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#31
amerikanische Strahlenmessgeräte (US) / Aw: AlphaHound
Letzter Beitrag von Harald der Strahler - 01. Januar 2026, 23:53
Zitat von: NoLi am 01. Januar 2026, 21:16Auch hier ja, weil beim Sr-90 (Emax. ca. 0,5 MeV) immer dessen Tocher Y-90 (Emax. 2,3 MeV) aktivitätsgleichgewichtig anwesend ist. Nach DIN 7503 ("Kontaminationsermittlung") muß erst mit Großflächendetektoren bei einer Beta-Energie Emax < 0,15 MeV ein Korrekturfaktor 2 der Anzeige angewendet werden.

Ah - das Sr90/Y90 habe ich nicht bedacht. Stimmt! Danke NoLi
#32
amerikanische Strahlenmessgeräte (US) / Aw: AlphaHound
Letzter Beitrag von dave_one - 01. Januar 2026, 23:37
Sehr interessante Diskussion. Hier ist viele neue Information! Vielen Dank Euch allen.

Toll, dass das mit Alphahound auch funktioniert!

Was mich verwirrt sind die Zusammenhänge von K-40 und Sr-90 auf Bezug anderer Beta-Emitter:
Für eine Bewertung von Lebensmitteln benötigen wir gern den Wert von Cs-137 zusätzlich zu Sr-90.
Zitat von: NoLi am 31. Dezember 2025, 18:39Daher sind die Zählraten für eine Cs-137 Aktivitätsermittlung nicht aussagekräftig, wenn nur mit K-40 kalibriert wurde.
Mit dem Beschriebenen bezügl Zusammenhang von Sr-90 und K-40, kann ich dann nun doch Rückschlüsse auf Cs-137 ziehen?


Zitat von: NoLi am 31. Dezember 2025, 18:39Um die Aktivität in Bq von Messproben zu ermitteln, muß jeder Messkanal mit Standard-Präparaten kalibriert werden, um das Verhältnis ips zu Bq zu ermitteln.
Ja, das habe ich bisher mit dem RAM2 folgendermassen gelöst (umgerechnet auf Imp/sec = CPS):
Kalibrierung: 1 kg KCl = 16350 Bq. 89% des Zerfalls ist Beta-Zerfall, daher 1kg KCl = 14560 Bq.
Erstellung einer Liste im Gramm-Bereich z.B. 2-10g. Für 10g = (14560*10g/1000) = 145,6.
Gezählte Imp/sec / 145,6 = Effizienz in %.

Bewertung des Lebensmittels:
(1000g/10g) * (Trockengewicht in g / Frischgewicht in g) * gemessene CPS * (100/Effizienz in %) = Bq/kg Frischgewicht.

Das wäre meine geplante Vorgehensweise auch mit dem Alphahound und der Probenkammer (Abstand bekannt). Funktioniert das?

Zitat von: NoLi am 31. Dezember 2025, 18:39Für den Beta-Kanal kann man dies mit K-40 machen, weil dessen Beta-Energiespektrum einem Spaltprodukt-Beta-Energiespektrum recht ähnlich ist. Damit bekommt man aber nur eine Beta-gesamt Aussage.
Wenn obige Vorgehensweise nicht OK ist, hätten wir ja zumindest eine Total-Beta-Belastung, die ich nachdem ich mit K40 kalibriert habe, mit der Totalbelastung in Lebensmittellisten vergleichen kann.
Zum Beispiel:
Rindfleisch (in Bq/kg): Cs-137: 5,  Ra-226: 0,015,  Pb-210: 0,08,  Po-210: 0,06.  Werte summiert für eine totale Aktivierung: 5,2 Bq/kg

Also dann bei gleicher Vorgehensweise wie "Bewertung des Lebensmittels" erhalte ich einen Wert in Bq/kg, z.B. für das Rindfleisch. Den vergleiche ich dann mit dem aufgeführten Wert (5,2 Bq/kg) aus der Liste.

