habe: https://sourceforge.net/projects/geigerlog/files/Articles/GeigerLog-Radiation-v1.1%28CAJOE%29-Support-v1.0.pdf/download

Das ist mindestens 10 Jahre alt (nach dem Alter von Github Dateien) und wird immer noch unverändert von mindestens einem Dutzend Händlern bei Ali verkauft. Hergestellt noch mit handgesteckten Bauteilen! Warum kommt aus China nicht ein so einfaches Device wie das GGreg20_V3?

Für mich war es interessant, da ich nur den elektrischen Puls wollte, um diesen an einem Tasmota-Geigerzähler zu nutzen. Weitere Ergebnisse dort:
https://www.geigerzaehlerforum.de/index.php/topic,3046.new.html#new