Neueste Beiträge

#21
Presse/TV/Rundfunk/Youtube/Internet / Aw: ARTE Doku "Tschernobyl - D...
Letzter Beitrag von NoLi - 10. April 2026, 15:21
Zitat von: Lennart am 10. April 2026, 01:56Tschernobyl - Der Insiderbericht
...
Ich bin gespannt, ob nur ich das so sehe.
Ich finde, eine im zeitlichen Ablauf gut gemachte Dokumentation mit entsprechendem originalem sowjetischen Videomaterials. Sicherlich hätte man die Zeit raffen können, dies wäre aber nur auf Kosten des Videomaterials möglich gewesen und hätte dadurch so manch visuell unterstützte Entscheidung verschleiert.

Norbert
#22
Presse/TV/Rundfunk/Youtube/Internet / ARTE Doku "Tschernobyl - Der I...
Letzter Beitrag von Lennart - 10. April 2026, 01:56
Tschernobyl - Der Insiderbericht

Eine dreiteilige Dokumentationsreihe über den Reaktorunfall von Tschernobyl von Martin Gorst und Alessandra Bonomolo aus dem Jahr 2026. Laufzeit insgesamt knapp 160 min.

Links zu den drei Teilen auf YouTube (Kanal von ARTEde):

Teil 1
Teil 2
Teil 3

Link zur Doku in der ZDF Mediathek HIER.

Die Videos direkt im Forum einzubinden lohnt sich nicht, da sie nur bis zum 06.06.2026 verfügbar sind.

Meine Meinung:

Zum Thema des Reaktorunfalls von Tschernobyl gibt es unzählige Dokus, Filme, Serien, Bücher und auch genügend originales Videomaterial auf YouTube. Der Unfall selbst ist nun fast 40 Jahre her. Ich denke, eine nagelneue und zudem noch dreiteilige Dokumentarreihe mit dem Titel "Insiderbericht", muss sich an allem messen, was zuvor produziert wurde. Dabei versagt "Der Insiderbericht" aber, bzw. wird den hohen Erwartungen nicht ansatzweise gerecht. Grundsätzlich schlecht ist die Doku-Reihe zwar nicht, aber es bestand bei mir zumindest die Hoffnung, Bilder zu sehen, die man so noch nicht gesehen hat. Vielleicht sogar einige neue Erkenntnisse zu gewinnen, oder zumindest neue Fragen aufzuwerfen, die man sich selbst nie gestellt hat. Möglicherweise ist zum Thema "Tschernobyl" schon alles gesagt - was ich ehrlich gesagt nicht glauben mag. An finanziellen Mitteln kann es jedenfalls nicht gefehlt haben, immerhin ist die Reihe in Koproduktion mit dem ZDF entstanden, wobei auch ARTE, CNN und National Geographic mitgewirkt haben. Ich sehe auch keinen wirklichen Grund, warum die lange Laufzeit notwendig war. Vergleichbare Dokumentarfilme haben in 50 Minuten eine ähnliche Informationsdichte, oder nehmen sich alle Zeit die sie brauchen, um komplexe Zusammenhänge minutiös darzustellen, wie z.B. die zehnteilige Vietnam-Doku von Ken Burns, die ARTE ebenfalls ausgestrahlt hat.

Ich bin gespannt, ob nur ich das so sehe.
#23
Presse/TV/Rundfunk/Youtube/Internet / Aw: Männer finden Fläschchen m...
Letzter Beitrag von DG0MG - 09. April 2026, 23:05

Der Inhalt der Flasche:

"Es sei eine gelbliche Flüssigkeit mit weißem Granulat gewesen."
#24
Presse/TV/Rundfunk/Youtube/Internet / Aw: Männer finden Fläschchen m...
Letzter Beitrag von NoLi - 09. April 2026, 19:59
Neues Update von heute:

"Baden-Württemberg An Ostern in Vaihingen/Enz gefundenes Fläschchen ist nicht radioaktiv

Stand: 09.04.2026 • 15:42 Uhr

Der Behälter, der am Ostersonntag in einem Garten in Vaihingen/Enz gefunden wurde, enthält kein radioaktives Polonium-210. Das hat eine Analyse ergeben. Dennoch wird weiter untersucht.
Von Kerstin Rudat

