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#31
Objekte und Stoffe / Aw: radioaktive Röhren
Letzter Beitrag von Lennart - 17. August 2026, 15:05
Abstimmbare TR-Röhre "OMNI WAVE JAN-6322" (BL-25)

Der Nachweis von Co-60 in alten Röhren hat sich zu meiner Lebensaufgabe entwickelt  ;D

Besonders problematisch ist dabei die große Ungewissheit, weil häufig wichtige Eckdaten fehlen. So fragt man sich bei einer fehlenden Kennzeichnung, ob wirklich jemals Co-60 enthalten war. Wie hoch war die Aktivität? Wann wurde die Röhre produziert? Wann wurde die Aktivität bestimmt?

Mir ist es gelungen, zwei Exemplare zu ergattern, die sämtliche Fragen beantworten.

Bei der JAN-6322 handelt es sich um eine abstimmbare Sperrröhre aus dem Radarbereich, die im Sende-Empfangs-Umschalter (Duplexer) genutzt wird, um den Empfänger – durch einen Kurzschluss – vor der ausgehenden Sendeleistung zu schützen. Das Modell 6322 wurde hauptsächlich von BOMAC, Varian, Thomson-CSF und METCOM produziert. Vom Aufbau her ähnliche Modelle sind z.B. 1B27, 10TN53, SA-38, TH3322, usw.

Die vorliegenden zwei Exemplare hat man im Juli 1981 und März 1982 verpackt, was die Frage teilweise beantwortet, bis wann man Co-60 in militärischen Sperrröhren eingesetzt hat: mindestens bis Anfang der 80er Jahre. Das ergibt sicherlich Sinn, weil ältere Radaranlagen teilweise noch im Einsatz waren und man dazugehörige Ersatzteile weiterproduziert hat.

Nun hat man das Co-60 nicht taufrisch für jede Röhre im Reaktor gewonnen, die entsprechenden Quellen sind also nahezu immer älter, als die Röhren selbst. In diesem Beispiel hat man beide Quellen im Februar 1977 hergestellt, wobei die Startaktivität jeweils 0,09 Mikrocurie (3,33 kBq) betrug. Das ist ziemlich wenig, weil in den USA die damalige Freigrenze für die Röhrenherstellung bei max. 1 Mikrocurie (37 kBq) an Co-60 lag. Die aktuelle Freigrenze in Deutschland beträgt astronomische 100 kBq, wobei man beide Werte nicht vergleichen kann. Die Auflage für Röhrenhersteller ergibt schon Sinn, man stelle sich mal 1000 dieser Röhren in einem Lagerraum vor...

Wir können die Restaktivität also ziemlich genau auf (gerundet) 5 Bq je Röhre bestimmen, was für beide Röhren 10 Bq bedeutet. Das ist sehr wenig, aber zumindest haben wir so die Möglichkeit, die Nachweisgrenze auszuloten. Wenn der RadiaCode-110 nichts davon sieht, selbst bei einer Messung über mehrere Tage in der Bleiburg, dann ist das Gerät einfach nicht geeignet und am Limit angekommen. Immerhin entspricht 1 Bq Co-60 2 Photonen pro Sekunde, was aber der grottigen Interaktionswahrscheinlichkeit zwischen der hochenergetischen Strahlung und dem Detektor gegenübersteht. Nicht zu vergessen, dass der Detektor immer nur einen Bruchteil der tatsächlichen Aktivität sehen kann und die Röhrenbauform für eine zusätzliche Distanz sorgt, die absolut nicht förderlich ist.

