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#31
Bezüglich tritiumhaltiges Wasser, las ich gestern diese Pressemeldung:
https://www.hzdr.de/db/Cms?pNid=99&pOid=78332

ZitatHZDR-Team trennt erstmals Wasserstoff-Isotopengemisch durch Quanteneffekte

Künftige Fusionskraftwerke brauchen nicht nur extrem heiße Plasmen und starke Magnetfelder. Sie benötigen auch einen Brennstoffkreislauf, in dem die Wasserstoffisotope Deuterium und Tritium zurückgewonnen, getrennt und wiederverwendet werden können. Ein Team des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) hat nun gemeinsam mit Partnern gezeigt, dass ein silberhaltiger Zeolith Tritium aus einem Gemisch von Wasserstoffisotopen besonders effizient abtrennen kann (DOI: 10.1038/s41467-026-75930-9). Der Zeolith gehört zu den porösen Kristallmaterialien und besitzt ein Netzwerk winziger Hohlräume. Die Experimente mit radioaktivem Tritium wurden im radiochemischen Labor an der HZDR-Forschungsstelle Leipzig durchgeführt. Die Ergebnisse liefern einen wichtigen Grundlagenbeitrag zur Isotopentrennung und schaffen eine Grundlage dafür, Tritium künftig in Fusionsbrennstoffkreisläufen effizient zurückzugewinnen und aufzubereiten. Darüber hinaus eröffnen sie Anwendungsperspektiven in der Medizin und der Materialforschung.
#32
Zitat von: DG0MG am Gestern um 09:25Meinem Vorschlag ist sie nicht gefolgt, deshalb stelle ich die Fragen hier selbst mal öffentlich, vielleicht nehmen wir sie mal als Diskussionsgrundlage und es pickt sich der eine oder andere mal eine raus und versucht, sie aus seiner Sicht zu beantworten:


Vermutlich hat sie dazu die KI Befragt. :unknw:

Das Sammeln von nur Ra. Mineralien ist ein Spezialgebiet. Viele Mineraliensammler rümpfen dabei die Nase. Auf grossen Mineralienbörsen sieht man selten U,Th Mineralien, ich kann mich vor Jahren daran erinnern, an einer Mineralienbörse einen Stand mit nur Radioaktiven Mineralien gesehen zu haben. (1X). Wird jetzt an der Nä. Mineralienbörse durch wer auch immer dazu verdeckt Ermittelt? Einige Mineraliensammler Sammeln zum Beispiel Mineralien aus nur einer Fundregion, normal dass dort auch Radioaktive Mineralien vorkommen und zu einer vollständigen Sammlung dazugehören. (Für eben diesen Sammler). Keine Ahnung was genau der Grund für den Einsatz gewesen ist, scheinbar nicht das Sammeln sondern das Formatieren/Schleifen von Ra.Mineralien in einer Wg. = Der Umgang damit?
#33
Eine Woche ist vorbei, letzten Dienstag war der Polizeieinsatz in St. Ingbert, am Mittwoch war die Pressekonferenz, heute ist wieder Mittwoch.

Mich erreichte letzten Mittwoch eine Interviewanfrage von dpa. Vermutlich wurden da Pferde scheu gemacht, um mal eben fix ein paar Meinungen zu dem Thema einzuholen. Ich habe das abgelehnt, ich bin nicht der Sprecher von irgendwem - gleich gar nicht von Mineraliensammlern - und sehe mich auch zum Teil gar nicht in der Lage, die Fragen korrekt zu beantworten. Die Fragen zielen in eine Richtung, die hier im Forum eher nur Randgebiet ist, beim Mineralienatlas wären sie imho besser angebracht.

Der Redakteurin habe ich vorgeschlagen, sich doch selbst im Forum anzumelden und die offenen Fragen mit der Community zu klären, das gäbe vielleicht sogar ein klareres und differenzierteres Bild. Aber macht natürlich auch mehr Arbeit und kostet mehr Zeit. Wenn man aber die Intentionen der verschiedenen Personengruppen verstehen will, führt mMn kein Weg daran vorbei. Mittlerweile ist der Vorgang aber in der Medienöffentlichkeit schon wieder ziemlich vergessen und im Schatten von Drohnen am Flughafen Leipzig und der veränderten Haarpracht des Orangenmannes verschwunden.

