Seltsame Beobachtung mit dem Radiacode 103

Begonnen von drkk, 12. September 2025, 10:54

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Ich habe bei solchen Erscheinungen immer schneller den Verdacht, dass solche Störungen von einem Mobiltelefon stammen. Selbst wenn man ein Mobiltelefon nicht benutzt, tauscht es immer wieder von Zeit zu Zeit Daten mit der Basisstation aus. Man kann das auch mit  einem Spectrum Analyzer bei den typischen Mobilfunkfrequenzen erkennen, da entstehen dann gewisse Bursts, die ein hohes Durchdringungsvermögen haben und die von der Wellenlänge her auch sehr leicht Störungen in Leitungen einkoppeln können, selbst wenn man bei PCB-Traces den Ground niederohmig drunterlegt. Gerade die Signale des SiPM müssen sehr stark verstärkt werden und dann reichen eben kleinste Störungseinkopplungen vor dem hochohmigen TIA aus, dass die Zählraten hochschießen. Man kann das auch leicht absichtlich provozieren. Das Händy muss dazu gar nicht direkt neben dem Strahlungsdetektor liegen, das geht auch mit ein paar Meter Abstand und um so besser je weiter die Basisstation weg ist. Dann dreht so ein Händy die Sendeleistung auch noch automatisch auf. Bei GSM waren das noch bis zu zwei Watt im 900MHz-Band. Bei 4G und 5G sind die Frequenzen deutlich höher und die Leistungen etwas geringer aber dafür springen die modernen Protokolle auch gelegentlich zwischen den Frequenzen hin und her. 50Hz Leitungen sollten dagegen deutlich weniger Störeffekte haben. Die Wellenlänge, bei der sich ein Feld von der Leitung  ablöst ist einfach zu groß und die induktive Kopplung zu gering. Selbst das magnetische Nahfeld kann einer Platine in der Größe des Radiacode eigenlich wenig anhaben, sofern da nicht gerade etliche kW Leistung drübergehen. Das sind zumindest meine Erfahrungen aus der EMV-Kammer.