-- Youtube-Sammelthread --

Begonnen von DG0MG, 17. März 2019, 19:05

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DG0MG

Zitat von: NoLi am 23. Januar 2020, 16:11
17500 Rubel = 262,50 Euro.

+ Porto
+ MwSt.
+ Zoll.

Das dürfte die Sache unrentabel machen.

Hier zu kaufen: https://kbradar.org/p223290497-dozimetr-radiatsii-atom.html

Interessant halt trotzdem, weil sich da mal jemand wieder was überlegt hat und nicht auf den eingfahrenen Gleisen schwimmt.
"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

NoLi

Dafür bekommt man aber auch ein Gerät mit einem relativ großen CsJ(Tl)-Szintillator.

Rentabel ist relativ. Wenn ich sehe, was der SOEKS Quantum mit zwei SBM-20-1 GM-Zählrohre und damit bedingter geringerer Empfindlichkeit bei Conrad kostet (heutiger Preis 355,81 Euro)...beim Voelkner übrigens 185 Euro (auch heutiger Preis).  ;)

Gruß
Norbert

DG0MG

#17
Hier ein verrückter Typ aus England, der innerhalb von 10 Jahren einen Musik-(oder Geräusch-)Synthesizer gebaut hat, der eine ganze Wand einnimmt. Bei 7:47 min zeigt er ein Modul, dass ein Stückchen Uranerz und einen Geigerzähler enthält und erklärt, dass das dazu da sei, etwas "Zufall" in die Klänge zu bringen.





Er zeigt hinterher noch ein weiteres "Instrument", das einen Geigerzähler mit einer Art Xylophon koppelt.
Hier ist die Beschreibung des Gerätes: http://www.nervoussquirrel.com/ore-some_xylophone.html

In diesem Video hört man das Ergebnis kurz bei 2:28 min:


Naja ..  :unknw:
"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

pangeiger

Moin,

Danke erst mal für die spannenden Links. Witzig fand ich die Szene aus der Südring-Klinik: "Joa, das Messgerät schlägt jetzt voll aus, 23 komma 6 Sievert." Der Joke ist köstlich. Ich habe aktuell nur ein Messgerät, das eine solche Dosis anzeigen kann (Canberra ADM-300A). Sollte man jemals eine solche Dosis irgendwo messen, würde auch Weglaufen nichts mehr nutzen. Die hinter dem Film vorhandene bzw. fehlende Expertise spricht durchaus von einer fortlaufenden Verdummung.

Gruß
Peter

DG0MG

Im Oktober 1961 wurde auf der Insel Nowaja Semlja in der Sowjetunion die stärkste Wasserstoffbombe aller Zeiten zur Explosion gebracht - die "Zar-Bombe" [1]. Dazu wurde (wie bei den Amis 1945 auch) ein aufwendiger, professioneller Propagandafilm gedreht, der lange Zeit unter Verschluss war. Diesen hat jetzt die russische Atomenergiebehörde "Rosatom" ("Росатом") bei yt veröffentlicht. Sprache ist russisch, aber mit englischen Untertiteln.

"Test einer sauberen Wasserstoffbombe mit einer Ausbeute von 50 Megatonnen"



Das etwas makabre Wort "sauber" bezieht sich wohl auf das Verhältnis von Sprengkraft zu Fallout.

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/AN602
"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

DG0MG

Der australische Wissenschaftsjournalist Derek Muller (bekannt aus der Doku "Uran - Das unheimliche Element") erzählt auf seinem Kanal "Veritasium" eine interessante Geschichte:

Der Test der allerersten Atombombe "Trinity" am 16. Juli 1945 in New Mexico war hochgeheim. Niemand wusste davon, nichteinmal der Gouverneur des Bundesstaates. Nach der Explosion (deren Druckwelle 160 km weit zu spüren war und deren Atompilz bis in 12 km Höhe stieg) erklärte das Militär, es sei ein Munitionslager explodiert.