Meinem Vorschlag ist sie nicht gefolgt, deshalb stelle ich die Fragen hier selbst mal öffentlich, vielleicht nehmen wir sie mal als Diskussionsgrundlage und es pickt sich der eine oder andere mal eine raus und versucht, sie aus seiner Sicht zu beantworten:

  • Wie groß und wie vielfältig ist die deutschsprachige Community von Menschen, die sich mit Radioaktivität, Geigerzählern und radioaktiven Mineralien beschäftigt?
  • Welche Motive haben Menschen, sich mit radioaktiven Mineralien oder Messungen von Radioaktivität zu beschäftigen?
  • Wie unterscheiden sich aus Ihrer Sicht verantwortungsvolle Sammler und Hobbyisten von Personen, die mit solchen Materialien unsachgemäß umgehen?
  • Welche Sicherheitsregeln werden in der Community typischerweise empfohlen
  • Welche Risiken werden unter erfahrenen Hobbyisten besonders ernst genommen (zum Beispiel Radon, Staubentwicklung oder unsachgemäße Bearbeitung von Mineralien)?
  • Wie wird ein Fall wie der Fund in St. Ingbert innerhalb der Szene wahrgenommen? Ich habe gesehen, dass schon diverse Beiträge dazu geteilt wurden.
  • Haben Sie den Eindruck, dass es bei neuen Interessierten einen besonderen Bedarf an Aufklärung über den sicheren Umgang mit radioaktiven Materialien gibt?
#34
Eigenbau, Elektronikbasteln und Programmieren / Aw: Impedanzwandler
Letzter Beitrag von ABel - 11. August 2026, 22:31
Hallo,

nun hab ich den Wandler herausgenommen und für den Lastwiderstand im Divider einen Poti eingebaut, der als Spannungsteiler für den Signalabriff dient. Nominell hat das Poti 1MOhm, mit dem Multimeter messe ich 990kOhm, zwischen Anode und Signal liegen 945kOhm, zwischen Signal und GND 52kOhm. Die Signalaplitude am Dividerausgang hat damit 1,65V (Uraninit-Steinchen 10cm vom Detektor). Die Verstärkung des Audio-Interface steht auf x2 (+6dB), Den Audio gain von MCA muss ich dann auf 0.75 einstellen.

Im Histogramm außerdem zu sehen:
Als Ref1 in braun das Ergebnis einer Spannungsteilung im Divider von 895kOhm zu 100kOhm (ohne Wandler), mit Abschwächung des Audio-Interface um x0,5 (-6dB) und Audio gain von MCA von 0.78.
Als Ref2 in blau das Histogramm aus #86.

Ich würde sagen, das altuelle, grüne Histogramm sieht am besten aus, weil die x-Achse am wenigsten verkürzt ist.

Das bedeutet:
Die Verbesserung in #84 und #86 ist nicht auf den Wandler zurückzuführen, sondern auf eine geringere Auslastung des PMT-Adapters und anschließender Verstärkung mit dem Audio-Interface.

Im Simulationsdiagramm sind die roten und die grünen Kurven skaliert, damit man die Linearität der 3 Spannungen gut sehen kann.

Gruß Andreas
#35
Eigenbau, Elektronikbasteln und Programmieren / Aw: Impedanzwandler
Letzter Beitrag von Radioquant98 - 11. August 2026, 18:04
Hallo Andreas,

das Rauschen - je mehr Bauelemente zwischen PMT und Soundkarte, desto mehr Rauschen.
Günstig ist es , wenn die Amplitude nach dem Impedanzwandler groß genug ist, die Integration passiev zu machen und nur mit einem Transistor oder einem rauscharmen OPV zu verstärken, damit das Signal für die Soundkarte nicht zu klein ist.
Und ja, je linearer die Signalverarbeitung, desto linearer die x-Achse im Histogramm.