Bei der Ostereiersuche im Garten hatten zwei Männer am Sonntagnachmittag in Vaihingen an der Enz (Kreis Ludwigsburg) ein Fläschchen mit der Aufschrift "Polonium 210" gefunden - ein potenziell tödliches Strahlengift. Nun gab das baden-württembergische Umweltministerium nach einer weiteren Analyse am Donnerstag Entwarnung.
Ministerium: Polonium messtechnisch schwer nachweisbar

Weil das Fundstück ein entsprechendes Etikett hatte, war es am Ostersonntag in Vaihingen an der Enz zu einem Großeinsatz der Feuerwehr gekommen. Vor Ort wurde außerhalb des Behältnisses keine erhöhte ionisierende Strahlung gemessen, somit wurden in der Umgebung des Behältnisses keine radioaktiven Stoffe nachgewiesen.

Da es sich bei Polonium-210 um einen reinen sogenannten Alphastrahler handelt, bestehe keine Gefahr durch eine äußere Strahlenexposition, informiert das Umweltministerium. Aber: Dadurch ist der Stoff messtechnisch nur schwer nachweisbar. Eine erste Plausibilitätsprüfung von Strahlenexperten des Umweltministeriums ergab keinen hinreichenden Verdacht, dass in dem Fläschchen Polonium-210 enthalten sein könnte.

Weitere Analyse: Keine Alpha-Strahlung messbar

Um schnell Gewissheit zu erlangen, wurde der Inhalt des Behältnisses zunächst generell auf Alpha-Strahlung analysiert, heißt es in einer Mitteilung. Diese Messung sei in der Durchführung weniger aufwendig als die Alpha-Spektrometrie, die konkret auf Polonium-210 prüfe. Hier lautete das Ergebnis: Vom Inhalt geht keine Alpha-Strahlung aus. Damit kann ausgeschlossen werden, dass sich in dem Fundstück Polonium-210 befindet, so das Ministerium.

Polonium-210 könnte schon im Fläschchen zerfallen sein

Ergänzend zu dieser Analyse wurde eine weitere Messung (Elementanalyse) gestartet. Mit ihr soll ermittelt werden, ob Spuren von Blei in dem Fläschchen enthalten sind. Das kann Rückschlüsse darauf ermöglichen, ob zu einem früheren Zeitpunkt Polonium-210 vorgelegen hat. Polonium-210 hat eine Halbwertszeit von etwa 138 Tagen, sodass bei einer sehr alten Probe der Stoff schon komplett zu stabilem Blei-206 (Pb-206) zerfallen wäre. Die Ergebnisse dazu sollen voraussichtlich Ende kommender Woche vorliegen.
"
(https://www.tagesschau.de/inland/regional/badenwuerttemberg/swr-ostern-in-vaihingenenz-gefundenes-flaeschchen-nicht-radioaktiv-100.html)

Norbert
#25
Objekte und Stoffe / Aw: Radiumbecher, Radium-Emana...
Letzter Beitrag von NoLi - 09. April 2026, 19:42
Zitat von: DG0MG am 09. April 2026, 18:45...
Mich würde interessieren, ob es in Deutschland auch solcherart REVIGATORen gab, also mit flächig aufgetragenem Uranerz statt einem kleinen Radiumpräparat. Irgendwo untergekommen ist mir jedenfalls noch keiner.
In Deutschland (und Europa) gab es solche, auf purem Uranerz basierende Emanatoren nicht. Ich denke, dies hatte mit den seinerzeit geringen Uranfunden im Deutschen Reich zu tun. Reines Radium-226 wurde aus Österreich, Belgien und Frankreich für die Geräte zugekauft.

Norbert
#26
Objekte und Stoffe / Aw: Radiumbecher, Radium-Emana...
Letzter Beitrag von DG0MG - 09. April 2026, 18:45
Ja, von den Radium-Uhren hat er auch ein Video. In dem erzählt er, dass er den Radonlevel misst und der Raum eine Belüftung wegen des Radons hat. Ich halte ihn nicht für leichtsinnig oder fahrlässig.

Mich würde interessieren, ob es in Deutschland auch solcherart REVIGATORen gab, also mit flächig aufgetragenem Uranerz statt einem kleinen Radiumpräparat. Irgendwo untergekommen ist mir jedenfalls noch keiner.

