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#31
Zitat von: DG0MG am 06. April 2026, 13:07Das ist mir ehrlich gesagt komplett unverständlich, dass man da jetzt sagt, "ooch, machma halblang, die Flasche untersuchen wir erst nach Ostern, reicht doch zu!". Wenn es wirklich Polonium wäre, müsste doch schnellstmöglich ermittelt werden, wo es herkommt und ob es in freier Wildbahn noch mehr davon gibt. Für mein Verständnis herrscht da weiterhin Gefahr im Verzug, das schnellstmögliches  Handeln erfordert.


Ich habe nicht Buch geführt, aber mir sind in letzter Zeit etliche Dinge aufgefallen, wo keine Dringlichkeit der Welt die Verantwortlichen vom Golfplatz geholt hätte. Ah, jetzt fällts mir wieder ein, da war was mit Tennis.

Man könnte binnen Stunden sogar in Berlin mobile Beleuchtung und beheizte Zelte aufbauen, wenn man wöllte. Tat man aber nicht. Genauso wie im Ahrtal, wo man nichtmal danach Beleuchtung oder Dixiklos aus z.B. der Millionenstadt Köln geholt hätte. Von den Versäumnissen im Vorfeld ("Da schwimmen ganze Häuser weg? Geht mich nix an") gar nicht zu reden.

Oder schon beim Stromausfall von Potsdam hätten mehrere hundert Asia-Imbisse, Pizza- und Dönerbuden den ganzen Stadtteil mit warmem Essen versorgen können. Hat man auch nicht getan.

Wenn ein Flugzeug wegen Lärmschutzvorschriften nicht starten darf, sperrt man die Passagiere einen Drittel Tag ein. Einfach so. Bei ICEs macht man das dauernd. Weil sorry, Hausmeister hat erst wieder morgen Dienst.

Warum also sollte irgendjemand in einer deutschen Behörde oder Ministerium die Verseuchung einer Stadt mit Polonium auch nur zur Kenntnis nehmen wollen?

Das eigentlich bescheuerte ist aber der Kontrast zwischen völlig hysterischer Überreaktion (man holt 150 Einsatzkräfte aus den Osterfeiertagen!) und dann macht man absolut nichts davon, was wirklich notwenig und geboten wäre.

Daher auch meine Frage mit Litwinenko: Da war ja "ein halber Landstrich" zumindest nachweisbar verseucht. Aber eben nicht mit einem Feuerwehr-Geigerzähler nachweisbar. Wenn das in Vaihingen nun echtes Polonium gewesen wäre, wäre nicht nur die Gegend, sondern eben auch noch 150 Einsatzkräfte, ihre Fahrzeuge und Rettungswachen verseucht. Weil man halt irgendwelche Blödel-Prozeduren macht, die vielleicht noch für Salzsäure und Benzol funktioneren, aber schon nicht mehr so richtig für Dioxin und schon gar nicht für radioaktive Ultragifte. Das würde man dann irgendwann nach den Feiertagen so langsam mal merken.

#32
Presse/TV/Rundfunk/Youtube/Internet / Aw: Männer finden Fläschchen m...
Letzter Beitrag von NoLi - 06. April 2026, 16:05
Zitat von: DG0MG am 06. April 2026, 15:42Was könnte bessser gemacht werden?

- Eindeutige Absperrung des Gefahrenbereichs vom freien Weißbereich.
- Folie auf dem Boden mit Kennzeichnung Rot / Gelb / Grün (oder Schwarz / Grau / Weiß). Gegebenfalls eine aufblasbare Duschkabine am Rot-Bereich.
- Personal mit Kont.Schutzkleidung und Kontaminationsnachweisgerät für Eingangsmessung Rot-Bereich. Behälter zum ablegen von Kleinmaterial.
- Gelb-Bereich zum ablegen der obersten Kont.Schutzkleidung (mit Anlagebehälter).
- Personal mit Kontaminationsnachweisgerät im Grün-Bereich zur finalen Freigabemessung des Einsatzpersonals.

Von der Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg gibt es für diesen Fall eindeutige Empfehlungen und wurde zusätzliches Einsatzmaterialien für die Dekon LKW-Pers. beschafft und ausgegeben:

https://www.lfs-bw.de/fileadmin/LFS-BW/themen/einsatzlehre/abc_einsatz/dokumente/Empfehlung_A_Komponente_Dekon_LKW_P.pdf

Norbert
#33
Presse/TV/Rundfunk/Youtube/Internet / Aw: Männer finden Fläschchen m...
Letzter Beitrag von DG0MG - 06. April 2026, 15:42
Was könnte bessser gemacht werden?
#34
Strahlenschutz / Aw: Freigabegrenze / Freimessu...
Letzter Beitrag von NoLi - 06. April 2026, 15:37
Zitat von: Peter-1 am 06. April 2026, 14:44Für Menschen mit Radiophobie, einfach vom Schwarzwald an die Nordsee umziehen  :D
Aber bitte direkt aufs tiefe Wasser! :bye:

Norbert
#35
Strahlenschutz / Aw: Freigabegrenze / Freimessu...
Letzter Beitrag von NoLi - 06. April 2026, 15:35
Zitat von: Floppyk am 06. April 2026, 13:32Da steht aber nicht, dass Anlagenteile den Wert von 10 µSv/a zur Freigabe unterschreiten müssen, sondern dass der Bevölkerung eine zusätzliche Belastung von 10 µSv pro Jahr zugemutet werden kann.
Da es de facto keine Beschränkungen für dieses uneingeschränkt freigegebene Material gibt, also z.B. aus dem Stahl auch Bestecke, Töpfe oder Bratpfannen etc. hergestellt werden dürfen, gelten die 10 µSv/a quasi direkt für das freizugebende Material. Gleiches gilt auch für Bauschutt, welcher nicht zwangsläufig deponiert werden muß, sondern als Baustoff(zuschläge) auch verwendet werden kann.

Norbert
#36
Presse/TV/Rundfunk/Youtube/Internet / Aw: Männer finden Fläschchen m...
Letzter Beitrag von NoLi - 06. April 2026, 15:26
Der Kontaminationsnachweisplatz ist seeehr nachlässig aufgebaut und betrieben worden!!

Norbert
#37
Schweiz (CH) / Aw: Ein geführter Tour durch d...
Letzter Beitrag von Eise - 06. April 2026, 15:15
Zitat von: Radiohörer am 05. April 2026, 21:00...in diesem Teil der Ch-Alpen ist der Kalk relativ homogen und ohne Mineraladern.
OK, das schliesst schon mal etwas aus.

Diese Fragen sind schon im OP beschrieben:
Zitat von: Radiohörer am 05. April 2026, 21:00Welche Tour hast Du gebucht
Die 3 Stundentour (Hölloch Einsteigertour)

Zitat von: Radiohörer am 05. April 2026, 21:00beim Einfahren ward ihr länger im "aktiven" Bereich unterwegs als beim Ausfahren: wieso?
Weil wir auf dem Hinweg dort länger stehen geblieben sind, während die Kinder in einen Seitenportal geklettert sind. Zurück gab es keine freiwillige Exkursen mehr.

Zitat von: Radiohörer am 05. April 2026, 21:00wo ~ ging die Aktivität hoch?
Kann ich leider nicht genau sagen. Ich kann nur sagen, das wir dort am 15:15h waren, also eine Stunde nach dem die Tour angefangen hat. GPS funzt natürlich nicht...

Das ist eine interessante Frage:
Zitat von: Radiohörer am 05. April 2026, 21:00Waren da Sandbänke oder der Boden mit Sand bedeckt?
Nein, es gab dort kein Sand. Sandbanken waren am Ende von der Tour, von wo wir wieder zurückgekehrt sind. Und wenn ich so auf die Graphik schaue, war die Radioaktivität dort am tiefsten (etwa von 15:55h bis 16:05h).

Zitat von: NoLi am 05. April 2026, 23:21Interessant wären mal die Radon-Konzentrationswerte im Höhlensystem
Das ist eine sehr interessante Hypothese. Kann es sein, das wir dort in einem lokalen Tiefpunkt waren, wo sich der Radon ansammelt?

Wir haben die Tour natürlich gemacht um das Hölloch zu sehen, nicht um die ganze Zeit auf dem Radiacode zu starren. All diese Zeit habe ich den Radiacode einfach in meinem Hosensack gehabt, erst als wir wieder im Besucherzentrum waren, habe ich die Auswertung auf meinem Smartphone gemacht. Wir mussten natürlich bei der geführte Gruppe bleiben. Nur mit Hilfe der Führern, könnte ich genau sagen wo wir am 15:15h eine Weile angehalten haben.

#38
Strahlenschutz / Aw: Freigabegrenze / Freimessu...
Letzter Beitrag von Peter-1 - 06. April 2026, 14:44
Für Menschen mit Radiophobie, einfach vom Schwarzwald an die Nordsee umziehen  :D
#39
Vaihingen an der Enz: Fläschchen mit ,,Polonium 210"-Aufschrift löst Großeinsatz aus

Stuttgarter Zeitung & Stuttgarter Nachrichten

#40
Bei einer extrem großen Aktivität müsste man Gammastrahlung nachweisen können, auch wenn ein 803 keV Photon nur in 0,001 % der Zerfälle auftritt.

Edit:
Ab einer Aktivität von 86 MBq Po-210 würde man ca. 0,5 µSv/h in 5 cm Abstand messen, was ich persönlich als "gesichert nachweisbar" mit einem Geigerzähler einstufen würde. Bei den theoretischen 200 g (~ 33 PBq) wäre man bei einer Größenordnung von 0,5 Sv/h in 1 Meter Abstand, vom verdampften Plastikbehälter und dem daraus resultierenden Waldbrand mal abgesehen... und natürlich von dem exorbitanten Preis... :)