Die Filmfirma KODAK, auf der anderen Seite der USA im Staate New York, fand heraus, was wirklich passiert war. Sie stellten auf entwickelten, aber unbelichteten Röntgenfilmen -zig oder hunderte kleine schwarze Pünktchen fest. Die Filme wurden durch Strahlung belichtet, obwohl sie niemals aus der Verpackung genommen worden waren. Das Problem kannte KODAK schon, sie hatten schon solche Effekte mit Überresten von Radiumleuchtfarbe in Altpapier gehabt und deshalb ihre Lieferanten auf einige wenige Papiermühlen beschränkt, in denen das Rohmaterial aufwendig überprüft wurde. Eine dieser Mühlen war in Vincennes/Indiana, dort wurden längere Zeit Pappen hergestellt, die in der Verpackung zwischen die Röntgenfilme geschichtet wurden. Solche Pappen, die am 6. August 1945 produziert wurden, schwärzten den Röntgenfilm. Die betroffenen Stellen wurden aus der Pappe ausgestanzt und mit einem Alpha-empfindlichen Geigerzähler vermessen. Dabei war aber keine signifikante Erhöhung feststellbar, womit Radium als Ursache ausschied. Stattdessen wurde Beta-Strahlung festgestellt, auch weil mehrere Filmschichten denselben Punkt aufwiesen, also der Filmstapel durchdrungen worden sein musste. Durch Messung der Halbwertszeit kam man auf das Isotop Cer-141, das nur durch eine nukleare Kernspaltung entstanden sein konnte. Dieselbe Kontamination wurde in einer weiteren Papiermühle hunderte Kilometer entfernt festgestellt.

Mit dem Wind wurden die Zerfallsprodukte vom Atompilz in New Mexico mehr als 1000 km weit transportiert, ehe sie durch Regen ausgewaschen in die Flüsse gelangten, aus denen die Papiermühlen ihr Wasser bezogen.

Was dann noch passierte: Angucken!

"Bling!": Irgendjemand Egales hat irgendetwas Egales getan! Schnell hingucken!

wrdmstr inc.

interessant, das hab ich noch gar nicht gesehen

NoLi

#22
Die im Video benannte "1000-fache Erhöhung der Strahlung des Regenwassers" wurde von der Uni Rochester, New York State (etwas nördlich von New York City), im Mai 1953 als Folge der in Nevada durchgeführten A-Bombentestreihe OPERATION UPSHOT-KNOTHOLE (11 Bombentests innerhalb 12 Wochen) in ihren Uni-Laboren und vor dem Uni-Gelände während und nach einem Gewitterregen gemessen. Ein Test wurde HARRY benannt und fand am 19.Mai 1953 statt; er erzeugte den schlimmsten radioaktiven Fallout auf dem amerikanischen Kontinent von allen Testexplosionen. Danach sprach man nur noch vom Test DIRTY HARRY.



Die Nevada-Tests waren auch bei uns in den Niederschlägen und Rückständen messbar :o, wenn auch mit einigen Tagen Verzögerung-Ankunft :(; und bei Ostwindlage bekamen wir Fallout von den russischen Tests in Nowaja Semlja >:(.
Also alle in den 1950er und 1960er Jahren Geborene unter uns bekamen somit von zwei Seiten ihr Fett, pardon ihre A-Bomben-Isotope, mit dem Essen, Trinken und in der Sandkiste mit... 8).

Nur hatte hier kaum einer nen Geigerzähler, mit Ausnahme der aliierten Besatzer... :P
Zumindest die US-Army machte damals in ihren Bereichen der BRD regelmäßige Umgebungsstrahlungsmessungen u.a. zur Fallout-Überwachung.

Gruß
Norbert

Zugpferd

Hier ein Beitrag über die Auffälligkeiten 1986 um Geesthacht herum.




Henri

Zitat von: Zugpferd am 03. November 2020, 20:19
Hier ein Beitrag über die Auffälligkeiten 1986 um Geesthacht herum.



Wer sich mal in die Hintergründe einlesen möchte: hier finden sich die Protokolle der Untersuchungskommission.

http://www.strahlentelex.de/Leukaemie-Anhoerung_2007.htm

Nachdem man den Film gesehen hat, denkt man, alles ganz einfach. Beim Lesen der Protokolle stellt man dann fest, dass in Wirklichkeit alles ziemlich kompliziert ist.