#27
Objekte und Stoffe / Aw: Radiumbecher, Radium-Emana...
Letzter Beitrag von NoLi - 09. April 2026, 17:23
Zitat von: DG0MG am 09. April 2026, 13:00Hier hat einer eine ganze Sammlung von Radon-Wasser-Generatoren, dem REVIGATOR:
...
Er hat ja in diesem Raum nicht nur die Emanatoren, sondern im Schrank daneben wohl eine nicht unerhebliche Anzahl radiumhaltiger Uhren.
Wenn dieser Raum nicht über eine ständig laufende leistungsfähige Be- und Entlüftung verfügt (und damit meine ich nicht einen Ventilator oder ein Kühlgebläse, sondern mindestens einen 5-fachen bis 10-fachen Luftwechsel/Stunde), um das Radon hinaus zu schaffen, möchte ich mich ohne Atemschutz nicht mal kurzzeitig dort aufhalten!

Norbert
#28
Objekte und Stoffe / Aw: Radiumbecher, Radium-Emana...
Letzter Beitrag von Peter-1 - 09. April 2026, 16:20
Ach was gab es doch für nette Gebrauchsgegenstände in dieser Zeit.  :o
Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.

und dann mit Wasser aus dem Emanationsgefäß den Mund spülen.  :)
#29
Objekte und Stoffe / Aw: radioaktive Röhren
Letzter Beitrag von Lennart - 09. April 2026, 16:07
Ich muss mal wieder zurückrudern. Meine Langzeitmessung an den SG1P-EW wirkte eigentlich ziemlich eindeutig. Eine fast verdoppelte Zählrate - das schreit doch nach irgendeinem radioaktiven Zusatz...

So einfach ist es leider nicht. Draußen ist mir eine der Röhren aus der Hand gerutscht und heruntergefallen. Den Kontakt mit dem Steinboden hat das Glas nicht überstanden. Nun habe ich die Röhre vorsichtig frikassiert und dabei sämtliche Bauteile auf eine radioaktive Beschichtung überprüft. Am Stäbchen in der Mitte der Röhre fand ich einen grauen Belag vor, der ringsum in einem kleinen Bereich aufgetragen wurde. Eigentlich eine offensichtliche Art, radioaktives Material in die Röhre einzubringen. Vorsichtig habe ich das Stäbchen mit Zangen herausgetrennt und eingetütet. Anschließend folgte die Ernüchterung: Zu messen ist absolut gar nichts!

Weder mit dem Fensterzählrohr in einer einstündigen Langzeitmessung, die ziemlich genau mit der Hintergrundzählrate endete, noch mit dem Szintillationszähler, der keinerlei Peaks oder erhöhte Zählraten lieferte. Absolut kurios!

Entweder ist der Belag nie radioaktiv gewesen, oder es handelte sich tatsächlich um eine geringe Anfangsaktivität von Pm-147, die nun "vollständig" zu quasistabilem Sm-147 zerfallen ist. Auch möglich ist eine nicht nachweisbare radioaktive Gasbeimischung, wobei der Belag eine andere Funktion hatte.

Die erhöhte Zählrate an der intakten Röhre könnte auch vom Glas selbst herrühren, viele Röhren zeigen deutlich erhöhte K-40 Aktivität im Gammaspektrum. Diese Vermutung, die nicht von mir stammt, muss ich noch gesondert testen. Bilder des Belags siehe Anhang.
#30
Objekte und Stoffe / Aw: Radiumbecher, Radium-Emana...
Letzter Beitrag von DG0MG - 09. April 2026, 13:00
Hier hat einer eine ganze Sammlung von Radon-Wasser-Generatoren, dem REVIGATOR:


Er erklärt im Video, dass diese nicht einem Radiumpräparat arbeiten, sondern stattdessen wurde gemahlenes Uranerz mit Lehm gemischt und als poröse Schicht auf die Innenseite der Keramik aufgetragen. Vermutlich danach gebrannt. Wenn man so ein Ding hätte, könnte man also nicht mal eben den Strahler entfernen.
Immerhin sieht man auch mal eine Dosisleistungsmessung an der Innenseite: Etwa 12 µSv/h.