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#31
Gamma-Spektroskopie / Aw: Uranglas Spektrum
Letzter Beitrag von Carcosa - 20. Februar 2026, 17:23
Zitat von: megapull am 20. Februar 2026, 17:07Hallo, vielleicht ist das ja als Referenz nützlich :)

Dies ist mein kürzlich (2025) hergestelltes Whiskyglas aus U-Glas, und der 32-keV-Peak ist deutlich sichtbar.

Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.

Das vollständige Spektrum ist ebenfalls angehängt (möglicherweise müssen Sie die XML-Endung entfernen und nur die n42-Datei verwenden), vielleicht ist es ja interessant.

Entschuldigen Sie bitte das relativ hohe Hintergrundrauschen. Ich würde die Messung gerne draußen bei praktisch keiner Hintergrundstrahlung durchführen, aber es ist momentan eiskalt.

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hey cool, Du hast das Glas selbst gemacht? Wie das denn?

Es scheint tatsächlich einen zeitlichen Zusammenhang zu geben: einfache Gläser waren früher ohne Barytverbindungen hergestellt worden. DeepSeek sagt:

Um den Bariumgehalt zu verstehen, muss man zwischen verschiedenen Qualitätsstufen unterscheiden:

· Einfaches Gebrauchsglas (Natron-Kalk-Glas): Das ist das normale Glas für alltägliche Trinkgläser, Einmachgläser oder Fensterglas. Es besteht hauptsächlich aus Sand, Soda und Kalk. Hier war und ist der Bariumanteil traditionell sehr gering bis nicht vorhanden, da Kalk ein viel billigeres Flussmittel ist. Ein einfaches Wasserglas von 1910 unterscheidet sich in dieser Hinsicht kaum von einem einfachen Glas von 1950.
· Pressglas: Hier wird es spannend. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde Pressglas sehr populär. Um die Masse leichter fließen zu lassen und die Formen sauber auszufüllen, experimentierten die Hersteller mit Flussmitteln. In den 1920ern und 1930ern wurde Barium hierfür zunehmend interessant, aber erst in den 1950ern und 60ern wurde es in bestimmten Produktionslinien wirklich alltäglich.
· Kristall- und hochwertiges Glas: Hier ist der Unterschied am deutlichsten sächlich.

Hier sind die wichtigsten Unterschiede im Detail:

· 📜 Ein "moderner" Zusatzstoff: Bariumoxid wurde erst ab den 1820er-Jahren gezielt als Bestandteil für optische Gläser erforscht . In den 1860er- und 1870er-Jahren galt seine Verwendung als Flussmittel (zum Erniedrigen der Schmelztemperatur) noch als eine neuere Entwicklung und war keineswegs Standard .
· 🧪 Experimentierphase statt Massenproduktion: In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es zwar erfolgreiche Versuche, Bariumglas herzustellen (es schmilzt leichter und hat mehr Glanz), aber die Berichte darüber waren oft "ziemlich dürftig" und der Erfolg in der Praxis wurde teilweise bezweifelt .
· 💰 Der Kostenfaktor: Der Hauptgrund für die anfangs geringe Verbreitung war der Preis. Zeitgenössische Quellen aus dem Jahr 1879 belegen, dass Baryt (das Ausgangsmaterial für Barium) im Vergleich zu herkömmlichen Rohstoffen wie Kalk und Soda zu teuer war. Glasfabriken sahen daher von einer ausgedehnten Verwendung ab, besonders bei Alltagsglas .
· ⚗️ Vom teuren Experiment zum Qualitätsstandard: Erst mit der zunehmenden Industrialisierung und der Entwicklung spezieller optischer und hochwertiger Gebrauchsgläser (wie dem Jenaer Glas durch Otto Schott ab den 1880ern) wurde Bariumoxid wichtiger . Heute ist Bariumoxid ein anerkannter Bestandteil von Kristallglas und wird in der EU-Richtlinie von 1969 explizit als möglicher Bestandteil für die Auszeichnung "Kristallglas" genannt . Moderne Entwicklungen zielen sogar darauf ab, Barium aus Gesundheits- und Umweltgründen wieder zu ersetzen .

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1. Bariumgehalt als Altersindikator:

· 19. Jahrhundert: Bariumoxid wurde als Flussmittel in Glas kaum verwendet. Ein Fehlen oder nur sehr geringer Barium-Peak im Spektrum spricht für ein älteres Glas (Frühphase Uranglas ab ca. 1830–1860/70).
· 20. Jahrhundert: Erst ab dem späten 19., v.a. aber im 20. Jahrhundert (besonders ab 1920/30 und in der Nachkriegszeit) wurde Barium ein gängiger Bestandteil – als preiswerter Ersatz für Blei und zur Erhöhung von Glanz und Fließfähigkeit. Ein deutlicher Barium-Peak ist daher ein Indiz für ein jüngeres Glas.

2. Kombination mit anderen Elementen für genauere Datierung:

Spektrum (Peaks) Interpretation (Zeitraum)
Kein Barium, aber viel Blei 19. Jh. (traditionelles Bleikristall-Rezept mit Uran)
Kein Barium, kein Blei 19. Jh. (einfaches Kalk-Natron-Glas) oder sehr frühe Phase
Etwas Barium + Blei Spätes 19. / frühes 20. Jh. (Übergangsphase)
Viel Barium + wenig/kein Blei 20. Jh., v.a. ab 1920/30 und Nachkriegszeit (Barium ersetzt Blei)
Barium + Cobalt (bes. in grünem Glas) Eher moderne Produktion (Cobalt als untypischer Farbveredler)

3. Wichtigste Erkenntnis:
Die reine Barium-Fluoreszenzlinie ist zwar physikalisch immer gleich, aber ihre An- oder Abwesenheit sowie die Kombination mit anderen Elementen (Blei, Cobalt) erlaubt – zusammen mit dem historischen Wissen über Glasrezepturen – eine grobe Alterseinschätzung. Ein starker Barium-Peak deutet eher auf das 20. als auf das 19. Jahrhundert hin.