Zugpferd

Jahre später lass ich das eine Schülerin diese Kügelchen auch im Westen des Landes gefunden hatte, den Bericht suche ich nochmal.

z.B. hier
https://www.wa.de/hamm/kritik-kuegelchen-messung-landesinstitut-aktualisiert-bericht-kernkraftwerk-hamm-uentrop-2591895.html

NoLi

Zitat von: Zugpferd am 04. November 2020, 05:59
Jahre später lass ich das eine Schülerin diese Kügelchen auch im Westen des Landes gefunden hatte, den Bericht suche ich nochmal.

z.B. hier
https://www.wa.de/hamm/kritik-kuegelchen-messung-landesinstitut-aktualisiert-bericht-kernkraftwerk-hamm-uentrop-2591895.html


Weitere Untersuchungen zeigten, dass solche (Glas)Kügelchen in der Umgebung von fast jeder (älteren?) Müllverbrennungsanlage zu finden sind... :unknw:
Schlacke?
Gruß
Norbert

Henri

Zitat von: NoLi am 04. November 2020, 10:14
Zitat von: Zugpferd am 04. November 2020, 05:59
Jahre später lass ich das eine Schülerin diese Kügelchen auch im Westen des Landes gefunden hatte, den Bericht suche ich nochmal.

z.B. hier
https://www.wa.de/hamm/kritik-kuegelchen-messung-landesinstitut-aktualisiert-bericht-kernkraftwerk-hamm-uentrop-2591895.html


Weitere Untersuchungen zeigten, dass solche (Glas)Kügelchen in der Umgebung von fast jeder (älteren?) Müllverbrennungsanlage zu finden sind... :unknw:
Schlacke?
Gruß
Norbert


Ja - sieht aus wie Schlackekügelchen.

Ja - haben für PAC-Kügelchen (Kernbrennstoff, unbestrahlt) eine viel zu geringe Aktivität (zumindest wie ich das einschätzen würde).

Aber - enthalten Transurane in erheblichen Mengen, die weder in der Natur vorkommen (sollten) noch aus Reaktorhavarien oder Kernwaffenversuchen stammen können.


Die einen messen dies, die anderen messen das, und zwar renommierte Labors mit präzisen, modernen und etablierten Messverfahren, und jedes Mal kommt was anderes dabei heraus.
Nun mag man denken, das sind halt keine PAC-Kügelchen, sondern Kondensate, die bei einem Unfall im gegenüberliegenden Forschungszentrum entstanden sind.

Aber wie gesagt, wenn man die Protokolle alle liest (hab ich tatsächlich mal gemacht, kurz nachdem der Film rauskam), hat man danach mehr Fragen als Antworten.

Ich bin sogar mal durch die betroffenen Ortschaften gefahren, als ich zufällig in der Gegend war, hab mir das Buddeln allerdings verkniffen, weil mir das zu brisant war und ich auch kein passendes Werkzeug dabei hatte. Mir ist nur aufgefallen, dass manche der Kügelchen-Beprobungsstellen vor dem Deich liegen, also in einem Gelände, das mit schöner Regelmäßigkeit überflutet wird, wo dann z.T. erhebliche Strömung herrscht und natürlich auch einiges an Sediment abgelagert oder abgetragen wird.

Die Seite der Bürger-Ini gibt es leider nicht mehr. Wäre interessant zu sehen, ob die Zahl der Leukämie-Erkrankungen mittlerweile wieder rückläufig ist.

Henri

Wer mal wissen möchte, wie so eine Co-60 Quelle eigentlich aussieht, die in Strahlentherapiegeräten verbaut ist, wird hier fündig:



Leider wird nicht klar, ob das Messgerät, dass die ganze Zeit rumquäkt und 131 mSv/h anzeigt, sich in der mobilen heißen Zelle oder außen an der Wand befindet - irgendwas weißes sieht man in einer Fernaufnahme da an einem Haken hängen, aber das kann auch was anderes sein (hoffentlich).

Yoshi