Tatsächlich war es über einen Zeitraum von 75 h möglich, die beiden Peaks in der Bleiburg sichtbar zu machen. Kürzlich hatte ich dankenswerterweise die Möglichkeit, mit dem RadiaCode-110 ein einstündiges Referenzspektrum (abseits der Bleiburg) aufzuzeichnen, welches als "Hintergrund" grün dargestellt ist.
#32
Europa und der Rest der Welt / Mina Eureka - Pyrenäen
Letzter Beitrag von Harald der Strahler - 17. August 2026, 15:01
Mina Eureka (Pyrenäen)

Auf dem Rückweg von der Sonnenfinsternis habe ich die Gelegenheit genutzt, einen Abstecher zur Mina Eureka bei Castell-estaó in der Vall Fosca in den katalanischen Pyrenäen zu machen.
Die Mina Eureka ist eine ehemalige Uran-Prospektionsmine. Anfang der 1960er-Jahre wurde das Vorkommen intensiver untersucht; im Rahmen des Projekts wurden mehrere Stollen angelegt. Die eigentlichen Erkundungsarbeiten fanden vor allem zwischen 1963 und 1965 statt. Zu einer wirtschaftlichen Uranförderung kam es letztlich nicht: Nach wenigen Jahren wurden die Arbeiten wegen der geringen Rentabilität wieder eingestellt.
Geologisch ist die Lagerstätte sehr interessant. Die Mineralisation (Kupfer-Uran-Vanadium) befindet sich in rötlichen Sandsteinen des Untertrias. Neben Uran und Kupfer treten unter anderem Vanadium, Silber, Nickel, Kobalt, Arsen, Antimon, Bismut und weitere Elemente auf.
Besonders bekannt ist die Mina Eureka auch wegen ihrer außergewöhnlichen Mineralienvielfalt. Hier wurde der Abellait, NaPb₂(CO₃)₂(OH), erstmals entdeckt und als neue Mineralart beschrieben. Interessant fand ich auch die geochemische Parallele z.B. zu den Urananreicherungen im Mittelkeuper bei Murrhardt im Schwäbischen Wald. Auch dort wurde mobiles Uran(VI) unter dem Einfluss reduzierender Bedingungen, begünstigt durch organische Substanz, zu schwerlöslichem Uran(IV) reduziert und konnte sich so anreichern.
Ich war an der zweiten und dritten Ebene der Mina Eureka unterwegs. Auf der mittleren Ebene fiel besonders der Bereich der ehemaligen Verladung auf. Dort zeigte der Boden (direktes Auflegen) örtlich deutlich erhöhte Dosisleistungswerte. Auch an einzelnen Gesteinswänden ließ sich die Mineralisation mit dem Raysid gut verfolgen. Die Mina Eureka gehört zum Origens UNESCO Global Geopark, daher ist das Sammeln von Mineralien ohne Genehmigung nicht erlaubt.
Insgesamt habe ich mich nur ca. 1h auf dem Gelände aufgehalten. Die Temperaturen an diesem sonnenbeschienenen Hang waren mörderisch. Ein Wind wie aus einem Heißluftfön kam den steilen Hang hinauf. Wäre unten ein Buschfeuer ausgebrochen, wäre der Rückweg die rund 100 Höhenmeter den Hang hinauf zum Dorf, wo das Auto stand, wohl sehr schnell zum ernsthaften Problem geworden. So interessant die Mine auch war – bei diesen Temperaturen war ich am Ende ganz froh, wieder im klimatisierten Auto zu sitzen.
#33
Deutsche Strahlungsmessgeräte (BRD) / Aw: Nanodis CM Counter II (Col...
Letzter Beitrag von DG0MG - 17. August 2026, 12:46
Zitat von: DL8BCN am 16. August 2026, 16:24Welche Zählrohrspannung hat man denn?

Auf der Platine steht 400 V. Bemerkenswert ist, dass es ordentlich in den Fingern zuckt, wenn man die Zählrohranode berührt und noch irgendwo GND-Potential hat. Das liegt daran, dass das Zählrohr DIREKT an der Hochspannung hängt, nicht über den sonst üblichen Anodenwiderstand. Dieser ist zwar zur Strombegrenzung vorhanden, aber in der Kathodenleitung eingebaut. Man sieht das auch im Foto, der Leiterzug geht von Gleichrichterdiode D1 und Ladekondensator C4 direkt zur Zählrohranode (links unten):

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Der Strombegrenzungswiderstand ist dann R4 auf der rechten Seite unter dem Mülltonnensymbol.

