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#31
Presse/TV/Rundfunk/Youtube/Internet / Aw: Männer finden Fläschchen m...
Letzter Beitrag von RolB - 06. April 2026, 11:03
Wenn ich richtig gerechnet habe bringen 200g reines Po210 etwa 29kW Leistung. Damit ließe sich schon ein Wohnhaus mit Energie versorgen. Bei einer HWZ von 138d zumindest für das erste Jahr. Und von dem Plastikfläschchen dürfte auch nicht mehr viel übrig sein.
#32
Strahlenschutz / Freigabegrenze / Freimessung b...
Letzter Beitrag von DL8BCN - 06. April 2026, 10:58
Hallo, ich habe mich etwas befasst mit dem Thema Rückbau von Atomkraftwerken.
Hier gibt es eine Dosisgrenze von 10μSv/a die der Bevölkerung durch Reststrahlung zugemutet werden kann.
Ich hatte beim Thema Freimessen zuerst gedacht, es ist eine Dosisleistung von 10μSv/h gemeint. Das wäre aber etwas viel.
Die 10 μSv pro Jahr finde ich aber extrem sportlich niedrig angesetzt.
Wenn ich richtig gerechnet habe, entspricht das einer Dosisleistung von 0,00114 μSv/h. Ist also in der Praxis nicht messbar.
Hat mich schon überrascht. Siehe hier:

https://www.nuklearesicherheit.de/wissen/stilllegung-kerntechnischer-anlagen/reststoff-und-abfallmanagement/freigabe-beim-abbau-von-kernkraftwerken/

Dosiskriterium

Die radiologische Unbedenklichkeit ist Voraussetzung für die Freigabe. Maßgebliches Kriterium hierfür ist das international anerkannte "10-Mikrosievert-Kriterium" (IAEO Safety Series No. 89, ISBN 92-0-123888-6). Ein radioaktiver Stoff darf nur dann freigegeben werden, wenn durch ihn im ungünstigsten Fall für Einzelpersonen der Bevölkerung nur eine zusätzliche Strahlenbelastung, ausgedrückt durch eine sogenannte effektive Dosis, im Bereich von 10 Mikrosievert im Kalenderjahr auftreten kann. Nach internationalen Maßstäben gilt diese Zusatzdosis als unbedenklich.

Auf Deutschland bezogen beträgt die mittlere effektive Dosis aufgrund der Exposition durch natürliche Strahlung für eine Einzelperson circa 2100 Mikrosievert im Kalenderjahr, also das 200-fache von 10 Mikrosievert. Eine zusätzliche effektive Dosis aus einer Freigabe kann somit vernachlässigt werden.

Innerhalb Deutschlands variiert die jährliche mittlere effektive Dosis um etwa 1000 Mikrosievert zwischen rund 2000 und 3000 Mikrosievert. Individuell schwankt der Wert für eine Einzelperson in Deutschland abhängig vom Wohnort sowie von Ernährungs- und Lebensgewohnheiten zwischen etwa 1000 und 10000 Mikrosievert pro Kalenderjahr. Beispielsweise kann die Veränderung des Aufenthaltsortes einer Einzelperson über eine Zeit von circa einer Woche pro Jahr innerhalb Deutschlands den Dosisbeitrag schon um 10 Mikrosievert verändern. Je nach Wohnort einer Person können zwei Tage Wohnen in einem Gebäude zu einer weiteren Veränderung der jährlichen effektiven Dosis um 10 Mikrosievert führen. Für Personen auf Flugreisen wird eine zusätzliche effektive Dosis von 10 Mikrosievert im Mittel schon nach etwa einer Flugstunde erreicht. Diese sehr hohe Variabilität der naturbedingten und unentrinnbar vorhandenen Strahlenexpositionen zeigt, dass im Vergleich dazu die aus der Freigabe resultierende Zusatzdosis nicht nur vernachlässigt, sondern gar nicht erst zugeordnet werden kann. Deutlich größere jährliche Zusatzdosen resultieren zudem aus medizinischen Anwendungen.

Durch die Anwendung des 10-Mikrosievert-Kriteriums ist deswegen die aus einer Freigabe maximal resultierende zusätzliche effektive Dosis einer Einzelperson der Bevölkerung so weit reduziert, dass sie von den Dosisschwankungen, die eine Einzelperson pro Jahr aufgrund ihres Lebenswandels im Umfeld natürlicher Umgebungsstrahlung zwangsläufig erfährt, nicht zu trennen ist und wegen ihrer Geringfügigkeit ohnedies außer Acht gelassen werden kann.