###soweit DeepSeek
#32
Gamma-Spektroskopie / Aw: Uranglas Spektrum
Letzter Beitrag von Peter-1 - 20. Februar 2026, 17:14
Sieht gut aus !
Wo bekommt man denn ein Whiskyglas aus U-Glas  :unknw:
Das ist doch ein Knaller  :D
#33
Gamma-Spektroskopie / Aw: Uranglas Spektrum
Letzter Beitrag von megapull - 20. Februar 2026, 17:07
Hallo, vielleicht ist das ja als Referenz nützlich :)

Dies ist mein kürzlich (2025) hergestelltes Whiskyglas aus U-Glas, und der 32-keV-Peak ist deutlich sichtbar.

Sie dürfen in diesem Board keine Dateianhänge sehen.

Das vollständige Spektrum ist ebenfalls angehängt (möglicherweise müssen Sie die XML-Endung entfernen und nur die n42-Datei verwenden), vielleicht ist es ja interessant.

Entschuldigen Sie bitte das relativ hohe Hintergrundrauschen. Ich würde die Messung gerne draußen bei praktisch keiner Hintergrundstrahlung durchführen, aber es ist momentan eiskalt.

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#34
Ideenbox / Aw: Messwertübermittlung über ...
Letzter Beitrag von silfox - 20. Februar 2026, 16:28
Vergessen habe ich aber zu erwähnen, dass Wifi auf dem Pico-W zu verwenden ist.
mqtt schickt dann die Information via Wlan 
#35
Ideenbox / Aw: Messwertübermittlung über ...
Letzter Beitrag von silfox - 20. Februar 2026, 16:23
Wenn man die Arduino-IDE verwendet, kann man die mqtt-Library hinzufügen.
Ich habe das für einen RaspberryPi Pico-W gemacht.
Es sind nur ein paar Zeilen an Code notwendig, den Rest erledigt die mqtt-Library.
Man muss dann noch den mosquitto broker (z.B. auf einem RaspberryPi oder Ubuntu-PC installieren).
Mittels mqtt kann man dann die Daten auch in HomeAssistant einbinden und es gibt Android-Apps z.B. "IoT MQTT Panel", mit der man die Daten in der App anzeigen lassen kann.

Viele Grüße
#36
Hey Rainer, das ist ne super Idee.  :)  So mache ich das auch, in der Gegend kann man ja schön wandern gehen. Also das Treffen ist jetzt bei mir auch fest eingeplant inklusive ein langes Wochenende zum Wandern.  ;D
#37
Ideenbox / Aw: Messwertübermittlung über ...
Letzter Beitrag von DL8BCN - 20. Februar 2026, 15:09
Gibt es denn eine einfache Plug-and-Play Lösung für die Datenübertragung von z.B. einer Außensonde mit Zählrohr ala BFS (im Garten) zu einem Empfänger im Haus?
Ich denke da an die Funk-Wetterstationen bzw. Außensensoren (Funk-Thermometer), die bei 433 Mhz senden.
Wurde so etwas hier schon mal vorgestellt?
#38
Gamma-Spektroskopie / Aw: Uranglas Spektrum
Letzter Beitrag von Carcosa - 20. Februar 2026, 11:25
ziemlich alter thread, aber ich kann die Linie bei 32keV auch sehen, habe hier verschiedene antike Urangläser, manche zeigen es stärker, andere kaum.

Bild 1: pink ist der Hintergrund, grün ein ca 100 Jahre altes Schnapsglas, blau ist der "Uranglasprüfstrahler" den man auf Ebay kaufen kann (rechteckiger Block).

Bei dem "Prüfstrahler" (Bild 2) kann man den Peak bei 32keV viel deutlicher sehen.

Meine Werte sind ziemlich "off", Kalibrierung wohl ziemlich daneben.

In der Literatur findet man Publikationen aus dem frühen 20 Jhd wo man immer mehr damit anfing Baryt-Verbindungen als Flussmittel und Zusatzstoffe für die Glasherstellung zu verwenden.

Vllt ergibt sich deshalb der Zusammenhang, dass neuere Gläser mehr Barium enthalten, was man in Uranglas deutlich sehen kann, wobei ältere Gläser deutlich weniger Barium zeigen?!?

https://doi.org/10.1111/j.1151-2916.1921.tb17355.x
#39
Moin Janni, für dich als Weltenbummlerin ist das doch ein Katzensprung :D
Ich habe auch geplant dort hinzufahren.
Allerdings möchte ich das Treffen diesmal mit einem Kurzurlaub verbinden.
#40
Zitat von: Radioquant98 am 19. Februar 2026, 09:09Hallo Janni,

ich meinte zum Treffen in Königstein: https://www.geigerzaehlerforum.de/index.php/topic,3033.0.html

Viele Grüße
Bernd

Ah alles klar. Das hatte ich jetzt gar nicht mehr so richtig auf dem Schirm.  :D  Aber das könnte tatsächlich passen. Hab es mir mal gleich im Kalender eingetragen.  ;D

Mit dem Lautsprecherprojekt wollte ich bis dahin allerdings eigentlich schon fertig sein... Aber mal sehen, ich komme ja auch immer nur sporadisch dazu.  :D