Zitat von: DL8BCN am 16. August 2026, 16:24Vielleicht kann man ja ein anderes, besseres Zählrohr anschließen.
Wenn man dann aber nichts kalibrieren kann,

Ja genau, das würde nicht sehr sinnvoll sein, da man sonst auch die Software ändern müsste.
#34
Mineralien, Glas und Keramik / Aw: Radioaktive Leuchtfarbe in...
Letzter Beitrag von Curium - 17. August 2026, 08:28
Hallo Tina,
bin auch aus München (Osten, Berg am Laim), wenn ihr vorbeikommen wollt, kann ich das mal messen, Termin per PN. Lg Bertl
#35
Deutsche Strahlungsmessgeräte (BRD) / Nanodis CM Counter III.
Letzter Beitrag von NoLi - 16. August 2026, 21:45
Der Nanodis CM Counter III wird mit einer 200-fachen Empfindlichkeitssteigerung gegenüber dem Nanodis CM Counter I + II angegeben, und zwar mit einem verkürzten Zählrohr J321:
Ab 1:30 min bis 2:13 min zu sehen

Ok, das Zählrohr J321 ist wesentlich empfindlicher als das in den Modellen CM counter I + II verwendete Zählrohr Si3BG, aber

das normal längliche J321 (90 mm x 10 mm) ist mit einem Co-60 Kalibrierfaktor von 80 cpm / µSv/h angegeben, dieses verkürzte Zählrohr J321 (60 mm x 10 mm) mit 222 cpm / µSv/h...mich würde mal interessieren, wie man mit einem Drittel weniger Zählrohrvolumen die rund 2,5-fache Empfindlichkeitssteigerung zum längeren J321 erreicht :unknw:  :umnik2:


https://www.nanodis.de/Geigerzaehler-CM-COUNTER-III-NEU/SW10268
"Produktmerkmale
...
- Empfindlichkeit: rund 200-fach höher als CM COUNTER 2; 222 Imp/min bei 1 µSv/h (Co60).
..."

Siehe auch  https://www.nanodis.de/Geiger-Mueller-Zaehlrohr-NANODIS-Highsensitive/SW10174
                  https://www.nanodis.de/Geiger-Mueller-Zaehlrohr-Si3BG/SW10173

Norbert
#36
Deutsche Strahlungsmessgeräte (BRD) / Aw: Nanodis CM Counter II (Col...
Letzter Beitrag von DL8BCN - 16. August 2026, 16:24
Welche Zählrohrspannung hat man denn?
Vielleicht kann man ja ein anderes, besseres Zählrohr anschließen.
Wenn man dann aber nichts kalibrieren kann, hilft es einem auch nicht viel, wenn es nur öfters knackt und ,,Hausnummern" anzeigt.
#37
Radon / Aw: Darf es etwas Radon sein? ...
Letzter Beitrag von Flipflop - 16. August 2026, 11:53
Zitat von: Radiohörer am 15. August 2026, 09:57Rikamino --> https://www.geigerzaehlerforum.de/index.php/topic,2305.0.html
oder Profigeräten.

lch brauche meistens den AranetRn+ und wenn ich ein paar mal im Jahr in einem Stollen bin, habe ich halt kein Messgerät für Rn. und sonnst würde es dann wieder Monate lang rumstehen, Vielleicht kaufe ich mal einen air-Q radon, mit all seinen Vor und Nachteilen..... wenn ich mal ein paar hundert Quaklos dafür übrig habe. :)