Und danke trotz all deiner Verfehlungen lerne ich hier fleißig mit. Ich kenne mich zwar mit Elektronik einigermaßen aus, aber nicht mit dem Meßverfahren.

Viele Grüße
Bernd
#36
Zitat von: RadPalace am 07. August 2026, 17:58Ich arbeite beruflich auch mit radioaktiven Stoffen und auch da wird es immer schwieriger noch etwas tun zu können und im Rahmen dessen zu bleiben was die Behörden akzeptieren. Die Gesetze haben sich relativ wenig geändert, aber die Auslegung dieser wird immer strikter. Scheint mir generell ein Fall von sinkender praktischer Erfahrung zu sein. Die Leute in den Behörden haben selbst kaum noch praktische Erfahrung, früher waren das oft Leute die auch Mal ein Uranbergwerk gesehen haben etc., heute kennt man alles nur noch aus dem Buch und entsprechend groß wird die Paranoia. Betrifft aber auch viele andere Bereiche. In Deutschland will man 100% Sicherheit vor jedwedem Risiko und ist bereit jeden noch so hohen Preis dafür zu zahlen. Das ist die Psychologie hinter dem Hype in dem Fall, an dem sich ja leider auch Leute beteiligen, die es besser wissen müssten.
Prinzipiell sehe ich das ähnlich (ich arbeite auch mit Radioaktivität, zusätzlich auch noch mit Tieren). Jedoch sind wir hier oftmals im schon wieder in den Gefilden der DDR angelangt. Es wird nicht zwingend das gemacht, was der Parteisekretär verordnet. Aber man widerspricht ihm auch nicht. Das ist aber, in meiner begrenzten Erfahrung, kein rein deutsches Problem. In anderen Ländern in denen ich im gleichen Bereich arbeitete, habe ich ähnliche Beobachtungen gemacht.
Daher bin ich mir gar nicht sicher, ob das wirklich ein Problem mangelnder Praxis ist. Mein Eindruck ist eher der, das es weniger um Aspekte von Sicherheit geht, sondern Verantwortlichkeit. Und das bringt mich, leider, wieder zum letzten Punkt meines vorherigen Posts. Wenn ich mir ansehe, wer  bei uns bestimmte Funktionen übernimmt (Tierschutz, Arbeitssicherheit), dann ergibt sich oft ein Muster. Beim Strahlenschutz ist es lokal nicht so, dann aber eine Ebene höher. Und in den letzten fünf Jahren habe ich hier Dinge gehört, die mich nur den Kopf schütteln lassen. Die Forderung nach SOPs (Standard Operating Procedure) für Synthesen in unseren chemischen (Forschungs)Laboren. Dort wo vollständig neue Moleküle hergestellt und Synthesewege beschritten werden. Also genau dort, wo eine SOP also völlig sinnlos ist, weil jeder Schritt anders ist und beim nächsten Versuch wiederum anders sein kann. Das "Sammeln" von Informationen über Pipettierschritte und Volumina bei Methoden in denen Radioaktivität im Labormaßstab zum Einsatz kommt, vermutlich um weitere "Vorschläge" zur "Optimierung" zu machen. Ich könnte hier noch Dutzende Beispiele nennen, die alle eins gemeinsam haben: eine sich immer weiter zuspitzende Kleinteiligkeit und entgegengesetzt-proportionale Eskalation. Sehr parallel zu dem, was man auch gesamtgesellschaftlich beobachten kann.
edit: Typos, Kommas und Ausdruck... :-\
#37
Eigenbau, Elektronikbasteln und Programmieren / Aw: Impedanzwandler
Letzter Beitrag von ABel - 11. August 2026, 16:25
Hallo Bernd,

im Histogramm aus #84 sind die Peaks der Ref1 auf der rechten Seite ersichtlich nach links verschoben. Das deutet für mich auf eine Nicht-Linearität bei der Amplitudenverstärkung hin. Die will ich schon seit Monaten los werden, konnte bisher aber keinen Hebel dafür finden.