Ist eine Wirkung nicht erkennbar und kann vernachlässigt werden, bedarf es wiederum keiner gesetzlichen Regelung. Dies wird durch das juristische De-Minimis-Konzept ausgedrückt: "de minimis non curat lex" (lat. ,,Das Recht kümmert sich nicht um Kleinigkeiten"). Deswegen ist eine Entlassung geringfügig radioaktiver Stoffe aus der atom- und strahlenschutzrechtlichen Überwachung durch eine Freigabe gerechtfertigt. Das 10-Mikrosievert-Kriterium ist in der Strahlenschutzverordnung das Dosiskriterium der Freigabe.

Auf Grundlage des 10-Mikrosievert-Kriteriums wurden auch in anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union verbindliche Freigaberegelungen entwickelt (siehe Richtlinie 2013/59/Euratom). Weitere Staaten, zum Beispiel USA und Japan, kennen dieses Konzept ebenfalls.

Freigegebene Stoffe unterliegen aufgrund ihrer radiologischen Unbedenklichkeit nicht mehr dem Atom- und Strahlenschutzrecht, sondern können grundsätzlich als konventionelle Abfälle entsorgt werden. Für den Vollzug des Abfallrechts sind die Länder zuständig. Verantwortlich für die ordnungsgemäße und schadlose Entsorgung sind als Abfallerzeuger und -besitzer die Kernkraftwerksbetreiber.

#33
Schweiz (CH) / Aw: Ein geführter Tour durch d...
Letzter Beitrag von NoLi - 05. April 2026, 23:21
Interessant wären mal die Radon-Konzentrationswerte im Höhlensystem.

Norbert
#34
Presse/TV/Rundfunk/Youtube/Internet / Aw: Männer finden Fläschchen m...
Letzter Beitrag von DG0MG - 05. April 2026, 22:24
Zitat von: NoLi am 05. April 2026, 19:33in einem Garten in Vaihingen an der Enz nordwestlich von Stuttgart

Die Stuttgarter Zeitung präzisiert den Ereignisort:
https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.einsatz-in-vaihingen-an-der-enz-flaeschchen-mit-polonium-210-aufschrift-loest-grosseinsatz-aus.4e5133a4-076a-4de5-84b6-1e433ae415e0.html

"Ein verdächtiger Gegenstand hat am Ostersonntag in der Salzäckerstraße in Vaihingen (Kreis Ludwigsburg) einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei ausgelöst."

Die BILD-Zeitung beschreibt die Flasche:
https://www.bild.de/regional/baden-wuerttemberg/polonium-bei-ostereier-suche-gefunden-feuerwehr-geht-von-echtem-gift-aus-69d2ac1c8ba297d4b122ffc0

"Die Männer hatten am Sonntag in dem Garten am Ortsrand von Vaihingen an der Enz Ostereier gesucht und dabei das weiße Kunststofffläschchen mit rotem Deckel entdeckt, wie ein Sprecher der Feuerwehr sagte."
#35
Presse/TV/Rundfunk/Youtube/Internet / Aw: Männer finden Fläschchen m...
Letzter Beitrag von NoLi - 05. April 2026, 22:24
"FOCUS-online-Redaktion
Sonntag, 05.04.2026, 20:47

Zwei Männer haben bei der Ostereiersuche im Garten ein Fläschchen mit der Aufschrift "Polonium 210" gefunden.

Das Umweltministerium hat das Fläschchen in Vaihingen an der Enz nordwestlich von Stuttgart abgeholt, teilte die Polizei am Sonntagabend mit. Das Ministerium sei nun für die Untersuchung des Inhalts zuständig. Es war zunächst unklar, welcher Stoff in dem Fläschchen ist. Das Ministerium war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Polonium 210 sei ein potenziell tödliches Strahlengift, hatte Kreisbrandmeister Andy Dorroch zuvor mitgeteilt. Die Feuerwehr schätzte nach eigenen Angaben das Fläschchen als echt ein. "Das Behältnis passt zum Stoff", sagte Dorroch. "Der Stoff ist auch nicht irgendwie handschriftlich draufgekritzelt, sondern der ist sauber offiziell beschriftet." Zudem sei das Fläschchen mit geschätzten 200 Gramm Gewicht relativ schwer, was wiederum dazu passe, dass Polonium 210 ein relativ schwerer Stoff sei. "So dass wir schon davon ausgehen, dass es sich um den Stoff tatsächlich handelt."