https://www.geigerzaehlerforum.de/index.php/topic,2950.0.html
#38
Mineralien, Glas und Keramik / Aw: Radioaktive Leuchtfarbe in...
Letzter Beitrag von Tina - 16. August 2026, 10:24
Das hast du falsch verstanden,denen würde ich niemals was gefährliches in die Hand drücken.Es gibt so Kindertaschenlämpchen,ganz harmlos,haben sie von irgendeinem Kindergeburtstag,da kann man eine Geheimschrift des Stiftes sichtbar machen.Damit hab ich mal hingeleuchtet,obwohl es sicher nicht die richtige Stärke der Lampe ist,weil ab 3 Jahren für Kinder zugelassen😃.Und es leuchtet dann nach.Wird aber nach ein paar Minuten schon weniger.Ich mach demnächst gerne ein Foto.Hab mittlerweile von ein paar anderen Vespabesitzern gehört,bei denen es genauso ist.Ich denke es wurde in den 70/80er Jahren in verschiedenen Vespatachos verbaut.Ich werde es demnächst einfach mal testen lassen und ich denke auch nicht,dass es gefährliche Farbe ist.Bin nur mittlerweile bei allen älteren Produkten mit so Leuchtdingern irgendwie vorsichtig/unsicher.Danke euch!
#39
Deutsche Strahlungsmessgeräte (BRD) / Aw: Nanodis CM Counter II (Col...
Letzter Beitrag von DG0MG - 15. August 2026, 19:22
Zumindest für den älteren Colloidmaster II brauchen wir nicht mehr rätseln, ich konnte günstig so ein Gerät ergattern - in Originalverpackung, ursprünglich mit der Beschreibung "defekt":

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Das Gerät ließ sich nicht einschalten, jedenfalls passierte beim Druck auf den einzigen Taster nichts im Display. Schauen wir mal rein:

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Alles sieht ordentlich aus, kann ja nur der Batteriekontakt oder die Folientastatur mit dem Flachbandkabel die Ursache sein. Also herumgemessen und keinen Fehler gefunden. Es ist ein Spannungsregler drauf, beim Einschalten bekam der auch die Batteriespannung und lieferte am Ausgang 5 Volt. Nach einigem weiteren Probieren stellte ich fest, dass das Gerät DOCH Lebenszeichen gibt, nämlich akustische. Bei längerem und mehrfachen Drücken des Tasters piepte der Piezo im Rhythmus der Tastendrücke - das konnte kein Zufall sein. Also müsste der Prozessor ja auch laufen? Aber warum wird nichts angezeigt? Vielleicht ist das LCD defekt? Die Suche nach einem Austausch war nicht so sehr erfolgreich. Es ist ein Chip-on-Glass (COG)-LCD-Display des Herstellers "Newhavendisplay": https://newhavendisplay.com/de/lcd-displays/cog-lcd-displays/. Das Display hat abgewinkelte Beine und ist über eine hochkant stehende Adapterplatine in die Grundplatine eingelötet.
Und zwar so, dass das Display nur von seinen Beinen gehalten wird und ansonsten freitragend im Gehäuse schwebt:

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Das ist totaler Schlurks, einen Vibrationstest für militärische Geräte oder auch nur in der Autoindustrie hätte das Gerät niemals überstanden. Dabei hätte schon ein Stück Schaumgummi unter dem Display das Problem gehörig entschärft. Ich beschloss also, einfach mal die Kontakte des Displays an der Adapterplatine nachzulöten, weil die eher "suboptimal" aussahen und siehe da: Das Display lebte wieder und das Gerät war vollständig funktional.

Nach dem Einschalten zeigt es sogar kurz, wo es gekauft wurde:  :o

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Der Verlag der "alternativen Wahrheiten", nunja.

Das Zählrohr ist ein SI-3BG, das kann man sogar beim Gerätehersteller für 5.- EUR kaufen: https://www.nanodis.de/Geiger-Mueller-Zaehlrohr-Si3BG/SW10173

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Die UN-Empfindlichkeit dieses Zählrohres haben wir oben schon herausgearbeitet. Irgendwelche Messexperimente oder Vergleiche erübrigen sich, wenn 1 Impuls = 1 µSv/h ist.

Insgesamt macht es aber von der Elektronik her trotzdem keinen schlechten Eindruck. Vielleicht hätte man die Platine noch lackieren können, um die geringe Stromaufnahme auch bei höherer Luftfeuchtigkeit zu halten.

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Unter dem Display sitzt der Prozessor, das ist ein PIC16F507.

Bei NANODIS kann man die mehrsprachige Bedienungsanleitung herunterladen: https://www.nanodis.de/media/9c/3d/c6/1665488586/Bedienungsanleitung%20COUNTER%202%202022-D-GB-F-NL.pdf






#40
Eine WT40 mit Thorium geht doch für höhere Energien. Danach ... :unknw:
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