#33
Grundlagenwissen / Aw: Röntgenstrahlung hausgemac...
Letzter Beitrag von DL3HRT - 01. Januar 2026, 22:12
Bei der Uni Göttingen gibt es Abbildungen: 27060

Das 27060 muss erst 1989 verfügbar gewesen sein. Neu sind drei LEDs, welche den eingestellten Messbereich anzeigen. Damit sind die Ionisationskammern zwischen 27040 und 27060 nicht mehr kompatibel.
#34
Lebensmittel / Die Kakao-Nachweisgrenze
Letzter Beitrag von opengeiger.de - 01. Januar 2026, 22:03
Der Wunsch für ein gesundes Neues Jahr passt zu diesem Thema sehr gut  ;) .

In der Bürgerforscher-Community gibt es mittlerweile ja schon etliche Profimessgeräte. Eines ist allerdings für die Bürgerforscher immer noch schwer zugänglich ein HPGe Spektrometer mit dem man auch Lebensmittel vermessen kann. Eine Challenge, der wir uns ja diesbezüglich annehmen könnten wäre, herauszufinden, wo die Nachweisgrenze mit den ,,normalen" Community Geräten für die natürliche Radioaktivität in Lebensmitteln liegt.

Ein Lebensmittel, dessen natürlicher Radionuklidgehalt in der Top Ten Liste zu finden ist, ist der Kakao. Angesichts der kürzlich veröffentlichten, erfreulichen Nachricht zur äußerst gesundheitsförderlichen Wirkung von Bitter-Schokolade mit mehr als 70% Kakaogehalt auf Grund der enthaltenen Flavanole, ist die Erkenntnis über die Radioaktivität von Kakao für die meisten Schokoladenfans dann meist ziemlich schockierend. Aber es ist leider wahr. Es gibt kaum ein Lebensmittel was so viel Kalium enthält wie die Kakaobohne. Rohkakaopulver kann durchaus 3-5% Kalium enthalten (deutlich mehr als Bananen). Das ist aber immer noch deutlich weniger als die Pottasche mit ungefähr 50% Kalium. Dennoch, man kann sich gut vorstellen, dass man Rohkakao bekommen könnte, bei der die spezifische K-40 Aktivität zumindest in die Nähe der 600Bq/kg für das Cs137 aus der Tschernobyl-Verordnung kommt. Allerdings stellt der Nachweis der Radioaktivität von Kakao oder von hochprozentiger Bitter-Schokolade eine gewisse Herausforderung dar.

Meine Erkenntnis ist aber: Doch der Nachweis geht sogar mit Hobbymitteln. Deswegen: einmal erfolgreich in der Familie vorgeführt und niemand isst Euch mehr die Schokolade weg! Ihr dürft natürlich nicht dazu sagen, dass das Kalium aus den anderen Lebensmitteln genauso radioaktiv ist, wie das Kalium im Kakao oder in der Schokolade und dass eine Kaliumzufuhr von etwa 4g/Tag für den Menschen absolut lebensnotwendig ist. Sonst ist die Schokolade vielleicht wieder in Gefahr.

Nun hat uns @NoLi erklärt, dass die Zähleffizienz für die Gamma's sowohl bei Pancake-Zählrohren wie bei Szintillations-Monitoren hundsmiserabel ist. Also müssen wir wohl auf die Betas schauen mit möglichst geringer Abschirmung durch die Verpackung. Ein bisschen Verpackung braucht man aber, dann das Kakaopulver wird Mikrometer-fein gemahlen und kann, wenn es aus der Verpackung gelangt, ein Messgerät ziemlich schnell ganz ekelhaft kontaminieren. Ich habs mit Rohkakao der Marke Gepa und dem Produktnamen ,,Cacao pur Amaribe" aus dem Weltladen und dem Inspektor als erstes versucht, den inneren Kunststoffbeutel dabei aber geschlossen gelassen.