Messungen im Umfeld negativ ausgefallen

Zunächst seien allerdings alle Messungen im Umfeld des Fläschchens negativ gewesen. Es sei keine Radioaktivität gemessen worden. Die Männer seien unverletzt. Das Polizeipräsidium Ludwigsburg übernahm die Ermittlungen zu dem Gegenstand.

Die Männer hatten in dem Garten am Ortsrand Ostereier gesucht und dabei das weiße Kunststofffläschchen mit rotem Deckel entdeckt, wie der Kreisbrandmeister sagte. Weitere Angaben zu den Männern machte er nicht. Die beiden hätten nach dem Fund den Notruf gewählt.

Fund löste Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei aus

Der Fund führte zu einem Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei. Die Feuerwehr war nach eigenen Angaben mit 138 Einsatzkräften und 41 Fahrzeugen vor Ort - darunter ein Strahlenschutzzug und Gefahrgutzug sowie einer Fachberaterin Strahlenschutz, die beruflich im Kernkraftwerk arbeitet, wie der Kreisbrandmeister sagte.

Der Bereich um den Fundort war den Angaben zufolge weiträumig abgesperrt worden. Nach dem Abtransport des Fläschchens wurde der Bereich wieder freigegeben. Es blieb zunächst unklar, wohin das Umweltministerium das Fläschchen brachte und wann es dort untersucht werden sollte.

Putin-Kritiker Litwinenko starb 2006 nach Polonium 210-Anschlag

Polonium ist ein chemisches Element mit hoher Radiotoxizität und deshalb sehr gesundheitsschädlich. Laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ist der Stoff vor allem dann gefährlich, wenn er eingeatmet oder aufgrund offener Wunden über die Haut aufgenommen wird. Der Putin-Kritiker und frühere Geheimdienstoffizier Alexander Litwinenko starb 2006 in London nach einem Anschlag mit Polonium 210.
dpa
"
(https://www.focus.de/panorama/maenner-finden-flaeschchen-mit-polonium-210-aufschrift_da7def14-dffc-40ef-bce5-b3e9e9bcda1f.html)

Na ja, aus der Tatsache, dass das Fläschchen 200 Gramm wiegt, daraus auf "So dass wir schon davon ausgehen, dass es sich um den Stoff tatsächlich handelt." zu schliessen, ist schon etwas verwegen. Andererseits muß in diesem 50 ml-Fläschchen schon etwas drin sein, dass eine Dichte von ca. 4 Gramm/cm³ aufweist (wenn man die Dichte des Behältnisses unberücksichtig lässt). Natürliches uranhaltiges oder radiumhaltiges Material mit natürlichem Po-210 wird es wohl kaum sein, sonst hätte man am Fläschchen eine Beta-/Gammaaktivität messen müssen.
Polonium-210 hat eine Dichte von ca. 9,2 Gramm/cm³ und eine spezifische Aktivität von 1,67 x 10^14 Bq/g...somit müssten ca. 200 Gramm eine Aktivität von ca. 3,34 x 10^16 Bq (= 33400 TBq) haben. Die weltweite jährliche Polonium-210 Produktion beträgt ca. 100 Gramm.

Norbert
#36
Wenn es voll ist, wär das doof. Aber wenns geleert wurde, fragt sich wohin. :)

"Die Feuerwehr war nach eigenen Angaben mit 138 Einsatzkräften und 41 Fahrzeugen vor Ort - darunter ein Strahlenschutzzug und Gefahrgutzug sowie einer Fachberaterin Strahlenschutz, die beruflich im Kernkraftwerk arbeitet, wie der Kreisbrandmeister sagte. "