Mit Wandler ist die Linearität besser, ich zweifle nur daran ob das auch wirkich am Wandler liegt.

Das Rauschen fällt mir im Oszilloskopbild und im Simulationsdiagramm (nicht im Histogramm) auf, also dort, wo die x-Achse die Zeit ist.

Gruß Andreas
#38
Eigenbau, Elektronikbasteln und Programmieren / Aw: Impedanzwandler
Letzter Beitrag von ABel - 11. August 2026, 16:12
Hallo Peter,

mit Bins x2 reicht die Energieachse zu größeren keV-Werten. In dem dadurch gewonnenen Bereich sind aber die Counts pro Bin sehr viel niedriger als im Bereich < 2000keV. Einen Peak kann ich dort kaum mehr identifizieren. Außerdem habe ich sowieso Probleme mit einer verkürzten x-Achse, sodas ich einen Peak dort kaum mehr richtig zuordnen kann. Ich war daher - bisher (vielleicht ändert sich das gerade, s.o.) - der Meinung, das ich mit Bins x5 einen ausreichenden Energiebereich zu sehen bekomme.

Gruß Andreas
#39
Eigenbau, Elektronikbasteln und Programmieren / Aw: Impedanzwandler
Letzter Beitrag von Peter-1 - 11. August 2026, 15:45
Was soll Bins auf 5X bringen? Ich fahre mit Bins = 2X sehr gut.
#40
Leider komme ich erst jetzt dazu, hier weiter zum off-topic beizutragen.
Vielen Dank schon mal an alle Vorredner, ich finde diese Diskussion sehr spannend.

Zitat von: NoLi am 08. August 2026, 11:45Steht doch in Satz (2) eindeutig:

"Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
Art 2
(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.
(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.
"

Norbert

Auch ich bin kein Jurist (Was sind 1000 Anwälte auf dem Meeresgrund?), betrachte die Rechtswissenschaften daher auch nicht als Wissenschaft im Sinne z.B. klarer Regeln und Konstanten ("science"). Man darf nicht vergessen das ein Großteil der Aufgaben der Judikative in der Interpretation von Gesetzen liegt, samt schlüssiger Argumentation selbiger. Das ist m.E. auch eines ihrer Kernprobleme, das z.B. Präzedenzfällen oft zu viel Gewicht beigemessen wird. Auf diese Weise können Akteure mit politischen Absichten die Rechtsprechung entweder instrumentalisieren oder zumindest lähmen. Auch darf man nicht vergessen, dass die Judikative, historisch sicher simplifiziert betrachtet, entweder als Einfallstor für "Systemgegner" fungierte, in den überwiegenden Fällen jedoch mindestens als nachträgliche Legitimierung.
Ich habe das Grundgesetz immer als wichtige Basis für andere Gesetze betrachtet, daher auch mit stärkerer Gewichtung. Das hat das Bundesverfassungsgericht, zumindest für die BRD, im Jahre 1958 klar beschrieben:
Die Grundrechte sind in erster Linie Abwehrrechte des Bürgers gegen den Staat
Das scheint mir in den letzten Jahren jedenfalls gerne unter den Tisch zu fallen, oder vielleicht ist das ja auch von einigen Akteuren genauso intendiert. Hier könnte man die kulturelle Kampfzone quasi unbegrenzt ausweiten. Ich begnüge mich damit, auf den Einfluss des Geschlechts, im globalen Westen, z.B. auf Sicherheitsbedürfnis, Individualismus & Eigenverantwortlichkeit, Meinungsfreiheit und viele andere Themen hinzuweisen.
edit: Speziell diese Aussage, also das Abwehrrecht des Bürgers gegen den Staat halte ich für einen entscheidenden Punkt in der Frage, welchen Risiken ich mich selbstverantwortlich aussetzen möchte. Ansonsten kommen ganz schnell Menschen auf die Idee: warum hier aufhören?
Der Staat (Mutti) weiß es besser und er (sie) hat nur dein Bestes im Sinn! Füge Dich freiwillig, dann muss erst gar nicht Autorität zu Einsatz kommen.