Und siehe da, ich komme in einer einfachen Bleiburg mit einem Background von 0.7cps auf einen Wert von 1.1cps beim Inspector. Diese 0.4cps entstehen jetzt also hauptsächlich durch die Betas. Ich habe alles an Mittelung mitgenommen, was der Inspector bietet, nämlich 60min. Und damit kommt das Signal dann gerade noch so aus dem Rauschen raus, dass es reicht, die Familie davon zu überzeugen. Damit war mir die restliche Schokolade von Weihnachten also sicher  ;D .

Aber nicht jeder hat ein Gerät mit LND7317 Pancake, deswegen wollte ich nun doch auch einen Szintillationsdetektor testen. Was liegt da näher als der RC-103. Nun ist das kein Kontaminationsmonitor mit dünnem Plastikszintillator und ZnS-Film, aber immerhin nur ein kleiner CsI-Kristall, der jetzt mit super schlechter Effizienz auf die 1460keV Gamma's des K-40 reagiert. Einen LB124 habe ich leider nicht. Ich dachte aber, probieren kann man es ja mit dem RC-103 einmal. Ich wusste allerdings aus Messungen an Müller's Pottasche, dass es ungefähr einen Tag dauern müsste, bis sich der K-40 Peak bei 1460keV orange färbt und damit genügend statistische Sicherheit bekommt. Also habe ich 1 Tag lang den Kakao in der Bleiburg gemessen sowie noch den Background dazu, mit etwas mehr als einen Tag Messzeit.

Und ja, dann sieht man die Aktivität des K-40 im Kakao auch. Im Background bekomme ich 1.91cps und mit Kakao 2.08cps. Das ist eine Differenz von 0.168cps. Etwas überraschend, oder? Nicht viel Zählrate weniger als beim Pancake Zählrohr und das wo der K-40 Zerfall nur 11% Gamma's erzeugt. Schaut man sich aber das Spektrum an, dann sieht man da, dass in einem Tag Messzeit nur knapp 20 Impulse pro Bin im K-40 Photopeak zu liegen kommen. Und an der Pottasche sieht man noch deutlicher, das Wenigste der zusätzlichen Impulse beim K-40 kommt im Photopeak zu liegen, viel mehr Impulse kommen im Compton-Gebirge raus. Bei dem kleinen Kristall wundert das aber auch nicht. Die Comptonstreuung wird daher gewaltig sein. Aber damit wird auch klar, da kann die Energiekompensation nicht mehr funktionieren, wenn die meisten Impulse gar nicht mehr im Photopeak rauskommen, sondern bei irgendwelchen niedrigeren Energien anderswo. Eine Aktivitätsberechnung wird daher auch nicht mehr sinnvoll funktionieren. Aber immerhin, auch mit einem Szintillationszähler der im Wesentlichen nur die Gammas sieht, kann man noch deutlich das Faktum nachweisen, ja, Kakaopulver ist radioaktiv und damit auch die Schokolade. Und das um so mehr, je mehr Kakao in der Schokolade ist.

Ich habe auch zwei Tafeln Bitter-Schokolade getestet eine mit 85% und eine mit 90% Kakao. Damit war ich aber leider nicht erfolgreich. Das wäre noch beeindruckender gewesen. Allerdings hängt der Kaliumgehalt in der Kakaobohne laut Literatur auch stark vom Anbaugebiet des Kakaos ab und wie stark die Bauern die Kakaobäume mit Kalidünger versorgen. Schade eigentlich, denn sonst hätte man den wahren Kakao-Gehalt einer Schokolade eindeutig an ihrer Radioaktivität bestimmen und Pfuscher leicht überführen können. Dass der menschliche Körper überschüssiges Kalium mit seiner Radioaktivität einfach über die Nieren ausscheidet, wenn man zu viel Schokolade isst, bleibt unter uns, ok?  ;)

Das Kakao-Pulver, das ich verwendet habe und die Grafiken der Messungen habe ich im angehängten pdf zusammengefasst. Jetzt wäre es natürlich schön, wenn auch noch andere die Kakao-Nachweisgrenze ihrer Messgeräte austesten und die Ergebnisse hier veröffentlichen würden. :good2: 


#35
Allgemeine Diskussionen / Aw: FROHE WEIHNACHTEN 2025 UND...
Letzter Beitrag von NoLi - 01. Januar 2026, 21:16
DITO!

