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#21
Zitat von: ullix am Gestern um 10:28Warum sollte dies gerade dann NICHT gehen, wenn diese aus "Kunststoff" kommen?

Natürlich kannst Du die Helligkeit der Blitze messen, sie ergeben dann aber bei Kunststoffszintillatoren keinen schmalen Peak, sondern einen breiten Buckel. Der möglichst schmale Peak ist aber Voraussetzung für eine Nuklididentifikation per Spektrometrie. Im Plastik geben die Gammaquanten nur einen Teil ihrer Energie ab, weil die Ordnungszahl der Grundbausteine Wasserstoff und Kohlenstoff sehr niedrig ist. Man kann also Dosisleistungen gut messen, die ANZAHL der "Blitze" ist ein Maß für die Dosisleistung. Aber: Die HELLIGKEIT der Blitze ist kein gutes Maß für die Energie der Gammaquanten.
In "herkömmlichen" Szintillatoren mit Materialien höherer Ordnungszahl ( NaI(Tl), CsI(Tl), .. ) gibt das Gammaquant sämtliche Energie ab, weshalb die Helligkeit des Blitzes ein Maß für die Energie ist.
#22
Musste nachschauen:

Plastik – Szintillations – Detektoren
(Plastikszintillatoren)

Feste organische Szintillatoren gibt es in vielen Varianten. Ihre Gemeinsamkeit ist, dass sie hauptsächlich aus Kohlenstoff – und Wasserstoffatomen bestehen und daher eine relativ geringe Dichte (ca. 1 g / cm³) und einen niedrigen Z-Wert aufweisen. Dies bedeutet, dass die Wechselwirkung mit Gammastrahlen größtenteils über die Compton-Wechselwirkung erfolgt, was das Fehlen von Fotopeaks im Energiespektrum erklärt. Die Spektroskopie mit organischen Szintillatoren ist daher eine Herausforderung. Kunststoff-Szintillatoren werden hauptsächlich für die ,,Grobzählung" und nicht für die Spektroskopie verwendet.

https://www.ekm-messtechnik.de/szintillations-detektoren/plastik-szintillations-detektoren/
#23
Um einen Photopeak zu bekommen braucht man Photoelektrische Interaktion.
Natürlich kann man Lichtpulse aus Plastik messen, häufig sind diese sogar ziemlich proportional zu der im plastik deponierten energie, aber das plastik an sich hat einen unglaublich geringen querschnitt dass ein photon seine komplette energie da drinnen lässt. Das allermeiste (Verhältnis von weit über 10^4) wird eine comptonstreuung, die man zwar darstellen könnte, wo es aber wenig spaß macht irgendwelche nuklide zu identifizieren. Nicht, dass das mit einem anorganischen Radiacode wirklich spaß machen würde.
#24
Zitat von: DL3HRT am 20. April 2026, 20:48Wie denn, mit einem Kunststoffszintillator?
Das klingt gerade so, als sei es allgemein bekannt, dass Kunststoffszintillatoren es nicht erlauben, Lichtpuls-Intensität zu messen? Kann ich nicht nachvollziehen. Es gibt Lichtpulse, und deren Intensität kann ich messen. Warum sollte dies gerade dann NICHT gehen, wenn diese aus "Kunststoff" kommen?

(Dass man dieses bei den anvisierten hohen Pulsraten nicht mehr kann, kann ich nachvollziehen, aber das ist ein ganz anderes Problem.)

Ist das hier der "bessere Geigerzähler" - viel empfindlicher und bis viel höherer Strahlung nutzbar?

#25
Ich habe dieses PDF der tschechischen Atomaufsichtsbehörde (SÚJB) durchgeblättert und dabei zufällig eine ähnliche Flächengewichtsmessanlage vom Typ "VA-T-7O B" gesehen. Scheinbar hat man neben Kr-85 auch Tl-204 als Strahlenquelle genutzt, wobei die mittlere Energie der Betastrahlung ähnlich ist. Die HWZ liegt jedoch nur bei ~ 3,8 Jahren.