Man kann irgendwie alles übertreiben. Statt 5 sind jetzt 100 Kräfte kontaminiert. :)
Wie wurden eigentlich bei Litwinenko die Spuren nachgewiesen, die doch glaub nicht nur quer durch die Stadt, sondern über Ländergrenzen hinweg auf verschiedenen Flughäfen und Hotels auftauchten?
#37
Schweiz (CH) / Aw: Ein geführter Tour durch d...
Letzter Beitrag von Radiohörer - 05. April 2026, 21:00
...in diesem Teil der Ch-Alpen ist der Kalk relativ homogen und ohne Mineraladern.
Die Aktivität kommt durch eingeschwemmte Sedimente vom Alpenhauptkamm etwas südlich.
Falls Du oder ein anderer Forist also noch mal dort hinkommen solltest, nimm einfach ein paar handvoll Sand mit, so dass der RC im Bereich des Kristalls 2 - 3 cm überdeckt wird.
Welche Tour hast Du gebucht und wo ~ ging die Aktivität hoch? Waren da Sandbänke oder der Boden mit Sand bedeckt?
Interessant: beim Einfahren ward ihr länger im "aktiven" Bereich unterwegs als beim Ausfahren: wieso?
Ein anderer Rausweg?
Plan: https://www.hoellochforschung.ch/images/agh/plan/uebersichtsplan_agh.jpg
Lageplan: https://www.randosources.ch/docs/excursion-19/holloch_de.pdf
https://www.hoellochforschung.ch/index.php/forschung/hoehlenliste
Sedimente in Bild 2 & 12: https://www.spiegel.de/reise/europa/hoehlentour-in-der-schweiz-abstieg-ins-hoellenloch-a-749602.html
--> oder
https://www.spiegel.de/reise/europa/hoehlentour-in-der-schweiz-abstieg-ins-hoellenloch-a-749602.html#fotostrecke-8c3bf450-0001-0002-0000-000000065805
#38
Presse/TV/Rundfunk/Youtube/Internet / Aw: Männer finden Fläschchen m...
Letzter Beitrag von NoLi - 05. April 2026, 20:01
#39
Presse/TV/Rundfunk/Youtube/Internet / Aw: Männer finden Fläschchen m...
Letzter Beitrag von NoLi - 05. April 2026, 19:33
Update:

"Großeinsatz Polizei: Ministerium nimmt Flasche mit ,,Polonium"-Aufschrift
5. April 2026, 19:19 Uhr

Nach dem Fund eines Fläschchens mit der Beschriftung ,,Polonium 210" in einem Garten in Vaihingen an der Enz müssen die Behörden den Inhalt prüfen. Bisher sind alle Messungen negativ.
Vaihingen an der Enz (dpa) - Nachdem zwei Männer in einem Garten in Vaihingen an der Enz nordwestlich von Stuttgart ein Fläschchen mit der Aufschrift ,,Polonium 210" gefunden haben, muss der Inhalt geprüft werden. Das Umweltministerium werde das Fläschchen entgegennehmen und gesichert transportieren, teilte die Polizei mit. Das Ministerium war zunächst nicht zu erreichen. Polonium 210 ist ein potenziell tödliches Strahlengift.
..."
(https://www.sueddeutsche.de/panorama/grosseinsatz-polizei-ministerium-nimmt-flasche-mit-polonium-aufschrift-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-260405-930-909136)

Norbert
#40
Ein Überraschungsei:

"Notfall
Männer finden Fläschchen mit ,,Polonium 210"-Aufschrift

Vaihingen an der Enz • Lesedauer: 1 min

Zwei Männer finden bei der Ostereiersuche im Garten ein Fläschchen mit der Beschriftung ,,Polonium 210". Ob der potenziell tödliche radioaktive Stoff in dem Fläschchen ist, bleibt zunächst unklar.
Deutsche Presse-Agentur
Von

    Deutsche Presse-Agentur

Veröffentlicht: 05.04.2026 • 18:57 Uhr
(Aktualisiert: 05.04.2026 • 18:58 Uhr)
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Zwei Männer haben bei der Ostereiersuche im Garten in Vaihingen an der Enz nordwestlich von Stuttgart ein Fläschchen mit der Aufschrift ,,Polonium 210" gefunden. Polonium 210 sei ein potenziell tödliches Strahlengift, teilte Kreisbrandmeister Andy Dorroch mit. Zunächst seien allerdings alle Messungen im Umfeld des Fläschchens negativ gewesen. Es sei keine Radioaktivität gemessen worden. Die Männer seien unverletzt. Der Fund führte im Kreis Ludwigsburg zu einem Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei.

Ob sich in dem 50 Milliliter großen Fläschchen tatsächlich der gefährliche radioaktive Stoff befindet, sei allerdings noch unklar. Die Feuerwehr werde das Fläschchen fachgerecht verpacken. Unklar war zunächst, wer für den Abtransport zuständig war. Die Polizei wollte sich zunächst nicht äußern. Der Bereich um den Fundort wurde den Angaben zufolge weiträumig abgesperrt.

Polonium ist ein chemisches Element mit hoher Radiotoxizität und deshalb sehr gesundheitsschädlich. Laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ist der Stoff vor allem dann gefährlich, wenn er eingeatmet oder aufgrund offener Wunden über die Haut aufgenommen wird."
(https://www.schwaebische.de/regional/baden-wuerttemberg/maenner-finden-flaeschchen-mit-polonium-210-aufschrift-4484453)

Norbert