Norbert
#36
amerikanische Strahlenmessgeräte (US) / Aw: AlphaHound
Letzter Beitrag von NoLi - 01. Januar 2026, 21:16
Zitat von: Harald der Strahler am 01. Januar 2026, 14:50Ob die Effizienzbestimmung (Betas) mit Pottasche beim Alphahound für die Messung von Oberlächenkontamination funktioniert weiß ich nicht. Geigerzähler sind was anderes als Szintillationszähler.
Ja, die Effizienzbestimmung funktioniert genau so wie mit einem GM-Zähler. Wir tun ja mit unserem Pottaschetütchen so, als wenn dessen Betateilchenemission eine Oberflächenaktivität darstellt (Messwert ermittelt mit einem in Bq/cm² anzeigenden, frisch kalibrierten Kontaminationsmessgerät und mit Flächenkorrektur).
Und das Kontaminationsmeßgerät CoMo-170 mit Szint.Detektor arbeitet, wie der Alphahound, auch mit zwei Szintillatoren: einer für Alpha, einer für Beta.

Zitat von: Harald der Strahler am 01. Januar 2026, 14:50Kann ich bei einem Szintillationzähler auch einfach so tun als ob ein Betateilchen des K40 (Emax ca. 1,31 MeV) ungefähr gleich einem Beta-Teilchen von z.B. Sr90 mit einer viel geringeren Energie ist?
Auch hier ja, weil beim Sr-90 (Emax. ca. 0,5 MeV) immer dessen Tocher Y-90 (Emax. 2,3 MeV) aktivitätsgleichgewichtig anwesend ist. Nach DIN 7503 ("Kontaminationsermittlung") muß erst mit Großflächendetektoren bei einer Beta-Energie Emax < 0,15 MeV ein Korrekturfaktor 2 der Anzeige angewendet werden.

Norbert

#37
Grundlagenwissen / Aw: Röntgenstrahlung hausgemac...
Letzter Beitrag von DL3HRT - 01. Januar 2026, 20:05
Zitat von: Radioquant98 am 01. Januar 2026, 17:11Hast Du Bilder davon, das ist vollkommen an mir vorbei gegangen.
Klar doch :). Die stelle ich in den nächsten Tagen in den Thread zum 27040 ein.
#38
Allgemeine Diskussionen / Aw: FROHE WEIHNACHTEN 2025 UND...
Letzter Beitrag von Lennart - 01. Januar 2026, 18:01
Ich wünsche auch allen ein frohes neues Jahr!
#39
Grundlagenwissen / Aw: Röntgenstrahlung hausgemac...
Letzter Beitrag von Radioquant98 - 01. Januar 2026, 17:11
Zitat von: DL3HRT am 01. Januar 2026, 10:411989 kam dann noch das 27060 dazu, der Nachfolger des 27040. Ich hatte vor ein paar Tagen die Gelegenheit, eines in Aktion zu sehen.
Hast Du Bilder davon, das ist vollkommen an mir vorbei gegangen.

Viele Grüße
Bernd
#40
Allgemeine Diskussionen / Aw: FROHE WEIHNACHTEN 2025 UND...
Letzter Beitrag von Radioquant98 - 01. Januar 2026, 17:00
Ja danke, ich wünsche Allen hier ein Gesundes Neues Jahr.

Viele Grüße
Bernd