Ebenfalls abgebildet ist eine polnische Variante vom Typ "ZPU 1304" mit nicht näher spezifizierter Strahlenquelle.

#26
Zitat von: Pinin am 20. April 2026, 21:31Wenn ich es korrekt verstehe, basieren die RadiaCode Modelle auf Szintillationsdetektoren, sind primär für Gamma- und teilweise Betastrahlung ausgelegt, während die gefährliche Alphastrahlung nicht erfasst wird. Für eine Privatperson ohne beruflichen Umgang mit radioaktiven Stoffen stellt sich daher die Frage nach dem praktischen Nutzen eines solchen Geräts. Insbesondere im Hinblick auf Radionuklide mit Alphazerfall, die bei Inkorporation von Nahrung radiologisch relevant sind, sind die Modelle daher nutzlos oder ist diese Einschätzung falsch?
Für Privatpersonen ist die Messung von reinen Alpha-Strahlern sekundär, weil diese in der Technik und Umwelt alleine kaum vorkommen. Meistens ist der Alpha-Zerfall mit der Emission eines Gamma-Quants oder eines Beta-Teilchen verbunden, oder sie liegt im Verbund mit einer Beta-/Gamma-Zerfallsreihe. Somit ist es ausreichend, diese Beta-/Gamma-Strahlung detektieren zu können.
Allenfalls im beruflichen Umfeld oder bei Notfallinstitutionen, welche auch mit reinen Alpha-Strahler in Berührung kommen können, ist die Ausstattung mit Messtechnik für eben diese Strahlenart angebracht.

Norbert
#27
Experimente / Aw: Pb-210/Bi-210/Po-210-Fläch...
Letzter Beitrag von HUG73 - 20. April 2026, 22:40
Aktivkohle, die mit Rn-222 Zerfallsprodukten angereichert ist, kann man [edit dg0mg: Link entfernt] bekommen. Das Ausgangsmaterial ist die sog. Hundsbühler Erde, die Uran-Erze enthält und damit Rn-222 abgibt.
Als Prüfstrahler recht gut geeignet.
Die Aktivkohle kann man auch in Ethanol legen, um damit dann die Kunststoffplatten zu beladen.
VG
Hubertus
   
#28
Vielleicht war es nur solch ein Mist: Fläschchen mit Plutonium

Das gibt es sicher auch als Polonium oder sonstwas. Den Leute ist gar nicht bewusst, was solche Spielereien bewirken können  >:( .

#29
Hier stehen die Spezifikationen: https://radiacode.com/docs/de/zero/device/tech-specs

Ich habe mich schon die ganze Zeit gefragt, wie man bis 9 Sv/h messen kann, wenn man bei 1 µSv/h Cs-137 bereits 16 Impulse pro Sekunde (cps) hat. Die Beschreibung der Symbole im Display klärt auf. Es werden offensichtlich zwei Messmodi unterschieden, "pulse mode" und "current mode". Das ergibt Sinn, denn irgendwann kommen so viele Impulse pro Zeiteinheit, dass man sie nicht mehr unterscheiden kann. Dann wird zur Messung des Stroms durch den SiPM übergegangen. Bei welcher Zählrate das passiert, müssen wir herausfinden. Ich glaube aber nicht, dass ein Stück Pechblende reicht, in den "current mode" zu kommen.
https://radiacode.com/docs/de/zero/device/device-components
#30
Zitat von: NoLi am 20. April 2026, 21:04Wie lange dauert es, bis der Messwert sich stabilisiert, der "Zebralook" erloschen ist?
Nach dem Einschalten hat es bei 0,19 µSv/h ca. 7 Minuten gedauert. Der Messwert ist bereits nach ca. 2 Minuten verhältnismäßig stabil und stabilisiert sich dann immer mehr. Die 0,19 µSv/h entsprechen ca. 1,2 cps. In 7 Minuten sind das knapp über 500 Impulse.

Kommt man in die Nähe einer Strahlungsquelle, so wird der "Zebralook" nahezu sofort beendet.